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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Montag, 23. Februar 2026, um 18:59 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Wenn eine Apotheke an der Finanzierung zerbricht, zerbricht sie selten laut, sondern schrittweise: zu hoher Kaufpreis ohne neutrale Bewertung, zu starre Fixkosten am Standort, zu wenig Reserve für genau den Moment, in dem ein Verordner wegfällt oder eine Reparatur fällig wird. Parallel dazu wird die Honorarfrage politisch in eine neue Richtung gedrückt, weil Differenzierung zwischen Stadt und Land die Kalkulation verändert und Planungssicherheit zur eigenen Währung wird. In derselben Woche zeigt die Grippesaison, wie stark Beratung trägt, wie hart Preisvergleich dagegen arbeitet und wie ambivalent zusätzliche Leistungen wie das Impfen im Betrieb wirken, wenn Aufwand, Bürokratie und Ertrag auseinanderlaufen. Dazu kommen Debatten um Zugangswege in der Versorgung, die Ukraine als Dauerprüfung für Lieferketten und Partnerschaften, sowie Präventionssignale wie Masern-Ausbrüche und wetterbedingte Beschwerden, die im Alltag sofort als Nachfrage, Beratungslast und Erwartungsdruck in Apotheken ankommen.
Die Lage wirkt nur dann beherrschbar, wenn jede einzelne Achse in voller Tiefe ernst genommen wird. Bei Apothekenübernahmen entscheidet nicht die fachliche Stärke, sondern die Konstruktion der Zahlungsfähigkeit über Jahre. Das wird in den beiden Praxisfällen greifbar, weil dort nicht „schlechte Betriebe“ scheitern, sondern Betriebe, denen die Finanzierung die Luft nimmt. Im ersten Fall beginnt die Instabilität 2010 mit einem Kaufpreis von 820.000 Euro zuzüglich Warenlager, obwohl spätere Gutachten den Wert auf höchstens 450.000 Euro verorten. Es ist keine Kleinigkeit, ob eine neutrale Bewertung fehlt, weil Überbewertung in der Realität nicht als Zahl im Vertrag stehen bleibt, sondern als zu hoher Kapitaldienst in jedem Monat wiederkehrt. 720.000 Euro Darlehen und 5.900 Euro monatliche Belastung sind nicht nur eine Rate, sondern ein Taktgeber, der jede Störung sofort in Liquiditätsstress übersetzt. Die Standortbindung verschärft das, weil 4.500 Euro Nettokaltmiete in einem denkmalgeschützten Objekt nicht flexibel werden, wenn Umsatz wankt, und weil der Denkmalschutz die betriebliche Anpassungsfähigkeit einschränkt: Umbau, Barrierefreiheit, Modernisierung, Parkraum, alles wird teuer oder unmöglich. Das dritte Risiko, die Abhängigkeit von einer einzelnen Arztpraxis, ist in der Regel das, was in der Euphorie unterschätzt wird, obwohl es mathematisch der größte Hebel ist: 35 Prozent Umsatzanteil an einem Verordner, der damals 60 Jahre alt war und ohne geklärte Nachfolge. Als der Ruhestand 2014 eintritt und die Nachfolge sich verzögert, fällt der Umsatz binnen eines Jahres um 28 Prozent, während Rate, Miete und Fixkosten weiterlaufen. Die Bank fordert Sicherheiten, private Vorsorge wird verpfändet, Entnahmen werden gestrichen, Investitionen werden aufgeschoben, und aus einer fachlich korrekt arbeitenden Apotheke wird ein Betrieb, der nur noch reagiert. Dass dann noch Konkurrenz entsteht, ist nicht der Ursprung der Krise, sondern der Verstärker, weil ein ohnehin eng kalkulierter Betrieb plötzlich auch noch gegen Preisdruck, Bindungskämpfe und Standortwechsel der Kundschaft verteidigen muss.
Der zweite Fall zeigt, dass Stabilität nicht daran hängt, ob ein Gutachten nach IDW S1 vorliegt, sondern ob die Finanzierung den Alltag aushält. 2016 wird eine Apotheke mit 2,9 Millionen Euro Umsatz und steigender Tendenz für 720.000 Euro übernommen, die Basis wirkt solide. Der Fehler entsteht aus niedrigen Zinsen von 1,7 Prozent, die zu einer Tilgung von 4,5 Prozent verleiten, statt 2,0 bis 2,5 Prozent. Eine monatliche Rate von 6.700 Euro klingt auf dem Papier nach Entschlossenheit, ist aber im Betrieb ein Entzug von Beweglichkeit. Als nach zwei Jahren eine größere Reparatur fällig wird, konkret 18.000 Euro für die Klimaanlage, zeigt sich, ob Rücklagen existieren oder nur als Planungsannahme. Wenn die Reserve fehlt, beginnt das Rutschen nicht mit einem großen Knall, sondern mit gestreckten Zahlungszielen, dauerhaft ausgeschöpftem Dispokredit und dem Verzicht auf Steuerrücklagen. Der Betrieb bleibt rentabel, aber rentabel heißt nicht zahlungsfähig, wenn der Kapitaldienst am Cashflow vorbeiläuft. Die Umschuldung 2019 auf 2,8 Prozent Zins und 2 Prozent Tilgung senkt die Rate auf 5.200 Euro und verschafft Luft, doch diese Luft kostet, weil Laufzeit und Gesamtkosten steigen. Diese beiden Beispiele sind keine Anekdoten, sondern ein Muster: Übernahmen kippen, wenn Emotion und Zeitdruck neutrale Bewertung verdrängen, wenn Standortfixkosten nicht zum Umsatzprofil passen, wenn Verordnerabhängigkeiten nicht als echtes Risiko behandelt werden, und wenn Tilgung nicht am pessimistischen Szenario orientiert wird. Für Apothekenbetreiber ist die zentrale Konsequenz, dass ein Betrieb nicht durch Gewinnzahlen geschützt ist, sondern durch Reserve, Anpassungsfähigkeit und eine Rate, die auch bei Umsatzdellen bedienbar bleibt.
Diese betriebliche Mechanik trifft direkt auf die politische Vergütungsdebatte, weil die Erlösbasis der Apotheke nicht im luftleeren Raum steht. Wenn die stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, eine pauschale Fixumerhöhung ablehnt und stattdessen unterschiedliche Vergütungen für Stadt- und Landapotheken ins Spiel bringt, ist das eine Umverteilungsentscheidung mit strukturellem Hebel. Es bedeutet, dass Stabilisierung künftig stärker über Kategorisierung laufen könnte, also über die Frage, wer als förderwürdig gilt, statt über eine flächige Anerkennung steigender Kosten. Gleichzeitig warnt Andreas Philippi als Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, dass ohne eine schnelle wirtschaftliche Stärkung über das Packungsfixum der Rückgang der Apothekenzahl weitergeht, vor allem in ländlichen Regionen, und damit Versorgungslücken wahrscheinlicher werden. Paula Piechotta argumentiert ähnlich gegen eine Gießkannenlogik und verweist auf die schwierige Vermittlung höherer Vergütungen gegenüber niedrigen Einkommen in Zeiten steigender Preise. Simone Borchardt sieht in der Reform einen tragfähigen Grundstein, verlangt aber Nachsteuerung, ausdrücklich auch bei Fixum und fairen Wettbewerbsbedingungen gegenüber dem Versandhandel. Aus Versorgungssicht ist daran entscheidend, dass jede Vergütungslogik unmittelbare Rückwirkungen auf Übernahmen hat: Wer heute eine Apotheke kauft, kalkuliert nicht nur Warenlager, Miete und Personal, sondern auch, ob Erlöse in zwei oder drei Jahren anders verteilt werden. Wenn politische Steuerung stärker differenziert, sinkt Planbarkeit, und sinkende Planbarkeit erhöht die Bedeutung von Liquiditätsreserven, weil Unsicherheit nicht wegargumentiert werden kann, sondern finanziert werden muss.
Der ökonomische Druck wird im Alltag besonders sichtbar, wenn eine Infektwelle das Beratungsgeschäft verdichtet. Die Apokix-Umfrage für Februar 2026 zeichnet ein Bild, das gleichzeitig ermutigt und beunruhigt. Ermutigend ist, dass zwei Drittel der Grippe- und Erkältungspatientinnen und -patienten sich in der Apotheke beraten lassen und dass 96 Prozent der Befragten berichten, die empfohlenen Produkte würden direkt vor Ort gekauft. Das ist ein klarer Hinweis, dass Beratung Vertrauen schafft und dass viele Menschen die Apotheke nicht nur als Abgabestelle, sondern als Orientierungspunkt nutzen. Beunruhigend ist, dass 88 Prozent sagen, sie könnten mit der aggressiven Preispolitik der Versender nicht mithalten, und dass 75 Prozent eine steigende Preissensibilität wahrnehmen. In einer Lage, in der OTC-Erträge für viele Betriebe der Puffer sind, wird Preisdruck zur Systemfrage, weil er genau dort ansetzt, wo die Liquiditätsreserve erwirtschaftet werden soll. Die Daten zur Grippesaison sind zudem medizinisch schwer: Seit Beginn der Saison in Kalenderwoche 40 des Jahres 2025 wurden knapp 200.000 laborbestätigte Influenzafälle gezählt, etwa jeder Vierte hospitalisiert, 1.087 Todesfälle, überwiegend bei Menschen ab 60 Jahren. Diese Größenordnung erklärt, warum Beratung nicht beiläufig ist, sondern eine Versorgungsleistung, die Fehltherapien korrigieren muss. Dass 64 Prozent der Befragten berichten, Patientinnen und Patienten hätten sich vor dem Besuch oft falsch therapiert, zeigt den Bedarf an Korrektur. Wenn 35 Prozent häufig einen Arztbesuch empfehlen, ist das ein Indikator dafür, dass Apotheken im Alltag triagieren, also mitentscheiden, wann Selbstmedikation endet und ärztliche Abklärung beginnt. Diese Beratungsarbeit steht jedoch unter betrieblichem Druck, weil Zeit, Personal und Dokumentation nicht gratis sind, während Preisvergleich den Wert dieser Leistung nicht automatisch bezahlt.
Beim Impfen wird die Spannung zwischen Nachfrage und Tragfähigkeit noch schärfer. Ein Viertel der Befragten impft in der Apotheke, und 79 Prozent dieser Gruppe berichten von hoher Nachfrage, doch nur 21 Prozent empfinden es als wirtschaftlich attraktiv. Auf der Gegenseite nennen Nichtimpfende organisatorischen Aufwand, Bürokratie, Personalmangel, fehlende Wirtschaftlichkeit und die Sorge vor Konflikten mit Arztpraxen. Gleichzeitig berichten 70 Prozent der Impfenden, dass Ärztinnen und Ärzte das Angebot in ihrer Umgebung begrüßen. Diese Konstellation zeigt keine einfache Frontlinie, sondern eine Ressourcenfrage: Impfangebote verlangen Räume, Prozesse, Personalplanung, Abrechnungssicherheit und eine Haftungslogik, die im Betrieb handhabbar bleibt. In einer Phase, in der Finanzierung und Vergütung eng sind, werden zusätzliche Leistungen nicht an ihrer gesellschaftlichen Sinnhaftigkeit scheitern, sondern daran, ob sie den Betrieb stabilisieren oder destabilisieren. Für die Versorgung ist das zentral, weil politischer Wunsch nach niedrigschwelligen Angeboten nur dann real wird, wenn die betriebliche Realität nicht ignoriert wird.
Die politische Auseinandersetzung um die telefonische Krankschreibung fügt eine weitere Reibung hinzu, weil sie das Verhältnis von Vertrauen, Missbrauchsverdacht und Infektionsschutz neu justiert. Die CDU fordert auf ihrem Parteitag die Abschaffung und argumentiert, je einfacher eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erhalten sei, desto eher falle die Entscheidung zugunsten der Krankmeldung. Friedrich Merz hat diese Linie mit Blick auf den aus seiner Sicht hohen Krankenstand ebenfalls kritisiert. Die SPD hält dagegen, Dirk Wiese spricht von Entlastung der Praxen und dem Verhindern von Ansteckungen in Wartezimmern und verweist auf den Koalitionsvertrag, der sich gegen missbräuchliche Online-Krankschreibungen richten soll, ohne Patientinnen und Patienten unter Generalverdacht zu stellen. Für das Versorgungssystem ist das mehr als eine Symboldebatte, weil jede Veränderung der Zugangswege Auswirkungen auf Praxisfrequenz, Wartezimmerdichte und Infektionsdynamik hat. Wenn Wartezimmer voller werden, steigt die Belastung in Praxen, und damit steigt indirekt auch der Beratungsdruck in Apotheken, weil Menschen länger auf Termine warten und häufiger nach Selbstmedikation fragen. Wenn Missbrauchsdebatten an Schärfe gewinnen, wächst zugleich der regulatorische Impuls, Kontrolle und Bürokratie zu erhöhen, was wiederum Ressourcen bindet. Die Anschlussfähigkeit zur Apothekenrealität liegt deshalb nicht in Parteipositionen, sondern in den sekundären Effekten auf Patiententröme und Alltagsbelastung.
Während diese innerdeutschen Linien laufen, zeigt die Ukrainehilfe, wie Versorgung funktioniert, wenn Normalität nicht existiert. Apotheker ohne Grenzen beschreibt eine Langzeit-Nothilfe, die seit Februar 2022 trägt und in der vier Jahre nach Beginn des Krieges der Bedarf höher denn je ist. Der Vorstandsvorsitzende Jochen Wenzel betont die Abhängigkeit von Partnerorganisationen, die Bedarfe und Transportwege kennen, und Projektkoordinator Max Haselbach beschreibt die Arbeit als Kette aus Bedarfsermittlung, Lieferkettenorganisation und punktgenauer Zustellung, damit Medikamente dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden. Der Besuch des Partnerkrankenhauses St. Nicholas in Lviv im Sommer 2025 war die erste Reise in die Ukraine seit Kriegsbeginn und sollte Wirkung und Bedarfslage unmittelbar prüfen. Die Zahl von 223 Hilfslieferungen zeigt Kontinuität, die nächste Lieferung mit Ziel Kinderklinikum in Sumy zeigt Aktualität. Der Hinweis auf Wintermonate, in denen Einrichtungen unter enormem Druck arbeiten, und auf enger werdende finanzielle Spielräume, ist dabei die eigentliche Systembotschaft: Versorgung ist nicht nur Ware, sondern Organisation, Reserve und Vertrauen in Ketten, die unter Stress nicht reißen dürfen. Das ist anschlussfähig zur Apothekenwelt, weil auch dort Stabilität nicht aus guten Absichten entsteht, sondern aus belastbaren Abläufen und finanziellen Puffern.
Die Masernlage in den USA setzt ein Präventionssignal, das sich nicht als entfernte Statistik abtun lässt. 982 erfasste Fälle seit Jahresbeginn, 2.281 Fälle im Jahr 2025, der höchste Stand seit Jahrzehnten, dazu 94 Prozent der Erkrankten ungeimpft oder mit unbekanntem Impfstatus. South Carolina meldet 632 Fälle und steht damit exemplarisch für eine Ausbruchsdynamik, die dort entsteht, wo Impflücken regional gebündelt sind. Die WHO nennt 95 Prozent Durchimpfung mit zwei Dosen als Ziel, und der Hinweis, dass diese Quote in US-Kindergärten seit 2019 nicht mehr erreicht wird und seitdem weiter gefallen ist, erklärt die Mechanik: Wenn der Gemeinschaftsschutz unter die Schwelle sinkt, wird aus sporadischem Importgeschehen wieder eine stabile Übertragung. Dass Länder wie Spanien, Großbritannien und Österreich den Status als masernfrei nach großen Ausbrüchen verloren, zeigt, dass dieser Prozess kein Einzelfall ist. Die politische Dimension wird sichtbar, wenn ein Gesundheitsminister, der zuvor Zweifel gesät hatte, die Impfung nun als wirksamste Eindämmungsmethode bezeichnet. Prävention ist dann nicht mehr stille Routine, sondern Kommunikationskampf, und genau in solchen Lagen wird Beratung in Apotheken schärfer, weil Unsicherheit in Fragen übersetzt wird: Wer ist geschützt, wer nicht, was bedeutet unbekannter Status, wie dringend ist Nachimpfung. Masern sind zudem hoch ansteckend, die oft genannte Größenordnung von bis zu 18 Ansteckungen bei nicht immunen Kontaktpersonen macht deutlich, warum Ausbrüche sprunghaft wachsen können. Für das Versorgungssystem ist das die Warnung, dass Vertrauen und Dokumentation ebenso entscheidend sind wie die medizinische Maßnahme selbst.
Wetterfühligkeit wirkt im Vergleich unspektakulär, ist aber eine reale Alltagsachse der Versorgung, weil sie Beschwerden erzeugt, die sofort in der Selbstmedikation landen. Wenn nach Kältephasen eine Warmfront kommt, ändern sich Temperatur, Luftdruck, Feuchte, Wind und Sonnenscheindauer gleichzeitig, und der Körper muss sich anpassen. Katrin Graw vom Deutschen Wetterdienst beschreibt, dass Studien signifikant häufiger Beschwerden bei bestimmten Wetterlagen zeigen, nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch Müdigkeit, Unruhe oder Schlafprobleme, und dass Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Personen häufiger betroffen sind. Eine Erhebung mit Universität München und Allensbach weist darauf hin, dass etwa jede zweite Person den Einfluss des Wetters auf das eigene Befinden wahrnimmt. Für Apotheken heißt das nicht, Wetter als Ursache zu verkaufen, sondern Beschwerden ernst zu nehmen, Risiken zu erkennen und zu differenzieren: Kreislauf, Flüssigkeit, Warnzeichen, Abgrenzung zu ernsthaften Ursachen. Wenn der DWD Gefahrenkarten anbietet, ist das ein Beispiel, wie Prävention und Orientierung in den Alltag hineinreichen. Die Anschlussfähigkeit liegt in der Beratung, die aus diffusen Symptomen eine handhabbare Entscheidung machen muss, ohne zu bagatellisieren und ohne zu dramatisieren.
Der forensische Fall mit flüchtigen organischen Stoffen im Beton zeigt schließlich, wie tief naturwissenschaftliche Analytik wirken kann, ohne dass dafür spektakuläre Erzählung nötig ist. Ermittler entnahmen in einem Kellerraum Betonproben, um zu prüfen, ob sich nach langer Zeit noch charakteristische VOC-Spuren nachweisen lassen, die bei Zersetzungsprozessen entstehen können, und nutzten dafür gaschromatographische Analytik in Kopplung mit Massenspektrometrie. Entscheidend ist dabei nicht der Einzelfall, sondern die Erkenntnis, dass poröse Materialien chemische Signaturen speichern können, die später analytisch sichtbar werden. Diese Logik ist als Systemfigur anschlussfähig, weil sie zeigt, dass nicht alles, was oberflächlich „gereinigt“ wirkt, strukturell verschwunden ist. In der Wirtschaft kann eine Finanzierung jahrelang tragfähig wirken, bis die tiefe Struktur sichtbar wird, wenn ein Verordner wegfällt oder eine Rate nicht mehr passt. In der Prävention kann ein Land lange von Elimination sprechen, bis sinkende Impfquoten die tiefe Struktur einer neuen Ausbruchsfähigkeit freilegen. In der Versorgung kann ein Alltag stabil aussehen, bis Personalengpässe, Bürokratie und Preisdruck die Reserve auffressen.
Diese acht Themen ergeben zusammen keine lose Sammlung, sondern ein zusammenhängendes Bild: Betriebe brauchen Liquidität und Reserve, Systeme brauchen klare Vergütungslogik und planbare Regeln, Alltag braucht Beratung, Prävention braucht Vertrauen und stabile Quoten, Logistik braucht Partnerketten, Politik braucht Steuerung ohne Generalverdacht, und wissenschaftliche Evidenz erinnert daran, dass tiefe Strukturen länger wirken als kurzfristige Oberflächenkorrekturen. Genau deshalb reicht es nicht, Themen zu „nennen“ oder „anzuschneiden“. Jede Achse hat eigene Zahlen, eigene Auslöser, eigene Folgeketten, und genau diese Folgeketten entscheiden darüber, ob Versorgung robust bleibt oder ob sie in Stresslagen in Richtung Engpass kippt.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Es gibt Tage, an denen acht Themen nicht nebeneinanderstehen, sondern wie Zahnräder greifen: Finanzierung bestimmt, wie lange ein Betrieb atmen kann, Vergütung bestimmt, wie planbar dieser Atem bleibt, und Prävention bestimmt, wie viel Alltag gleichzeitig auf dem Tresen landet. Die betriebliche Logik ist dabei unerbittlich, weil sie nicht nach Gerechtigkeit fragt, sondern nach Zahlungsfähigkeit. Eine überzogene Rate, eine zu hohe Miete, eine unterschätzte Abhängigkeit von einem Verordner, und plötzlich wird aus Routine ein Dauerstress, der Personal, Investitionen und Versorgungsspielräume frisst. Gleichzeitig verschiebt Politik die Stabilisierung von der Fläche in Kategorien, und jede Kategorie macht Gewinner und Verlierer, bevor überhaupt ein Rezept eingelöst ist. Wer dann noch glaubt, Prävention sei ein Extra, sieht nicht, wie Infektwellen, Impfangebote, Masernsignale und selbst Wetterlagen die Beratungslast und die Erwartung an Verfügbarkeit verdichten, bis der Betrieb nicht mehr gestaltet, sondern nur noch abarbeitet.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn Apotheken im Kern durch Liquidität getragen werden, dann ist jede Diskussion über Vergütung und Prävention auch eine Diskussion über Reserve, Zeit und Handlungsspielraum. Wer Übernahmen plant, muss nicht nur den heutigen Umsatz verstehen, sondern die Zukunft als Stresstest rechnen, in dem Politik, Wettbewerb und Versorgungslasten gleichzeitig drücken. Wer Reformen plant, muss nicht nur verteilen, sondern Planbarkeit erzeugen, weil Unschärfe am stärksten dort zerstört, wo die Reserve am kleinsten ist. Und wer Prävention ernst nimmt, muss sie so organisieren, dass sie im Betrieb tragfähig bleibt, statt als zusätzlicher Druckpunkt auf genau die Strukturen zu fallen, die ohnehin schon unter Spannung stehen.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Wer Apotheken stabil halten will, muss Finanzierung, Vergütung und Prävention als zusammenhängende Belastungsprobe behandeln.
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