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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Donnerstag, 26. Februar 2026, um 18:22 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Die ABDA macht den Protesttag am 23. März zur harten Probe: Eine geschlossene Offizin ist keine Botschaft, sondern eine Lücke im Alltag. Die Berliner Kammer stellt sich dahinter und bindet das an die offene Honorarfrage. Parallel zeigt das Münchner Masken-Urteil, wie Krisengeschäfte Jahre später mit Strafrecht zurückschlagen. In der Offizin landet der Ärger der Zwischenräume: eine lose Heparinspritze, falsche Lagerung, Vertrauen weg. Dazu der Kooperationsumbau bei Elac mit Beitragssprung und Scanacs-Gerüchten. Der vdek will den pDL-Fonds als Finanzbrücke nutzen, während Länder beim ApoVWG an PTA-Vertretung, Zweigapotheken und Fixum festbeißen. Und im Hintergrund laufen Prävention und Produktsicherheit weiter: neue FSME-Kreise, verschärfte EU-Kontrollen bei Babynahrung. Es ist ein Tag, an dem Mechanik zählt.
Mit den bundesweiten Kundgebungen und den konsequenten Apothekenschließungen am 23. März verlässt die ABDA die Rolle des permanenten Mahners und zwingt das System in eine Lage, in der Wegsehen nicht mehr möglich ist. Eine geschlossene Apotheke ist kein Symbol, sondern eine unterbrochene Routine – kein Rezept, kein Beratungsgespräch, kein Notdienst. Genau dort entsteht politischer Druck: nicht in Papieren, sondern in Lücken. Die Berliner Kammer unterstützt diesen Kurs ausdrücklich und verschiebt den Fokus von Reformrhetorik auf Reformmechanik. Entscheidend ist nicht, ob Veränderung angekündigt wird, sondern ob sie betriebswirtschaftlich trägt.
Der Verweis auf die Zeitachse seit 2013 ist mehr als historische Einordnung. Er markiert die Stelle, an der Kostenentwicklung und Honorarsystem auseinanderlaufen. Personal-, Energie- und Betriebskosten steigen linear oder sprunghaft; das Fixum bleibt strukturell zurück. Daraus entsteht keine plötzliche Krise, sondern eine langsame Auszehrung: Investitionen werden verschoben, Personalstellen nicht nachbesetzt, Zusatzangebote reduziert. Irgendwann folgt die Schließung. Die Nebenfolge ist kein dramatischer Zusammenbruch, sondern eine schleichende Ausdünnung, die Versorgungssicherheit messbar schwächt – zuerst in Randlagen, später im Zentrum.
Die Unterstützung der Resolution der außerordentlichen ABDA-Mitgliederversammlung vom 25. Februar zielt deshalb nicht auf Symbolik, sondern auf Systemarchitektur. Wenn Apotheken über staatlich regulierte Vergütung finanziert werden, entscheidet die Konstruktion dieser Vergütung über Stabilität oder Erosion. Dialogbereitschaft wird so zur Prüfgröße: Werden Vorschläge von Bundesvereinigung, Kammern und Verbänden sichtbar im Gesetzgebungsverfahren verarbeitet, entsteht Vertrauen. Bleiben sie Randnotiz, wird Reform zur Formalie ohne Tragkraft. Infrastruktur kann man nicht rhetorisch sichern. Man muss sie rechnen können.
Der Maskenkomplex vor dem Landgericht München II beleuchtet dieselbe strukturelle Schwachstelle aus einer anderen Richtung. Krisenbeschaffung erzeugt Tempo und hohe Umsätze, Kontrolle folgt zeitversetzt. Ein 39-Jähriger wird zu fünf Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, unter anderem wegen Steuerhinterziehung in neun Fällen. Beschafft werden 2020 fünf Millionen FFP2-Masken für rund 22 Millionen Euro; 10,7 Millionen Euro Steuern werden zu wenig abgeführt. Hinzu kommen unerlaubter Waffenbesitz und gefälschte Ausweise. Ein Urteil auf Grundlage einer Verständigung mit Geständnis – noch nicht rechtskräftig.
Die operative Folge liegt nicht allein im Strafmaß, sondern in der Rückwärtsbewegung staatlicher Energie. Ermittlungen, Prüfungen, Rückabwicklungen binden Ressourcen, die in der nächsten Krise fehlen. Kontrolle wird verschärft, Verfahren werden dichter, Geschwindigkeit wird begründungspflichtig. Das erhöht Sicherheit, aber es verteuert und verlangsamt. Ein Misstrauensschatten bleibt. Jede zukünftige Krisenmaßnahme wird an diesem Fall gemessen werden – nicht juristisch, sondern politisch.
In Hameln beginnt es mit einem scheinbar gewöhnlichen Anruf. Eine Patientin hat eine lose Heparinspritze erhalten, ohne klare Lagerungshinweise, und hört aus einer Praxis, sie müsse gekühlt werden. Die Apothekerin korrigiert: Raumtemperatur, nicht über 25 Grad Celsius. Dann der entscheidende Satz: Vielleicht sei die Spritze schon bei einem anderen Patienten gelagert worden. Hier kippt Pharmakologie in Vertrauensfrage.
Eine einzelne unklare Übergabe erzeugt therapeutische Unsicherheit. Die Patientin erwägt, die Anwendung zu verweigern. Die Reparatur landet in der Offizin: erklären, einordnen, beruhigen, gegebenenfalls ein neues Rezept organisieren. Zeit wird verbraucht, Haftungsfragen schweben im Raum, Therapie wird verzögert. Die Nebenfolge ist strukturell: Wenn Übergabequalität brüchig ist, entsteht Non-Adhärenz nicht aus Ignoranz, sondern aus Vorsicht. Arzneimitteltherapiesicherheit beginnt nicht erst in der Beratung – sie beginnt bei der sauberen Übergabe.
Bei Elac Elysée verschiebt sich die Diskussion von Einkaufsvorteilen zu Infrastrukturmodellen. Ab März steigen die Beiträge um 150 Euro pro Monat für Inhaber, 100 Euro für Filialen. 50 neue Apotheken kamen 2025 hinzu, die 600. Mitgliedsapotheke ist in Reichweite. Schulungsplattform, App-basiertes Shopsystem, Eigenmarken, eigener Großhandel, Elacpharm als profitabler Herstellerarm – monatlich rund 75.000 Euro Mehreinnahmen durch die Beitragsanpassung. Das ist kein Nebenprojekt, sondern ein strategischer Umbau.
Die Mechanik ist klar: Kooperation wird Plattform. Für Mitglieder bedeutet das höhere Fixkosten gegen versprochene Mehrwerte. Ob sich das rechnet, entscheidet sich nicht im Konzeptpapier, sondern im Tagesgeschäft. Wenn gleichzeitig neue Geschäftsfelder wie Scanacs aufgebaut werden und Beiträge steigen, entsteht zwangsläufig die Frage nach Querfinanzierung. Misstrauen ist hier kein Vorwurf, sondern ein Indikator. Bindung entsteht nur, wenn Transparenz und Nutzen sichtbar sind.
Der Vorstoß des vdek, den pDL-Fonds mit rund 540 Millionen Euro als Zwischenfinanzierung für die Erhöhung der Nacht- und Notdienstpauschale zu nutzen und die 20 Cent pro Packung auszusetzen, illustriert politische Umlenklogik. Sichtbare Rücklagen werden mobilisiert. Parallel wird eine Direktabrechnung zwischen Kassen und Apotheken ins Spiel gebracht. Was wie Vereinfachung klingt, verschiebt Verantwortung und Kontrolle.
Operativ könnte das mehr Einzelfallprüfung, mehr Nachweisführung, mehr Kassenspezifik bedeuten. Wenn pDL zugleich unter wirtschaftlichen Vorbehalt gestellt werden, geraten sie unter Legitimationsdruck. Die Debatte verschiebt sich von „Was verbessert Versorgung?“ zu „Was darf finanziert werden?“. Diese Verschiebung entscheidet, ob pDL als stabiler Bestandteil der Versorgung etabliert werden oder als variables Budgetinstrument enden.
Beim ApoVWG prallen Bundes- und Landesinteressen offen aufeinander. Der Bundesrat bringt 30 Änderungsvorschläge ein; das BMG signalisiert Zustimmung nur bei drei kleineren Punkten. PTA-Vertretung, Zweigapotheken mit eingeschränktem Versorgungsspektrum, Fixum-Anhebung von 8,35 auf 9,50 Euro – zentrale Forderungen der Länder bleiben umstritten. Finanzielle Auswirkungen auf die GKV werden als Gegenargument angeführt.
Für Betriebe bedeutet das Unsicherheit auf zwei Ebenen: strukturelle Leitung und Honorarbasis. Wenn Flexibilisierung die persönliche Leitung relativiert, verschiebt sich Verantwortung. Wenn Honoraranpassung vertagt wird, bleibt Kalkulation prekär. Inhaberführung ist kein nostalgisches Ideal, sondern ein Haftungs- und Qualitätsmodell. Wird es aufgeweicht, muss Ersatz klar benannt sein. Sonst entsteht ein Vakuum.
Die neuen FSME-Risikogebiete – Landkreis Nordsachsen und Stadtkreis Halle (Saale) – wirken nüchtern, bis sie im Beratungsgespräch landen. 185 Kreise sind nun ausgewiesen. 693 gemeldete Erkrankungen 2025, dritthöchster Wert seit 2001. 98 Prozent der Erkrankten nicht oder unzureichend geimpft. Keine nachgewiesenen Todesfälle im Berichtsjahr. Das klingt beruhigend – und ist es nicht.
Das Risiko ist regional und saisonal, Wahrnehmung jedoch volatil. Wenn schwere Verläufe selten sichtbar werden, sinkt Impfmotivation. Beratung muss dann gegen Gleichgültigkeit arbeiten. Prävention ist hier keine Kampagne, sondern ein leiser Dauerprozess. Die Apotheke übersetzt Karte in Lebensrealität. Diese Übersetzungsleistung steht in keiner Gebührenziffer. Sie stabilisiert dennoch.
Die EU-Entscheidung zur verstärkten Kontrolle von Arachidonsäure-Öl aus China verschiebt den Fokus von Produkt zu Zutat. Jede zweite Lieferung soll auf Cereulid getestet werden. Rückrufe von Babynahrung – auch von Danone und Nestlé – haben gezeigt, wie empfindlich die Lieferkette ist. Die Efsa legt erstmals einen Sicherheitsrichtwert fest. Kontrolle wird präziser.
Operativ bedeutet das mehr Testaufwand, mögliche Verzögerungen, höhere Kosten. Doch bei Babynahrung ist Risikotoleranz minimal. Vorsorge greift, bevor Schaden sichtbar wird. Genau diese Logik – handeln vor dem Beweis – unterscheidet robuste Systeme von reaktiven. Vertrauen entsteht nicht durch Abwesenheit von Fällen, sondern durch sichtbare Mechanismen, die greifen, bevor Fälle entstehen.
Über alle Felder hinweg zeigt sich ein Muster: Finanzierung, Kontrolle und Vertrauen sind keine getrennten Themen. Sie bilden eine Kette. Wird ein Glied geschwächt – durch Unterfinanzierung, Missbrauch oder Intransparenz –, wirkt das in benachbarte Bereiche. Versorgungssicherheit ist deshalb nicht nur eine Frage der Zahl der Apotheken oder der Höhe des Fixums. Sie ist die Summe funktionierender Mechaniken.
Und genau diese Mechaniken entscheiden, ob das System trägt – oder nur verwaltet.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Acht Meldungen, ein gemeinsamer Nerv: Systeme wirken nicht durch Absicht, sondern durch Übergaben. Geld wird zum Versprechen, wenn das Fixum stehen bleibt. Kontrolle wird zur Last, wenn sie erst nach der Krise greift. Vertrauen wird zur Währung, wenn eine einzelne Spritze ohne Zettel den Mut zur Anwendung frisst. Und Vorsorge wird zur Disziplin, wenn Karten neu gezeichnet und Zutaten neu geprüft werden. Der Bogen hält, weil überall dasselbe sichtbar wird: Der Betrieb lebt von sauberen Kanten.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Versorgung kippt selten durch den großen Knall, sondern durch kleine Brüche, die niemand offiziell besitzt: ein Topf, der umgewidmet wird, ein Gesetz, das Verantwortung verschiebt, eine Übergabe, die schlampig ist, ein Beitrag, der still steigt. Wer Stabilität will, muss diese Brüche vorher sehen und sie dort schließen, wo sie entstehen.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Der Tag zeigt, wie Protest, Recht, Beratungspannen und Regulierung zugleich an derselben Frage ziehen: Wer hält die Versorgung praktisch zusammen.
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