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Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:
APOTHEKE | Glosse |
Stand: Samstag, 31. Januar 2026, um 18:20 Uhr
Apotheken-News: Glosse von heute
Das Fax kommt an einem Samstag, zwischen Preisänderungen und der nächsten Engpassmeldung, und es wirkt nicht wie Satire, sondern wie der Schatten einer Verwaltungsidee. P.E.L.H.I. steht darüber, ein Effizienz- und Lifestyle-Index, der Arbeitszeit, Pausen und Notdienst nicht als Bedingungen der Versorgung behandelt, sondern als moralische Kennzahlen. Der Effekt ist sofort: Wer weniger Stunden arbeitet, gilt als Defizit; wer pausiert, gilt als Abweichung; wer krank ist, gilt als Risiko.
Die These ist einfach und unerquicklich zugleich: Die Teilzeitdebatte wird zur Moralfrage umgedeutet, damit Strukturlast nicht politisch bearbeitet werden muss. Was fehlt, wird individualisiert. Reserve wird nicht gebaut, sondern aus Menschen gezogen. Der Index ist dabei weniger Instrument als Spiegel, weil er sichtbar macht, wie schnell Arbeitsorganisation in Haltungstests kippen kann, sobald Begriffe wie Engagement und Effizienz ihre Grenze verlieren.
Die Mechanik dahinter ist kühl. Pausen gelten nicht mehr als Reparaturzeit, sondern als unproduktive Lücke. Notdienst wird nicht als ordnungspolitische Pflicht verstanden, die verlässlich abzusichern wäre, sondern als Begeisterungsfrage, die man Einzelnen zuschreibt. Krankheit erscheint nicht als systemische Realität, sondern als Charakterprüfung. Schutzlogiken werden nicht abgeschafft, sondern still entwertet, weil sie im Bewertungssystem als Schwäche erscheinen.
Besonders deutlich wird das dort, wo Wohnen und Arbeit ineinander geschoben werden. Die PTA über der Apotheke ist dann kein privates Arrangement mehr, sondern ein implizites Vorbild. Der Arbeitsweg verschwindet, und mit ihm die letzte klare Schwelle zwischen Dienst und Leben. Wer oben wohnt, ist nicht automatisch im Dienst, wird aber schneller zur stillen Reserve für Rückfragen, Anrufe und Planlücken. Die Treppe wird zur Abkürzung, und jede Abkürzung verschiebt den Maßstab dessen, was als verfügbar gilt.
So entsteht Systemlast als tägliche Reibung. Wenn Teilzeit als Luxus gerahmt wird, verwandelt sich Personalplanung in Moralpolitik. Moralpolitik ist bequem, weil sie keine Reserve erfordert. Gleichzeitig wachsen Nebenfolgen, die in keinem Indexfeld auftauchen: Fehlerwahrscheinlichkeit, Dokumentationsrisiken, Konflikte im Team, Fluktuation, stille Kündigung. Kurzfristig steigt die Verfügbarkeit, langfristig sinkt die Tragfähigkeit. Die Rechnung verschwindet nicht, sie taucht nur später und teurer wieder auf.
Ein Gegenargument liegt nahe und ist ernst zu nehmen: Ohne ausreichende Präsenz bricht Versorgung, gerade in Fläche und Notdienst. Verlässlichkeit ist nicht verhandelbar. Genau hier liegt jedoch der Knackpunkt. Wird Verlässlichkeit nicht strukturell abgesichert, sondern über Entgrenzung erzwungen, ersetzt man Reserve durch Verschleiß. Das wirkt stabil, solange Erfahrung, Bindung und Loyalität tragen. Wenn sie verschwinden, bleibt nur noch Improvisation.
Darunter liegt die eigentliche Governance-Frage: Wer definiert Engagement, und wer trägt die Folgekosten dieser Definition. Wenn politische Debatten Arbeitsmoral skandieren, ohne Reserve sichtbar mitzudenken, entsteht ein Erwartungsraum, den Betriebe nur improvisierend füllen können. Improvisation wird zur Dauerform, Dauerform zur Norm. In diesem Moment wirkt ein Effizienzindex nicht mehr absurd, sondern wie Ordnung.
Der Rücklauf führt wieder zu diesem Fax und zu dem kurzen Innehalten, ob es echt sein könnte. Genau das ist die zweite Schleife. Je häufiger Teilzeit als Haltungsthema verhandelt wird, desto plausibler erscheinen Bewertungsinstrumente, die Grenzen als Abweichung markieren. Je plausibler sie werden, desto normaler wird Entgrenzung. Und je normaler Entgrenzung wirkt, desto weniger fällt auf, dass Versorgung nicht stabiler wird, sondern nur leiser verschleißt.
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