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  • 22.01.2026 – Apotheken-Nachrichten von heute sind Pharmacon Schladming, ApoVWG-Terminverschiebung, Präventionsmessung beim Blutdruck.
    22.01.2026 – Apotheken-Nachrichten von heute sind Pharmacon Schladming, ApoVWG-Terminverschiebung, Präventionsmessung beim Blutdruck.
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Die Terminverschiebung im ApoVWG trifft auf die Pharmacon-Debatte zur Präventionsmessung beim Blutdruck und legt offen, wie stark Verso...

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ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-Nachrichten von heute sind Pharmacon Schladming, ApoVWG-Terminverschiebung, Präventionsmessung beim Blutdruck.

 

Westermann und Renner drängen auf Präventionsmessung, während die Bundestagsberatung zum ApoVWG nach hinten rutscht.

Stand: Donnerstag, 22. Januar 2026, um 18:39 Uhr

Apotheken-News: Bericht von heute

Pharmacon setzt den Akzent auf Präventionsmessung beim Blutdruck, während das ApoVWG im Bundestag zeitlich nach hinten rückt und die Frage nach Zuständigkeit an der Schnittstelle schärfer wird.

 

ApoVWG im Bundestag, Bundesrat drückt nach, Apotheken warten weiter.

Die Apothekenreform ist formal einen Schritt weiter, praktisch aber in eine neue Wartezone gerutscht. Nachdem das Kabinett den Entwurf passiert hat, sollte die erste Lesung im Bundestag eigentlich zügig folgen. Auf der aktuellen Tagesordnung für die kommende Woche steht das Vorhaben jedoch nicht. Statt eines schnellen Auftakts entsteht ein Vakuum, in dem Erwartungen weiter steigen, ohne dass Klarheit über den parlamentarischen Korridor entsteht.

Der neue Zeitanker verschiebt die politische Dynamik. Wenn die erste Lesung erst für den späten Februar ins Bild rückt, wird der Bundesrat zuvor zum ersten sichtbaren Resonanzraum. Genau dort liegt bereits spürbar Druck auf dem Entwurf: Die Länder liefern nicht nur Begleitkritik, sondern ein Paket an Nachbesserungsvorschlägen. Das ist mehr als Routine, weil es den Verhandlungsrahmen früh verschiebt: Weg von der Frage, ob Änderungen kommen, hin zur Frage, welche Teile als nicht tragfähig markiert werden.

Für Apotheken ist diese Phase unerquicklich, aber nicht neutral. Jede Verzögerung verlängert den Zustand, in dem Betriebe Planungssicherheit bräuchten, während die betriebliche Realität weiterläuft: Kosten, Personalfragen, Investitionsstaus, regionale Versorgungslücken. In der politischen Logik kann Zeit ein Vorteil sein, weil sie Räume für Konsens eröffnet. In der Versorgungslogik ist Zeit häufig ein Risiko, weil Unsicherheit selbst zu einem operativen Faktor wird.

Hinzu kommt ein zweiter Takt: Wenn das Kabinett im Februar erneut mit der Reform befasst sein muss, ist das ein Signal, dass die Gegenäußerung zur Länderstellungnahme politisch nicht als Formsache behandelt wird. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass noch vor dem eigentlichen parlamentarischen Feinschliff eine Vorentscheidung über Korrekturen fällt. Für die Betriebe heißt das: Es wird nicht nur später, es wird auch unübersichtlicher, weil mehrere Entscheidungsorte gleichzeitig wirken.

In dieser Konstellation entscheidet nicht der Kalender allein, sondern die Reihenfolge der politischen Hebel. Der Bundesrat kann die Debatte thematisch neu setzen, das Kabinett kann die Linie nachschärfen oder defensiv absichern, und der Bundestag startet dann mit einem Entwurf, der bereits sichtbar umkämpft ist. Das macht die erste Lesung weniger zu einem Startschuss als zu einem Zwischenstand mit offenem Ausgang.

Unterm Strich ist die Verzögerung kein bloßes Terminproblem, sondern ein Test darauf, ob Reformtempo und Versorgungsdruck noch in ein Verhältnis gebracht werden, das Verantwortung und Wirkung zusammenhält.

 

Apotheken, Rossmanns OTC-Versand, Niederlande als Hebel.

Rossmanns Schritt in Richtung OTC-Versand ist kein Nebenprojekt, sondern eine strategische Umleitung der Kundenbeziehung. Entscheidend ist nicht der einzelne Warenkorb, sondern der Zugriff auf den Alltag der Kundschaft über App, Logistik und Wiederkauf. Wer die Routine des Einkaufs kontrolliert, kontrolliert auch die Eintrittspforte zur Gesundheitsnachfrage.

Dass Rossmann die Struktur aus den Niederlanden heraus aufsetzt, ist dabei der eigentliche Signalpunkt. Es geht um Rechtsrahmen, operative Skalierung und Tempo, nicht um Symbolik. Eine eigens gegründete „Rossmann-Apotheke“ in Emmen wirkt wie die technische Grundlage, auf der später Sortiment, Prozesse und Versandkapazitäten sauber aufsetzen können, ohne den deutschen Markt von Tag eins an mit allen Reibungen zu belasten.

Die Parallele zu dm ist offensichtlich, aber die Kopie ist nicht deckungsgleich. dm hat den OTC-Versand nach langer Vorbereitung gestartet und den Versand aus einem Lager in Tschechien organisiert; Rossmann setzt stärker auf eine nahtlose App-Integration als Hauptversprechen. Das ist eine Verschiebung vom Produkt zum Erlebnis: weniger „Apothekenregal online“, mehr „ein Klick im bestehenden Einkaufsuniversum“. Plattformlogik frisst hier nicht sofort Marge, sondern Aufmerksamkeit.

Die Zahl, die in dieser Logik zählt, ist nicht die Anzahl der Packungen, sondern die Größe der digitalen Reichweite. Wenn Rossmann die App als Hebel nennt und zugleich den Aufbau der IT-Infrastruktur priorisiert, wird klar, dass die Apotheke im Hintergrund zur Funktion innerhalb eines Handels-Ökosystems wird. Das verändert die Erwartungshaltung der Kundschaft: Verfügbarkeit, Geschwindigkeit, Reklamation und Nachkauf werden nach Handelsmaßstäben bewertet, nicht nach heilberuflichen.

Für den Markt entsteht damit ein neues Spannungsfeld zwischen apothekenpflichtigem Sortiment und handelsgetriebener Customer-Journey. OTC ist in der Wahrnehmung vieler Kundinnen und Kunden bereits näher am Konsumgut als an der Therapieentscheidung; genau das macht den Einstieg für Drogerieketten attraktiv. Gleichzeitig bleibt Beratung das Nadelöhr, weil sie nicht beliebig skalierbar ist, ohne an Qualität zu verlieren.

Der Mitgesellschafter-Hinweis auf AS Watson und dessen OTC-Aktivität in den Niederlanden verschiebt die Debatte zusätzlich. Kooperationen, Beteiligungen und Best-Practice-Transfer sind in solchen Konstruktionen selten Beiwerk, sondern Beschleuniger. Wo bereits OTC-Kompetenz, Sortimentswissen und digitale Prozesse existieren, sinkt die Lernkurve – und mit ihr die Zeit, bis der Markt die Effekte spürt.

Die eigentliche Frage ist, wie weit das Modell über OTC hinausgedacht wird, ohne es offen zu sagen. Wenn der Einstieg über rezeptfreie Produkte gelingt, wird die Versuchung groß, Gesundheitsprodukte als Erweiterung des Warenkorbs zu behandeln: Nahrungsergänzung, Dermokosmetik, Präventionsartikel, exklusive Linien. Das ist kein moralisches Problem, sondern ein Strukturproblem: Je mehr Gesundheitskauf an Handelsmechanik gekoppelt wird, desto härter wird der Wettbewerb über Sichtbarkeit und Bequemlichkeit.

Für die Versorgung vor Ort ist das nicht automatisch ein Nullsummenspiel, aber es verschiebt die Kampfzone. Beratung und Akutverfügbarkeit sind nur dann Vorteile, wenn sie sichtbar gemacht werden, ohne sich in Werbeformen zu verlieren. Wer sich auf das Argument „machen wir doch alles schon“ verlässt, unterschätzt die Macht eines Systems, das Kaufentscheidungen in Sekunden verkürzt.

Rossmanns Einstieg ist damit weniger eine Versandmeldung als ein Testlauf für die nächste Phase der OTC-Ökonomie: Drogerie, App und Logistik als neues Normal. In diesem Normal entscheidet nicht der gute Wille, sondern die Architektur des Zugangs zum Kunden.

 

Gesetzesversprechen, Fixum-Kampf, parlamentarischer Realitätstest.

Die Apothekenreform ist in der parlamentarischen Phase angekommen, und genau dort entscheidet sich, ob aus einem bekannten Entwurf tatsächlich ein tragfähiges Gesetz wird. Dass Simone Borchardt und Ates Gürpinar öffentlich betonen, man wolle am Ende „ein gutes Gesetz“, ist weniger Floskel als Positionsmarkierung: Der Entwurf ist veränderbar, aber nicht folgenlos.

Auffällig ist der wiederkehrende Hinweis auf den Unterschied zur Vorgängerfassung. Die Reform ähnelt in vielen Punkten dem früheren Lauterbach-Papier, soll sich aber durch stärkeren Dialog mit der Praxis legitimieren. Das ist politisch klug formuliert, verschiebt die Messlatte jedoch nach oben. Wer Dialog verspricht, muss am Ende auch liefern – sonst wird aus Beteiligung eine weitere Enttäuschungsschleife.

Im Zentrum steht erneut das Fixum. Die Aussagen aus der Union lassen erkennen, dass das Thema keineswegs abgeräumt ist, sondern bewusst in das parlamentarische Verfahren verlagert wird. Eigene Rechenmodelle, Refinanzierungsideen bis Jahresende und die Aussicht auf eine spätere Verhandlungslösung deuten darauf hin, dass der finanzielle Kern der Reform nicht im Gesetzentwurf selbst, sondern in flankierenden Entscheidungen liegt. Genau das macht viele Apotheken skeptisch: Versorgungssicherheit wird in Aussicht gestellt, aber an Bedingungen geknüpft.

Der Versandhandel ist dabei der zweite große Prüfstein. Dass Borchardt den Vorschlag aus dem Bundesrat ausdrücklich lobt und von einem „rechtsfreien Raum“ spricht, ist ein bemerkenswert offenes Eingeständnis. Wenn Qualität gestärkt werden soll, muss Regulierung klarer werden. Andernfalls entsteht der Eindruck, dass Strukturprobleme der Vor-Ort-Versorgung durch Wettbewerb von außen verschärft werden, ohne die Spielregeln sauber zu ziehen.

Bei PTA-Vertretung und Zweigapotheken zeigt sich ein ähnliches Muster. Die politische Abgrenzung gegen „Light-Apotheken“ soll beruhigen, macht aber zugleich deutlich, wie schmal der Grat ist. Flexibilisierung kann entlasten, sie kann aber auch zu einer stillen Absenkung von Versorgungsstandards führen, wenn sie nicht präzise begrenzt wird. Die Beteuerung, man wolle keine abgeschwächte Versorgung im ländlichen Raum, ist deshalb eher Ausgangspunkt als Ergebnis.

Die Intervention von Gürpinar wirkt in diesem Kontext wie ein Erinnerungsanker. Der Verweis auf den Koalitionsvertrag, die ausgebliebene Honorarerhöhung und die Nähe einzelner Regelungen zu Drogeriemarkt-Interessen benennt das Misstrauen offen. Die Warnung „ich schreibe alles mit“ ist weniger polemisch als programmatisch: Politische Zusagen werden hier an konkreten Ergebnissen gemessen, nicht an wohlklingenden Ankündigungen.

Auffällig ist zudem die Verschiebung der Verantwortung. Einerseits wird betont, wie systemrelevant Apotheken für ein künftiges Primärversorgungssystem sind. Andererseits bleibt unklar, wie diese stärkere Einbindung finanziell und strukturell abgesichert werden soll. Ohne belastbare Honorierung droht genau das Gegenteil: mehr Aufgaben, mehr Verantwortung, aber keine stabile Grundlage.

Thema 3 zeigt damit den Kernkonflikt der Reformdebatte. Alle Seiten erklären die Bereitschaft zur Verbesserung, doch die entscheidenden Fragen werden vertagt. Ob aus der Reform ein Gesetz wird, das Apotheken tatsächlich stärkt, hängt weniger von Absichtserklärungen ab als davon, ob Fixum, Versandregulierung und Aufgabenverlagerung in ein konsistentes Gefüge gebracht werden. Solange das offen bleibt, bleibt auch das Versprechen eines „guten Gesetzes“ ein Vorbehalt.

 

WDR-Feature, Fixum-Frust, Selbstbehauptung vor Ort.

Zwei Radiobeiträge, ein gemeinsamer Unterton: Es geht nicht mehr um Imagepflege, sondern um Belastungsgrenzen. Wenn Karima Ballout sagt, man rette „der Politik den Hintern“, ist das kein Spruch für den O-Ton, sondern eine Diagnose der Lage. Versorgung läuft, weil Teams jeden Tag improvisieren.

Das WDR-Feature zeichnet genau diese Mechanik nach: Alltag ist längst nicht nur Rezeptabgabe, sondern Fehlerabwehr, Rückfragen, Engpassmanagement, Organisation, Personalführung. Der Satz, man sei „sehr nah“ an der papierlosen Arbeitsweise, wirkt dabei wie ein stiller Gegenbeweis zur Erzählung, Vor-Ort-Strukturen seien per se träge. Digitalisierung passiert, nur wird sie nicht zum Rettungsring, wenn die wirtschaftliche Basis ausdünnt.

Die härteste Stelle ist die Geldpassage. Ballout beschreibt, dass sie als Angestellte besser verdient habe als als Inhaberin, und dass Honorarpolitik nicht Luxusdebatte, sondern Existenzfrage ist. Das ist eine Nüchternheit, die im politischen Raum oft weichgezeichnet wird. Ein System, das Unternehmertum braucht, darf Unternehmertum nicht als Ehrenamt behandeln.

Bemerkenswert ist auch, wie der Beitrag den Wettbewerb rahmt. Der Preiskampf bei OTC und das „Kauf auf Vorrat“-Prinzip treffen nicht nur Umsätze, sie verändern Erwartungen. Das ist ein Strukturproblem, kein Marketingproblem. Wer den Markt über Rabatte sortiert, sortiert Beratung automatisch nachrangig.

Gleichzeitig formuliert Ballout die Gegenposition ohne Pathos: Beratung und Schnelligkeit seien die Stärke, Botendienste und Shops längst Alltag, Engpässe würden durch tägliche Telefonate und Koordination mit dem Großhandel abgefedert. Das ist keine Romantik, das ist Prozessarbeit. Versorgung ist hier weniger Produkt als Leistungskette.

Der zweite, kürzere Beitrag setzt einen Kontrast: Nachwuchs gibt es, aber er entscheidet sich bewusst und mit Risiko. Zwei junge OHG-Partner sprechen nicht in Untergangssätzen, sondern in Systemlogik: Man sieht Wirkung am Patienten, man will vor Ort arbeiten, man glaubt an Relevanz. Diese Haltung trägt, solange der Rahmen nicht gegen sie arbeitet.

Der politische Sprengsatz steckt im Nebensatz: Bald könnte ein Stadtteil ohne Betrieb dastehen. Das ist kein Landproblem, das ist eine urbane Vorwarnung. Wer Versorgung nur über Strukturreformen und Zukunftsbilder verhandelt, übersieht die Gegenwart, in der der Laden offen bleiben muss.

 

Wasser abgedreht, Betrieb gefährdet, Rechtslage offen.

Wenn einem Betrieb das Wasser abgedreht wird, ist das kein „Streit um Nebenkosten“, sondern ein Eingriff in die Arbeitsfähigkeit. Der Vorfall in Radeburg zeigt, wie schnell ein Vermieter-Interessenkonflikt in eine Versorgungsfrage kippt, weil Hygiene und Herstellung nicht verhandelbar sind.

Der Kern liegt in der Methode: Wasser abstellen ist faktisch Druckausübung, ohne dass die Sachfrage – Mieterhöhung, Vertragslage, Kündigung, angebliche Rückstände – geklärt ist. Genau diese Asymmetrie macht den Fall so heikel, weil sie die Beweislast in den Alltag verlagert: Nicht der Eingriff muss sich rechtfertigen, sondern der Betrieb muss seine Funktionsfähigkeit täglich neu demonstrieren.

Dass das Team sich mit Kanistern, Nachbarschaftstoiletten und improvisierter Laborreinigung organisiert, wirkt solidarisch und praktisch, ist aber zugleich ein permanenter Risikozustand. Jeder Ausfall bei Reinigung, Händehygiene oder Herstellung erzeugt sofort Angriffsfläche – nicht nur gegenüber der Aufsicht, sondern auch gegenüber Kunden, die in so einer Lage besonders sensibel reagieren.

Interessant ist die behördliche Ebene: Der Hinweis, es stehe nirgends „fließendes Wasser“ als Wortlautpflicht, ist juristisch spitz, aber in der Realität nur die halbe Wahrheit. Entscheidend ist nicht das Adjektiv, sondern ob Hygienevorgaben und sichere Arbeitsprozesse eingehalten werden können; das wird zur Ermessensfrage, und Ermessensfragen sind in Konflikten selten neutral.

Dazu kommt die Prozessarchitektur: Eine außerordentliche Kündigung steht im Raum, parallel laufen Verfahren, parallel läuft das Tagesgeschäft. Der Vermieter verweist auf ein Urteil zur Beendigung des Mietverhältnisses und eine Räumungsverpflichtung, der Inhaber verweist auf fortbestehenden Vertrag und ungeklärte Rechtslage. In dieser Zwischenzone entstehen die gefährlichsten Zustände, weil faktisch gehandelt wird, während rechtlich noch gestritten wird.

Das Motiv „Hygiene als Hebel“ ist der eigentliche Alarm. Wer unmittelbar nach dem Abdrehen bei der Landesdirektion anruft, signalisiert, dass nicht nur Geld, sondern Schließung Teil des Kalküls sein kann. Damit wird aus einem Mietkonflikt ein Versuch, über Aufsichtslogik ein Geschäft zu beenden, ohne die Kündigungsfrage sauber auszutragen.

Der geplante Umzug in eine neue Immobilie ist deshalb nicht bloß Flucht, sondern eine Risikoentscheidung: Weg von der Abhängigkeit, hin zu Kontrolle über den Standort – selbst wenn das Verfahren anders ausgehen sollte. In dieser Geschichte wirkt die Solidarität der Umgebung wie ein Schutzschirm, aber die eigentliche Stabilität entsteht erst dort, wo ein Betrieb wieder über die eigenen Grundbedingungen verfügt.

 

ADG baut Geschäftsführung um, Phoenix zieht Fäden, Transformation wird zur Führungsaufgabe.

Bei ADG ist die Geschäftsführung erneut in Bewegung, und die Geschwindigkeit der Wechsel ist selbst eine Botschaft. Wenn ein Softwarehaus im Gesundheitsmarkt Führung austauscht, geht es selten nur um Personen, sondern um Richtung, Takt und Erwartungsdruck.

Tobias Osterloher geht zurück in den Mutterkonzern Phoenix, sein Nachfolger kommt ebenfalls von dort. Das ist kein beiläufiger Personalwechsel, sondern eine klare Klammer: Die Steuerung wandert sichtbar näher an den Konzernkern, und damit verschiebt sich auch die Logik, nach der Entscheidungen begründet werden.

Mark Wolff übernimmt den Vorsitz der Geschäftsführung und verantwortet den Vertrieb. Sein Profil wird über Kundenfokus und digitale Kompetenz beschrieben, dazu die Vorgeschichte bei Phoenix sowie bei Transmed. In dieser Kombination liegt eine implizite Priorität: Nähe zum Markt, Nähe zur Plattform, Nähe zur Umsetzungsrealität.

Parallel wird die technische Führung neu besetzt: Rakhi Gupta verantwortet seit dem 1. Januar den Bereich Technik und folgt auf Mihai Diga, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hat. Internationale Führungserfahrung aus Life Sciences und Medizintechnik ist in solchen Rollen weniger Dekoration als Übersetzungsleistung zwischen Regulierung, Produktlogik und Systembetrieb.

Für Finanzen kommt Christian Schimek, bisher Bereichsleiter Controlling bei Phoenix, und bleibt zugleich Geschäftsführer von Transmed. Auch das ist ein Signal, weil es Schnittstellen bündelt: Geldfluss, Steuerung und Logistikdenken werden enger verschränkt, und das verändert den Blick auf Investitionen, Prioritäten und operative Disziplin.

Auffällig ist zudem das Übergangsarrangement: Wolff und Schimek führen ihre Bereiche zunächst gemeinsam mit Florian Altenhof und Gunther Schemitsch, die ihre geschäftsführende Tätigkeit bei ADG zum 30. Juni beenden. Diese Klammer wirkt wie ein kontrollierter Staffelstab, aber sie zeigt auch, dass der Umbau nicht punktuell ist, sondern als Prozess gemanagt werden soll.

Die offizielle Begründung lautet, man wolle die Transformation des Gesundheitsmarktes aktiv begleiten und die Wachstumsstrategie konsequent vorantreiben. Das klingt erwartbar, wird aber erst im Detail konkret: Transformation heißt hier vor allem, dass ADG zugleich stabil laufen und schneller werden muss, ohne die Fehlerquote zu erhöhen.

Der Preis solcher Umbauten liegt selten im Organigramm, sondern in der Organisation selbst. Wenn Rollen, Zuständigkeiten und Berichtslinien neu geschnitten werden, muss die Belegschaft im Tagesgeschäft entscheiden, was „jetzt gilt“ – und genau dort entsteht Reibung, die weder Vertrieb noch Technik wegmoderieren können.

In der Summe ist der Wechsel kein reines Stühlerücken, sondern eine Verdichtung von Konzernsteuerung, Marktlogik und Digitalambition. Wer Wachstum will, muss Führung so aufstellen, dass Verantwortung nicht als Projektwort herumsteht, sondern im Betrieb belastbar bleibt.

 

Facebook-Ausstieg der Apotheken Umschau, Reichweitenlogik kippt, Community-Strategie wird zur Verlagsentscheidung.

Der Rückzug der Apotheken Umschau von Facebook ist keine Stilfrage, sondern eine Kosten-Nutzen-Entscheidung im digitalen Vertrieb von Aufmerksamkeit. Wenn eine Marke mit dieser Historie eine Plattform verlässt, dann deshalb, weil Reichweite nicht mehr als verlässliche Währung funktioniert.

Die Begründung ist klar umrissen: Auf Facebook sei die Reichweite zurückgegangen, während Instagram organisch wachse und eine engagierte Community biete. Entscheidend ist dabei weniger die nackte Followerzahl als die Qualität der Interaktion, weil sie über Sichtbarkeit, Vertrauen und Anschlussfähigkeit im Alltag entscheidet.

Der Wort & Bild Verlag hat den Abschied offen kommuniziert und damit den Bruch sichtbar gemacht. Die Reaktionen zeigen das Dilemma, das viele Medienmarken trifft: Ein Teil der Leserschaft bleibt dort, wo die Marke groß geworden ist, während die Produktion dorthin wandert, wo Wachstum messbar ist. Wer das ignoriert, verliert entweder die Alten oder die Neuen.

In der Argumentation steckt eine zweite Ebene: Auf Facebook konzentriere sich die Interaktion zunehmend auf wenige, oft polarisierende Themen, während auf Instagram differenzierter diskutiert werde. Das ist nicht nur ein Tonlagenvergleich, sondern eine Aussage über Moderationsaufwand, Eskalationsrisiko und Markenrisiko im Kommentarbereich.

Für eine Gesundheitsmarke ist diese Abwägung besonders hart, weil Vertrauen schnell beschädigt wird, wenn Debattenräume kippen. Je stärker die Plattformlogik auf Zuspitzung belohnt, desto schwieriger wird es, Inhalte zu platzieren, die auf Abwägung, Einordnung und Präzision angewiesen sind.

Gleichzeitig bleibt der Schritt riskant, weil Plattformwechsel immer auch Publikumswechsel bedeutet. Ein Teil der bisherigen Community fühlt sich abgehängt, gerade wenn Facebook als „Ort der Zielgruppe“ verstanden wird. Diese Lücke lässt sich nicht durch einen Kanalbeschluss schließen, sondern nur durch eine saubere Anschlussstrategie, die das Bedürfnis nach Verlässlichkeit ernst nimmt.

Der Kontext macht die Entscheidung noch deutlicher: Die Apotheken Umschau ist seit Jahrzehnten ein Massenprodukt mit hoher Verbreitung und festen Routinen, und genau solche Marken sind empfindlich gegenüber Reichweiten-Erosion. Wenn die Distribution nicht mehr planbar ist, wird jede Woche teurer, selbst wenn die Inhalte gleich bleiben.

So wirkt der Facebook-Ausstieg wie ein kleiner Schnitt, ist aber in Wahrheit eine Verschiebung des Selbstverständnisses: Weg von „wir sind überall, wo alle sind“ hin zu „wir investieren dort, wo Dialog tragfähig bleibt“. Das ist eine Strategie, die nicht nach außen glänzt, aber nach innen Stabilität schaffen soll.

 

Präventionsmessung beim Blutdruck, pDL-Ausweitung im ApoVWG, Schnittstelle zwischen Früherkennung und Verantwortung.

Dass Blutdruck in der bisherigen Dienstleistung nur bei diagnostizierter Hypertonie erfasst und abgerechnet werden darf, wirkt wie eine Regel aus der Zeit vor der Präventionsdebatte. Wer erst messen darf, wenn die Diagnose feststeht, verpasst genau die Gruppe, die im Alltag am häufigsten durchrutscht: Menschen ohne Befund, aber mit Risikoprofil und schleichender Verschiebung der Werte.

Die geplante Erweiterung im ApoVWG setzt genau dort an. Blutdruck soll nicht nur als Kontrollinstrument bei bekannten Patientinnen und Patienten verstanden werden, sondern als niederschwellige Früherkennung, die eine Lücke schließt, bevor sie klinisch teuer wird. Das ist der eigentliche Systemgedanke hinter Prävention: Risiko sichtbar machen, bevor es sich als Ereignis materialisiert.

Der drastische Satz, es sei „schwachsinnig“, ausschließlich bei Hypertonikern zu messen, ist weniger Provokation als Kurzform für eine Logiklücke. Wenn ein wesentlicher Risikofaktor in der Bevölkerung häufig unentdeckt bleibt, dann ist das Messfenster der entscheidende Hebel. In diesem Bild ist die Messung kein Service-Extra, sondern ein Filter, der überhaupt erst die richtigen Gespräche auslöst.

Die Frage dreht sich aber nicht nur um Sinn, sondern um die Architektur der Verantwortung. Präventionsmessung klingt nach einfacher Leistung, ist in der Praxis jedoch an Kriterien gebunden: Messqualität, Wiederholungslogik, Dokumentation, Abgrenzung zur Diagnostik, klare Weiterleitung in die ärztliche Abklärung. Genau hier entscheidet sich, ob Prävention als Ordnung funktioniert oder als Aktionismus endet.

Das Fallbeispiel eines 42-Jährigen ohne Diagnose, aber mit familiärer Belastung und weiteren Risikofaktoren, zeigt die reale Dynamik am HV-Tisch: Eine Messung entsteht oft aus Anlass, nicht aus Programm. Wenn dann erhöhte Werte auftauchen, braucht es ein Vorgehen, das nicht dramatisiert, aber auch nicht relativiert, und das die Verantwortung sauber zurück in die medizinische Abklärung führt.

Für die Versorgungslogik ist die Vergütung der versteckte Kern. Wird Prävention ermöglicht, aber nicht sauber bepreist, entsteht ein klassisches Muster: politischer Auftrag ohne tragfähige Betriebsrealität. Umgekehrt kann eine klare Abrechnungslogik Standards erzwingen, weil sie Messqualität, Ablauf und Nachsteuerung faktisch mitdefiniert.

Auch das Verhältnis zur ärztlichen Versorgung wird neu sortiert. Präventionsmessung funktioniert nur, wenn sie als Zubringer verstanden wird, nicht als Parallelspur. Wird das Verfahren so gestaltet, dass es in der Praxis belastbare Vorinformationen liefert, kann es Diagnostik beschleunigen. Wird es als Ersatzgefühl verkauft, produziert es Reibung, unnötige Arztkontakte oder Scheinsicherheit.

Die eigentliche Pointe liegt in der Grenze: Prävention ist wertvoll, wenn sie Zuständigkeit schärft. Die Messung muss deshalb so geregelt sein, dass sie Menschen in die richtige nächste Stufe bringt, ohne Diagnosen zu simulieren oder Verantwortung zu verdünnen. In diesem Spannungsfeld entscheidet sich, ob die pDL-Ausweitung als politischer Satz stehenbleibt oder als Versorgungsinstrument trägt. 

 

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Ein Gesetz, das später kommt, erzeugt keinen Stillstand, sondern ein Vakuum. Pharmacon liefert die Bühne, auf der Praxis und Medizin denselben Satz sagen, nur mit anderem Akzent. Prävention ist hier kein Wohlfühlwort, sondern eine Lücke mit Terminfolgen. Wenn die Messung nur den Diagnostizierten erlaubt ist, bleibt die Hälfte der Geschichte unsichtbar. Eine Reform, die Verschiebung atmet, lädt Nebenakteure ein, die Sprache zu besetzen. Die Debatte wird dadurch nicht größer, sondern unschärfer. Entscheidend ist, wer die Schnittstelle hält, wenn der Kalender rutscht.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn Prävention an Abrechnungsgrenzen scheitert, wird Verantwortung zur Zufallsfrage. Das ApoVWG kann Tempo verlieren, ohne Inhalt zu gewinnen. Und genau dann entscheidet sich, ob Versorgung als Rolle oder als Restgröße behandelt wird.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Pharmacon und ApoVWG zeigen heute, wie schnell Prävention an Schnittstellen hängen bleibt.

 

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