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Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:
APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Sonntag, 22. Februar 2026, um 14:02 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Nina Warken spricht vom höheren Fixum mit der Sicherheit einer bereits gefällten Entscheidung: Es komme, sagt sie, während zugleich ePA und Wiederholungsrezepte beschleunigt und das Gesundheitswesen insgesamt widerstandsfähiger werden sollen. Doch je klarer das Tempo formuliert wird, desto sichtbarer wird die Gegenfrage: Welche Mechanik trägt diese Zusagen tatsächlich? Während die Approbationsordnung als Strukturthema offen im Raum steht, kündigt der Deutsche Apothekerverband Preislisten für Spezialrezepturen und pDL und verschiebt die Debatte in Kalkulation, Verhandlung und mögliche Schiedsverfahren. Zwischen politischer Gewissheit und vertraglicher Wirklichkeit beginnt sich das Spannungsfeld zu zeigen.
Wenn Nina Warken über das höhere Fixum spricht, klingt es nicht wie ein Prüfauftrag, sondern wie ein Schalter, der bereits umgelegt ist. In derselben Atemluft stehen ePA, Wiederholungsrezepte und ein Gesundheitswesen, das in Krisen funktionieren soll, ohne zu knicken. Das ist nicht nur eine Liste politischer Vorhaben, sondern ein Anspruch auf Steuerung: mehr Geld, mehr Digitaldruck, mehr Resilienz, mehr Tempo.
Der Knackpunkt liegt in der Mechanik, nicht im Versprechen. Ein höheres Fixum ist kein Slogan, sondern eine Zahl, die sich durch Haushaltslogik, Kassenfinanzen, Verhandlungspflichten und am Ende durch Verfahren bewegt. Wer es „eisern“ zusagt, setzt Erwartungen, die später nicht an Haltung, sondern an juristischen und finanziellen Leitplanken gemessen werden. Genau dort entstehen die Reibungen: Zwischen politischer Erzählung und der Frage, welche Stellschraube tatsächlich gedreht wird und wer die Drehung bezahlt.
Während nach vorn beschleunigt wird, bleibt eine andere Baustelle auffällig still: die Approbationsordnung, die nach der zugespitzten Lesart in Kürze nicht mehr EU-konform sein soll. Das ist kein Randthema, weil es nicht nur um Studieninhalte geht, sondern um Anerkennung, Mobilität, Berufszugang und am Ende um die Ordnung, in der Versorgungspersonal überhaupt verlässlich gewonnen werden kann. Wenn hier nicht gearbeitet wird, entsteht ein Loch, das später weder durch ePA noch durch Wiederholungsrezepte gefüllt werden kann.
Auf der wirtschaftlichen Ebene ist der Ton längst härter geworden, nur weniger öffentlich. Der Deutsche Apothekerverband hat Preislisten gekündigt, die in der Praxis eine Art stille Grundlage für zwei Bereiche sind, die besonders empfindlich auf Unterfinanzierung reagieren: Spezialrezepturen und pharmazeutische Dienstleistungen. Kündigung ist in diesem Kontext keine Geste, sondern ein Signal, dass die bisherigen Sätze als nicht mehr tragfähig bewertet werden, weil Aufwand, Personalbindung und Risiko im Betrieb nicht mehr in einem Verhältnis zur Vergütung stehen, das man dauerhaft vertreten kann.
Damit rückt die Preislogik in den Mittelpunkt, die im Alltag selten ausgesprochen wird. Spezialrezepturen sind nicht nur „Zubereitungen“, sondern Arbeit unter Bedingungen, die Fehler teuer machen, Verantwortung klar zuordnen und Prozesse erzwingen, die Zeit kosten. pDL sind nicht nur „Leistung“, sondern Beratung, Dokumentation, Schnittstellenarbeit und das ständige Risiko, dass Erwartung und Abrechnung auseinanderlaufen. Wenn diese Bereiche zu niedrig bepreist sind, wird nicht nur die Marge kleiner, sondern die Bereitschaft sinkt, solche Leistungen im Alltag überhaupt noch mit derselben Selbstverständlichkeit zu tragen.
Aus dem Konflikt wird schnell ein Verfahren. Nach einer Kündigung steht erst die Neuverhandlung im Raum, dann die Frage, ob Einigung überhaupt realistisch ist, und schließlich das Szenario, dass eine Schiedsstelle entscheidet. In dieser Kette verschiebt sich Macht: von der politischen Zusage zur vertraglichen Architektur. Wer am Ende festsetzt, setzt nicht nur einen Preis, sondern definiert, welche Form von Arbeit im System als „lohnend“ gilt und welche auf Dauer als Zumutung in den Betrieb gedrückt wird.
In der Akteurslandschaft wirkt deshalb die Personalie, die nebenbei wie ein Witz erzählt wird, plötzlich wie ein Ernstfall. Wenn die Abda einen Verhandlungsprofi sucht, dann nicht wegen Imagepflege, sondern weil Verhandlungsfähigkeit hier zur Strukturfrage wird: Wer den Mechanismus nicht beherrscht, verliert nicht nur einzelne Sätze, sondern Spielraum. Der Kontrast zwischen der Größe der Aufgabe und dem ironischen Klang von Ticket und Cafeteria ist kein Gag, sondern ein Hinweis darauf, wie stark Anspruch und Realität auseinanderliegen können, wenn Verhandlungen zu einem Dauerzustand werden.
Die erste Systemfolge dieser Gemengelage ist nüchtern: Versorgung wird nicht nur durch politische Ziele, sondern durch die Kalkulierbarkeit von Arbeit stabilisiert. Wenn Honorarfragen, Preislisten und Verfahren sich so verhärten, dass Betriebe Leistungen vermeiden, die wirtschaftlich nicht abbildbar sind, entsteht eine stille Verschiebung: Nicht das medizinisch Sinnvolle bestimmt den Alltag, sondern das noch Tragbare. Das ist eine Grenzüberschreitung, weil es die Logik umdreht, nach der Versorgung eigentlich funktionieren soll.
Und genau hier liegt die offene Systemfrage, die hinter allen Tempo-Formeln steht: Wie soll ein Gesundheitswesen gleichzeitig digital schneller, krisenfester und fachlich anspruchsvoller werden, wenn die ordnenden Grundlagen an einer Stelle liegen bleiben und die Preislogik an anderer Stelle erst über Kündigung, Neuverhandlung und Schiedsstelle wieder in Richtung Realität gezwungen werden muss.
Ein Fixum ist am Ende kein Schlüssel, sondern ein Prüfstein.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Politik arbeitet mit Ansage, Systeme mit Belastbarkeit. Ein höheres Fixum klingt nach Führung, doch Führung erweist sich nicht im Satz, sondern in der Fähigkeit, Verfahren, Finanzierung und Ordnung gleichzeitig zu bewegen. Kündigt ein Verband Preislisten, wird Sprache zur Rechnung. Droht eine Schiedsstelle, wird das Versprechen zur Verhandlungsmasse. Und wenn grundlegende Ausbildungsfragen ungeklärt bleiben, verlieren auch die lautesten Reformsignale an Gewicht. In dieser Konstellation entscheidet nicht das Tempo, sondern die Tragfähigkeit.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Ein Fixum wird erst dann zu einer stabilen Größe, wenn es die reale Arbeit im Betrieb so abbildet, dass Verantwortung, Zeit und Risiko nicht aus der Vergütung herausfallen. Wo diese Übersetzung nur über Kündigung, Neuverhandlung und Schiedsstelle erzwungen werden kann, zeigt sich die Grenze politischer Beschleunigung. Und die offene Frage bleibt stehen: Wann wird Versorgung so vergütet, dass sie nicht nur möglich ist, sondern verlässlich bleibt.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Wenn Fixumversprechen, gekündigte Preislisten und ein offenes Strukturkapitel wie die Approbationsordnung gleichzeitig auf Verfahren, Verhandlung und mögliche Schiedswege zulaufen, entscheidet sich, ob Belastung geordnet wird oder im Betrieb hängen bleibt.
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