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Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:
APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Samstag, 14. Februar 2026, um 18:40 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Es sind diese Vorgänge, die in der Hektik fast leise wirken: ein Anruf, eine Abholung, ein Rezept, das auf den ersten Blick passt, und ein Produkt, das nicht nach „Ware“ aussieht, sondern nach Therapie. In der vergangenen Woche ging es gleich mehrfach um gefälschte Verordnungen, in einem Fall stoppte eine Apothekerin die Abgabe, in einem anderen bemerkte der Betrieb den Betrug erst später, als das hochpreisige Arzneimittel schon weg war. Das ist nicht nur ein Krimithema, sondern ein Risikoprofil, das sich im Alltag einnistet, weil Hochpreiser den Schaden bündeln: Ein einziger Fehler, ein einziger Moment Routine, und plötzlich steht nicht nur ein Warenposten auf der Kippe, sondern Liquidität, Nerven und interne Sicherheit. Genau hier entscheidet sich, ob ein Betrieb nach einem Treffer nur härter wird oder ob er stabil bleibt, weil er das Rest-Risiko nicht romantisiert, sondern als Teil der Realität behandelt.
In den vergangenen Tagen sind wieder mehrere Rezeptfälschungen bei der Polizei aufgeschlagen, und in mindestens einem Fall war der Betrug erfolgreich – ausgerechnet dort, wo der Schaden nicht in Kleingeld gerechnet wird, sondern in vierstelligen Beträgen. Hochpreiser sind für Täter attraktiv, weil sie den Aufwand eines Fälschungsversuchs in einen klaren Gewinn übersetzen können. Für Apotheken ist derselbe Vorgang das Gegenteil: ein konzentrierter Verlust, der nicht nur Ware betrifft, sondern Liquidität, Vertrauen und Prozesssicherheit gleichzeitig.
Der Mechanismus ist selten spektakulär und gerade deshalb gefährlich. Ein Anruf kündigt eine Abholung an, das Rezept soll bei Übergabe vorgelegt werden, manchmal erscheint nicht der Anrufer selbst, sondern eine dritte Person. In Bielefeld wurde genau so ein Versuch bekannt: Eine Apothekerin verweigerte die Abgabe, weil ihr das Rezept als Fälschung auffiel, kopierte es und fragte bei der angeblich verordnenden Fachärztin nach, die den Patienten nicht kannte. In einem anderen Fall, im hessischen Erlensee, bemerkte die Apotheke den Betrug erst im Nachhinein – der Abholer hatte das Arzneimittel im Wert von 1445 Euro bereits erhalten. Weitere Versuche in Nordrhein-Westfalen zeigen das Muster: gefälschte Privatrezepte, unterschiedliche Orte, immer wieder die gleiche Hoffnung der Täter, dass Routine, Zeitdruck und höfliche Normalität die Kontrolle ersetzen.
Der Unterschied zwischen „erfolgreich“ und „abgewendet“ liegt oft in einer kleinen Irritation: ein Rezept, das nicht zur üblichen Handschrift passt, eine Plausibilität, die nicht stimmt, eine Nachfrage nach der Gesundheitskarte, ein Bauchgefühl, das sich nicht wegdrücken lässt. In der Praxis entscheiden Sekunden darüber, ob der Schaden entsteht. Doch der Schaden selbst wirkt nicht in Sekunden, sondern in der Betriebslogik. Ein Hochpreiser ist nicht nur ein Packungspreis. Er ist gebundenes Kapital, er ist Warenwert mit unmittelbarer Auswirkung auf die Liquidität. Und weil Hochpreiser nicht massenhaft, sondern konzentriert sind, trifft jeder Verlust wie ein eigener Schlag.
Genau das macht das Thema größer als eine Polizeimeldung. Ein vierstelliger Verlust ist in einer Apotheke nicht einfach „ärgerlich“, sondern kann Prozesse verschieben: Nachbestellungen werden vorsichtiger, Abgaben werden zögerlicher, Mitarbeitende werden misstrauischer, Kundinnen und Kunden spüren plötzlich die härtere Nachfrage nach Karte, Identität oder Plausibilität. Das sind Nebenfolgen, die niemand will, aber sie entstehen, sobald Betrug als reales Risiko in die Routine eindringt. Und sie treffen nicht nur die Leitung, sondern das ganze Team, weil jede Abgabeentscheidung im Alltag verteilt ist, auch wenn die Verantwortung am Ende auf einem Namen steht.
Dazu kommt die Systemlast, die selten offen ausgesprochen wird: Hochpreisige Arzneimittel sind in der Versorgung nicht optional. Sie sind Teil moderner Therapien, Teil eines Marktes, der immer stärker in wenige, sehr teure Produkte hineinwächst. Damit steigt die Attraktivität für Betrug automatisch mit. Nicht, weil Apotheken etwas falsch machen, sondern weil sich die Risikooberfläche verändert. Wenn mehr Wert in weniger Packungen steckt, braucht es weniger Versuche, um hohen Schaden zu erzeugen. Das macht Rezeptfälschung zu einem Risiko, das strukturell mitwächst, selbst wenn die Wachsamkeit ebenfalls steigt.
Hier liegt auch der Punkt, an dem man die betriebliche Perspektive konsequent ernst nehmen muss. Ein Versicherungsschutz verhindert keinen Betrugsversuch. Er ersetzt nicht die Pflicht zur Prüfung, nicht die Aufmerksamkeit, nicht die Dokumentation. Er löst auch nicht das Grundproblem, dass Vertrauen im Gesundheitswesen missbraucht wird. Aber er kann die Folge abfedern: den wirtschaftlichen Treffer, der sonst voll in der Apotheke einschlägt. Das ist keine Nebensache, sondern eine Stabilitätsfrage. Denn wenn Schäden wiederkehren oder wenn ein einziger Treffer zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommt – etwa bei ohnehin angespannter Liquidität, hoher Vorfinanzierung oder knappen Warenkreditlinien – dann wird aus einem Delikt schnell ein betrieblicher Stressor.
Man muss das Gegenargument ernst nehmen, damit die Debatte nicht in eine reine Absicherungsrhetorik kippt: Prävention ist wirksamer als jede nachträgliche Kompensation. Jede verhinderte Abgabe spart nicht nur Geld, sondern auch Ärger, Aufwand, Nacharbeit, Ermittlungsstress. Und viele Apotheken zeigen, dass Prävention funktioniert, wenn sie gelebt wird: Plausibilitätsprüfung, konsequente Rückfragen, klare Teamabsprachen, eine Kultur, in der das „komische Gefühl“ nicht wegmoderiert, sondern geprüft wird. In Bielefeld war genau diese Kultur sichtbar – eine Apothekerin, die nicht nur verweigert, sondern nachfasst, bis die Unstimmigkeit belegt ist.
Und trotzdem bleibt der Kern: Prävention ist nie absolut. Gerade Hochpreiser-Fälle zeigen, dass Täter auf Routine setzen, und Routine ist im Apothekenalltag nicht das Problem, sondern die Bedingung, damit Versorgung überhaupt läuft. Deshalb ist die entscheidende Frage nicht, ob man alles verhindern kann, sondern wie man als Betrieb mit dem Rest-Risiko lebt, das trotz guter Prozesse bleibt. Wer dieses Rest-Risiko vollständig in der eigenen Bilanz trägt, trägt auch die volle Wucht eines Treffers. Wer es strukturell absichert, verhindert nicht den Schaden, aber er verhindert das Ausbluten, das entstehen kann, wenn ein Treffer das falsche Timing hat oder wenn mehrere Versuche in kurzer Folge in dieselbe Richtung zielen.
Damit kippt der Blick ein zweites Mal zurück auf das System. Rezeptfälschung ist strafrechtlich klar. Für die Apotheke ist sie zugleich eine Frage der Resilienz: Wie stabil ist ein Betrieb, wenn ein einzelner Vorgang vierstelligen Warenwert entzieht und zugleich Prozesse verhärtet? Wie gut ist ein Team geschützt, wenn nach einem Treffer die Verantwortungskultur kippt – weg von ruhiger Prüfung, hin zu Angst vor Fehlern? Und wie sehr hängt diese Stabilität an der Frage, ob man Risiken als Ausnahme betrachtet, die man „irgendwie“ wegsteckt, oder als Bestandteil einer Betriebsrealität, die man nüchtern absichert?
Hochpreiser machen aus Rezeptfälschung keine neue Straftat, aber ein neues Schadensprofil. Wer darüber spricht, sollte nicht bei Täterbeschreibungen stehenbleiben, sondern bei dem, was im Apothekenalltag tatsächlich zählt: ein kurzer Moment an der Kasse, der über einen vierstelligen Verlust entscheidet – und ein Betrieb, der danach nicht nur weiterarbeiten muss, sondern weiter vertrauen können muss, ohne blind zu werden. Stoffende erreicht.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Hochpreiser sind kein „großer Diebstahl“, sondern ein kleiner Griff mit großer Wirkung, und je öfter solche Versuche auftauchen, desto mehr hängt die Stabilität nicht an Heldentaten im Handverkauf, sondern daran, ob ein Betrieb sein Rest-Risiko als Betriebsrisiko anerkennt.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wer nach dem Treffer nur die Kontrolle verschärft, verliert am Ende Zeit, Ruhe und Vertrauen, und wer das Rest-Risiko ignoriert, zahlt irgendwann nicht nur Ware, sondern Stabilität.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Hochpreiser bündeln Schäden so stark, dass Absicherung zur Frage der Betriebsruhe wird.
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