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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Montag, 16. Februar 2026, um 15:29 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Kurz vor Dienstschluss ist es oft nur ein Telefonat, das alles kippen kann: ein fremdes Rezept, ein hochpreisiges Präparat, ein Tonfall, der Normalität vorspielt. In Bonn wird daraus kein Verlust, sondern ein Zugriff, weil im richtigen Moment nicht beschleunigt, sondern gebremst wird – Zeit wird zur Schutzmaßnahme, nicht zur Höflichkeitsgeste. In Zülpich reicht eine einzige Nachfrage, und der Mann verschwindet, als hätte ihn die Routine selbst ausgestoßen; zurück bleibt nicht nur Erleichterung, sondern die Ahnung, dass der nächste Versuch wieder dort ansetzt, wo Alltag schnell wird. Diese Fälle erzählen nichts Übertriebenes, sie zeigen das Einfache, das gefährlich ist: Nicht das Papier entscheidet zuerst, sondern der Ablauf, der Druck, die Schwelle. Und genau darin liegt die stille Magie, die Teams brauchen: die Fähigkeit, freundlich zu bleiben und trotzdem eine klare Kante zu setzen, bevor aus Service ein Schaden wird.
Kurz vor Dienstschluss klingelt das Telefon in der Engel-Apotheke in Bonn, und die Bitte klingt zunächst wie Alltag: Ein angeblicher Patient wolle Mounjaro vorbestellen, das Rezept komme aus Hessen, er brauche es dringend. Auf dem Papier ist das eine Bestellung, im Kopf der Inhaberin Ute Freieck ist es ein Preisschild: eine große Packung knapp unter fünfzehnhundert Euro, dazu ein Muster, das in den letzten Wochen öfter in Warnungen auftauchte. Der Anrufer ist unbekannt, die Region passt nicht, der Zeitpunkt wirkt gesetzt. Genau an dieser Stelle kippt Service in Risiko.
Freieck sagt nicht einfach zu und bestellt nicht „auf Verdacht“. Die Regel im Haus ist klar: Teure Ware wird für Unbekannte nicht vorbestellt, Ausnahmen gelten nur für Stammkundinnen und Stammkunden, bei denen Identität und Historie im Alltag greifbar sind. Diese Linie ist kein Misstrauensritual, sondern eine Schutzkante gegen einen Schaden, der sofort real wird, sobald Ware disponiert, reserviert oder aus dem Kühlschrank geholt wird. Wer täuscht, kalkuliert nicht nur Fälschungsqualität, sondern Abläufe.
Der Mann versucht es später im Notdienst erneut. Das ist der Moment, in dem aus einem vagen Verdacht eine konkrete Lage wird: Eine Person will ein hochpreisiges Arzneimittel abholen, der Betrieb steht zwischen Pflichtgefühl, Kundennähe und dem Wissen, dass ein Fehler nicht einfach „ärgerlich“, sondern existenziell teuer sein kann. Statt den Fall zu beschleunigen, wird er verlangsamt. Es ist eine kleine, aber entscheidende Umstellung des Rhythmus: nicht schneller werden, wenn Druck entsteht, sondern kontrolliert Zeit gewinnen.
Eine Mitarbeiterin warnt die Polizei vor, dass am selben Tag jemand ein Medikament abholen wolle. Als die Person am frühen Nachmittag die Apotheke betritt, greift eine Verzögerung, die nach Normalität aussieht. Freieck sagt, sie müsse das Medikament „im Kühlschrank suchen“. Der Satz ist banal, aber er schafft Minuten, in denen die Situation nicht eskaliert, sondern in einem Rahmen bleibt, der Hilfe ermöglicht. Parallel ruft ihre Tochter Sophia Freieck die Polizei an. Als der Mann ohne das Arzneimittel gehen will, sind Beamte da und nehmen ihn fest. Der Zugriff ist das sichtbare Ende, die eigentliche Arbeit lag davor: in der Entscheidung, den Ablauf nicht zu bedienen.
Nur rund vierzig Kilometer entfernt, in Zülpich, läuft derselbe Film mit anderem Ausgang. In der Apotheke am Münstertor will ein Mann ebenfalls eine große Packung Mounjaro vorbestellen, auch hier stammt das Rezept aus einer anderen Region. Das Rezept wirkt nicht grob, nicht „dilettantisch“, sondern im Gegenteil überzeugend. Gerade das macht die Lage schwieriger, weil eine reine Sichtprüfung an Wert verliert, sobald Fälschungen in der Mitte plausibel werden. Der Prüfpunkt wandert dann zum Ablauf: Was muss als Nächstes zwingend geprüft werden, bevor Ware überhaupt als verfügbar gilt.
Das Team in Zülpich fragt nach der Krankenkassenkarte. Der Mann sagt, er wolle sie aus dem Auto holen, und kommt nicht wieder. Es ist ein knappes Entkommen, kein gelöster Fall. Für den Betrieb bleibt nicht nur Erleichterung, sondern die offene Flanke, dass der Versuch mit derselben Logik in der nächsten Straße wiederholt werden kann. Wer abbricht, hat gelernt, wo Widerstand sitzt; beim nächsten Mal wird er ihn umgehen wollen.
In beiden Fällen entsteht im Betrieb eine neue innere Ordnung, die nicht aus Misstrauen geboren ist, sondern aus Erfahrung. Telefonische Vorbestellungen hochpreisiger Präparate, Abholungen kurz vor Dienstschluss, Rezepte aus fremden Regionen werden als Warnzeichen markiert. Dazu kommen Feinheiten, die früher Handwerk waren und jetzt Schutzfunktion bekommen: Papierfarbe, die bei echten Formularen rosa ist und bei Fälschungen ins Orange kippen kann. Der Abgleich von Namen zwischen Karte und Rezept. Und der Schritt, der am meisten Zeit kostet, aber am klarsten wirkt: die Rückfrage in der Praxis, manchmal sogar zuerst die Prüfung, ob es die Praxis überhaupt gibt.
Diese Schutzmechanik hat eine Nebenwirkung, die im Alltag schwerer wiegt als jede Schlagzeile. Sie verschiebt Zeit und Aufmerksamkeit vom Versorgen zum Prüfen. Notdienst ist ohnehin verdichtet, Personal ist geringer, Situationen sind unübersichtlicher, und genau diese Randzeiten werden genutzt, weil die Hemmschwelle zum „noch schnell“ dort am höchsten ist. Wenn Betrug in diese Taktung hineingreift, greift er nicht nur nach Ware, sondern nach dem Moment, in dem Routine die Kontrolle ersetzt.
Damit wird Prävention zur Organisationsfrage. Nicht die einzelne Mitarbeiterin „soll besser aufpassen“, sondern der Ablauf muss so gebaut sein, dass er auch bei Müdigkeit, Druck und Höflichkeit trägt. Eine feste Regel gegen Vorbestellung für Unbekannte nimmt Tätern den Vorteil der Vorbereitung. Ein klarer Identitätscheck nimmt ihnen den Vorteil der plausiblen Rolle. Ein Praxisrückruf nimmt ihnen den Vorteil des Papiers. Und ein bewusstes Verlangsamen nimmt ihnen den Vorteil des Zeitdrucks. Jede Maßnahme für sich ist klein, zusammen bilden sie ein Feld, in dem Betrug riskanter wird, seltener gelingt und schneller auffällt.
In der zweiten Blickrunde wird sichtbar, warum Bonn mehr ist als eine Erfolgsmeldung und Zülpich mehr als ein „glücklicher Zufall“. In Bonn ist der Ablauf so gestaltet, dass Zeitgewinn möglich ist, ohne dass es nach Eskalation aussieht. Die Verzögerung wirkt wie Routine, nicht wie Anschuldigung. Gleichzeitig ist die Brücke zur Polizei vorhanden, bevor der Täter im Raum steht. In Zülpich genügt eine einzelne Nachfrage, um den Versuch zu brechen, aber die Frage bleibt offen, wie stark diese Abwehr bleibt, wenn Täter mit mehr Druck, mehr Vorbereitung oder besserer Legende kommen.
Der Gegenhorizont liegt deshalb nicht in noch mehr Einzelprüfungen, die alles zäher machen, sondern in einer stabilen Architektur, die wenige, aber harte Schwellen setzt. Hochpreiser sind nicht „wie alles andere“. Unbekannte Anrufer sind nicht „wie Stammkunden“. Rezepte aus fremden Regionen sind nicht automatisch falsch, aber sie verlangen einen Schritt mehr, bevor Ware als sicher gilt. Wenn diese Schwellen klar sind, entsteht weniger Streit am HV, weil die Entscheidung nicht als persönliches Misstrauen erscheint, sondern als Regel, die für alle gilt.
Papier bleibt dabei die strukturelle Schwachstelle, solange es in Umlauf ist. Eine gute Fälschung trifft nicht die Optik, sie trifft den Ablauf. Genau deshalb sind die wirksamsten Abwehrpunkte die, die nicht am Druckbild hängen, sondern an Identität, Plausibilität und Zeit. Wenn der Betrieb dort konsequent ist, wird aus dem Telefonat kurz vor Feierabend nicht automatisch ein Schadensfall, sondern zuerst ein Prüfpunkt. Und das ist der Unterschied zwischen einem Alltag, der ständig nachbessern muss, und einem Alltag, der auch dann stabil bleibt, wenn jemand wieder versucht, Service in Beute zu verwandeln.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Zwischen Telefonklingeln und Kühlschranktür entsteht eine neue Art von Aufmerksamkeit: nicht misstrauisch, aber wach, nicht hart, aber klar, und immer mit dem Wissen, dass ein einziger Routinegriff aus Hilfsbereitschaft eine Rechnung machen kann, die länger bleibt als der Moment.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn der Tag lang ist und der Ton freundlich klingt, entscheidet nicht das Papier über Wahrheit, sondern die Ordnung im Ablauf, und manchmal ist das Wichtigste an der Kundennähe die Fähigkeit, sie nicht gegen sich verwenden zu lassen.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Entscheidend ist, ob Verantwortung im Ablauf bleibt oder durch Zeitdruck und Routine in den operativen Moment rutscht.
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