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  • 25.03.2026 – Apotheken-Themen von heute sind von Reformdruck, von harten Verteilungskämpfen, und von wachsender Versorgungshärte geprägt.
    25.03.2026 – Apotheken-Themen von heute sind von Reformdruck, von harten Verteilungskämpfen, und von wachsender Versorgungshärte geprägt.
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Apothekenpolitik, Kassenkrise und Versorgungsthemen rücken eng zusammen und zeigen, wie hart Gesundheit heute politisch, praktisch und ...

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ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-Themen von heute sind von Reformdruck, von harten Verteilungskämpfen, und von wachsender Versorgungshärte geprägt.

 

Zwischen ApoVWG, Kassenkrise und neuen Alltagsfragen der Versorgung zeigt sich, wie eng Politik, Praxis und Systemdruck inzwischen zusammenrücken.

Stand: Mittwoch, 25. März 2026, um 18:12 Uhr

Apotheken-Themen: Bericht von heute

Das Gesundheitswesen gerät heute an mehreren Stellen zugleich unter Druck, und genau darin liegt die eigentliche Gemeinsamkeit dieses Nachrichtentages. Das ApoVWG wird auf der Zielgeraden zum offenen Streit über Verantwortung, Honorar und Struktur, während ABDA und Kammerpolitik versuchen, aus Protest, Sichtbarkeit und Systemrolle politischen Ertrag zu ziehen. Zugleich macht die Debatte um die kostenlose Mitversicherung sichtbar, wie tief der finanzielle Druck der GKV inzwischen in sozialpolitische Grundpfeiler hineinreicht. Daneben zeigen Versorgungsthemen, wie hart Gesundheit auch jenseits der großen Politik geworden ist: ADHS erschwert Diabetestherapien im Alltag, Boehringer investiert Milliarden gegen künftige Brüche, im Libanon bricht medizinische Sicherheit unter Angriffsdruck weg und selbst der Boom um kognitive Mittel erzählt von einem Alltag, in dem Wunsch, Evidenz und Beratungsbedarf immer stärker auseinanderlaufen.

 

Das System wird gerade nicht reformiert. Es wird an seinen tragenden Balken geprüft, belastet, verschoben – und die Apotheke steht mitten in dieser Statik.

Am sichtbarsten wird das dort, wo das ApoVWG auf seine letzte, unangenehme Strecke geht. Je näher das Gesetz an die Entscheidung rückt, desto weniger wirkt es wie ein sauber geschnürtes Paket und desto stärker wie ein offener Kampf um die Frage, welche Apotheke politisch überhaupt noch gewollt ist. PTA-Vertretung, Zweigapotheken, Honorar, Selbstverwaltung: Das sind keine isolierten Einzelbaustellen. Sie greifen ineinander wie Teile eines Modells, an dem gerade gleichzeitig Verantwortung, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherung neu kalibriert werden.

Die PTA-Vertretung steht dabei nicht zufällig so hart im Zentrum. Wer sie nur als pragmatische Antwort auf Personalmangel liest, unterschätzt ihre Sprengkraft. Die Union zieht ihre Linie dort, wo sie die Verantwortung vor Ort, das Prinzip der inhabergeführten Apotheke und die Haftungsordnung berührt sieht. Das BMG zieht seine Linie an einer anderen Stelle: dort, wo ländliche Versorgung sonst ausdünnt und Betrieb überhaupt nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Man kann beide Perspektiven verstehen. Genau das macht den Konflikt so scharf. Denn hier kollidieren nicht gute und schlechte Argumente, sondern zwei völlig verschiedene Prioritäten. Ordnung gegen Aufrechterhaltung. Strukturprinzip gegen Mangelverwaltung. Präsenz gegen Flexibilisierung.

Und dann kommt das Geld dazu, und damit wird aus Spannung Druck.

Die 9,50 Euro hängen wie eine politische Zahl über allem. Sie sind zugleich Hoffnung, Kampfbegriff und Belastungstest. Formal liegen sie nicht sauber im Gesetz, sondern in einer Verordnungslogik, die das Ministerium mit Verweis auf Zuständigkeiten, Finanzlage und begleitende Verfahren vom ApoVWG weghält. Praktisch aber ist das Honorar längst mitten in der Debatte, weil jede Prüfbitte, jede Stellungnahme und jede politische Einlassung an derselben Erwartung gemessen wird: Kommt endlich ein echter Entlastungsschritt oder nicht? Gerade weil die Zahl so klar im Raum steht, wird jede Unschärfe dahinter größer.

Das Ministerium versucht, diese Unschärfe technisch zu halten. Es verweist auf die GKV-Finanzlage, auf die Verordnung, auf die Grenzen von Landzuschlägen, auf die Probleme einer Gegenfinanzierung über den variablen Anteil, auf die nur begrenzte Tauglichkeit von pDL-Mitteln. Doch genau darin liegt das Problem. Was verwaltungsförmig klingt, wirkt im politischen Raum wie Ausweichen. Es entsteht der Eindruck eines Systems, das weiß, dass etwas getan werden muss, aber jede konkrete Finanzierungslogik sofort neue Risiken freilegt. Wer das Fixum erhöht, muss erklären, woher das Geld kommt. Wer es intern umverteilt, produziert Widerstand. Wer ländlich differenziert, gerät an die Preislogik. Wer mit Fonds arbeitet, löst die Dauerfrage nicht. Die Honorarfrage ist deshalb längst keine bloße Anpassungsfrage mehr. Sie ist der Ort, an dem sich zeigt, wie wenig konfliktfrei Stabilisierung inzwischen geworden ist.

Genau in dieses Vakuum stößt Franziska Erdle hinein – und zwar nicht mit Vorsicht, sondern mit Aufladung.

Ihr Berliner Auftritt ist deshalb so interessant, weil er nicht nach innen beruhigt, sondern nach außen drückt. Der Protesttag war für sie kein bloß gelungenes Zeichen, sondern der Peak eines bewusst erzeugten Druckmoments. Mit dieser Setzung macht sie aus dem Protest keine Erinnerung, sondern eine Vorleistung, die jetzt Ertrag bringen muss. Wenn sie sagt, die 9,50 Euro stünden an der Türschwelle, ist das keine milde Zuversicht. Es ist ein Satz mit Risiko. Denn je höher das Erwartungsniveau, desto härter fällt jede Enttäuschung. Aber genau diesen Einsatz wählt sie. Offensichtlich auch deshalb, weil Abwarten die Apothekerschaft in dieser Phase politisch wieder verdünnen würde.

Darin zeigt sich eine nüchterne Logik: Sichtbarkeit allein reicht nicht, wenn sie nicht in Entscheidungsdruck übersetzt wird. Also baut die ABDA an mehreren Fronten gleichzeitig. Gespräche, Stellungnahmen, Prüfbitten, Formulierungen, Kommunikationsarbeit – das ergibt zusammen jenen „Teppich“, von dem Erdle spricht. Ein schönes Wort ist das nicht. Aber es trifft die Methode. Politik bewegt sich selten durch einen einzelnen großen Hebel. Sie bewegt sich, wenn genug Fäden gleichzeitig an derselben Stelle ziehen.

Die Allianz mit dem BVpta gehört genau in dieses Bild.

Sie ist nicht bloß taktisch nützlich, weil sie die Kritik an der PTA-Vertretung breiter aussehen lässt. Sie sendet vor allem eine Botschaft, die über die Berufsgruppen hinausgeht: Wenn selbst diejenigen, die von einer Kompetenzverschiebung oberflächlich profitieren könnten, diese Linie nicht wollen, verliert die politische Erzählung von der reinen Modernisierung an Überzeugungskraft. Das macht die Front klarer. Aus einer interessengeleiteten Ablehnung wird ein Argument über Versorgungsqualität. Und genau damit steigt der Druck auf die politische Mitte.

Ina Lucas arbeitet an derselben Grundbewegung, aber von einer anderen Seite aus. Bei ihr beginnt der Zugriff nicht beim Geld, sondern bei der Sichtbarkeit. Das klingt zunächst weicher, ist in Wahrheit aber ebenso hart. Denn sie spricht nicht über Außendarstellung. Sie spricht darüber, dass die Apothekerschaft in dem Umbauprozess des Gesundheitswesens entweder fest in die neue Architektur eingeschrieben wird – oder später an den Rand gerät. „Wir müssen sichtbarer werden, das ist unsere Pflicht“: In diesem Satz steckt keine PR-Strategie, sondern eine Machtfrage. Wer nicht sichtbar ist, wird im neuen System nicht mitgedacht. Wer nicht mitgedacht wird, verliert Zuständigkeit, Gewicht und Schutz.

Darum wirkt ihre Themenbreite nicht zufällig, sondern programmatisch. KRITIS, Notfallpläne, Beratungsqualität, Primärversorgung, Frauengesundheit, psychosoziale Notfallversorgung, urbane Unterschiede, Daseinsvorsorge – all diese Felder laufen bei ihr auf eine größere Setzung hinaus. Die Apotheke soll nicht nur verteidigt, sondern aufgewertet werden: von der oft unterschätzten Alltagsinstanz zur erkennbaren Strukturkraft. Das ist mehr als Standespolitik. Es ist der Versuch, die Apotheke aus der Ecke des bloßen Leistungserbringers in die Sprache staatlicher Resilienz hineinzuziehen.

Gerade der Verweis auf KRITIS ist dabei aufschlussreich. Denn wer dort vorkommen will, muss anders gelesen werden. Nicht mehr als Betriebsform, sondern als stabilisierender Teil einer Infrastruktur. Damit verschiebt sich auch die argumentative Ebene. Wer nur sagt, Apotheken seien wichtig, bleibt im Bekannten. Wer sagt, Apotheken gehörten in Notfallpläne, Logistikstrategien und Krisenkonzepte, verlangt institutionelle Verankerung. Lucas drückt genau darauf. Sie will, dass die Apotheke nicht nur rhetorisch wertgeschätzt, sondern planerisch eingebaut wird.

Dass dabei auch WWHAM oder die psychosoziale Notfallversorgung auftauchen, ist kein thematischer Wildwuchs. Im Gegenteil. Gerade solche Felder zeigen, wie die Apothekerschaft ihre Rolle verbreitern kann, ohne beliebig zu werden. WWHAM ist in diesem Zusammenhang nicht bloß ein Beratungsschema, sondern ein Instrument, um Qualität als überprüfbare, systematisch beschreibbare Leistung sichtbar zu machen. Und PSNV öffnet ein Fenster auf jene Vertrauensrolle, die Apotheken längst faktisch haben, politisch aber oft noch nicht in Strukturen übersetzt ist.

Doch während Kammern und ABDA an Sichtbarkeit, Honorar und Gesetzeslinien ziehen, verengt sich im Hintergrund der finanzpolitische Raum weiter. Die GKV-Krise schiebt sich tiefer ins Zentrum.

Dass die kostenlose Mitversicherung für Ehepartner überhaupt als mögliche Sparoption diskutiert wird, ist deshalb mehr als eine aufgeheizte Meldung. Es markiert eine Schwelle. Sobald solche Konstruktionen aufgerufen werden, ist klar, dass die politische Komfortzone verlassen wird. Noch ist nichts beschlossen, noch liegt keine endgültige Entscheidung vor. Aber schon der Gedanke reicht aus, um sichtbar zu machen, wie weit die finanzielle Not inzwischen in sozialpolitische Grundannahmen hineinreicht. Was lange als stilles Solidaritätsversprechen galt, wird plötzlich zum Gegenstand fiskalischer Prüfung.

Die Reaktionen darauf sind sofort heftig – und das überrascht nicht. Söder lehnt die Idee kategorisch ab, der GKV-Spitzenverband verweist lieber auf Strukturreformen als auf solche Einnahmehebel, auch andere politische Stimmen stellen sich dagegen. Genau daraus lässt sich aber etwas Größeres ablesen: Das System braucht Geld, aber fast jeder Weg dorthin berührt inzwischen einen Kernkonflikt. Wer Familien belastet, greift an Schutzbilder. Wer Leistungen beschneidet, rührt an soziale Sicherheit. Wer Strukturreformen fordert, muss lange politische Wege gehen. Die GKV-Finanzkrise ist deshalb nicht bloß ein Haushaltsthema. Sie ist der Beschleuniger eines politischen Klimas, in dem jede Gesundheitsfrage sofort zur Verteilungsfrage wird.

Und unter diesem Klima werden auch Apothekenfragen neu gelesen. Honorar wirkt dann nicht mehr wie branchenspezifische Korrektur, sondern wie Teil eines größeren Verteilungskampfes. Strukturstärkung wirkt nicht mehr nur wie Versorgungssicherung, sondern wie Anspruch auf knapper werdende Mittel. Sichtbarkeit bekommt einen anderen Ton, weil sie nicht nur Anerkennung sucht, sondern Platz im enger werdenden System verteidigt. Genau deshalb gehört das Mitversicherungsthema mitten in dieses Paket. Es erklärt den Druck, unter dem alle anderen Themen verhandelt werden.

Dann, abrupt, wechselt die Perspektive – und gerade dieser Wechsel erzählt viel über den Zustand von Versorgung.

Die Kombination aus Diabetes und ADHS wirkt zunächst wie ein Spezialthema, fast wie ein Abschwenken vom großen Politikraum. Tatsächlich liegt in ihr eine ganz andere Härte. Denn hier wird sichtbar, wie medizinische Versorgung im Alltag genau dort instabil wird, wo Standardlogik versagt. Menschen mit Diabetes brauchen Struktur, Wiederholung, Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit. ADHS untergräbt genau diese Mechanik. Das Problem liegt deshalb oft nicht im Wissen, sondern in der Lücke zwischen Absicht und Handlung. Man will messen – und tut es nicht. Man weiß, was zu tun wäre – und bricht in der Umsetzung weg.

Gerade weil das so unspektakulär aussieht, wird es häufig falsch gelesen. Entgleiste Werte, Hypoglykämien oder Ketoazidosen werden dann schnell als schlechte Einstellung oder fehlende Konsequenz gedeutet. Dabei steckt nicht selten eine neuropsychologische Problematik dahinter, die zu spät erkannt wird. Der Hinweis des Verbandes ist deshalb wichtig, weil er eine Versorgungslücke markiert, die man mit noch mehr Standardberatung allein nicht schließen kann.

Das Entscheidende ist hier die Umstellung des Blicks. Nicht mehr: Was weiß der Patient? Sondern: Was kann er im Alltag stabil umsetzen? Das verändert alles. Kleine, priorisierte Schritte statt überfrachteter Pläne. Feste Orte, visuelle Hilfen, Erinnerungsfunktionen, technische Systeme wie CGM oder AID – sie alle helfen, aber nur, wenn man das Problem nicht moralisch missversteht. Genau darin liegt auch eine apothekerliche Lehre dieses Themas: Nicht jede Nicht-Adhärenz ist mangelnder Wille. Manchmal ist sie Ausdruck einer anderen inneren Steuerung, die erst einmal erkannt werden muss.

Von dort aus geht der Blick wieder auf die industrielle Seite des Systems.

Boehringer meldet steigende Umsätze, kräftige Zuwächse bei Jardiance und Ofev, neue Arzneimittel, eine breite Pipeline und Milliardeninvestitionen in Forschung und Entwicklung. Auf der Oberfläche ist das eine Nachricht der Stärke. Und ja, Stärke ist da. Aber gerade große Pharmakonzerne zeigen in solchen Momenten oft am klarsten, dass Stabilität heute nicht von selbst fortbesteht. Wer sich auf starke Blockbuster stützt, weiß zugleich, dass diese Stärke endlich ist. Sie trägt nur dann, wenn früh genug neue Säulen aufgebaut werden.

Darum sind die 6,4 Milliarden Euro F&E nicht einfach Ausdruck von Komfort, sondern von Notwendigkeit. Ein Konzern, der seine Zukunft nicht aus eigener Kraft vorbereitet, wird später von seinem Erfolg eingeholt. Die Pipeline über kardiometabolische Erkrankungen, Onkologie, Atemwegserkrankungen, Immunologie, psychische Gesundheit und Augengesundheit ist deshalb nicht bloß ein Schaufenster der Innovationslust. Sie ist ein Abwehrmechanismus gegen spätere Abhängigkeit. Dass gleichzeitig keine Gewinnzahlen genannt werden, macht die Meldung noch interessanter. Wachstum ist sichtbar, Profitabilität bleibt diffuser. Auch hier also wieder: sichtbare Stärke, dahinter aber ein Zwang zur aktiven Absicherung.

Wie radikal anders Versorgung aussieht, wenn diese Absicherung ganz grundsätzlich wegbricht, zeigt dann der Libanon. Dort ist Gesundheit nicht einfach unterfinanziert oder organisatorisch unter Druck. Dort ist sie in ihrer physischen Existenz bedroht. Krankenhäuser arbeiten weiter, aber unter Angst. Personal bleibt, aber oft ohne Pause und unter direkter Gefahr. Rettungskräfte werden getroffen. Einrichtungen fallen aus. Wege werden unsicher. WHO und Ärzte ohne Grenzen versuchen, mit Material, Treibstoff, Notfallausrüstung und neuen Logistikrouten zu stabilisieren, was überhaupt noch stabilisierbar ist.

Das Wort Versorgung bekommt in diesem Kontext einen fast anderen Sinn. Es meint nicht mehr die Qualität eines geregelten Systems, sondern die Frage, ob Hilfe überhaupt noch irgendwo sicher ankommen kann. Genau darin liegt die Wucht dieses Themas. Sobald Gesundheitseinrichtungen selbst zum Ziel, zum Risiko oder zum umkämpften Raum werden, verliert medizinische Hilfe ihre Grundvoraussetzung: geschützte Funktionsfähigkeit. Dann reicht es eben nicht, Medikamente bereitzustellen. Dann hängt alles an Sicherheit, Zugang, Erreichbarkeit und am Schutz jener Menschen, die überhaupt noch helfen können.

Gerade im Zusammenhang mit den deutschen Debatten wirft das ein grelles Gegenlicht. Hier wird um Paragrafen, Honorare, Rollen und Mittel gerungen – dort um die elementare Möglichkeit, Verletzte oder chronisch Kranke überhaupt zu erreichen. Das macht das Thema nicht fremd, sondern schärft den Blick. Versorgung ist am Ende immer nur so stabil wie ihre physischen und politischen Voraussetzungen.

Und dann landet der Tag bei etwas, das vergleichsweise nah am Tresen steht: kognitive Mittel.

Coffein, Omega-3, Ginkgo, Kreatin – das ist kein Nischenthema, sondern ein Feld, das tief in Alltagsdruck, Selbstoptimierung und Beratung hineinreicht. Gerade deshalb passt es als letzter Strang in dieses Paket. Denn auch hier geht es im Kern um eine Frage, die den ganzen Tag durchzieht: Was wird erwartet, was ist belastbar, was wird versprochen? Der Markt für geistige Leistungsfähigkeit lebt nicht nur von pharmakologischer Wirkung, sondern von dem Bedürfnis, Konzentration, Fokus und mentale Stabilität in einem überfordernden Alltag irgendwie verfügbar zu machen.

Coffein ist noch relativ klar. Seine Wirkung ist spürbar, begrenzt, gut einzuordnen. Bei anderen Stoffen wird es diffuser. Es gibt Hinweise, Studien, interessante Anwendungsfelder, aber selten jene schlichte Eindeutigkeit, die Konsumenten sich wünschen und Verpackungen gerne suggerieren. Genau darin entsteht Beratungsbedarf. Nicht weil alles nichts taugt, sondern weil die Erwartungen fast immer schneller wachsen als die Evidenz.

Die Apotheke steht hier an einer typischen Schnittstelle. Wer zu pauschal bestätigt, verstärkt Illusionen. Wer alles kalt abräumt, verpasst den realen Bedarf hinter der Frage. Also bleibt nur die nüchterne Mitte: sauber erklären, wo Unterstützung plausibel sein kann, wo Grenzen liegen, wo die Studienlage trägt und wo sie dünn bleibt. Auch darin spiegelt sich der Grundton dieses gesamten Nachrichtentages. Überall wächst die Notwendigkeit, zwischen Hoffnung, Struktur und Wirklichkeit sauber zu unterscheiden.

Und genau darin fügen sich diese Themen zusammen.

Das ApoVWG ringt um die Form der Apotheke. Die ABDA versucht, Protest in Ertrag zu übersetzen. Ina Lucas baut an Sichtbarkeit als Machtfrage. Die GKV tastet ihre Tabuzonen ab. Im Alltag der Versorgung zeigt sich, dass medizinische Logik ohne Lebenslogik oft nicht reicht. Die Industrie investiert gegen ihre künftigen Brüche an. In Konfliktzonen wird Gesundheitsversorgung selbst zum verletzlichen Objekt. Und selbst am Regal der kognitiven Mittel zeigt sich, wie eng Wunsch, Markt und Wahrheit aufeinanderliegen.

Das ist kein Nebeneinander. Es ist ein gemeinsamer Befund.

Gesundheit wird härter. Härter verhandelt, härter finanziert, härter begründet, härter verteidigt. Für die Apotheke ist das keine Beobachterposition mehr. Sie sitzt mitten darin – als politischer Streitfall, als Versorgungsstruktur, als Beratungsinstanz und als Teil eines Systems, das seine Stabilität nicht mehr voraussetzen kann.

Es muss sie an immer mehr Stellen neu herstellen.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Was auf den ersten Blick wie ein Tag aus getrennten Themen wirkt, drückt in Wahrheit in dieselbe Richtung. Die Apotheke wird politisch neu vermessen, das Finanzierungssystem tastet seine Tabuzonen ab, Versorgung muss sich im Alltag wie in der Krise neu behaupten, und selbst dort, wo es nur um Konzentration oder Lebenshilfe zu gehen scheint, zeigt sich derselbe Grundzug: Gesundheit ist nicht mehr der ruhige Raum, in dem Strukturen einfach fortlaufen. Sie muss überall begründet, verteidigt und neu sortiert werden.

Gerade deshalb greifen ApoVWG, Honorarerwartung, Kammerstrategie, GKV-Druck, chronische Versorgung, Pharmamarkt, Kriegsmedizin und Beratungsalltag heute so eng ineinander. Sie erzählen zusammen von einem System, das seine Stabilität nicht verloren hat, aber an immer mehr Stellen aktiv gegen neue Brüche arbeiten muss.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Hinter den Schlagzeilen dieses Tages steht dieselbe größere Bewegung: Gesundheit wird härter verhandelt, härter finanziert, härter verteidigt und härter erlebt. Für die Apotheke ist das keine Randbeobachtung mehr, sondern eine Lagebeschreibung ihrer eigenen Zukunft. Sie steht zugleich im Streit um Geld, im Kampf um Struktur, in der Pflicht zur Versorgung und im täglichen Beratungsalltag – und genau deshalb zeigt dieser Tag mehr als aktuelle Meldungen: Er zeigt ein System, das sich nicht mehr auf seine alte Selbstverständlichkeit verlassen kann.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Heute verbinden sich Reformdruck, Versorgungspraxis und Finanzfragen zu einem gemeinsamen Stresstest des Gesundheitswesens.

 

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