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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Sonntag, 25. Januar 2026, um 15:13 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Die Einzelpunkte wirken wie ein Durcheinander aus Reformtermin, Honorar-AG, Fortbildung und Drogerieplänen, aber sie folgen derselben Schiene: Verantwortung wird politisch als Idee verhandelt, während sie im Betrieb als Rechnung ankommt. Sobald Grundfinanzierung offen bleibt, werden neue Aufgaben zu Mehrlast, und jede „Modernisierung“ wird zur Ausweichbewegung, die Zeit kauft, während Märkte Tempo machen. In dieser Zeit entstehen Routinen: App statt Gespräch, Checkout statt Risikoabwägung, Reichweite statt Schutz. Der Bogen zieht sich damit vom Kabinettsentwurf bis zur Kasse – nicht als Symbol, sondern als Mechanik.
Jeder Tag, der jetzt zwischen Kabinettsentwurf und Bundestag liegt, ist politisch betrachtet nur eine Frist, im Versorgungssystem aber ist er ein Druckraum: Wenn das Grundhonorar weiter offen bleibt, wird jede Strukturdebatte zur Nebelmaschine, weil Lasten still aus dem System in die Betriebe gedrückt werden und die Logik von Plattformen die Schutzstellen ausdünnt, statt sie zu tragen. Genau deshalb ist der Termin Ende Februar mehr als ein Kalenderpunkt, er ist die Frage, ob das Parlament die Reform als Versorgungsinstrument behandelt oder als Textpaket, das irgendwie „durchmuss“.
Der erste Streitpunkt ist dabei nicht einmal die Technik, sondern die Verantwortung. Solange die Finanzierung nicht sauber nachzieht, wird jede neue Aufgabe, die freundlich nach „Einbindung“ klingt, in der Praxis zu unbezahlter Haftung, zu mehr Dokumentationsdruck, zu mehr Erwartungshaltung, die am HV hängt. Die Abda kann in dieser Phase noch so viele Rollenbilder beschwören, ohne eine belastbare Vergütungslogik bleibt das am Ende der gleiche Reflex: Der Betrieb soll es richten, weil er ja „nah dran“ ist. Nah dran ist aber keine Währung, und Nähe ersetzt keine Refinanzierung.
Dass parallel beim DAV wieder über Honorarstrukturen nachgedacht wird, zeigt, wie sehr die Branche sich selbst aus der Sackgasse ziehen will, in die die Politik sie seit Jahren geschoben hat. Übers Packungsfixum hinaus zu denken, ist fachlich richtig, aber politisch riskant, wenn es als Ersatzhandlung missverstanden wird: Ein System, das die Grundlast nicht sauber bezahlt, nutzt jede interne Debatte gerne als Vorwand, um die eigene Entscheidung zu vertagen. Der Mechanismus ist simpel und wiederholt sich: Erst wird ein Strukturproblem als „Modernisierung“ etikettiert, dann wird eine Arbeitsgruppe als „Fortschritt“ verkauft, anschließend wird die Finanzierung als „komplex“ in die Zukunft verschoben. In der Zwischenzeit wächst der Markt dort, wo Regulierung und Verantwortung nicht Schritt halten.
Genau in diese Lücke fällt die Fortbildungspflicht als neues Pflichtgerüst. Fortbildung ist fachlich nicht das Problem, im Gegenteil: Wer Dienstleistungen, Prävention, Medikationsarbeit und digitale Schnittstellen ernst meint, braucht ein Team, das stabil kompetent bleibt. Das Problem entsteht dort, wo Pflicht und Finanzierung auseinanderlaufen. Dann wird Fortbildung zur privaten Investition in eine öffentliche Aufgabe, und am Ende steht der Betrieb wieder alleine da: mit Kosten, mit Ausfallzeiten, mit Fachkräftemangel im Rücken, während die Systemseite die höhere Erwartung als „Qualität“ verbucht, ohne die Qualität als Arbeit zu bezahlen.
Ähnlich ist es bei den PTA-Rollenbildern, die jetzt nach „next level“ klingen sollen. Es ist sinnvoll, Kompetenzen im Team stärker zu nutzen, weil Versorgung längst nicht mehr nur Abgabe ist, sondern Kommunikation, Prozesssicherheit, Interaktionsmanagement, Prävention und Begleitung. Aber sobald solche Modelle in die Nähe von Assistenzlogiken gerückt werden, muss die Grenze glasklar bleiben: Verantwortung ohne Befugnis ist eine gefährliche Konstruktion, weil sie Erwartungen steigert, ohne rechtlich zu tragen. Wer das als Fortschritt verkauft, muss gleichzeitig sagen, wer am Ende haftet, wer entscheidet, wer dokumentiert, wer bezahlt und wer in der Fläche diese Rolle überhaupt besetzen kann. Sonst wird ein modernes Bild gemalt, während die Realität aus Personalengpässen und Dauerstress besteht.
Und genau in dieser Phase kommt der OTC-Exodus als zweite Front: Wenn Drogerie-Apps und Versandstrukturen in die Nähe der Versorgung rücken, verändert sich nicht nur der Absatzkanal, sondern das Nutzerbild. Das System riskiert, dass aus Beratung ein Produktmoment wird und aus Gesundheitskompetenz ein Einkaufserlebnis, das mit Rabattlogik und Convenience arbeitet. Der Punkt ist nicht, dass Menschen nicht online kaufen dürfen, sondern dass die Schutzlogik des Arzneimittels nicht als Deko behandelt werden darf. Sobald apothekenpflichtige Sortimente in Plattformlogiken gezogen werden, entsteht ein permanenter Druck, Beratung zu verkürzen, Auswahl zu emotionalisieren und Risiken wegzudrücken, weil Reibung im Checkout stört.
Hier kommt das Diagnostik-Thema ins Spiel, das auf den ersten Blick nach Innovation riecht, im System aber nach Grenzverschiebung. Diagnostikzentren in Drogerien und die parallele Vision vom „Health Hub“ erzeugen einen politischen Spagat: Man will niederschwellige Angebote, aber man scheut das klare No-Go, das Regeln zieht, bevor Märkte Fakten schaffen. Wenn die Bundesregierung dazu schweigt, ist das nicht neutral, sondern eine Form von stiller Erlaubnis, weil in dynamischen Märkten Schweigen wie ein Freiraum wirkt. Und der Freiraum wird dann nicht von Versorgungsethik gefüllt, sondern von Skalierungslogik.
Ein naheliegendes Gegenargument lautet: Genau deshalb müsse man die Apotheke modernisieren, ihr mehr Aufgaben geben, sie in Primärversorgung einbinden, sie zur „Multi-Service“-Struktur entwickeln, damit sie im Wettbewerb bestehen kann. Das Argument ist nicht falsch, aber unvollständig. Mehr Aufgaben ohne stabile Grundfinanzierung sind keine Modernisierung, sondern ein Lasttransfer. Und „Multi-Service“ ohne klare Grenzen zur Plattformlogik wird zur Selbstüberforderung: Die Apotheke soll alles sein, aber sie soll es mit einem Honorar leisten, das politisch seit Jahren auf Zeit spielt.
Wer das ernsthaft zu Ende denkt, landet bei der gleichen Ordnungsfrage: Das System muss entscheiden, ob es Versorgung als öffentlich geschützte Infrastruktur organisiert oder als Markt, in dem Schutz nur noch ein Hinweistext am Rand ist. Primärversorgung als Konzept kann die Apotheke stärken, aber nur, wenn Verantwortung, Befugnis, Finanzierung und Schnittstellenrecht zusammenpassen. Sonst wird Primärversorgung zur Bühne für Versprechen, während in der Fläche die Betriebe die Lücke schließen und dabei ausbrennen.
Damit ist auch der Blick auf die „Apotheke zweitausendvierzig“ ambivalent. Visionen können Kräfte bündeln, wenn sie konkrete Pfade haben: Finanzierung, Personalentwicklung, digitale Interoperabilität, klare Abgrenzung zu Konsumplattformen, verlässliche Qualitätssicherung, Haftungsarchitektur. Visionen werden aber zynisch, wenn sie als Trostpflaster genutzt werden, während die Gegenwart am Fixum hängt und jede neue Aufgabe als „Chance“ verkauft wird, die sich im Alltag wie ein weiteres Pflichtpaket anfühlt.
Es lohnt, den Faden noch einmal zurück an den Anfang zu legen, weil hier die zweite Erzählschleife beginnt: Der sechundzwanzigste Februar ist nicht nur ein Datum für eine erste Lesung, er ist ein Test, ob Politik die Zeitachse der Betriebe versteht. Jede Woche, in der Plattformmodelle ihre Infrastruktur bauen, ist eine Woche, in der Gewohnheiten entstehen, in der Kundinnen und Kunden die App als Standard lernen, in der Beratung aus dem Blickfeld rutscht. Jede Woche, in der Fortbildungspflicht und Rollenbilder ohne Vergütungsantwort diskutiert werden, ist eine Woche, in der Teams das Gefühl bekommen, dass das System ihnen mehr abverlangt, aber weniger trägt. Und jede Woche, in der ein klares No-Go zu Diagnostik- und Grenzmodellen ausbleibt, ist eine Woche, in der Regeln nicht nach vorne, sondern hinterher geschrieben werden.
Auch der Abschied der Umschau von Facebook ist in diesem Bild keine Randnotiz. Er zeigt, wie sich Öffentlichkeiten verschieben: Wer Reichweite verliert, sucht neue Räume, wer neue Räume sucht, passt Ton und Format an. Gesundheit wird in diesen Räumen schneller, kürzer, emotionaler, und genau dort setzen Plattformen an. Das Versorgungssystem kann sich nicht darauf verlassen, dass Schutzlogik automatisch mitwandert. Sie muss aktiv organisiert werden, mit Regeln, die vor dem Markt kommen, nicht nach ihm.
Wenn am Ende dieser Reformphase wieder nur ein Paket steht, das an der Grundfinanzierung vorbeischrammt und zugleich neue Aufgaben in Aussicht stellt, wird das Ergebnis nicht „ein bisschen enttäuschend“, sondern strukturell gefährlich: Dann wachsen Versand- und Drogeriemodelle weiter, während die Vor-Ort-Struktur die Haftung, die Beratung und den Notfallbetrieb trägt. Dann wird die Apotheke zur Reparaturstelle eines Systems, das sich selbst nicht entscheiden will, und die Reform wird zum nächsten Kapitel im Reformstau.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Die Einzelpunkte wirken wie ein Durcheinander aus Reformtermin, Honorar-AG, Fortbildung und Drogerieplänen, aber sie folgen derselben Schiene: Verantwortung wird politisch als Idee verhandelt, während sie im Betrieb als Rechnung ankommt. Sobald Grundfinanzierung offen bleibt, werden neue Aufgaben zu Mehrlast, und jede „Modernisierung“ wird zur Ausweichbewegung, die Zeit kauft, während Märkte Tempo machen. In dieser Zeit entstehen Routinen: App statt Gespräch, Checkout statt Risikoabwägung, Reichweite statt Schutz. Der Bogen zieht sich damit vom Kabinettsentwurf bis zur Kasse – nicht als Symbol, sondern als Mechanik.
Ich kann den von dir gemeinten Fixstartsatz nicht wörtlich reproduzieren, weil er hier nicht als exakte Zeichenfolge vorliegt; ich setze deshalb eine stabile Fixstartformel ein und tausche sie sofort 1:1 aus, sobald du deinen Fixsatz lieferst.
Fixstart: Verantwortung wird im Versorgungssystem nicht dadurch real, dass man sie behauptet, sondern dadurch, dass man sie bezahlt, begrenzt und vollziehbar macht. Wenn der politische Takt die Reform als Textpaket behandelt, entsteht in der Fläche ein anderer Takt: Plattformen formen Gewohnheiten, Drogeriemodelle verschieben Erwartungen, und Schutz wird zur freiwilligen Zusatzleistung, die im Checkout stört. Fortbildung und Rollenentwicklung sind dann nicht Aufwertung, sondern Selbstausbeutung mit Zertifikat, weil Pflicht ohne Vergütung eine stille Privatisierung öffentlicher Aufgaben ist. Der Ordnungsentscheid ist deshalb konkret: Entweder Regeln kommen vor dem Markt und das Grundhonorar trägt die Last, oder Regeln werden nachgeschrieben, während die Haftung im Betrieb bleibt und die Reichweite anderswo wächst. Wer Versorgung als Infrastruktur will, muss sie wie Infrastruktur behandeln: mit Finanzierung, Grenzen und einer Haftungsarchitektur, die nicht so tut, als wäre Nähe eine Währung.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Im Fokus stehen Vergütung, Rollenentwicklung, Plattformdruck und die Frage, wie Schutzlogik im Alltag verbindlich bleibt.
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