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  • 30.03.2026 – Apotheken-Themen von heute sind von Reformdruck getrieben, durch Kontrolllücken verdichtet, und bis in Wahrnehmung und Forschung geöffnet.  
    30.03.2026 – Apotheken-Themen von heute sind von Reformdruck getrieben, durch Kontrolllücken verdichtet, und bis in Wahrnehmung und Forschung geöffnet.  
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Von Fixum, Versandkontrolle und Versicherungsdruck bis zu Psilocybin und Schönheit zeigt der Tag, wie Systeme Lasten verschieben und Mu...

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ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-Themen von heute sind von Reformdruck getrieben, durch Kontrolllücken verdichtet, und bis in Wahrnehmung und Forschung geöffnet.

 

Zwischen Kassenreform, Versandkonflikt, Versicherungsdruck, Psilocybin und Schönheitspsychologie zeigt sich, wie Versorgung und Deutung zugleich unter Spannung geraten.

Stand: Montag, 30. März 2026, um 19:01 Uhr

Apotheken-Themen: Bericht von heute

Die Unruhe dieses Tages entsteht nicht aus einem einzelnen Bruch, sondern aus einer Kette von Verschiebungen, die sich gegenseitig verstärken. Die Finanzkommission öffnet mit Fixum, Sparlogik und Werkzeugkasten einen politischen Raum, in dem Auswahl sofort zur Belastungsfrage wird; Pantazis zieht dagegen die Grenze zur bloßen Kurzfristigkeit; der Fall Apomeds zeigt, wie Kontrolle dem Markt hinterherlaufen kann; in der Berufsunfähigkeitsversicherung wird aus Schweigen wirtschaftlicher Druck; Psilocybin verschiebt die Logik der Raucherentwöhnung vom Rezeptor zum Muster; und selbst die Psychologie der Schönheit erinnert daran, dass Wahrnehmung selten dort entsteht, wo sie auf den ersten Blick vermutet wird. So entsteht ein Flow, in dem Versorgung, Verhalten und Deutung nicht nebeneinander liegen, sondern über dieselbe Grundbewegung verbunden sind: Lasten werden verlagert, Sicherheiten werden porös, und die eigentlichen Entscheidungen fallen in den Zwischenräumen.

 

Werkzeugkasten, Ausweichbewegung und die teuren Zwischenräume – dieser Tag zeigt nicht ein Gesundheitssystem in ruhiger Reparatur, sondern eines, das an mehreren Stellen zugleich versucht, Druck zu verteilen, ohne sicher zu sein, wo er am Ende landet. Die Finanzkommission hat 66 Maßnahmen vorgelegt, die auf den ersten Blick nach Handlungsfähigkeit aussehen und auf den zweiten nach einer politischen Versuchung, fast jedes Problem zunächst über Auswahl, Verschiebung und Zumutungsverteilung zu lösen. Genau daraus entsteht die Unruhe. Denn sobald sich Politik auf die Suche nach den „richtigen Werkzeugen“ macht, stellt sich nicht nur die Frage, was sich berechnen lässt, sondern was beim Zugreifen zerbricht.

Das gilt zuerst für die Apotheken, weil sich an ihnen die Differenz zwischen Reformsprache und Betriebswirklichkeit besonders klar ablesen lässt. Eine Fixumerhöhung auf 9,50 Euro kann wie ein Signal der Korrektur klingen, solange sie als zügige Stabilisierung verstanden wird. Wird sie aber bis 2031 gestreckt, kippt die Wirkung. Dann wird aus einer Entlastung auf dem Papier eine Verdünnung in der Zeit. Die Zahl bleibt stehen, die Kraft verschwindet. Kosten laufen schließlich nicht in politischen Etappen, sondern in Monatsabschlüssen, Lohnabrechnungen, Mietzahlungen und Energiepreisen. Wer seit Jahren mit einer Vergütungsstruktur arbeitet, die der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung hinterherläuft, erlebt eine weitere Streckung deshalb nicht als behutsame Vernunft, sondern als Fortsetzung des Problems mit höflicherer Formulierung.

Gerade darin liegt die Wucht der Abda-Reaktion. Thomas Preis wendet sich nicht gegen Reformdruck als solchen, sondern gegen eine Logik, die Anerkennung simuliert und Wirkung verschiebt. Dass das Honorar seit 2013 nicht mehr erhöht wurde, macht die Lage nicht nur unerquicklich, sondern historisch erklärbar. Über viele Jahre hat sich ein Zustand aufgebaut, in dem Kosten steigen, Anforderungen dichter werden, Leistungen ausgeweitet werden sollen und die wirtschaftliche Basis dennoch nicht im selben Takt nachzieht. Wenn dann politische Korrektur angekündigt wird, ohne dass sie gegenwärtig trägt, vergrößert sich die Lücke zwischen Zusage und Realität. Aus dieser Lücke speist sich der Satz, minimale schrittweise Erhöhungen hülfen nicht. Er ist nicht bloß Verbandsrhetorik. Er beschreibt, wie ein System weiter ausdünnt, obwohl es nominell gerade verbessert werden soll.

Dass Preis zugleich die pharmazeutischen Dienstleistungen verteidigt, ist deshalb kein Nebengleis, sondern die zweite Hälfte derselben Diagnose. Wer Apotheken stärker in Prävention, Früherkennung und strukturelle Entlastung des Gesundheitswesens einbinden will, kann nicht im gleichen Atemzug die Finanzierung dieser zusätzlichen Leistungen wieder in den Bereich des Disponiblen rücken. Dann sendet Politik ein doppeltes Signal: mehr Verantwortung ja, verlässliche Grundlage vielleicht. Genau dieses Vielleicht ist für die Betriebe gefährlich. Es hemmt Aufbau, verunsichert Teams und entwertet jene Versorgungsformen, die im politischen Sonntagswort gern als Zukunft des Systems beschworen werden. Dass Preis die Ministerin an ihre eigenen Aussagen bindet, ist deshalb klug. Wer öffentlich sagt, das Versorgungsniveau nicht gefährden und die Apotheken vor Ort stärken zu wollen, muss sich an der Zeitlogik seiner Maßnahmen messen lassen, nicht an ihrem Etikett.

Die Reaktionen auf das Kommissionspaket verschärfen diesen Eindruck noch, weil sie das gesamte Gesundheitswesen als Feld offener Verteilungskämpfe zeigen. Fast alle begrüßen, dass überhaupt gehandelt wird. Fast alle loben, dass das Problem der klammen Kassen nun nicht mehr wegerklärt wird. Aber dieselbe allgemeine Reformbereitschaft verliert rasch an Wärme, sobald die Einsparung den eigenen Bereich berührt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung übersetzt Vergütungsbegrenzungen sofort in den drohenden Wegfall von Millionen Arztterminen und verschiebt damit die Debatte von der Buchhaltung in den Versorgungsalltag. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte erkennt die konstruktive Seite der Vorschläge, sieht aber bei Eingriffen in die Honorare der Niedergelassenen das falsche Signal. Auf Kassenseite wiederum klingt dieselbe Landschaft ganz anders: Rückkehr zu einnahmenorientierter Ausgabenpolitik, Begrenzung der Dynamik, politische Durchsetzungskraft gegen erwartbaren Widerstand. Es ist die klassische Doppelperspektive des Systems. Die einen sehen Ausgabenblöcke, die anderen die Stellen, an denen diese Blöcke in Wirklichkeit schon heute auf Überdehnung laufen.

Genau deshalb ist der Satz von Christos Pantazis so wichtig, obwohl er im Material fast schmal wirkt. Er warnt vor einer Debatte, die sich auf kurzfristige Sparmaßnahmen verengt, und legt damit den Finger auf das eigentliche Risiko der gesamten Lage. Das Gesundheitswesen gerät in solchen Phasen leicht in eine Politik des schnellen Effekts. Was sofort dämpft, wird politisch attraktiv. Was Strukturen umbaut, mehr Konflikt erzeugt und erst später trägt, wirkt dagegen wie ein Luxus für ruhigere Zeiten. Pantazis stellt sich gegen diese Versuchung. Er erinnert daran, dass kurzfristige Konsolidierung ohne strukturelle Reform leicht zur Reparaturpolitik wird: Man nimmt an einzelnen Schrauben Spannung heraus, während das Grundgerüst unangetastet bleibt. Aus Sicht der Betriebe, der Versorgungswege und der professionellen Rollen ist genau das jedoch oft die teuerste Form des Sparens, weil sie Probleme nicht löst, sondern nur neu verteilt.

Diese politische Lage wird durch den Kommentar zur „Werkzeugkiste“ nicht nur illustriert, sondern präzise benannt. Der Kommission ist tatsächlich ein Kunststück gelungen: Sie hat so viele Instrumente auf den Tisch gelegt, dass die Politik nun fast in jedem Bereich eine Möglichkeit hat, Entschlossenheit zu zeigen, und zugleich in jedem Bereich Gefahr läuft, sich den nächsten Konflikt einzuhandeln. Der Witz des Bildes ist seine Wahrheit. Ein Werkzeugkasten ist kein Plan. Er ist eine Sammlung von Eingriffsmöglichkeiten. Ob daraus Reparatur, Umbau oder Beschädigung entsteht, hängt an der Hand, die hineingreift. Wenn Warken zum Honorar-Hammer greift, um kurzfristig Kassenluft zu gewinnen, trifft sie nicht nur Zahlen, sondern Betriebe. Wenn sie die pDL-Presszange ansetzt, beschädigt sie gerade jene Erweiterung des heilberuflichen Auftrags, die das System eigentlich brauchen könnte. Die Metapher wirkt deswegen so gut, weil sie den politischen Entscheidungsmoment in eine Handbewegung übersetzt. Und genau diese Handbewegung ist jetzt der eigentliche Ort der Verantwortung.

Von dort aus führt der Stoff fast zwangsläufig in die zweite große Achse des Tages: die Frage, ob Kontrolle überhaupt noch in derselben Geschwindigkeit arbeitet wie die Strukturen, die sie kontrollieren soll. Die beiden Versäumnisurteile gegen Apomeds B.V. wirken zunächst wie ein Erfolg der Rechtsdurchsetzung. Ein Versandverbot nach Deutschland, erwirkt von der Apothekerkammer Nordrhein, ist formal ein klarer Treffer. Doch schon der zweite Blick zeigt, weshalb die Kammer aus diesem Erfolg einen Alarm und keine Entwarnung macht. Wenn sich der Anbieter vom Markt zurückzieht, liquidiert wird oder seine Aktivitäten über andere Vehikel und Plattformen weiterlaufen, dann hat das Gericht einen konkreten Gegner getroffen, während das Geschäft selbst bereits einen anderen Weg sucht. Genau darin liegt das eigentliche Problem des grenzüberschreitenden Arzneimittelversands in seiner problematischen Form: Nicht jeder Prozessverlust beendet die Struktur, die ihn hervorgebracht hat.

Der Fall wird dadurch zu einem Lehrstück über die Langsamkeit des Rechts gegenüber der Beweglichkeit des Marktes. Kammern und Aufsichtsakteure sammeln Beweise, führen Verfahren, erwirken Entscheidungen. Anbieter können sich verlagern, Plattformen umstellen, Zuständigkeiten entziehen oder ihre operative Präsenz anders organisieren. Im gewöhnlichen Warenverkehr wäre das ein lästiges Regulierungsproblem. Im Arzneimittelbereich wird daraus etwas anderes, weil hier Kontrolle nicht bloß Wettbewerbsordnung sichert, sondern Gesundheitsschutz. Abnehmspritzen, um die es im Apomeds-Feld besonders geht, sind nicht nur nachgefragte Produkte, sondern sensible Arzneimittel, deren Vertrieb unter Standards stehen muss, die Herkunft, Lagerung, Qualifikation, Indikation und Beratung ernst nehmen. Sobald dieser Rahmen löchrig wird, geraten nicht nur Berufsordnungen, sondern reale Risikoketten in Bewegung.

Die Wortmeldungen aus Nordrhein verschärfen das bewusst. Armin Hoffmann spricht von Dutzenden Anbietern, die aus Lagerhallen heraus mit ungelerntem Personal sensible Arzneimittel nach Deutschland senden. Bettina Mecking nennt den unkontrollierten Versand aus den Niederlanden eine reale Gefahr. Morton Douglas weist den Versuch zurück, jede gesetzliche Nachschärfung als Angriff auf etablierte Versandmodelle zu deuten, und formuliert stattdessen den Maßstab europarechtlich: Es gehe um Standards, nicht um Symbolpolitik. Hinter diesen Formulierungen steht eine größere Sorge, die sich auch auf andere Bereiche übertragen lässt. Systeme verlieren selten schlagartig die Kontrolle. Sie verlieren sie in Zwischenräumen – dort, wo Verantwortung geteilt, Zuständigkeit verschoben und Marktlogik schneller wird als die Reaktion der Institutionen. Genau diese Zwischenräume sind politisch gefährlich, weil sie sich lange wie Randzonen behandeln lassen und irgendwann zum Normalzustand werden.

Dasselbe Muster kehrt in der Berufsunfähigkeitsversicherung auf einer ganz anderen Ebene wieder, nur viel näher am Einzelnen. Auch dort entsteht der Schaden nicht immer durch eine offene Ablehnung, sondern oft im Schwebezustand. Versicherte stellen einen Leistungsantrag, der Versicherer prüft, und zunächst klingt das wie die normale Grammatik eines Vertrags. Doch die Praxis wird hart, wenn aus Prüfung ein Liegenlassen wird. Keine belastbare Rückmeldung, keine transparent erklärte Verzögerung, kein Anerkenntnis, keine Ablehnung, manchmal nicht einmal ein sichtbarer Bearbeitungsfortschritt – genau aus diesem Zustand entsteht der eigentliche Druck. Weil die Berufsunfähigkeitsversicherung keine Randdeckung für schlechte Tage ist, sondern häufig das ökonomische Überleben absichern soll, wird Zeit hier selbst zum Risiko. Während der Versicherer die Akte offenhalten kann, laufen auf der anderen Seite Miete, Krankheitsfolgen, Zukunftsangst und die ganz banalen Rechnungen des Lebens weiter.

Juristisch ist die Lage gerade deshalb interessant, weil sie nicht auf eine starre Frist reduziert werden kann. § 14 VVG regelt Fälligkeit, § 173 Abs. 1 VVG die Mitteilungspflicht der Leistungsentscheidung, doch die Gesamtdauer des Prüfverfahrens ist gesetzlich nicht sauber verplombt. Daraus entsteht eine Zone, in der das Beschleunigungsgebot aus § 242 BGB an Gewicht gewinnt. Wo der Versicherer Gründe nachvollziehbar erklärt und sichtbar prüft, mag eine gewisse Dauer hinnehmbar sein. Wo er aber ohne erkennbare Ursache verstummt oder das Verfahren faktisch in Stillstand überführt, wird das Warten unzumutbar. Genau darauf verweist das OLG Hamm. Die Wucht dieses Gedankens liegt darin, dass Untätigkeit nicht bloß ein Kommunikationsproblem bleibt, sondern in eine Pflichtverletzung kippen kann. Dann steht nicht nur die Frage der Hauptleistung im Raum, sondern auch die nach Schäden, die aus der Verzögerung selbst entstehen.

Diese Schäden sind alles andere als theoretisch. In der Übergangszone zwischen Krankentagegeld, Krankengeld, möglicher Arbeitslosigkeit, Erwerbsminderungsrente und ausstehender BU-Leistung entfaltet sich eine Dynamik, in der aus versicherungsrechtlicher Prüfung sehr schnell existenzieller Druck wird. Wer Rücklagen angreifen, Kredite aufnehmen oder Steuerfolgen aus später gebündelten Nachzahlungen tragen muss, erlebt nicht einfach einen verspäteten Zahlungsfluss, sondern eine Verschlechterung der eigenen Lage. Gerade der Progressionsschaden, den das Landgericht Kleve 2025 als ersatzfähigen Nachteil greifbar gemacht hat, zeigt die Härte dieses Mechanismus. Wenn gebündelte Nachzahlungen in einem Veranlagungszeitraum höhere Steuerlasten erzeugen, wird sichtbar, dass verzögerte Leistung nicht neutral bleibt. Auch hier kehrt das Tagesmotiv wieder: In den Zwischenräumen, in denen Systeme vermeintlich noch arbeiten, können sie bereits neuen Schaden erzeugen.

Nach diesen harten Linien wirkt der Sprung zur Psilocybin-Studie zunächst weit. Tatsächlich passt er erstaunlich gut in denselben Denkraum. Denn auch hier geht es um die Frage, ob vertraute Steuerungsmodelle noch tragen. Die klassische Raucherentwöhnung folgt lange einer einfachen Annahme: Nikotin wird ersetzt, das Verlangen gedämpft, der Konsum schrittweise ausgeschlichen. Die Studie aus Baltimore deutet nun auf etwas anderes hin. Eine einzelne hohe Psilocybin-Dosis, eingebettet in kognitive Verhaltenstherapie, erzielt offenbar deutlich bessere Langzeitergebnisse als eine acht- bis zehnwöchige Behandlung mit Nikotinpflastern. Entscheidend ist daran nicht nur der Zahlenabstand von gut 40 zu 10 Prozent. Entscheidend ist die innere Verschiebung des Therapieprinzips. Nicht der Rezeptor steht im Zentrum, sondern die Selbstwahrnehmung. Nicht der Stoff wird nur ersetzt, sondern das Muster soll aufbrechen.

Damit öffnet sich eine neue Ebene des Tages. Zuvor ging es um politische Auswahl, regulatorische Kontrolle und vertragliche Untätigkeit. Nun geht es darum, dass Verhalten selbst womöglich an einer anderen Stelle verändert werden muss, als lange angenommen. Psilocybin scheint nicht deshalb interessant, weil es einen exotischen Stoff in die Debatte bringt, sondern weil es mentale Flexibilität als therapeutischen Hebel sichtbar macht. Wer aus verfestigten Routinen herausfinden will, braucht vielleicht nicht nur eine biologische Dämpfung des Verlangens, sondern eine Störung der alten Wahrnehmungsordnung. Das passt überraschend gut zu den vorangehenden Themen. Auch dort wurde sichtbar, dass Systeme nicht an der Oberfläche entschieden werden, sondern in den tieferen Mustern: in der Auswahl politischer Instrumente, in den Ausweichbewegungen des Marktes, im Schweigen der Versicherer. Immer wieder zeigt sich, dass die offizielle Form etwas anderes behauptet als die wirksame Struktur darunter.

Genau deshalb ist der letzte Stoff des Tages kein Fremdkörper, sondern ein leiser Schlusspunkt mit eigenem Gewicht. Claus-Christian Carbon erinnert daran, dass Schönheit nicht im Auge entsteht, sondern im Kopf und im Kontext. Das wirkt zunächst wie ein Ausstieg aus Gesundheitspolitik, ist in Wahrheit aber eine letzte Verschärfung des Grundmotivs. Auch Wahrnehmung ist kein neutrales Aufnehmen der Welt, sondern ein aktives Konstruieren. Assoziationen, Erfahrungen, Muster, evolutionäre Marker und kulturelle Prägungen entscheiden mit darüber, was Menschen als attraktiv, angenehm oder stimmig erleben. Selbst Augen erkennt man nicht einfach wieder, wenn der Kontext bricht. Schönheit ist damit kein festes Objekturteil, sondern ein Effekt von Einbettung. Das Gehirn arbeitet mit Abkürzungen, Stereotypen, Belohnungserwartungen und vertrauten Bildern – nicht, weil es die Welt verfälschen will, sondern weil es anders kaum handlungsfähig bliebe.

Hier schließt sich der Kreis dieses Flow-Tages fast unheimlich sauber. Die Finanzkommission arbeitet mit dem Muster kurzfristiger Entlastung und hofft, daraus politische Tragfähigkeit zu gewinnen. Die Kassen und Verbände reagieren aus ihren eigenen Wahrnehmungsordnungen heraus. Der Versandmarkt nutzt Verschiebungen und Ausweichräume, weil Kontrolle nie den ganzen Kontext zugleich greifen kann. Berufsunfähigkeitsversicherer können Zeit als stilles Machtmittel einsetzen, weil der offene Zustand nach außen noch wie Bearbeitung aussieht. Psilocybin zeigt, dass Verhalten dort veränderbar wird, wo sich das innere Muster verschiebt. Und Carbon erklärt, dass selbst Schönheit ein Produkt solcher Konstruktionen ist. Der Tag erzählt damit in sehr verschiedenen Feldern dieselbe tiefere Wahrheit: Nicht die Oberfläche entscheidet. Entscheidend ist, welche Ordnung dahinter arbeitet, welche Muster wir nicht sehen und welche Zwischenräume zu lange harmlos wirken.

Darum wirkt dieser Nachrichtenbogen auch größer als seine Einzelthemen. Er erzählt nicht bloß von Honoraren, Versandurteilen, Versicherungsansprüchen, Suchttherapie und Wahrnehmungspsychologie. Er erzählt davon, dass Systeme unter Druck dazu neigen, ihre Konflikte in die Zwischenzonen zu verlagern – in die Zeitachse, in die Zuständigkeit, in die Interpretation, in die Erwartung, in das scheinbar Nebensächliche. Dort entstehen die eigentlichen Verschiebungen. Dort entscheidet sich, ob eine Honorarerhöhung noch eine Erhöhung ist, ob ein Urteil schon Kontrolle bedeutet, ob ein Vertrag Schutz oder Schwebezustand liefert, ob Therapie am Rezeptor oder an der inneren Ordnung ansetzen muss, ob Schönheit eine Eigenschaft der Dinge oder eine Leistung des Gehirns ist.

Und genau diese kleiner werdenden Zwischenräume sind es, die bleiben. 

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Was diese Themen zusammenhält, ist nicht ihre Oberfläche, sondern ihre Mechanik. Überall zeigt sich, dass Systeme dann am verletzlichsten werden, wenn sie mit Übergängen arbeiten: mit gestreckten Honoraren, mit offenen Verfahren, mit ausweichenden Marktstrukturen, mit alten Therapiemustern oder mit Wahrnehmungsroutinen, die für selbstverständlich gehalten werden. Genau dort entstehen die eigentlichen Spannungen. Nicht im lauten Bruch, sondern in der stillen Verschiebung.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Der Tag macht sichtbar, dass Versorgung nicht nur dort unter Druck gerät, wo offen gestritten wird, sondern vor allem dort, wo Systeme Zeit gewinnen, Verantwortung verschieben oder ihre Konflikte in scheinbar harmlose Zwischenzonen auslagern. Wenn das geschieht, verlieren nicht nur Regeln an Schärfe, sondern auch Menschen an Halt.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Heute verdichtet sich der Befund, dass politische Auswahl, rechtliche Lücken und mentale Muster zugleich auf Versorgung und Verhalten wirken.

 

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