ApoRisk® auf Facebook ApoRisk® auf X
  • 25.01.2026 –  Kortüm skizziert Arzneimittel im Supermarkt, OTC wird Handelsware, Apothekenpflicht gerät unter Druck.
    25.01.2026 – Kortüm skizziert Arzneimittel im Supermarkt, OTC wird Handelsware, Apothekenpflicht gerät unter Druck.
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Wenn der Lebensmittelhandel OTC als Mitnahmeartikel normalisiert, sinken Schwellen der Selbstmedikation, während Risikoabfang und Folge...

Für Sie gelesen

Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:

ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Kortüm skizziert Arzneimittel im Supermarkt, OTC wird Handelsware, Apothekenpflicht gerät unter Druck.

 

Wenn Arzneimittel als Mitnahmeartikel gedacht werden, sinkt die Schwelle der Selbstmedikation und Verantwortung rutscht in den Störfall.

Stand: Sonntag, 25. Januar 2026, um 22:10 Uhr

Apotheken-News: Bericht von heute

Ein Satz in einer Talkrunde reicht, um eine Ordnungsfrage freizulegen: Wenn der Supermarkt als künftiger Ort für Arzneimittel gedacht wird, wird aus Versorgung ein Regalprinzip. Was heute als „Gesundheitsprodukt“ verkleidet wird, wäre morgen Mitnahmeartikel zwischen Shampoo und Brot, und genau diese Normalisierung verändert Schwellen, Erwartungen und Fehlertoleranz. Für Vor-Ort-Strukturen geht es dann nicht nur um Umsatz, sondern um Frequenz, Frühwarnmomente und die Frage, wer die Verantwortung trägt, wenn Routinekauf und Risiko nicht mehr am selben Ort zusammenfallen.

 

Der Begriff „Supermarkt“ ist dabei weniger ein Standort als ein Netz: überall erreichbar, auf Gewohnheit gebaut, auf Frequenz getrimmt, mit der Fähigkeit, Produkte in bestehende Einkaufsrituale einzuschreiben. Sobald OTC dort auftaucht, muss niemand mehr entscheiden, ob ein Gang in einen Gesundheitsraum nötig ist, weil der Kauf im Alltag schon mitläuft. Der Wandel wirkt freundlich, weil er bequem ist, und genau deshalb ist er gefährlich: Das Signal des Ortes lautet Normalität, und Normalität wird schneller gelernt als jede rechtliche Definition.

Der Satz „apothekenpflichtige Arzneimittel im Supermarkt“ wirkt wie ein Gedankenspiel, aber er ist ein Test darauf, ob Deutschland Arzneimittel als Teil der Gesundheitsordnung behandelt oder als normale Handelsware. Die These lautet: Sobald der Lebensmittelhandel als künftiger OTC-Kanal mitgedacht wird, verschiebt sich nicht nur der Vertrieb, sondern die Grundlogik der Versorgung – vom beratungsgebundenen Anlass hin zur Alltagsroutine zwischen Brot, Shampoo und Bonuspunkten.

Die Mechanik ist banal und genau deshalb wirksam. Supermärkte sind überall, sie leben von Frequenz, von Gewohnheit und von der Fähigkeit, Produkte in bestehende Einkaufsabläufe zu integrieren. Wenn OTC dort auftaucht, wird das Arzneimittel nicht mehr als eigener Gang mit eigener Schwelle erlebt, sondern als Mitnahmeartikel. Die Schwelle sinkt, nicht weil Menschen „leichtsinnig“ werden, sondern weil der Ort signalisiert: Das gehört hierher, das ist normal, das ist so ungefährlich wie der Rest. Der Begriff „Gesundheitsprodukte“ verschleiert dabei, dass es um Arzneimittel geht, die gerade deshalb apothekenpflichtig sind, weil sie Wirkung, Wechselwirkung und Fehlanwendung mitbringen können, auch wenn sie rezeptfrei sind.

Daraus entsteht ein zweiter Effekt, der für Vor-Ort-Apotheken wirtschaftlich härter ist als die einzelne Packung, die nicht mehr über den HV-Tisch geht. OTC ist in vielen Betrieben ein Kontaktmotor: kleine, häufige Anlässe, in denen Vertrauen erneuert wird, in denen ein Problem früh abgefangen wird, in denen Folgefragen sichtbar werden. Wenn diese Anlässe abwandern, bleibt die Apotheke als Infrastruktur mit Personal, Lager, Dokumentationspflichten und Akut-Klärungen bestehen, aber die Taktung, die Fixkosten mitträgt, wird dünner. Das ist kein plötzlicher Schlag, eher ein leises Abtragen, bei dem jeder einzelne Einkauf unbedeutend wirkt, bis die Summe die Tragfähigkeit verschiebt.

Ein ernstzunehmendes Gegenargument lautet, dass mehr Kanäle Versorgung bequemer machen können, dass Menschen schneller an Mittel gegen akute Beschwerden kommen, dass Konkurrenz Preise drückt und dass Apotheken über Dienstleistungen kompensieren könnten. In dieser Sicht wäre der Supermarkt nur ein zusätzlicher Zugriffspunkt, während Beratung dort stattfindet, wo sie gebraucht wird. Das klingt rational, weil es zwei Sphären trennt: Ware hier, Beratung dort.

Genau diese Trennung ist jedoch der Punkt, an dem Systemlast entsteht. Beratung ist nicht etwas, das erst beginnt, wenn jemand ausdrücklich danach fragt; sie ist oft der beiläufige Moment, in dem Risiken sichtbar werden, bevor sie Kosten erzeugen. Wenn der Routinekauf aus dem Ort verschwindet, an dem Verantwortung strukturell verankert ist, wandert nicht nur Umsatz, sondern auch Frühwarnfähigkeit. Spätere Schäden sind dann nicht dem Supermarktkauf „anzulasten“, sondern sie tauchen als Folgekosten im System auf: zusätzliche Arztkontakte, falsche Selbstmedikation, vermeidbare Nebenwirkungen, verzögerte Diagnosen, mehr Aufwand für Klärung im Nachhinein. Der Kanal kann Gewinn machen, aber die Last verteilt sich dorthin, wo sie ohnehin landet: in die lokale Versorgung.

In der zweiten Runde wird klar, dass „Supermarkt“ weniger ein Ort als ein Symbol für eine Ordnungsentscheidung ist. Wenn Rewe, Penny, Lidl oder Aldi als denkbare Gesundheits-Sortimente erscheinen, wird aus apothekenpflichtig ein Etikett, das im Alltag seine kulturelle Wirkung verliert. Dann zählt nicht mehr, was juristisch gilt, sondern was Menschen lernen: Arzneimittel sind Konsumgüter, die man wie andere Produkte „mitnimmt“. Ab diesem Moment wird jede weitere Grenzverschiebung leichter, weil der Schritt schon getan ist: Der Ort hat die Norm gesetzt, nicht das Gesetzbuch.

Die Ordnungsfrage lautet deshalb nicht nur, ob es erlaubt wäre, sondern welche Rolle die Apotheke im System haben soll. Entweder ist sie primär ein Versorgungsort, der Verantwortung, Risikoabfang und Akut-Klärung bündelt und dafür auch eine ökonomische Basis braucht. Oder sie wird zur Reststruktur für die komplizierten Fälle, während die planbaren Routinefälle in hochfrequente Handelsräume abwandern. Das zweite Modell kann kurzfristig nach „Modernisierung“ aussehen, aber es ist ein Umbau, bei dem Last und Erlös auseinanderlaufen, und genau diese Asymmetrie ist es, die am Ende Apothekenzahlen, Erreichbarkeit und damit Versorgungssicherheit bestimmt.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Zwischen Kühlregal und Kasse wirkt alles gleich verfügbar, und genau darin steckt die Verschiebung: Was dort liegt, gilt als normal. Normalität senkt die Schwelle, aber sie senkt auch die Aufmerksamkeit, die ein Wirkstoff verdient. Der Alltag lernt schneller als jede Verordnung, und wenn Gewohnheit die Ordnung überholt, wird Verantwortung erst sichtbar, wenn etwas schiefgeht. Dann ist der Ort längst gewählt, und das System trägt die Rechnung.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Der Supermarkt ist kein neues Lager, sondern ein neues Signal, und Signale verändern Verhalten ohne Debatte. Wenn Arzneimittel in den Rhythmus des Alltagskaufs rutschen, werden Risiken nicht größer, aber sie werden später erkannt, weil der Anlasskontakt fehlt. Verantwortung bleibt dort, wo sie haftet, doch Routine zieht dorthin, wo sie sich wiederholen lässt. In dieser Trennung liegt die stille Gefahr: Bequemlichkeit wirkt sofort, Folgekosten wirken später, und dazwischen entsteht eine Lücke, die niemand als Entscheidung markiert hat.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Der rote Faden bleibt, ob Finanzierung, Regeln und Sicherheit als eine Kette behandelt werden oder als getrennte Baustellen.

 

Zurück zur Übersicht

  • Pharmarisk® OMNI: Die Allrisk-Police zu Fixprämien
    Pharmarisk® OMNI: Die Allrisk-Police zu Fixprämien
    Allgefahrenschutz online berechnen und beantragen

Wir kennen Ihr Geschäft, und das garantiert Ihnen eine individuelle und kompetente Beratung.

Sie haben einen Beruf gewählt, der weit mehr als reine Erwerbstätigkeit ist. Sie verfolgen im Dienste der Bevölkerung hohe ethische Ziele mit Energie, fachlicher Kompetenz und einem hohen Maß an Verantwortung. Um sich voll auf Ihre Aufgabe konzentrieren zu können, erwarten Sie die optimale Absicherung für die Risiken Ihrer Berufsgruppe.

Sie suchen nach Möglichkeiten, Ihre hohen Investitionen zu schützen und streben für sich und Ihre Angehörigen nach einem angemessenen Lebensstandard, auch für die Zukunft.

  • Die PharmaRisk® FLEX
    Die PharmaRisk® FLEX
    Eine flexible Versicherung für alle betrieblichen Gefahren
Nutzen Sie unsere Erfahrung und rufen Sie uns an

Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800. 919 0000 oder Sie faxen uns unter 0800. 919 6666, besonders dann, wenn Sie weitere Informationen zu alternativen Versicherern wünschen.

Mit der ApoRisk® FirmenGruppe steht Ihnen ein Partner zur Seite, der bereits viele Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland zu seinen Kunden zählen darf. Vergleichen Sie unser Angebot und Sie werden sehen, es lohnt sich, Ihr Vertrauen dem Versicherungsspezialisten für Ihren Berufsstand zu schenken.

  • Die PharmaRisk® CYBER
    Die PharmaRisk® CYBER
    Eine einzige Versicherung für alle Internetrisiken