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  • 05.05.2026 – Apotheken-Themen von heute sind wie Prävention Strukturen öffnet, Fixum Vertrauen prüft, Standards Verantwortung erzwingen.
    05.05.2026 – Apotheken-Themen von heute sind wie Prävention Strukturen öffnet, Fixum Vertrauen prüft, Standards Verantwortung erzwingen.
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Apotheken rücken in Prävention und Primärversorgung nach vorn, doch genau dort entscheidet sich, ob Politik, Plattformmedizin, Pharma...

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ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-Themen von heute sind wie Praevention Strukturen oeffnet, Fixum Vertrauen prueft, Standards Verantwortung erzwingen.

 

Apotheken sollen Prävention, Versorgung, Beratung und Einordnung leisten, während Vergütung, Rechte, Plattformgrenzen und Sicherheitsstandards weiter umkämpft bleiben.

Stand: Dienstag, 05. Mai 2026, um 18:13 Uhr

Apotheken-Themen: Bericht von heute

Wenn Apotheken in Prävention und Primärversorgung stärker mitgedacht werden sollen, beginnt die eigentliche Entscheidung nicht bei einem neuen Angebot, sondern bei der Frage, ob das System ihnen dafür auch Geld, Rechte, Standards und Vertrauen gibt: Schlafberatung, Impfungen, Medikationsanalyse und niedrigschwellige Ansprache zeigen längst, was möglich wäre, doch Fixumstreit, Hochpreiser-Vorfinanzierung, Sparpläne der Pharmaindustrie, Fragebogen-Rezepte, Versandstandards, Aluminiumdebatten, Hantavirusfälle und steigende Kaiserschnittraten ziehen denselben Befund zusammen – Versorgung wird immer anspruchsvoller, aber sie kippt, wenn Verantwortung schneller wächst als ihre Grundlage.

 

Prävention klingt weich, bis man erkennt, wie hart sie in ein überlastetes Gesundheitssystem greift.

Denn jede vermiedene Erkrankung ist nicht nur weniger Leid. Sie ist weniger Behandlung, weniger Folgekosten, weniger Druck auf Praxen, Kliniken, Kassen und Pflege. Genau deshalb ist die Frage, welche Rolle Apotheken künftig in Prävention und Primärversorgung spielen, keine dekorative Ergänzung zur Apothekenreform. Sie ist eine Strukturfrage: Wer Menschen früh erreichen will, muss dorthin gehen, wo sie ohnehin hingehen.

Apotheken sind dafür nicht theoretisch geeignet. Sie sind bereits da.

Das ist ihr entscheidender Unterschied. Krankenkassen erreichen mit Präventionsmaßnahmen Millionen Menschen im Jahr, Apotheken erreichen solche Größenordnungen in wenigen Tagen. Diese Reichweite ist kein Marketingargument, sondern Infrastruktur. Sie bedeutet: niedrigschwelliger Zugang, wiederkehrende Kontakte, Vertrauen im Alltag, keine Terminbarriere, kein Wartezimmerfilter, keine Schwelle, die viele Menschen davon abhält, Gesundheitsfragen überhaupt anzusprechen.

Aber Reichweite allein genügt nicht.

Prävention wird politisch oft erst dann ernst genommen, wenn sie in Programme, Gesetze und Kampagnen übersetzt wird. In der Apotheke beginnt sie früher: bei der Frage nach Schlaf, Rauchen, Blutdruck, Impfstatus, Inhalationstechnik, Gewicht, Arzneimitteladhärenz, familiären Risiken, Bewegungsmangel oder den kleinen Warnzeichen, die noch keine Diagnose sind, aber ein Gespräch verdienen. Genau deshalb trifft Rüdingers Satz, Prävention sei mehr als Früherkennung, den Kern. Früherkennung sucht Krankheit früher. Prävention versucht, Krankheit gar nicht erst entstehen zu lassen.

Diese Unterscheidung ist entscheidend.

Wenn Apotheken nur als zusätzliche Screeningstellen gedacht werden, wird ihre Rolle verkleinert. Dann sollen sie messen, melden und weiterleiten. Das kann sinnvoll sein, aber es reicht nicht. Ihre eigentliche Stärke liegt im laufenden Kontakt: Menschen so anzusprechen, dass Verhalten überhaupt veränderbar wird. Eine Schlafsprechstunde ist dafür kein Randbeispiel, sondern ein Signal. Schlaf ist Lebensstil, Psyche, Risiko, Alltag, Arzneimittelwirkung, Selbstdisziplin, Überforderung und Gesundheitsbasis zugleich. Wer hier systematisch berät, betreibt Prävention, bevor ein Krankheitscode entsteht.

Auch Impfungen und Medikationsanalysen zeigen, was Apotheken leisten können, wenn Prozesse stimmen. Ballouts Hinweis auf Strategie, Teamprozesse und Spezialisierung ist dabei wichtiger, als er zunächst wirkt. Prävention entsteht nicht durch gute Absicht. Sie braucht Zuständigkeiten, Schulung, Dokumentation, interne Rollen, Gesprächsführung, Terminlogik, Abrechnung, Schnittstellen und Teamakzeptanz. Eine Apotheke, die Prävention ernst nimmt, baut nicht nur ein Angebot. Sie baut einen Ablauf.

Genau dort beginnt die politische Schwierigkeit.

Das BMG sieht Apotheken als niedrigschwellige Ressource, lässt aber offen, wie diese Ressource tatsächlich eingebunden werden soll. Die Ärzteschaft ist offen für Kooperation, warnt aber zu Recht vor isolierten Einzelaktionen. Krankenkassen sehen die Chance, vorhandene Strukturen klug zu nutzen. Alle sprechen von Zusammenarbeit. Doch Zusammenarbeit wird erst dann real, wenn Zuständigkeiten, Datenwege, Honorierung und Verantwortungsgrenzen klar sind. Sonst bleibt Prävention ein freundlicher Begriff mit unklarer Lastverteilung.

Apotheken dürfen nicht zum Lückenfüller eines überlasteten Systems werden.

Das ist die Grenze. Wenn knappe Fachkräfte überall fehlen, wirkt die Apotheke schnell wie die bequem verfügbare Reserve. Aber Prävention in Apotheken kann nur tragen, wenn sie nicht als billige Ausweichstruktur verstanden wird. Sie muss heilberuflich sauber definiert sein, vergütet werden und in abgestimmte Prozesse eingebunden sein. Die KV-Perspektive macht deshalb einen wichtigen Punkt: Diagnose und Therapie bleiben ärztliche Kernaufgaben. Der Beitrag der Apotheke liegt nicht im Ersatz, sondern in der Steuerung, Ansprache, Begleitung und Vermeidung von Fehlwegen.

ARMIN zeigt, warum das funktionieren kann. Dort, wo Ärzte und Apotheker nicht gegeneinander arbeiten, sondern eine gemeinsame Versorgungsidee verfolgen, entsteht Mehrwert. Das ist die Lehre für Prävention: kein Revierkampf, keine Verschiebung von Arbeit, keine symbolische Beteiligung, sondern definierte Kooperation. Gerade bei Blutdruck, Blutzucker, Raucherentwöhnung, Impfen, Schlaf, Medikationssicherheit und Risikoaufklärung kann die Apotheke ein früher, praktischer und wiederholbarer Kontaktpunkt sein.

Damit verbindet sich unmittelbar die Honorarfrage.

Denn während Apotheken neue Aufgaben übernehmen sollen, bleibt die wirtschaftliche Basis unsicher. Die Fixumserhöhung auf 9,50 Euro ist seit dem Koalitionsvertrag versprochen, mehrfach angekündigt, politisch bekräftigt – aber noch nicht gesichert. Hubmanns Warnung vor einem Wortbruch, der kaum noch zu heilen wäre, ist deshalb nicht rhetorische Eskalation. Sie beschreibt den Vertrauensbruch, der entsteht, wenn Leistungsausbau, Spargesetz und fehlende Entlastung gleichzeitig auftreten.

Mehr Prävention braucht mehr Geld. Mehr pDL braucht mehr Geld. Mehr Hochpreiser-Versorgung braucht Liquidität. Mehr Digitalisierung braucht Rechte und Vergütung. Mehr Verantwortung braucht eine tragfähige Betriebsbasis. Dieser Zusammenhang ist unbequem, aber nicht verhandelbar. Wer sagt, die Gesundheitsversorgung dürfe nicht eingeschränkt werden, muss bezahlen, was diese Versorgung möglich macht.

Das gilt besonders bei Hochpreisern.

Der prozentuale Anteil von drei Prozent ist nicht irgendein Bonus, sondern Teil der Vorfinanzierungslogik. Wenn eine Apotheke hochpreisige Arzneimittel besorgen soll, braucht sie Liquidität, Risikoausgleich und eine Vergütung, die den tatsächlichen Aufwand nicht ignoriert. Wird dieser Anteil in Honorarverhandlungen zur Disposition gestellt, gerät nicht nur ein Vergütungsbestandteil unter Druck. Dann gerät die Fähigkeit zur flächendeckenden Versorgung mit teuren Therapien unter Druck.

Bauers Warnung ist deshalb scharf: Wenn Apotheken Hochpreiser nicht mehr vorfinanzieren können, bricht ein Teil der Versorgungskette. Das klingt groß, ist aber sehr konkret. Eine Patientin braucht ein Arzneimittel. Die Apotheke muss bestellen. Der Wareneinsatz ist hoch. Die Zahlung kommt später. Fehler oder Retaxrisiken bleiben möglich. Inhaberinnen und Inhaber tragen diese Spannung im Betrieb. Wer sie politisch als verhandelbaren Prozentanteil behandelt, verkennt die Mechanik dahinter.

Und während Apotheken um Fixum, Abschlag und Vorfinanzierung kämpfen, warnt die Pharmaindustrie vor dem gleichen Grundmuster auf anderer Ebene: Sparpolitik als Standortrisiko. Der vfa sieht im Beitragssatzstabilisierungsgesetz nicht nur eine Belastung, sondern eine Bremse für Investitionen, Produktion, Forschung und Export. Herstellerrabatte sollen steigen, Planungssicherheit sinkt, Exportwerte geraten unter Druck, weil deutsche Preise international als Referenz wirken können. Auch hier lautet die Mechanik: kurzfristige Entlastung der Kassen kann langfristige Standortkosten erzeugen.

Das ist die größere Linie.

Wenn der Staat Finanzierungsprobleme über Leistungserbringer und Hersteller abfedert, verteilt er Druck entlang der Versorgungskette. Apotheken, Pharmaunternehmen, Forschung, Produktion, Export, Patientenzugang – sie reagieren nicht getrennt. Wenn Rabatte steigen, wenn Honorare stagnieren, wenn Vorfinanzierung unsicher wird, wenn Standards unterschiedlich gelten, dann entsteht ein System, das zwar kurzfristig Beiträge stabilisieren will, aber langfristig Substanz riskiert.

Die Doc-Morris-Entscheidung des Landgerichts Köln zeigt, dass Substanz nicht nur wirtschaftlich, sondern auch fachlich geschützt werden muss. Fragebogen-Rezepte für PDE5-Hemmer mögen bequem wirken, doch das Gericht zieht eine klare Grenze: Eine Behandlung allein anhand eines digitalen Fragebogens ohne körperliche Untersuchung entspricht bei erektiler Dysfunktion nicht den anerkannten fachlichen Standards. Entscheidend ist dabei nicht, ob im Einzelfall kein Schaden entsteht. Entscheidend ist, ob Patientinnen und Patienten eine geeignete Behandlung nach fachlichem Standard erhalten.

Dieser Satz ist zentral.

Es geht nicht darum, keinen Schaden anzurichten. Es geht darum, gute Versorgung zu gewährleisten. Genau darin unterscheidet sich Gesundheitsversorgung von Marktzugang. Wer Verschreibung, Plattform, Werbung und Belieferung so koppelt, dass ein schneller Weg zum Arzneimittel entsteht, verschiebt den Schwerpunkt. Dann steht nicht mehr die Frage im Vordergrund, welche Behandlung medizinisch geboten ist, sondern wie reibungslos ein Produkt in den Versand kommt. Das Gericht nennt diesen Zusammenhang nicht zufällig mit Blick auf freie Arztwahl, Patientenzuführung und wirtschaftlichen Vorteil.

Für Vor-Ort-Apotheken ist das mehr als ein Sieg gegen einen Versender. Es ist eine Bestätigung, dass fachliche Standards nicht zur störenden Bremse digitaler Geschäftsmodelle erklärt werden dürfen. Telemedizin kann sinnvoll sein. Aber sie muss ärztliche Verantwortung, strukturierte Prozesse und Patientensicherheit sichern. Sobald sie zur automatisierten Rezeptzuführung wird, kippt sie in eine Logik, die Versorgung nur noch als Transaktion behandelt.

Damit berührt das Urteil auch die Debatte um Prävention und Primärversorgung. Digitalisierung, Plattformen und niedrigschwellige Zugänge sind nur dann gut, wenn sie Verantwortung nicht verdünnen. Apotheken können niedrigschwellig sein, ohne fachliche Standards zu senken. Plattformen können digital sein, ohne Diagnostik zu verkürzen. Genau diese Unterscheidung entscheidet darüber, ob Innovation Versorgung stärkt oder sie nur beschleunigt.

Währenddessen zeigen die Wirtschaftsdaten erneut, wie eng die Lage selbst mit höherem Fixum bleibt. 909 Millionen Euro Mehrertrag durch 9,50 Euro klingen zunächst erheblich, doch der höhere Kassenabschlag, Personalkostensteigerungen und weitere Belastungen fressen die Wirkung weitgehend auf. Durchschnittlich 4.400 Euro pro Apotheke bleiben – eine Zahl, die fast bitter wirkt, weil sie den Abstand zwischen politischer Botschaft und betrieblicher Wirkung sichtbar macht.

Die Kosten laufen davon.

Personalkosten seit 2013 um knapp 88 Prozent gestiegen, Sachkosten um 55 Prozent, GKV-Einnahmen und Bruttoinlandsprodukt deutlich stärker gewachsen als die Apothekenvergütung pro Rx-Packung. Dazu verschiebt sich der Umsatz in teurere Preisklassen, der Wareneinsatz steigt, OTC wird vom Versand angegriffen, ausländische Versender gewinnen durch E-Rezept-Ausgaben an Gewicht. Gleichzeitig liefern Apotheken enorme Mengen an Versorgung: Patientenkontakte, Rezepturen, pDL, Notdienste, Impfungen, Botendienste. Das ist keine Branche, die nichts leistet. Es ist eine Branche, deren Leistung in der Kalkulation immer schwerer sichtbar wird.

Die Zahl der Apotheken sinkt weiter. Die Dichte fällt im europäischen Vergleich. Ambulantisierung und Demografie erhöhen den Bedarf, während die Struktur dünner wird. Dieser Widerspruch lässt sich nicht mit dem Hinweis auf Durchschnittswerte beruhigen. Durchschnittswerte versorgen keine Region. Regionen brauchen reale Standorte, reale Teams, reale Erreichbarkeit.

Genau an dieser Stelle wird die Aluminium-Bewertung des Paul-Ehrlich-Instituts auf den ersten Blick kleiner, auf den zweiten aber wichtig. Aluminiumhaltige Adjuvanzien in Therapieallergenen sind seit Jahrzehnten etabliert, liegen unter Grenzwerten, werden langsam freigesetzt und gelten bei üblicher subkutaner Allergen-Immuntherapie als verträglich. Gleichzeitig gibt es Sonderfälle, in denen eine erhöhte Exposition genauer bewertet werden sollte: mehrere Präparate parallel, sehr langfristige oder lebenslange Therapie, bestimmte Insektengiftallergien.

Das ist klassische Apothekenkommunikation.

Nicht beschwichtigen. Nicht dramatisieren. Einordnen. Aluminium ist ein Reizwort, das schnell Angst auslöst. Wer nur sagt, alles sei sicher, verliert Vertrauen. Wer nur Risiken betont, gefährdet sinnvolle Therapie. Die Aufgabe besteht darin, die Logik zu erklären: schwerlösliche Form, Depotwirkung, Bioverfügbarkeit, Grenzwerte, Modellrechnung, Pharmakovigilanz, lokale Reaktionen, Sonderfälle. Genau so entsteht Beratung, die Menschen ernst nimmt und Therapie nicht unnötig blockiert.

Auch der Hantavirus-Fall auf dem Kreuzfahrtschiff verlangt diese Art von Einordnung. Drei mutmaßliche Todesfälle, mehrere Verdachtsinfektionen, Atemwegssymptome, ungewöhnliche Umgebung, WHO-Bewertung, kein Anlass für Reisebeschränkungen. Hantavirus klingt alarmierend, vor allem wenn Todesfälle und Kreuzfahrt in derselben Meldung stehen. Zugleich bleibt das Risiko für die breite Öffentlichkeit gering. Üblicherweise erfolgt die Übertragung über Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere, bei manchen Typen sind Mensch-zu-Mensch-Übertragungen selten möglich.

Auch hier ist die wichtigste Leistung nicht die dramatische Meldung, sondern die richtige Übersetzung. Wer reist, wer mit Nagetierkontakt zu tun hat, wer Schuppen, Dachböden, Scheunen oder staubige Räume reinigt, braucht praktische Hinweise. Lüften, Staub nicht aufwirbeln, feucht reinigen, Schutz tragen, Exkremente sachgerecht entfernen, Symptome ernst nehmen. Apotheken können solche Meldungen in Verhalten übersetzen. Das ist Gesundheitskommunikation im Alltag.

Und schließlich zeigt die Kaiserschnittrate, dass auch scheinbar statistische Gesundheitsthemen eine Versorgungsfrage enthalten. Jede dritte Geburt im Krankenhaus erfolgt per Kaiserschnitt, der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Die regionalen Unterschiede sind groß. Hamburg, Saarland und Hessen liegen hoch, Sachsen und Brandenburg deutlich niedriger. Das wirft Fragen auf, die über Geburtshilfe hinausreichen: medizinische Indikation, regionale Praxis, Klinikstrukturen, Personal, Risikoeinschätzung, Wunschkaiserschnitte, Haftungsdruck, Aufklärung und Nachsorge.

Auch hier geht es um Einordnung statt moralischer Vereinfachung. Ein Kaiserschnitt kann lebensrettend sein. Eine hohe Rate kann aber auch anzeigen, dass Versorgungsstrukturen, Risiken, Routinen oder Erwartungen sich verschieben. Für Familien ist die Geburt kein Statistikfeld, sondern ein hochsensibler Moment. Für das Gesundheitssystem ist sie ein Bereich, in dem Sicherheit, Selbstbestimmung, Hebammenversorgung, Klinikorganisation und medizinische Entscheidung eng zusammenhängen.

Damit schließt sich der Bogen zurück zur Prävention.

Ob Schlafberatung, Impfungen, Medikationsanalyse, Fixum, Hochpreiser, Pharmaexport, Fragebogen-Rezepte, Aluminium, Hantavirus oder Kaiserschnittquote – überall steht dieselbe Frage im Raum: Wird Versorgung vorausschauend gestaltet, oder reagiert sie erst, wenn Strukturen schon unter Druck geraten? Prävention bedeutet dann nicht nur, Krankheit zu vermeiden. Prävention bedeutet auch, Fehlsteuerung, Unterfinanzierung, Qualitätsverlust und Vertrauensbruch zu verhindern, bevor sie teuer werden.

Apotheken können dabei eine zentrale Rolle spielen, aber nicht als billige Reserve. Sie sind Kontaktpunkte, Lotsen, Prüfinstanzen, Übersetzer, Impfstellen, Beratungsräume, Frühwarnorte und Versorgungsanker. Doch diese Rolle braucht mehr als Lob aus dem Ministerium. Sie braucht Rechte, Vergütung, Standards, Schnittstellen und politischen Schutz vor Modellen, die fachliche Verantwortung in Marktzugang verwandeln.

Die eigentliche Bewegung dieses Materials ist deshalb klar.

Das Gesundheitssystem redet über Prävention, spart aber an Strukturen, die Prävention tragen könnten. Es fordert mehr Leistung, bezahlt sie aber nicht verlässlich. Es will Digitalisierung, lässt aber Rechte und Prozesse offen. Es verspricht Entlastung, beschleunigt aber Belastung. Es braucht lokale Versorgung, lässt aber Markt- und Versandlogiken an ihr ziehen.

Am Ende steht keine technische Korrektur, sondern eine Entscheidung.

Wer Apotheken in Prävention und Primärversorgung stärker einbinden will, muss sie wirtschaftlich, rechtlich und fachlich so ausstatten, dass diese Rolle nicht zur Überforderung wird. Sonst entsteht genau das Gegenteil von Prävention: ein System, das ständig neue Aufgaben verteilt, aber die Grundlagen zu spät stabilisiert.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Prävention ist in diesem Bericht kein freundliches Zusatzthema. Sie ist der Punkt, an dem sichtbar wird, ob das Gesundheitswesen seine vorhandenen Strukturen klug nutzt oder nur neue Aufgaben verteilt. Apotheken erreichen Menschen niedrigschwellig, wiederholt und ohne Terminbarriere. Genau das macht sie stark. Aber diese Stärke wird nur dann zur Versorgungskraft, wenn sie nicht als billige Reserve eines überlasteten Systems missverstanden wird.

Die Fixumdebatte setzt darunter den harten Boden. Wer Apotheken mehr Prävention, mehr pDL, mehr Impfungen, mehr Hochpreiser-Versorgung und mehr Beratung zutraut, kann ihre wirtschaftliche Basis nicht offenlassen. Ein versprochenes Fixum, ein höherer Abschlag, unsichere Verhandlungen über den prozentualen Anteil und weiterhin steigende Kosten führen in dieselbe Richtung: Mehr Leistung braucht mehr Geld, nicht nur mehr politische Anerkennung.

Auch außerhalb der Apotheke zieht sich diese Logik durch. Die Pharmaindustrie warnt, dass Sparvorgaben Investitionen, Forschung und Exportkraft schwächen. Das Kölner Urteil gegen Fragebogen-Rezepte zeigt, dass digitale Zugänge ohne fachlichen Standard nicht Versorgung, sondern Marktzugang organisieren. Die Debatte um Versand, Plattformen und Arzneimittelstandards zeigt, wie schnell Patientensicherheit zur Kostenfrage gemacht wird.

Die medizinischen Themen verschärfen den Anspruch an Einordnung. Aluminiumhaltige Therapieallergene brauchen keine Panik, sondern differenzierte Beratung. Hantavirusfälle auf einem Kreuzfahrtschiff verlangen Risikokommunikation ohne Alarmismus. Die Kaiserschnittrate zeigt, wie stark medizinische Praxis, regionale Unterschiede und Versorgungsstrukturen zusammenhängen. Überall wird deutlich: Menschen brauchen nicht nur Angebote, sondern Orientierung.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wer Apotheken stärker in Prävention und Primärversorgung einbinden will, muss ihnen mehr geben als Aufgaben. Er muss ihnen die wirtschaftliche, rechtliche und fachliche Grundlage sichern, auf der diese Aufgaben nicht zur Überlastung werden.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Die heutige Auswahl verbindet Prävention, Honorarpolitik, Plattformgrenzen, Arzneimittelstandards und Gesundheitsrisiken als gemeinsame Frage tragfähiger Versorgung.

 

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