Für Sie gelesen
Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:
APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Mittwoch, 25. Februar 2026, um 17:58 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Der Protesttag am 23. März wird zum Test für die politische Verbindlichkeit rund um das ApoVWG und die seit Jahren aufgelaufene Kosten-Schere in den Betrieben. Gleichzeitig verschiebt sich die Aufmerksamkeit auf das Verfahren selbst: Wer in der Anhörung gehört wird, wie knapp Redezeit bemessen ist und welche Konflikte dadurch größer statt kleiner werden. Mit der Benennung der 2hm-Autorin rückt ein früherer Vergütungsstreit wieder ins Zentrum, während das BMG Ursachen für sinkende Übernahmebereitschaft aufzählt, die nach Erklärung klingen und doch wenig Richtung geben. In der Offizin laufen diese Linien parallel zur Versorgungspraxis: PTA-Perspektiven, Suchtleitlinien und Winterhaut-Beratungen sind Teil derselben Belastungswirklichkeit.
Der 23. März ist in dieser Lage kein Kalendereintrag, sondern ein Testlauf für die Frage, ob ein Berufsstand seine wirtschaftliche Lage noch als verhandelbar empfindet oder schon als existenziell. Dass die Abda einen bundesweiten Protesttag ansetzt, Apotheken geschlossen bleiben sollen und die Versorgung zugleich über Notdienst-Apotheken abgesichert wird, zeigt die Doppelbindung, die sich seit Jahren verschärft: Die Offizin ist Betrieb und Teil der Daseinsvorsorge zugleich. Die Zahl, die Thomas Preis in den Raum stellt – 65 Prozent Kostensteigerung in 13 Jahren – ist im Kern eine Aussage über betriebliche Physik. Personalkosten steigen nicht im Rhythmus von Wahlperioden, Energiepreise schon gar nicht, und der Aufwand in der Fläche wächst, wenn das System um die Apotheke herum dünner wird. Wenn auf der Einnahmenseite eine Vergütung „pro Packung“ über lange Zeit stagniert und politisch eine Anhebung von 8,35 auf 9,50 Euro zugesagt wird, wird das Fixum selbst zum Symbol für Vertrauen: nicht, weil es romantisch wäre, sondern weil es die kleinste stabile Einheit ist, an der sich Cashflow, Kreditfähigkeit und Personalplanung ausrichten. Die Mechanik des Protesttages ist daher nicht „laut sein“, sondern eine betriebliche Selbstbehauptung unter den Bedingungen eines Versorgungsauftrags. Die operative Folge ist banal und schmerzhaft: Ein Tag Schließung kostet Umsatz und bindet zugleich Personal, das sich mobilisiert. Die Systemfolge liegt tiefer: Wenn ein Berufsstand zu flächendeckender Schließung greift, signalisiert das, dass die üblichen Kanäle der Interessenvermittlung nicht mehr als hinreichend wirksam erlebt werden.
Genau hier setzt die zweite Ebene an, die sich in der Anhörungslogik spiegelt. Die Auswahl der Sachverständigen ist kein neutraler Formalakt, sondern ein Machtinstrument, das definiert, welche Perspektiven als „repräsentativ“ gelten. Wenn die Freie Apothekerschaft mit rund 2000 Mitgliedern nicht auf der Liste auftaucht, während eine Vielzahl anderer Organisationen – Heimversorger, Sterilhersteller, Klinikapotheker, Kooperationsverbände, Versandapothekenverband und weitere – eingeladen wird, entsteht ein Verteilungsproblem: nicht nur von Redezeit, sondern von Legitimation. Daniela Hänels Dilemma, nur über ein Ticket der AfD teilnehmen zu können, ist in dieser Lage mehr als eine politische Unannehmlichkeit. Es zeigt eine Mechanik, die in Debatten häufig unterschätzt wird: Wer nur über eine polarisierende Plattform sprechen kann, wird schnell nicht mehr über seine Inhalte gelesen, sondern über den Kanal, der ihn sichtbar macht. Operativ droht der Verlust an Anschlussfähigkeit gegenüber den Fraktionen, die die Gesetzgebung tragen. Systemisch verstärkt sich die Spaltung zwischen „systemkonformen“ und „unbequemen“ Stimmen – und damit die Gefahr, dass Reformen am Alltag vorbei formuliert werden, weil jene, die strukturelle Schwachstellen am schärfsten benennen, in der offiziellen Arena unterrepräsentiert bleiben.
Die dritte Ebene wirkt wie ein Rückgriff in die Archive, ist aber in Wahrheit eine politische Gegenwartstechnik: Iris an der Heiden vom IGES-Institut und die Rückkehr des 2hm-Gutachtens von 2017. Dort wurde nicht nur behauptet, es gebe keinen Anlass für eine Honorarerhöhung; es wurde ein Einsparpotenzial von 1,24 Milliarden Euro skizziert, inklusive einer Reduktion des Fixzuschlags auf 5,84 Euro. Zahlen dieser Art sind keine bloßen Rechenmodelle, sie sind Erzählkerne: Sie liefern eine scheinbar objektive Begründung dafür, warum Stagnation oder Kürzung als „rational“ gelten könne. Dass die Studie methodisch stark kritisiert wurde – Datenbasis, Auftragserweiterung, konzeptionelle Mängel – ist dabei nicht nur ein akademisches Detail. Es zeigt, wie fragil die Grundlage sein kann, auf der Milliardenlogiken politisch anschlussfähig gemacht werden. Operativ prägt das die Anhörung, weil alte Gutachten als argumentative Waffen reaktiviert werden, sobald das Fixum erneut auf dem Tisch liegt. Systemisch verschiebt sich die Grundfrage: Soll das Apothekensystem als Infrastruktur stabilisiert werden, oder soll es als Markt behandelt werden, in dem Kostendruck als Reinigungsmechanismus gilt. In der Fläche sieht man die Konsequenz nicht in Tabellen, sondern in Schlüsselübergaben.
Die vierte Ebene, das Apothekensterben und die Antwort des BMG, wirkt auf den ersten Blick wie eine Erklärung, tatsächlich ist sie eine Rahmensetzung. Wenn Ursachen als „vielfältig“ benannt werden – Lebensplanung, Verdienstvorstellungen, Fachkräftemangel, demografischer Wandel – entsteht eine Mechanik der Verantwortungsdiffusion. Alles ist irgendwie richtig, aber gerade dadurch wird es politisch schwer greifbar. Operativ bedeutet das: Es gibt keine klare Stellschraube, die als vordringlich anerkannt wird, also bleibt die Reformlogik oft bei Maßnahmen, die im Gesetzestext gut aussehen, aber die betriebliche Realität nur begrenzt drehen. Systemisch wirkt dieser Rahmen wie ein stiller Satz: Wenn die Ursachen „individuell“ sind, liegt auch die Lösung beim Individuum. Das kollidiert mit einer Infrastrukturrealität, in der Kreditkosten, Personalmarkt und regulatorischer Aufwand nicht individuell verhandelbar sind. Dazu kommt die Versandhandelsfrage. Wenn die Forderung nach stärkerer Kontrolle, etwa über eine Pflicht zur Vorlage der Versanderlaubnis beim BfArM und eine mögliche Widerrufskompetenz, als nicht zielführig zurückgewiesen wird und stattdessen auf bestehende Logos und europarechtliche Grenzen verwiesen wird, bleibt die Durchsetzungsebene vage. Operativ entsteht ein Asymmetriegefühl: Präsenzapotheken erleben Pflichten konkret, während Kontrolle grenzüberschreitender Modelle als abstrakt und begrenzt beschrieben wird. Systemisch nährt das das Misstrauen, ob Regelgleichheit tatsächlich hergestellt werden soll oder nur behauptet wird.
Die fünfte Ebene ist der parlamentarische Takt selbst: Verschiebung der ersten Lesung, Kürzung der Anhörung. Das klingt nach Tagesgeschäft, ist aber in hoch aufgeladenen Reformprozessen eine entscheidende Einflussgröße. Zeit ist in solchen Verfahren nicht neutral. Eine Stunde für knapp 40 Verbände ist faktisch eine Struktur, die Komplexität in Kurzform zwingt. Operativ heißt das: Wer prägnant liefern kann, gewinnt, wer differenziert erklären müsste, verliert. Systemisch führt das zu Gesetzen, die zwar formal beraten wurden, aber in der Begründungslogik auf Schlagworte reduziert bleiben. Wenn parallel Anträge anderer Fraktionen auf der Tagesordnung stehen, entsteht zudem eine zweite Mechanik: Reform wird zur Bühne konkurrierender Narrative, während die betriebliche Lage nicht im Narrativ, sondern in Monatsabschlüssen sichtbar wird.
Die sechste Ebene ist das Personal- und Kompetenzfundament, das im Alltag oft als selbstverständlich behandelt wird, bis es fehlt: PTA. Die Botschaft aus Osnabrück, der Beruf bleibe trotz Schließungen zukunftsfähig, trägt eine stille Wahrheit. Apotheken können nur dann mehr Aufgaben übernehmen – Beratung, Abgabe, Labor, pharmazeutische Dienstleistungen – wenn die Kompetenzketten stabil sind. Die Mechanik ist Qualifikation als Multiplikator: Eine gut ausgebildete PTA kann Prozesse entlasten, Beratungstiefe sichern und die Fähigkeit der Apotheke stärken, Versorgungslücken zu puffern, wenn Arztpraxen schließen. Operativ entscheidet das über Öffnungszeiten, über die Qualität von Interaktionen, über die Fähigkeit, Fehler zu vermeiden, wenn der Betrieb unter Druck steht. Systemisch ist PTA-Attraktivität ein Frühindikator für die Resilienz des Systems. Wenn Nachwuchs ausbleibt, werden Schließungen nicht nur wirtschaftlich, sondern personell zwangsläufig.
Die siebte Ebene, die S3-Leitlinie zu opioidbezogenen Störungen, wirkt wie ein Fremdkörper neben Honorar- und Anhörungsdebatten, ist aber in Wahrheit ein Spiegel derselben Frage: Wie sieht Versorgung aus, wenn sie komplex, langwierig und risikobehaftet ist. Die Leitlinie beschreibt opioidbezogene Störungen als schwere, chronisch verlaufende Erkrankung und setzt die Opioid-Agonisten-Therapie als Goldstandard. Die Mechanik hier ist evidenz- und konsensbasiertes Handeln unter hoher Fallkomplexität. Operativ wächst der Beratungsbedarf: Substitutionsmittel unter BtM-Recht, Fragen der Take-Home-Vergabe, Rückfallrisiken nach Entzug, Interaktionen, Adhärenz, Notfalllogik über Naloxon. Selbst wenn Schulungen formal andernorts stattfinden, landet die reale Frage oft in der Apotheke: Was bedeutet das Präparat im Alltag, wie wird es sicher angewendet, wo sind lokale Anlaufstellen. Systemisch zeigt sich daran, dass Apotheke nicht nur Packungen bewegt, sondern Versorgung mitträgt, gerade dort, wo Brüche, Scham, Abbruchrisiko und soziale Folgen ineinandergreifen. Das ist keine „Zusatzleistung“, sondern der Kern einer wohnortnahen Struktur.
Die achte Ebene, das 8-Grad-Phänomen bei Rhagaden, wirkt klein, ist aber ein Musterbeispiel dafür, wie Apotheke im Alltag Resilienz erzeugt. Unter 8 Grad reduziert die Haut ihre Fettproduktion, der Schutzfilm bricht weg, Wasser verdunstet schneller, mechanische Belastung führt zu Einrissen. Die Mechanik ist physiologisch und konkret. Operativ heißt das: Es reicht nicht, „mehr Creme“ zu sagen. Der Wechsel von Öl-in-Wasser zu Wasser-in-Öl ist eine praktische Konsequenz aus der Barrierephysik, Urea in höherer Konzentration löst Spannungsränder, Dexpanthenol unterstützt Regeneration, geeignete Pflaster oder Flüssigschutz verhindern, dass der Riss bei jeder Bewegung neu aufgeht. Systemisch wirkt dieses scheinbar kleine Thema wie ein Vertrauensanker: Menschen erleben Versorgung nicht zuerst als Gesetz, sondern als Lösung im Moment, wenn etwas schmerzt, reißt, blutet oder den Alltag stört. Genau diese Mikroversorgung ist das, was im Apothekensterben unsichtbar verloren geht, bevor es politisch sichtbar wird.
Wenn man diese acht Stränge zusammenzieht, entsteht kein „Themensalat“, sondern ein einheitlicher Konflikt mit unterschiedlichen Oberflächen. Der Protesttag zeigt die Eskalation ökonomischer Belastung. Die Anhörungslisten zeigen, wer in der Reformlogik sprechen darf. Das 2hm-Gutachten steht für die Macht von Zahlen, auch wenn die Methodik umstritten ist. Die BMG-Antwort rahmt Ursachen so, dass Verantwortung leicht verfließt. Terminverschiebung und Anhörungsverkürzung zeigen, wie Verfahren Komplexität beschneiden. PTA-Zukunftsfähigkeit markiert, ob das System personell tragfähig bleibt. Die S3-Leitlinie zeigt, wie hochkomplexe Versorgung im Alltag verankert werden muss. Das 8-Grad-Phänomen zeigt die Mikroebene, auf der Vertrauen entsteht.
Die operative Klammer ist überall spürbar: Jeder zusätzliche Druckpunkt – Finanzierung, Personal, Regulierung, Wettbewerb – landet am Ende in denselben Räumen, in denen Beratung stattfindet, Rezepte verarbeitet werden, BtM dokumentiert wird, Dienstpläne geschrieben werden und Menschen im Winter mit aufgerissenen Händen vor dem HV stehen. Die Systemfolge ist deshalb nicht nur „mehr Schließungen“, sondern ein Abbau an Versorgungsdichte, der sich zuerst als Wegstrecke, Wartezeit, geringere Beratungsqualität und dünnere Notdienststruktur ausdrückt, bevor er als Statistik in Berlin ankommt. Genau deshalb ist das Fixum nicht nur eine Zahl, sondern eine Stabilitätszusage.
Wenn du willst, gehe ich als nächstes in genau die drei Stränge, die dir bisher „zu kurz geraten“ sind, noch einmal tiefer in die zweite Erzähl-Schleife hinein – nicht mit gleicher Länge, sondern so, wie der Stoff trägt: erstens Protesttag/Fixum/65-Prozent-Kostenlinie, zweitens Anhörung/FA-Ausschluss/Verfahrensmacht, drittens 2hm-Rückkehr/IGES-Benennung/Argumentwaffen.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Die Lage wirkt wie ein System, das auf zwei Takten gleichzeitig läuft. Ein Takt heißt Reform, der andere Betrieb. Dazwischen liegt eine dünne Schicht aus Vertrauen, die schnell reißt, wenn Zusagen zu lange ohne Mechanik bleiben. Still wird daraus Druck.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn Verfahren und Termine das Gespräch dominieren, verliert die Frage nach Tragfähigkeit zuerst ihre Sprache und dann ihre Geduld. Wer Stimmen auswählt, definiert Konflikte, die später als Strukturproblem zurückkehren. In den Apotheken zählt währenddessen, ob Beratung, Personal und Versorgung gleichzeitig möglich bleiben, ohne dass jeder Tag zum Improvisationsstück wird.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Im Zentrum stehen Protestdruck, Anhörungsmechanik und die Folgen für Wirtschaftlichkeit, Personalbindung und Beratungslast in der Apotheke.
Sie haben einen Beruf gewählt, der weit mehr als reine Erwerbstätigkeit ist. Sie verfolgen im Dienste der Bevölkerung hohe ethische Ziele mit Energie, fachlicher Kompetenz und einem hohen Maß an Verantwortung. Um sich voll auf Ihre Aufgabe konzentrieren zu können, erwarten Sie die optimale Absicherung für die Risiken Ihrer Berufsgruppe.
Sie suchen nach Möglichkeiten, Ihre hohen Investitionen zu schützen und streben für sich und Ihre Angehörigen nach einem angemessenen Lebensstandard, auch für die Zukunft.
Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800. 919 0000 oder Sie faxen uns unter 0800. 919 6666, besonders dann, wenn Sie weitere Informationen zu alternativen Versicherern wünschen.
Mit der ApoRisk® FirmenGruppe steht Ihnen ein Partner zur Seite, der bereits viele Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland zu seinen Kunden zählen darf. Vergleichen Sie unser Angebot und Sie werden sehen, es lohnt sich, Ihr Vertrauen dem Versicherungsspezialisten für Ihren Berufsstand zu schenken.