ApoRisk® auf Facebook ApoRisk® auf X
  • 07.05.2026 – Apotheken-Themen von heute zeigen, wie Plattformzugang Beratung verdrängt, Fälschungsdruck wächst, Rabattmodelle Ordnung testen.
    07.05.2026 – Apotheken-Themen von heute zeigen, wie Plattformzugang Beratung verdrängt, Fälschungsdruck wächst, Rabattmodelle Ordnung testen.
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Terminals im Supermarkt, gefälschte Rezepte, Biosimilar-Austausch und Versandrabatte verschieben den Apothekenmarkt. Der Bericht zeigt,...

Für Sie gelesen

Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:

ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-Themen von heute zeigen, wie Plattformzugang Beratung verdrängt, Fälschungsdruck wächst, Rabattmodelle Ordnung testen.

 

Kaufland-Terminals, Rezeptfälschungen und DocMorris-Verfahren zeigen, wie stark Arzneimittelversorgung unter Plattform-, Prüf- und Vertrauensdruck gerät.

Stand: Donnerstag, 07. Mai 2026, um 17:48 Uhr

Apotheken-Themen: Bericht von heute

Kaufland stellt Terminals in den Markt, DocMorris lockt über Preis- und Gutscheinlogiken, Fälscher zielen auf GLP-1-Präparate und Hochpreiser, während Biosimilar-Austausch, Abnehmportale und illegale Arzneimittelströme dieselbe Grenze verschieben: Arzneimittelversorgung wird immer bequemer erreichbar, aber nicht automatisch sicherer. Genau darin liegt der Druck dieses Tages. Apotheken müssen zeigen, dass Zugang allein keine Versorgung ist. Sie müssen prüfen, erklären, abwehren, einordnen und dort pharmazeutische Verantwortung sichern, wo Plattformen, Rabatte, Logos und digitale Bestellwege Vertrauen nur behaupten.
 
  

Kaufland stellt nicht nur Terminals auf. Kaufland testet, wie weit sich Apotheke in den normalen Einkauf hineinziehen lässt.

Das ist der eigentliche Reiz und zugleich die eigentliche Gefahr dieses Stoffes. Ein E-Rezept-Terminal im Eingangsbereich eines Supermarkts wirkt zunächst harmlos, vielleicht sogar praktisch. Wer ohnehin Brot, Milch, Waschmittel und Blumen kauft, kann auch noch Medikamente bestellen. Genau diese Bequemlichkeit ist das Versprechen. Aber Versorgung wird nicht dadurch besser, dass sie näher an der Kasse steht. Sie verändert nur ihre Form. Und diese Form entscheidet darüber, ob Apotheke sichtbar bleibt oder schrittweise zur Zusatzfunktion im Einzelhandel wird.

Kaufland spricht von Vermietungsflächen, zusätzlichen Fachgeschäften, digitaler Medikamentenbestellung und regional angeschlossenen Apotheken. Das klingt kooperativ. Die Apotheke bleibt formal Betreiberin, der Supermarkt stellt Fläche und Frequenz. Doch strategisch ist die Frage härter: Wer lernt hier von wem? Die Apotheke hofft, die Kundenströme des Lebensmitteleinzelhandels für sich zu nutzen. Kaufland lernt gleichzeitig, ob Arzneimittelbestellung in den normalen Wocheneinkauf integrierbar ist. Wenn das funktioniert, gewöhnt sich die Kundschaft nicht nur an eine neue Bestellform, sondern an eine neue Erwartung: Apotheke ist dort, wo ohnehin Frequenz ist.

Damit berührt das Thema einen empfindlichen Punkt. Die Vor-Ort-Apotheke lebt nicht allein von räumlicher Nähe, sondern von Vertrauen, Beratung, pharmazeutischer Verantwortung und der Fähigkeit, aus einem Rezept mehr zu machen als eine Bestellnummer. Ein Terminal kann Bestellung vereinfachen, Verfügbarkeit prüfen, Botendienst auslösen und vielleicht den Versandhandel abfangen. Aber es kann nicht ersetzen, was eine Apotheke im entscheidenden Moment ausmacht: Rückfrage, Einordnung, pharmazeutische Bedenken, Blick auf Wechselwirkungen, Umgang mit Unsicherheit, Grenzen der Selbstmedikation, sensibler Kontakt zu Menschen, die nicht nur eine Ware suchen.

Trotzdem wäre es zu einfach, Kaufland nur als Gegner zu lesen. Für manche Apotheken kann ein solches Modell tatsächlich ein Versuch sein, Frequenz zurückzugewinnen, bevor Plattformen und Versandapotheken den digitalen Zugang vollständig besetzen. Wer sich gar nicht bewegt, überlässt den bequemen Zugang anderen. Wer sich aber zu weit in die Logik des Supermarkts einfügt, riskiert, dass Beratung zur nachgelagerten Option wird. Der Preis der Bequemlichkeit liegt dann nicht im Terminal, sondern im Gewöhnungseffekt. Erst bestellt man dort, weil es praktisch ist. Später fragt man sich, warum es überhaupt noch eine eigenständige Apotheke braucht.

Genau diese Spannung zieht sich in anderer Form durch die Rezeptfälschungen. Auch dort geht es nicht nur um einzelne kriminelle Versuche, sondern um die Frage, wie widerstandsfähig die Apotheke an der Schnittstelle zwischen Papier, Digitalität und Hochpreisrisiken bleibt. Rezeptfälscher haben ihre Ziele verändert. Potenzmittel und starke Analgetika waren lange typische Felder. Heute rücken GLP-1-Rezeptoragonisten und Hochpreiser in den Fokus, also Produkte mit hoher Nachfrage, hohem Schwarzmarktinteresse und hohem finanziellem Risiko für Apotheken. Aus einem gefälschten Rezept wird damit schnell ein Schaden, der nicht in der Kasse, sondern in der Existenzrechnung spürbar wird.

Die 19 Merkmale, die Sven Lobeda beschreibt, sind deshalb keine Kleinlichkeit. Sie sind Verteidigungslinie. Kostenträgerkennung, Versichertennummer, Geburtsdatum, Statusfeld, WOP-Kennzeichen, Arztstempel, Fachgruppenschlüssel der LANR, Plausibilität von Arzt und Verordnung – jedes Detail kann anzeigen, ob ein Rezept echt ist oder nur echt wirken soll. In einer Apotheke, in der Zeit knapp ist und Hochpreiser nicht jeden Tag vorkommen, kann genau diese Routine fehlen. Dann wird das einzelne Rezept zur Belastungsprobe für Aufmerksamkeit, Prozess und Teamkultur.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Missbrauch und Fälschung. Bei Missbrauch gibt es einen realen Patienten und ein formal korrektes Rezept, aber eine problematische Anwendung. Bei der Fälschung existiert die Verordnung selbst nicht. Diese Differenz entscheidet über Beratung, Datenschutz, Meldung, Abgabeverweigerung und Kontakt zu Arzt oder Polizei. Wer hier unscharf handelt, gefährdet entweder Patientenschutz oder Rechtsklarheit. Auch das zeigt: Die Apotheke ist nicht bloß Abgabestelle. Sie ist Prüfinstanz im Arzneimittelsystem.

Das E-Rezept kann Fälschungen erschweren, aber es löst das Problem nicht vollständig. Digitalisierung macht manche Manipulationen schwieriger, verlagert Risiken aber an andere Stellen. Fälscher lernen. Plattformen lernen. Apotheken müssen ebenfalls lernen, ohne ihre Prüfkompetenz öffentlich so auszubreiten, dass sie zur Anleitung für Kriminelle wird. Genau deshalb ist der Hinweis, solche Merkmale nicht in sozialen Medien auszuschlachten, mehr als Vorsicht. Er zeigt ein Grundprinzip: Sicherheitswissen muss im System wirken, ohne den Gegner besser zu machen.

Beim Biosimilar-Austausch wird dieselbe Apotheke auf eine andere Weise beansprucht. Hier geht es nicht um Betrug, sondern um pharmazeutische Übersetzung. Seit April ist der Austausch biotechnologisch hergestellter Arzneimittel möglich und unter bestimmten Bedingungen verpflichtend. Vorrang haben Rabattverträge, alternativ preisgünstige Arzneimittel. Das spart Kassen Geld. Aber der Aufwand entsteht nicht bei den Kassen, sondern am HV-Tisch, im Gespräch mit Patientinnen und Patienten, die oft schwere und chronische Erkrankungen haben.

Ein Biosimilar ist kein simples Generikum. Es ist vergleichbar, aber nicht identisch. Die Anwendung kann sich ändern, der Pen kann anders funktionieren, die Packungsbeilage kann nicht jede Indikation so abbilden, wie der Patient seine Erkrankung kennt. Für Menschen mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, rheumatologischen oder anderen schweren Erkrankungen kann das Vertrauen in eine Therapie an kleinen Signalen hängen. Wenn die Apotheke dann erklären muss, warum ein anderes Präparat trotzdem richtig ist, wird Beratung zur Therapiesicherung. Genau diese Arbeit lässt sich nicht in der alten Mischkalkulation verstecken.

Die politische Antwort bleibt verhalten. Das BMG wollte offenbar eine Einstiegsphase ohne Exklusivverträge, konnte sich aber in der Koalition nicht durchsetzen. Nun laufen Ausschreibungen, auch exklusive Verträge sind möglich. Für Kassen sind sie wirtschaftlich attraktiv, für Hersteller und Versorgung können sie riskant sein. Wenn Anbieter aus dem Markt gedrängt werden, kann Preiswettbewerb kurzfristig Einsparungen bringen und langfristig Verwundbarkeit erzeugen. Genau diese Erfahrung kennt man aus anderen Arzneimittelbereichen. Bei Biosimilars wiegt sie besonders schwer, weil die Märkte kleiner, Produktionsprozesse komplexer und Austauschprozesse erklärungsbedürftiger sind.

Die Forderung nach einer Zusatzvergütung ist deshalb nicht bloße Standespolitik. Sie berührt die Frage, ob Einsparungen im System dort ankommen, wo die dafür nötige Arbeit geleistet wird. Wenn Apotheken durch Austausch, Einweisung und Verunsicherungsabbau Fehler verhindern, Adhärenz sichern und Therapieabbrüche vermeiden, dann entsteht ein Versorgungswert. Diesen Wert nicht zu vergüten, bedeutet, pharmazeutische Arbeit stillschweigend zu verbrauchen.

Noch schärfer wird die Ordnung des Marktes beim Blick auf DocMorris. Die irreführenden Preisangaben bei Kassenrezepten zeigen, wie lange ein Anbieter an einer Darstellung festhalten kann, obwohl Gerichte die Kernwirkung beanstanden. Wenn eine gesetzliche Zuzahlung wie ein günstiger Preis wirkt, wird aus der Pflichtbeteiligung des Patienten ein vermeintlicher Preisvorteil. Das ist nicht nur kosmetisch. Es beeinflusst Wahrnehmung. Wer glaubt, der Versand sei billiger, obwohl er nur die Zuzahlung sieht, trifft seine Entscheidung auf falscher Grundlage.

Dass DocMorris erst nach mehreren Ordnungsgeldbeschlüssen die Darstellung geändert hat, ist ein ordnungspolitisches Signal. Unterlassungstitel, Ordnungsgelder, Beschwerdeverfahren, Zwangsvollstreckung in den Niederlanden – all das zeigt, wie mühsam Rechtsdurchsetzung gegen grenzüberschreitende Versandmodelle sein kann. Für Vor-Ort-Apotheken ist genau das der wunde Punkt: Regeln gelten auf dem Papier, aber ihre Durchsetzung braucht Jahre. In dieser Zeit kann Marktverhalten längst Kundenerwartungen prägen.

Die Rabattgutschein-Verfahren verschärfen diese Linie. Wenn E-Rezept-Einlösungen über eine App mit 10-Euro-Gutscheinen belohnt werden, die zunächst mit der Zuzahlung und danach mit OTC-Produkten verrechnet werden können, entsteht eine neue Lenkungslogik. Das verschreibungspflichtige Arzneimittel wird zum Eintrittspunkt in ein Bonus- und Warenkorbsystem. Genau dagegen richtet sich der Angriff der Freien Apothekerschaft. Entscheidend ist nicht, ob der einzelne Gutschein attraktiv wirkt. Entscheidend ist, ob Rx-Versorgung in eine Konsummechanik gezogen wird, bei der Bequemlichkeit, Bonus und Appbindung die pharmazeutische Entscheidung überlagern.

Die rechtliche Frage nach § 7 HWG und der BGH-Linie zur Gutscheinwerbung ist deshalb ordnungspolitisch bedeutsam. Wenn Barrabatte und Gutscheine im Gesundheitsmarkt falsch eingeordnet werden, entsteht eine Wettbewerbsverschiebung zugunsten der Akteure, die mit Marketingdruck arbeiten können. Vor-Ort-Apotheken sehen sich dann nicht nur einem Versandmodell gegenüber, sondern einer ganz anderen Kapital- und Plattformlogik. Das ist dieselbe Frage wie beim Kaufland-Terminal, nur aggressiver: Wer kontrolliert den Zugang zur Arzneimittelversorgung?

Das Abnehmspritzenportal myvoy.de führt diese Plattformlogik in den Bereich der medizinischen Inszenierung. GLP-1-Agonisten wie Mounjaro und Wegovy werden mit Gewichtsverlustversprechen, Fragebogenlogik, Rabattaktionen, Geld-zurück-Garantie und angeblichen Gütesiegeln vermarktet. Der Satz „Deine Gesundheit ist einzigartig“ klingt patientennah, steht aber in einem Umfeld, das stark nach Verkaufsoptimierung wirkt. Besonders heikel wird es, wenn ein Gütesiegel führender Ärzte und Apotheker präsentiert wird, das den Standesvertretungen nicht bekannt ist und dessen Grundlage nicht erklärt wird.

Hier geht es nicht nur um Werbung. Es geht um Vertrauen als Ware. Ein Gütesiegel soll Seriosität übertragen, auch wenn unklar bleibt, wer es vergeben hat. Wissenschaftliche Kooperationen sollen Expertise signalisieren, ohne dass daraus automatisch eine individuelle medizinische Qualität folgt. Rabatt und Garantie senken die Hemmschwelle für einen Therapieweg, der medizinische Prüfung, Risikobewertung, Verlaufskontrolle und verantwortliche Verschreibung braucht. Wenn Anbieter sich mit Logo, Sprache und Versprechen einen Anschein besonderer Qualität geben, müssen Apotheken und Standesorganisationen genau hinsehen. Sonst wird pharmazeutische Glaubwürdigkeit zur Dekoration eines Vertriebsmodells.

Die Gonorrhö-Thematik zeigt dagegen eine klassische, aber hochaktuelle medizinische Bedrohung. Weltweit verbreitet, behandelbar, aber durch Resistenzen zunehmend schwieriger zu kontrollieren. Wenn Standardtherapien versagen, wird aus einer bekannten Infektion ein wachsendes Public-Health-Problem. Neue Antibiotika sind entscheidend, aber die Entwicklung ist langsam, teuer und wirtschaftlich wenig attraktiv. Auch hier zeigt sich eine vertraute Systemspannung: Arzneimittel werden dringend gebraucht, doch der Markt allein schafft nicht automatisch die richtige Versorgungssicherheit.

Für Apotheken ist das kein Randthema. Antibiotikaresistenzen berühren Beratung, Abgabe, Adhärenz, Warnung vor Selbstmedikation, korrekte Einnahme und die Einordnung von Therapieversagen. Gerade sexuell übertragbare Infektionen verlangen zudem Diskretion und fachliche Ruhe. Wenn Resistenzen zunehmen, wird die Apotheke wieder zu einem Ort, an dem nicht nur ein Medikament abgegeben, sondern ein Risikoverhalten und ein Therapiepfad fachlich begleitet werden müssen.

Interpols Operation Pangea führt schließlich zurück zur dunklen Seite der digitalen Arzneimittelwelt. Mehr als 6,4 Millionen illegale, minderwertige oder gefälschte pharmazeutische Produkte, 269 Festnahmen, 66 kriminelle Gruppen, Tausende Webseiten, Social-Media-Kanäle und Bots. Das ist kein Nebenmarkt mehr. Es ist eine parallel wachsende Schattenversorgung. Besonders auffällig sind Antiparasitika, die als alternative Krebstherapien beworben werden, anabole Steroide aus Fitnessmilieus, Peptide zur schnellen Gewichtsabnahme und klassische gefälschte Potenz-, Schmerz- und Beruhigungsmittel.

Damit schließt sich der Kreis. Die legale Apotheke wird gleichzeitig von Convenience-Modellen, Plattformversprechen, Fälschungsrisiken, Rabattmechaniken, Pseudo-Gütesiegeln und illegalen Arzneimittelströmen herausgefordert. Die Bedrohung kommt nicht nur aus einem Kanal. Sie kommt aus vielen Richtungen: Supermarkt-Terminal, Versand-App, gefälschtes Rezept, Telemedizinportal, Social-Media-Shop, internationaler Schwarzmarkt. Überall wird Arzneimittelversorgung bequemer, billiger, schneller oder einfacher versprochen. Nicht überall wird sie sicherer.

Genau darin liegt die große Bewegung dieses Materials. Apotheken stehen zwischen Masse und Klasse. Masse bedeutet Frequenz, Reichweite, Appbindung, Terminalstandorte, Gutscheine, Preiswahrnehmung, Plattformzugang und digitale Skalierung. Klasse bedeutet pharmazeutische Prüfung, Beratung, Verantwortung, Rechtsklarheit, Einordnung, Missbrauchserkennung, Schutz vor Fälschungen, Umgang mit Resistenzen und kritische Distanz zu Gesundheitsmarketing.

Die Zukunft der Apotheke entscheidet sich nicht daran, ob sie Convenience grundsätzlich ablehnt. Das wäre zu einfach und wahrscheinlich falsch. Sie entscheidet sich daran, ob sie Convenience so einsetzt, dass pharmazeutische Qualität nicht unter die Räder kommt. Ein Terminal kann nützlich sein, wenn es an eine echte Apotheke, echte Beratung und klare Verantwortung gebunden bleibt. Ein E-Rezept kann sicherer sein, wenn Prüfprozesse weiter ernst genommen werden. Eine digitale Bestellung kann Versorgung erleichtern, wenn sie nicht zur Bonusfalle wird. Neue Therapien können Chancen bieten, wenn sie nicht als Marketingprodukt verkürzt werden.

Die Gefahr entsteht dort, wo die Oberfläche der Versorgung attraktiver wird als ihre Substanz. Wenn ein Terminal Apotheke imitiert. Wenn eine Zuzahlung wie ein Preisvorteil aussieht. Wenn ein Gutschein Rx-Lenkung erzeugt. Wenn ein Gütesiegel Vertrauen behauptet, ohne Herkunft offenzulegen. Wenn gefälschte Rezepte Hochpreiser aus dem System ziehen. Wenn illegale Onlineangebote Krebsangst monetarisieren. Wenn Biosimilar-Beratung Einsparungen ermöglicht, aber unbezahlt bleibt. Wenn Antibiotikaresistenzen wachsen und der Markt zu langsam reagiert.

Dann wird die Apotheke nicht durch einen einzigen Gegner bedrängt. Sie wird von einer Kultur der Vereinfachung bedrängt, die Komplexität ausblendet, solange sie verkäuflich bleibt.

Deshalb braucht die Apotheke in dieser Lage keine nostalgische Abwehrhaltung. Sie braucht eine klare Qualitätslinie. Sie muss digitaler werden, ohne sich entkernen zu lassen. Sie muss sichtbar bleiben, ohne sich dem Supermarktprinzip zu unterwerfen. Sie muss prüfen, ohne paranoid zu wirken. Sie muss beraten, ohne Gratisarbeitskraft für Einsparmodelle zu sein. Sie muss gegen Plattformen rechtlich standhalten und gleichzeitig selbst bequeme, sichere Zugänge schaffen. Sie muss Vertrauen nicht behaupten, sondern beweisen.

Der stärkste gemeinsame Satz dieses Stoffes lautet: Arzneimittelversorgung ist nicht gleich Arzneimittelzugang.

Zugang kann ein Terminal herstellen, eine App, ein Gutschein, ein Portal, ein Paketdienst oder ein illegaler Bot. Versorgung entsteht erst, wenn Zugang mit Verantwortung verbunden ist. Genau das bleibt der Unterschied, den Apotheken verteidigen müssen. Nicht laut, nicht trotzig, sondern sichtbar im Prozess: prüfen, erklären, dokumentieren, korrigieren, schützen, einordnen.

Wer das aufgibt, verliert die Apotheke nicht sofort. Aber er gewöhnt die Menschen daran, dass Arzneimittel nur noch ein weiterer Bestandteil des Konsums sind. Und genau dort beginnt die eigentliche Gefahr.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Kaufland testet nicht nur Bestellterminals. Der Handel testet, ob Arzneimittelbestellung in den normalen Einkauf eingegliedert werden kann. Für Apotheken kann das eine Chance sein, Frequenz zurückzugewinnen, bevor Versandmodelle den digitalen Zugang vollständig besetzen. Doch der Preis liegt im Gewöhnungseffekt. Wenn Apotheke dort erscheint, wo ohnehin Konsum organisiert wird, muss sie umso klarer zeigen, dass sie mehr ist als ein Abhol- oder Bestellpunkt.

Genau dort treffen die weiteren Themen den Kern. Rezeptfälschungen bei GLP-1-Arzneimitteln und Hochpreisern zeigen, wie wichtig pharmazeutische Prüfung bleibt. Biosimilar-Austausch zeigt, dass Einsparungen der Kassen nur funktionieren, wenn Apotheken komplexe Beratung leisten. DocMorris-Verfahren zeigen, wie zäh die Durchsetzung klarer Marktregeln gegen Versandmodelle sein kann. Abnehmportale und illegale Arzneimittelströme zeigen, wie schnell Gesundheitsvertrauen zur Verkaufsfläche wird, wenn Siegel, Rabatte, Garantien oder Social-Media-Kanäle Seriosität simulieren.

Die gemeinsame Bewegung ist damit deutlich: Der Arzneimittelmarkt wird bequemer, schneller und digitaler, aber nicht automatisch sicherer. Genau deshalb wird die Apotheke nicht weniger wichtig, sondern anders wichtig. Sie muss prüfen, einordnen, begrenzen, widersprechen und dort Qualität sichern, wo Zugang allein nicht reicht.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Arzneimittelversorgung beginnt nicht beim Terminal, nicht beim Gutschein und nicht beim Logo. Sie beginnt dort, wo Verantwortung sichtbar wird. Apotheken verlieren nicht durch digitale Zugänge ihre Bedeutung, sondern erst dann, wenn diese Zugänge die pharmazeutische Substanz überdecken. Die entscheidende Linie lautet deshalb nicht Masse gegen Moderne, sondern Zugang gegen Versorgung. Wer diese Grenze nicht hält, gewöhnt den Markt daran, dass Arzneimittel nur noch ein weiterer Konsumvorgang sind.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Dieses Themenfeld verbindet Kaufland-Terminals, Rezeptfälschungen, Biosimilar-Beratung, Versandrabatte, Abnehmportale und illegale Arzneimittelmärkte als gemeinsame Prüfung pharmazeutischer Verantwortung.

 

Zurück zur Übersicht

  • Pharmarisk® OMNI: Die Allrisk-Police zu Fixprämien
    Pharmarisk® OMNI: Die Allrisk-Police zu Fixprämien
    Allgefahrenschutz online berechnen und beantragen

Wir kennen Ihr Geschäft, und das garantiert Ihnen eine individuelle und kompetente Beratung.

Sie haben einen Beruf gewählt, der weit mehr als reine Erwerbstätigkeit ist. Sie verfolgen im Dienste der Bevölkerung hohe ethische Ziele mit Energie, fachlicher Kompetenz und einem hohen Maß an Verantwortung. Um sich voll auf Ihre Aufgabe konzentrieren zu können, erwarten Sie die optimale Absicherung für die Risiken Ihrer Berufsgruppe.

Sie suchen nach Möglichkeiten, Ihre hohen Investitionen zu schützen und streben für sich und Ihre Angehörigen nach einem angemessenen Lebensstandard, auch für die Zukunft.

  • Die PharmaRisk® FLEX
    Die PharmaRisk® FLEX
    Eine flexible Versicherung für alle betrieblichen Gefahren
Nutzen Sie unsere Erfahrung und rufen Sie uns an

Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800. 919 0000 oder Sie faxen uns unter 0800. 919 6666, besonders dann, wenn Sie weitere Informationen zu alternativen Versicherern wünschen.

Mit der ApoRisk® FirmenGruppe steht Ihnen ein Partner zur Seite, der bereits viele Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland zu seinen Kunden zählen darf. Vergleichen Sie unser Angebot und Sie werden sehen, es lohnt sich, Ihr Vertrauen dem Versicherungsspezialisten für Ihren Berufsstand zu schenken.

  • Die PharmaRisk® CYBER
    Die PharmaRisk® CYBER
    Eine einzige Versicherung für alle Internetrisiken