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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Freitag, 20. Februar 2026, 21:35 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Ein Drogeriekonzern verteidigt den OTC-Versand als Plattformmodell und zwingt das Apothekenrecht in die Detailprüfung, während ein Spendenbrief der CDU an Apotheken im Landtagswahlkampf die Vertrauensfrage verschärft. Parallel wird sichtbar, wie wenig Reserve im Alltag bleibt, wenn TI-Gateway-Ausfälle E-Rezept und KIM zeitweise ausbremsen und Betriebe in Nacharbeit und Ausweichprozesse drängen. Die Kündigung der Hilfstaxe durch den DAV zeigt, dass bei parenteralen Spezialrezepturen ein festgesetzter Arbeitspreis die Realität im Reinraum nicht mehr abbildet und das Schiedsverfahren zur nächsten Wegmarke wird. Dazu kommen Versorgungsthemen, die im HV nicht theoretisch wirken: Migräne zwischen Selbstmedikation und Steuerung, Wundmonitoring per App als Entlastungsversuch, und ein Norovirus-Ausbruch an Schulen, der Hygiene zur Betriebsfrage macht. Der magnetische Satz bleibt: Nicht die Schlagzeile entscheidet, sondern ob die Kette im Betrieb trägt.
Christoph Werner wählt für dm-med eine Formulierung, die wie ein Schutzschild gebaut ist: Plattform, nicht Apotheke. In der Praxis steht damit nicht nur eine Kommunikationslinie im Raum, sondern eine Abgrenzung, die juristisch an Abläufen gemessen wird. Wer die Bestellstrecke führt, wer den Markenrahmen setzt, wer die Übergabe organisiert, wer Kundenbindung erzeugt – das sind die Fragen, an denen sich entscheidet, ob eine behauptete Trennung trägt oder ob sie nur sauber klingt.
Die Klage der Wettbewerbszentrale setzt genau an dieser Stelle an und zielt auf das Modell, bei dem OTC-Arzneimittel formal über eine konzerneigene tschechische Versandapotheke verschickt werden. Für Apotheken ist das kein Detailstreit, sondern eine Strukturfrage: Wenn der Zugang zur Arzneimittelversorgung über Plattformlogik entkoppelt wird, verschiebt sich die Marktarchitektur, ohne dass die Versorgungswirkung verschwindet. Die Alltagserfahrung der Kundschaft kennt keine juristischen Nähte, sie kennt nur den Weg, der bequem ist.
Der Vergleich mit Amazon funktioniert als rhetorischer Normalitätsanker, weil er die Gleichheit des Warenkorbs behauptet. In der Regulierung zählen jedoch nicht die Waren nebeneinander, sondern die Verantwortung entlang der Kette. Gerade die Aussage, Filialen seien reine Abholpunkte ohne Beratung und ohne Transaktion, ist im Betrieb heikel, weil sie eine glatte Linie behauptet, während Kundenerwartungen in gemischten Umgebungen schnell verwischen. Ein Prozess kann formal getrennt sein und dennoch als ein System wirken, wenn die Marke die Wahrnehmung steuert.
Zeitgleich läuft in Baden-Württemberg ein anderer Konflikt auf, der weniger juristisch wirkt, aber politisch tief schneidet. Ein Spendenbrief an Apotheken im Wahlkampfendspurt trifft auf Betriebe, die seit Jahren erleben, dass finanzielle Rahmenbedingungen hinter den Kostenrealitäten zurückbleiben. Wenn Apotheken als essenzieller Teil der Daseinsvorsorge angesprochen werden und im selben Atemzug um Geld gebeten wird, entsteht eine Reibung zwischen Anerkennung und Bilanz.
Die konkrete Ausgestaltung – vorausgefüllter Überweisungsträger, Spendername bereits eingetragen, Spendennummer vergeben – verschiebt die Geste von „Bitte“ Richtung Erwartung. Für Apotheken ist das besonders empfindlich, weil sie in einem System arbeiten, dessen wirtschaftliche Stabilität politisch mitgeprägt wird. Wo die Grenze zwischen Unterstützung und Nähe verläuft, entscheidet nicht der Satz im Anschreiben, sondern der Eindruck im Team, das jeden Tag mit knappen Ressourcen plant.
Während Politik um Deutung ringt, zeigt ein Vorfall aus Mallersdorf-Pfaffenberg, wie schnell Versorgungspraxis durch ein Ereignis von außen getroffen wird. Ein 89-Jähriger fährt beim Einparken in die Schaufensterscheibe einer Apotheke, die Front wird beschädigt, die Kosten werden sofort greifbar. Die Summe im fünfstelligen Bereich ist das eine. Das andere ist das Sicherheitsgefühl im Betrieb, das mit einer intakten Hülle steht und fällt.
Dass niemand verletzt wurde, ist der entscheidende Punkt, weil ein Schaufenster im laufenden Alltag die Grenze zwischen Straßenraum und Versorgungsraum bildet. Wenn diese Grenze bricht, entstehen nicht nur Reparaturtermine, sondern zusätzliche Abläufe: Absicherung, provisorische Lösungen, mögliche Einschränkungen im Kundenfluss, und im Hintergrund die Frage, welche Risiken ein Betrieb tragen muss, die er selbst nicht verursacht.
Noch direkter in die betriebswirtschaftliche Substanz greift die Kündigung der Hilfstaxe durch den DAV zum 31. März. Der Schritt ist mehr als ein Verhandlungssignal, er ist eine Weichenstellung Richtung sozialrechtlich definiertem Schiedsverfahren, weil eine Anpassung der Arbeitspreise in den Gesprächen nicht erreichbar war. In spezialisierten Apotheken ist der Arbeitspreis kein abstrakter Posten, sondern die Rechengrundlage für Personal, Reinraum, Qualitätssicherung und Haftung.
Das Urteil des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg aus August 2025 wird dabei zum juristischen Fundament, weil es die Auffassung stützt, dass ein angemessener Arbeitspreis verlangt werden kann und die Preisregelung in der Arzneimittelpreisverordnung nicht als harte Obergrenze verstanden werden muss. Für den Betrieb zählt dabei weniger die juristische Formulierung als die Übersetzung in Deckungsbeiträge: Ein fester Betrag kann formal korrekt sein und trotzdem die tatsächliche Arbeit nicht abdecken, wenn Kosten und Aufwand davonlaufen.
Die Dimension der Versorgung macht die Auseinandersetzung so brisant. Es gibt nur wenige hundert Apotheken mit Reinraumlaboren, die parenterale Spezialrezepturen in der nötigen Qualität herstellen können, und die Mengen sind hoch. Wo diese Infrastruktur wirtschaftlich ausdünnt, entsteht keine Lücke auf dem Papier, sondern ein Versorgungsrisiko mit realen Wartezeiten, mehr Druck in Zentren und einem schmaler werdenden Puffer im System.
Parallel dazu zeigt die Nachtstörung in der Telematikinfrastruktur, wie fragil die digitale Normalität noch ist. Zwischen 22.30 Uhr und 0.30 Uhr gab es funktionale Einschränkungen, betroffen war das TI-Gateway von Worldline. Wenn ein Gateway ausfällt, steht nicht „ein Tool“ still, sondern ein Prozessbündel, das in Apotheken über E-Rezept, KIM, ePA-Zugriffe und Abgleichroutinen in die Grundtaktung eingebaut ist. Das trifft Betriebe nicht spektakulär, sondern kleinteilig – und gerade dadurch teuer.
Worldline verweist auf Onboarding und Stabilitätstests in einer Einführungsphase. Technisch ist das erklärbar. Im Betrieb bleibt die Wirkung gleich: Rückstaus, Umwege, Nacharbeit, mehr Fehlergelegenheiten. Ein Anbieter, der als ausfallsicher gilt, wird an der Häufigkeit von Störungen gemessen, nicht an der Eleganz der Begründung.
Die Migräneversorgung zeigt an einem anderen Punkt, wie leicht Menschen im System hängen bleiben, wenn Pfade fehlen. Betroffene berichten von frühen Erfahrungen, in denen sie nicht ernst genommen wurden, und daraus wächst eine Zurückhaltung, professionelle Hilfe überhaupt wieder zu suchen. Diese Distanz ist ein Versorgungsproblem, weil Migräne nicht nur Schmerz ist, sondern eine Erkrankung, die früh und richtig behandelt werden muss, um Chronifizierung zu vermeiden.
Hier kommt die Apotheke als niedrigschwellige Anlaufstelle ins Bild, nicht als Ersatz für Diagnostik, sondern als Ort, an dem Selbstmedikation in eine geordnete Bahn gebracht werden kann. Der Teufelskreis entsteht oft über scheinbar vernünftige Logik: Was hilft, wird wieder genommen, die Dosis steigt, und irgendwann kippt der Nutzen. Beratung im Alltag ist dann kein Zusatz, sondern eine Form von Prävention gegen Fehlgebrauch und gegen die stille Eskalation.
Die Debatte um Primärversorgung und Patientensteuerung macht sichtbar, wie unterschiedlich Akteure die Lösung sehen. Digitale Anamnesen können lenken, hausärztliche Einbettung kann tragen, beide haben ihre Schwächen, wenn sie isoliert bleiben. Entscheidend ist, ob Informationen so zusammenlaufen, dass nicht jede Stelle neu beginnt, während der Patient schon lange in der Schleife ist.
Ein anderes Stück Zukunft zeigt die Würzburger App Wunderkint, die chronische Wunden ins häusliche Umfeld begleitet. Die klassische Versorgung ist für viele Betroffene ein Kraftakt, weil Mobilität fehlt und Termine Momentaufnahmen bleiben. Wenn Fotos regelmäßig gemacht und mit einer Referenzkarte kalibriert werden, wird aus einem Bild eher ein Messpunkt, der Verlauf sichtbar macht und Therapieanpassungen früher ermöglicht. Ein kurzer Abstand kann hier viel verhindern.
Die technische Herausforderung liegt nicht im Fotografieren, sondern in der Vergleichbarkeit. Licht, Abstand, Perspektive – all das kann Messwerte verzerren. Wenn daraus dennoch verlässliche Größen in Millimeter oder Zentimeter abgeleitet werden sollen, braucht es Validierung und den Abgleich mit medizinischer Erfahrung. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob eine KI-gestützte Lösung nur modern wirkt oder klinisch brauchbar ist.
Gleichzeitig bleibt der persönliche Arztkontakt ein Anker, weil Vertrauen, Einordnung und die Gesamtsituation nicht vollständig in ein Dashboard passen. Digitale Begleitung kann Wege sparen und Sicherheit geben, sie darf aber nicht so gebaut sein, dass sie Nähe ersetzt, wo Nähe Teil der Heilung ist. Versorgung ist hier nicht nur Technik, sondern Beziehung plus Messbarkeit.
Schließlich zeigt der Norovirus-Ausbruch in Bad Laer die harte Seite von Versorgung, die ohne Innovationsversprechen auskommt. Über 140 bestätigte Fälle an einer Grundschule, weitere Betroffene an einer Oberschule, und die Ursache bleibt unklar. Bei Norovirus ist das typisch, weil Schmierinfektionen schnell sind und der Startpunkt im Rückblick verschwimmt.
Der Schulbetrieb läuft weiter, Hygienemaßnahmen werden angeordnet, die Rückkehrregel nach Abklingen der Symptome ist ein zentraler Hebel, weil sie die Ansteckungskette bremsen soll. In Apotheken kommt so ein Ereignis als Beratungswelle an: Fragen zu Flüssigkeit, Elektrolyten, Hygiene, Schonung, und zur Abgrenzung, wann ärztliche Hilfe nötig ist. Es ist ein Beispiel dafür, wie sich ein lokaler Ausbruch in kurzer Zeit in vielen Haushalten gleichzeitig bemerkbar macht.
So stehen an einem Tag Rechtskonstruktionen neben Wahlkampfsignalen, digitale Infrastruktur neben Reinraumökonomie, chronische Versorgung neben akuter Hygiene. Für Apotheken ist das nicht ein loses Nebeneinander, sondern ein Prüfstein: Ob Regeln, Technik und Prozesse im Alltag tragen, zeigt sich nicht in Konzepten, sondern in den kleinen Störungen, die sich summieren.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Heute schiebt sich eine simple Beobachtung nach vorn: In der Theorie lassen sich Märkte trennen, Zuständigkeiten abgrenzen, Systeme härten. In der Praxis laufen sie in Apotheken zusammen, weil Kundenerwartung, Technikabhängigkeit und Vergütungslogik denselben Raum teilen. Sobald eine Stelle wackelt, wird aus einem Einzelfall ein Muster, und das Muster frisst Zeit.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wo Trennung behauptet wird und Alltag Integration erlebt, wächst Misstrauen schneller als jede Stabilitätskurve. Der Maßstab ist nicht das Argument, sondern der Ablauf im Betrieb.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Der rote Faden ist die Frage, welche Verantwortung im Alltag tatsächlich wirksam wird.
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