• 01.05.2009 - ApoRisk® News Gesundheit: Was verrät die Gesundheitskarte? - Patientenakte auf dem Chip

    Das Ziel ist ehrgeizig: Die elektronische Gesundheitskarte soll Patienten, Ärzten, Apothekern und Krankenkassen in Deutschland einen schnellen Austausch von Daten ermöglichen. D ...

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Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:

ApoRisk® News Gesundheit:

Was verrät die Gesundheitskarte?

Patientenakte auf dem Chip


Das Ziel ist ehrgeizig: Die elektronische Gesundheitskarte soll Patienten, Ärzten, Apothekern und Krankenkassen in Deutschland einen schnellen Austausch von Daten ermöglichen. Dadurch soll die kleine Plastikkarte mit Chip nach Ansicht ihrer Befürworter Zeit und Geld sparen. Nach einem zähen Start und vielen Verzögerungen kommt das Vorhaben nun langsam in Schwung. In der ersten, zu Testzwecken ausgewählten Modellregion in Nordrhein-Westfalen entscheiden Ärzte derzeit über die Anschaffung der entsprechenden Kartenlesegeräte.

Der Mehrwert des neuen Systems soll in einer vereinfachten Kommunikation zwischen Medizinern, Apotheken, Kassen und Patienten bestehen, erläutert das Bundesgesundheitsministerium. Das spart Kosten: Arztberichte, Krankenakten oder Rezepte müssen bislang meist umständlich in Papierform hin und her geschickt werden. Mit der neuen Karte soll sich das ändern.

Bei Bedarf können dann zentral gespeicherte Gesundheitsdaten in jeder Praxis oder Apotheke abgerufen werden. "Ziel ist, dass der gesamte Schriftverkehr über die Karte abgewickelt wird", sagt Sabine Metzger von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Bis zur flächendeckenden Einführung ist es aber noch ein langer Weg. Erst nach einem erfolgreichen Start in der Modellregion soll die Karte Schritt für Schritt in immer mehr Regionen eingeführt werden.

Was müssen Patienten und Ärzte beachten?

Die Antwort lautet zunächst einmal: nichts. Zumindest in der Übergangsphase bis zu flächendeckenden Einführung des neuen Systems werden die altbekannten Versichertenkarten lediglich gegen die neuen Chipkarten ausgetauscht, ohne dass deren vieldiskutierte zusätzliche Funktionen schon verfügbar wären. Technisch erfüllt das neue Modell zwar alle Voraussetzungen für die geplanten neuen Anwendungen, etwa die elektronische Krankenakte. Aktiviert werden sollen diese aber erst später, wenn das System läuft.

Kai Vogel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen betont, dass sich Versicherte vorerst noch nicht mit den neuen Funktionen befassen müssen: "Momentan ist es erst der erste Schritt." Und offenbar müssen sich Patienten auch nicht vor der Aushöhlung des Datenschutzes fürchten: Bei den meisten der geplanten digitalen Speicheroptionen soll es sich um freiwillige Zusatzfunktionen handeln. Das heißt: Zu einer Digitalisierung von Krankenakten, Röntgenbildern oder medizinischen Notfalldaten wird es auch künftig nur kommen, wenn ein Patient dem ausdrücklich zustimmt.

Ungelöste Fragen

Keine Wahl haben Patienten dagegen bei der elektronischen Form des Rezepts, die künftig das digitale Auslesen von ärztlichen Arznei-Verordnungen in Apotheken erlaubt. Diese Funktion soll auch die erste sein, die freigeschaltet wird. Ob darüber hinaus etwa Medikamenten-Unverträglichkeiten oder Krankengeschichten zentral gespeichert werden, entscheiden Patienten weiter selbst.

Die Datensicherheit soll durch ein kompliziertes "Zwei-Schlüssel-Prinzip" gewährleistet werden. Sowohl Arzt als auch Patient bekommen erst nach Eingabe einer mehrstelligen Geheimnummer Zugriff auf gespeicherte Daten. Das könne vieles komplizierter machen als heute, befürchtet Patientenschützerin Metzger: "Welche 80-jährige Dame oder welcher 80-jährige Herr möchte sich eine solche PIN-Nummer merken?"

Ebenso wenig sei klar, ob es etwa verschiedene Abstufungen bei der Geheimhaltung geben werde: "Der Apotheker muss nicht immer wissen, was der Psychologe sagt", findet Vogel. Und wenn der Sohn für die Mutter ein Medikament in der Apotheke abholen will, muss es Vertretungsregeln geben. Auch wie das funktioniert, sei noch offen.

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