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APOTHEKE | Wochenspiegel & Presse |
Woche: Montag, 19. Januar 2026 bis Sonntag, 25. Januar 2026
Apotheken-News: Themen der Woche
Die Reformwoche verdichtet sich auf eine einfache, unangenehme Wahrheit: Das ApoVWG läuft in feste Termine, während Honorar, Rollen und Pflichtanforderungen noch nicht zusammenpassen. Vor dem Gang in den Bundestag steht das Ringen um das Fixum und um die Frage, wie viel Versorgung Stabilität kosten darf, ohne dass man sie hinterher teuer repariert. Aus Schladming kommt die Enttäuschung über ausbleibende Honorarpolitik, aber auch der Hinweis, dass Sektorengrenzen im Alltag ohnehin nur als Umwege spürbar sind. Der DAV startet eine Honorarkommission, weil reine Packungslogik zugleich EU-Versender mitfinanziert. Die Kammerseite schiebt die Fortbildungspflicht von Freiwilligkeit in Richtung Nachweis, und Adexa setzt auf PTA-Weiterentwicklung ohne Vertretungsbefugnis. Parallel öffnet Rossmann mit OTC-Versand aus den Niederlanden eine weitere Handelsfront, die Regulierungslücken sichtbar macht.
In diesen Wochen entscheidet sich nicht nur ein Gesetzestext, sondern die Richtung, in der Vor-Ort-Apotheken politisch überhaupt noch vorkommen. Der Druck entsteht aus der Taktung: Jeder Tag, jedes Gespräch, jede kleine Korrektur im Verfahren kann am Ende darüber bestimmen, ob aus der Reform ein tragfähiger Rahmen wird oder nur ein weiterer Schritt, der Apotheken strukturell ausdünnt. Im Zentrum steht dabei die aktuelle Fassung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes und das Paket an Folgeänderungen, das sich wie ein Gürtel aus Verordnungen und Detailregeln um die Betriebe legt.
Der Streitpunkt, der alles bündelt, bleibt das Honorar, und dort wiederum das Fixum. Die Erhöhung auf 9,50 Euro ist nicht einfach eine Zahl, sondern der politische Beweis, ob die Regierung Apotheken als Teil der Versorgung oder als nachgelagerte Handelsstufe behandelt. Gleichzeitig steht mit der geplanten Streichung der PTA-Vertretungsbefugnis ein zweites Signal im Raum: Nicht nur Geld, auch Rollen und Verantwortungsgrenzen werden neu vermessen. Beides zusammen wirkt wie eine doppelte Klammer, die den Handlungsspielraum eng macht, bevor neue Aufgaben überhaupt sinnvoll diskutiert werden können.
Die erste Erzählschleife endet dort, wo die Verfahrenstermine konkret werden. Kurz bevor der Entwurf am 26. Februar in den Bundestag geht, versucht die Standesvertretung, ein geschlossenes Signal zu setzen. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 25. Februar, geplant in Präsenz und mit stundenlangem Zeitfenster, ist ein sichtbares Ereignis. Es wirkt nach außen und diszipliniert nach innen, weil es den Anspruch formuliert, nicht nur zu klagen, sondern zu entscheiden, was als gemeinsame Linie gilt.
Die zweite Erzählschleife beginnt genau bei der Frage, ob ein internes Signal reicht, wenn draußen die Terminkette läuft. Eine Versammlung kann bündeln, aber sie ersetzt keine Gespräche. Entscheidend ist das, was vor dem 26. Februar passiert: Treffen mit Gesundheitspolitikern, Gespräche mit Abgeordneten, direkte Rückkopplung mit der Bundesgesundheitsministerin und ihrer Arbeitsebene. Dort entscheidet sich, ob die Fixumforderung als Notwendigkeit verstanden wird oder als bloße Branchenposition. Und dort entscheidet sich auch, ob die Apotheken bei den angekündigten Bürokratie- und Aufgabenpaketen als pragmatische Lösungspartner auftreten dürfen, oder ob sie nur das letzte Glied einer Kette bleiben, die andere gestalten.
Ein zusätzlicher Hebel liegt im Bundesrat. Der Gesundheitsausschuss hat Empfehlungen erarbeitet, die Vor-Ort-Apotheken stützen sollen. Wenn das Plenum diese Empfehlungen annimmt, ist das mehr als Symbolik: Dann steht ein föderales Gegengewicht im Raum, das die Bundesregierung nicht mehr ignorieren kann, ohne offen gegen die Länder zu laufen. In der politischen Mechanik zählt so etwas als frühes Warnlicht, das aus einem Interessenkonflikt einen Strukturkonflikt macht.
Schladming liefert die Bühne, Berlin liefert die Entscheidung, und dazwischen steht die Frage, wie Apotheken im System überhaupt erzählt werden. Der Präsident der Bundesapothekerkammer nutzt seine Eröffnungsrede beim Pharmacon nicht nur als Rückblick, sondern als Standortbestimmung. Enttäuschung über die versprochene, aber ausgebliebene Honorarerhöhung ist dabei nicht Nebensatz, sondern Grundton. Das Honorar wird nicht als Wunsch, sondern als Stabilitätsbedingung beschrieben, und Apotheken werden nicht als Kostenfaktor, sondern als Stabilisatoren markiert, die das System entlasten.
In der ersten Schleife klingt das wie ein klassisches Berufsstandsargument, aber es hat einen ernsten Kern: Wenn Apotheken schließen, wird Versorgung nicht effizienter, sondern unübersichtlicher. Wege werden länger, Beratung verschwindet, Medikationsfragen landen an Stellen, die ohnehin überlaufen sind. Jeder Euro, der in Apotheken investiert wird, spart an anderer Stelle, lautet die Zuspitzung. Sie zielt darauf, die Debatte aus dem Reflex “Kostenbremse” herauszuholen und in eine Logik zu schieben, in der Unterlassen ebenfalls teuer ist.
Dann kommt der zweite Konflikt, der in der Reform wie ein Sprengsatz wirkt: die geplante PTA-Vertretungsbefugnis. Hoffmanns Kritik setzt nicht beim Personenbild an, sondern bei der Struktur. Persönliche und fachliche Leitung durch Approbierte sei unabdingbar, heißt es, und die PTA-Vertretungsbefugnis trage ein Risiko in Richtung Aufweichung des Fremdbesitzverbots. Das ist der Punkt, an dem aus einer Organisationsfrage eine Eigentums- und Ordnungsfrage wird. Wer dort nachgibt, verändert nicht nur Schichtenpläne, sondern ein Systemprinzip.
Die zweite Schleife öffnet den Blick auf das, was Hoffmann zugleich als positive Seite beschreibt: Weiterentwicklung apothekerlicher Leistungen. Er setzt diese Perspektive in einen größeren Rahmen aus Umbrüchen, gesellschaftlich, technologisch, sicherheitspolitisch, gesundheitspolitisch. Das ist mehr als Rhetorik, weil es eine Verschiebung der Leitfrage markiert. Nicht mehr, ob sich das Gesundheitswesen ändern muss, sondern wie, mit welchem Ziel, und mit wem. “Weiter so” sei nicht mehr möglich, Sektorendenken nicht mehr zeitgemäß, Patientinnen und Patienten erlebten keine Sektoren, sondern Wege, Wartezeiten und Widersprüche.
Genau dort entsteht die Spannung, die im Alltag der Betriebe sofort spürbar ist. Brücken zwischen Verordnung und Anwendung zu bauen klingt nach Zukunft, aber Zukunft setzt Existenz voraus. Wer Leistungen entwickeln soll, braucht Personal, Zeit, digitale Prozesse, Honorierung, und einen Rahmen, der nicht gleichzeitig die wirtschaftliche Basis ausdünnt. Die Reform verspricht Modernisierung, während die Betriebe um den Erhalt ringen. Das ist kein Widerspruch, der sich mit einem Satz auflösen lässt, sondern der Kern einer politischen Zumutung: Transformation wird verlangt, bevor Stabilisierung geliefert ist.
Wenn der Deutsche Apothekerverband eine neue Honorarkommission einsetzt, ist das zunächst ein Signal: Die Honorarfrage soll breiter gedacht werden als nur als Packungsfixum. Die erste Schleife erzählt das als überfälligen Schritt. Eine Kommission beim DAV, Experten sollen hinzugezogen werden, Leitung durch Thomas Dittrich, das klingt nach Struktur und nach Anspruch. Gleichzeitig steckt in der Erinnerung an 2011 eine Warnung: Schon einmal gab es eine Arbeitsgruppe, die versandete und sich auflöste, ohne dass tragfähige Vorschläge übrigblieben.
Die neue Kommission trägt deshalb eine Erwartungslast, die größer ist als ihre formale Einsetzung. Sie soll Möglichkeiten erarbeiten, wie das Apothekenhonorar weiterentwickelt werden kann, breit und umfassend, nicht nur einzelne Komponenten. Das wirkt wie eine bewusste Abkehr von Debatten, die sich an einer Zahl festbeißen, bis die politische Energie verpufft. Und es wirkt wie das Eingeständnis, dass die reine Fixumlogik zwar sofort verständlich ist, aber strategisch nicht reicht.
Die zweite Schleife beginnt dort, wo Hubmanns Argument den blinden Fleck benennt. Eine simple Erhöhung des Packungshonorars hilft nicht nur den Apotheken vor Ort, sie wäre zugleich eine Finanzspritze für EU-Versender. Dieser Satz dreht die Perspektive: Was als Stärkung gedacht ist, kann im Markt als Verstärkung von Wettbewerbern wirken, die nicht dieselben Strukturpflichten tragen. “Nur auf das Fixum zu setzen ist natürlich nicht zukunftsfähig”, lautet die Folgerung. Das ist keine Absage an das Fixum, sondern die Feststellung, dass Zukunft sich nicht allein über Packungslogik finanzieren lässt, wenn der Versand gleichzeitig mitbedient wird.
Damit rückt die Kommission in eine doppelte Pflicht. Sie muss Vorschläge entwickeln, die Vor-Ort-Apotheken stabilisieren, ohne Nebenfolgen zu erzeugen, die den Versand strukturell mitpushen. Und sie muss das so tun, dass es politisch argumentierbar bleibt, ohne in technische Modelle abzudriften, die am Ende niemand versteht. Zwischen “breit und umfassend” und “diskussionsfähig” liegt ein enger Korridor. Wer ihn verfehlt, landet entweder bei Symbolik oder bei Papier, das in Schubladen endet.
In der Fläche ist das mehr als Verbandsarbeit. Honorarmodelle bestimmen, welche Leistungen überhaupt entwickelt werden können, welche Fortbildung sich lohnt, welches Personal gehalten werden kann, und wie viel Zeit für Beratung bleibt. Wenn die Kommission wirklich liefert, dann verändert sie nicht nur eine Forderungslage, sondern eine Berufsperspektive. Wenn sie scheitert, wird das Scheitern zur Erzählung, die jede nächste Reformdebatte vergiftet: Man habe es versucht, es sei wieder nichts geworden. Diese Erwartung ist der unsichtbare Gegner der Kommission.
Fortbildungspflicht ist ein Wort, das im Alltag leicht wie Formalie klingt und im Kern doch die Frage entscheidet, ob ein Heilberuf seine Autorität behaupten kann. Die erste Schleife beginnt mit dem Status quo: Gesetzliche Pflicht zur Fortbildung existiert, aber die Kammern setzen bislang überwiegend auf Freiwilligkeit. Mecklenburg-Vorpommern kontrolliert als Ausnahme, zählt Punkte und macht damit sichtbar, was sonst in der Selbstbeschreibung bleibt.
Aus Schladming kommt nun die Ansage, dass sich das ändern soll. Bundesweite Durchsetzung der Fortbildungspflicht stehe kurz bevor, heißt es, und der nächste formale Schritt liegt bei der Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer. Das ist der Moment, in dem aus Haltung Verfahren wird. Und Verfahren entscheidet darüber, ob eine Pflicht nur als moralischer Appell existiert oder als belegbare Realität.
Die zweite Schleife dreht die Perspektive von Kontrolle weg hin zu Wirkung. Wer den Apothekerberuf als Heilberuf ernst nehmen will, muss Fortbildung nicht nur fordern, sondern nachweisen können, auch gegenüber Öffentlichkeit und Politik. Es geht um Glaubwürdigkeit in Zeiten, in denen Kompetenz ständig angezweifelt, verglichen, algorithmisch bewertet und politisch instrumentalisiert wird. “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser” ist dabei weniger Misstrauen gegenüber den eigenen Leuten als eine Antwort auf das Umfeld: Wenn andere Berufsgruppen ihre Pflicht nachweisen, muss auch die Apothekerschaft zeigen können, dass Wissen aktuell gehalten wird.
Das Modell aus Mecklenburg-Vorpommern liefert dafür eine einfache, aber konsequente Struktur: innerhalb von drei Jahren 150 Punkte. Genau hier liegt auch die nächste Systemfrage, die nicht verschwinden wird: Bürokratie. Eine Pflicht, die im Alltag den Betrieb lähmt, kippt in Ablehnung, selbst wenn sie inhaltlich richtig ist. Der Druck liegt deshalb nicht nur auf der Entscheidung, sondern auf der Umsetzung: Kontrolle muss so organisiert sein, dass sie belegbar ist, ohne zum Selbstzweck zu werden.
Und doch bleibt der Kern: Fortbildung wird zur Infrastruktur. Wer heute über neue Leistungen, neue Verantwortungen, neue digitale Prozesse redet, braucht eine Berufsrealität, die Fortbildung nicht als Hobby, sondern als Pflicht mit Nachweis versteht. Die Pflicht wird dann nicht zur Lust, weil Kontrolle angenehm wäre, sondern weil der Beruf ohne diesen Nachweis in jeder Reformdebatte angreifbar bleibt.
Die Gewerkschaft Adexa setzt einen eigenen Akzent in der Reformdebatte: Sie kritisiert die fehlende Honorarerhöhung und lehnt die PTA-Vertretung in der gegenwärtigen Form ab. Das ist zunächst ein klares Nein zu einer Lösung, die Verantwortung verschiebt, ohne die Strukturfragen zu klären. Gleichzeitig schlägt Adexa einen Weg vor, der nicht über Vertretung, sondern über Qualifizierung führt: ein praxisorientiertes Aufbaustudium für PTA, orientiert an Modellen wie dem Physician Assistant.
In der ersten Schleife wirkt das wie ein Angebot, den Dienstleistungsanspruch der Zukunft realistisch zu unterfüttern. Wenn Apotheken stärker in Richtung pharmazeutischer Dienstleistungen, Impfberatung oder digitale Versorgungsprozesse gehen sollen, braucht es Personal, das mehr kann, ohne dass es die Berufsrollen verwischt. Adexa formuliert dafür Bedingungen, die zeigen, dass es nicht um eine schnelle Parole geht: klare rechtliche Rahmenbedingungen, abgestimmtes Curriculum, definierte Verantwortungsbereiche, tragfähige Finanzierung.
Die zweite Schleife legt den Konflikt frei, den viele in der Praxis spüren. Aufwertung von PTA ist sinnvoll, aber sie darf nicht als Ersatzhandlung missbraucht werden, um Leitungsverantwortung billig umzubauen. Das Bild der “Barfuß-Apotheker” steht als Warnung im Raum: eine Aufwertung, die am Ende in Konkurrenz zu Approbierten kippt, statt die Versorgung zu stabilisieren. Der Vorschlag funktioniert deshalb nur, wenn die Grenze klar bleibt: höhere Kompetenz ja, Leitung und Vertretung in der Apotheke nein.
Und dann kommt die nüchterne Bedingung, die jede Debatte wieder auf den Boden zieht: Bezahlung. Weiterbildung, neue Aufgaben, neue Verantwortungsmodelle hängen nicht am guten Willen, sondern an der wirtschaftlichen Basis. Wenn Honorierung fehlt, wird jedes Curriculum zum Papier, und jede neue Rolle zur Überforderung. Deshalb ist der Adexa-Vorschlag nicht nur Personalpolitik, sondern eine indirekte Honorar- und Strukturforderung. Er sagt: Die Zukunft braucht qualifizierte Teams, aber Teams kosten Geld, und Geld braucht Regeln, die Betriebe tragen können.
Rossmann will eine Online-Apotheke spielen, folgt dm und setzt damit einen Trend fort, der aus Sicht der Vor-Ort-Apotheken nicht wie Innovation wirkt, sondern wie eine zusätzliche Belastungslinie. Der Startzeitpunkt ist offen, aber die Richtung ist klar: OTC, apothekenexklusive Produkte, Nahrungsergänzung, Kosmetik, Medizinprodukte. In der ersten Schleife entsteht daraus ein Marktbild, das sich schnell verbreitert. Wenn eine große Kette vorangeht, danken andere für die Inspiration, und plötzlich sind Drogeriemärkte, Discounter und deren Versandstrukturen Teil einer Angebotswelt, die mit Versorgungssprache arbeitet, ohne die Versorgungslogik zwingend mitzunehmen.
Ein Detail ist dabei mehr als Logistik: Rossmann will aus den Niederlanden versenden, dm aus Tschechien. Das zeigt, wie sehr das Geschäft an Grenzen und Regimen hängt, und wie schnell sich Versandmodelle in Europa verlagern, wenn es wirtschaftlich oder regulatorisch passt. Für die Vor-Ort-Apotheke entsteht daraus kein einzelner Konkurrent, sondern ein veränderter Normalzustand: Neben EU-Versendern kommt eine weitere Handelsfront, die über Markenreichweite und Plattformlogik funktioniert.
Die zweite Schleife führt zurück zur Kernfrage nach Regeln. Wenn immer mehr Akteure Arzneimittel und gesundheitsnahe Produkte nach Deutschland schicken, wird die Unschärfe des Rahmens zum politischen Problem. Wer darf unter welchen Bedingungen versenden, welche Anforderungen gelten, wie werden Verantwortlichkeiten kontrolliert, wie wird verhindert, dass am Ende “Hinz und Kunz” mitspielen. Hinter der Zuspitzung steht eine ernsthafte Sorge: Wenn die Politik nicht klar reguliert, wächst ein Markt, der später faktisch als Teil der Versorgungskette behandelt wird, einfach weil er da ist und weil Menschen ihn nutzen.
Darin liegt die eigentliche Nebenwirkung: Es könnte zur stillen Strategie werden, Versand- und Retailstrukturen als Versorgungsergänzung mitzudenken, während klassische Apotheken wegfallen. Das würde Einsparung nicht durch bessere Versorgung ersetzen, sondern durch Verschiebung von Verantwortung. Die Vor-Ort-Apotheke verliert dann nicht nur Umsatz, sondern auch die Rolle als Ort, an dem Beratung, Risikoabschätzung und Einordnung verfügbar sind, wenn es kompliziert wird.
Die Frage, die bleibt, ist deshalb nicht, ob Rossmann darf, was dm vormacht. Die Frage ist, ob der Staat akzeptiert, dass Arzneimittelvertrieb und gesundheitsnahe Produkte in eine Handelslogik rutschen, ohne dass die Versorgungsordnung nachzieht. Wer diese Frage nicht beantwortet, beantwortet sie faktisch durch Zulassen. Und Zulassen wird in der Fläche irgendwann als Entscheidung gelesen.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
In dieser Woche wirkt die Reformdebatte wie ein enger Korridor, in dem Termine, Zahlen und Zuständigkeiten zugleich drücken. Das ApoVWG rückt Richtung Bundestag, und mit jedem Schritt wird sichtbarer, dass es nicht um einen Detailkompromiss geht, sondern um die Frage, ob Vor-Ort-Apotheken als Versorgungsanker politisch noch als notwendig gelten. Parallel laufen die Signale aus Schladming, aus Verbänden und aus den Kammern wie ein zweites Protokoll: Honorar, Rollen, Fortbildung, Personalentwicklung. Alles hängt an derselben Kette, die man nicht an einer Stelle lockern kann, ohne dass sie an anderer reißt.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn Politik die Reform als Verwaltungsakt behandelt, wird sie in der Fläche zur Existenzfrage, weil die Betriebe die Folgen tragen, nicht die Papierlage. Wo Honorar, Rollenbild und Qualifikationspflichten auseinanderlaufen, entsteht kein Fortschritt, sondern Reibung, die Versorgung langsamer und unsicherer macht.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Der rote Faden bleibt, ob Finanzierung, Regeln und Sicherheit als eine Kette behandelt werden oder als getrennte Baustellen.
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