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  • 19.01.2026 – Arzneimittel als Medizin, Handel als Verstärker, Verantwortung darf nicht verdunsten.
    19.01.2026 – Arzneimittel als Medizin, Handel als Verstärker, Verantwortung darf nicht verdunsten.
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Mehr Vertrieb ersetzt keine Zuständigkeit, wenn OTC medizinischer Entscheidungspunkt und Sicherheitsraum bleibt.

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ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Arzneimittel als Medizin, Handel als Verstärker, Verantwortung darf nicht verdunsten.

 

Ein TV-Report über Schließungen und neue OTC-Vertriebsorte zeigt, wie schnell Versorgungslogik in Verkaufslogik umkippt.

Stand: Montag, 19. Januar 2026, um 19:29 Uhr

Apotheken-News: Bericht von heute

Eine Apothekenschließung nach Jahrzehnten ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom. Der Report verbindet den Einschnitt vor Ort mit einer Bewegung, die längst messbar ist: Seit 2005 ist die Apothekenzahl bis 2025 um mehr als 20 Prozent gesunken. Gleichzeitig wird eine Fixum-Erhöhung auf 9,50 Euro im Reformentwurf nicht abgebildet. Und genau in diese Lage hinein rückt die nächste Idee: OTC soll stärker in Drogerien, Versand und sogar in Supermärkten landen. Das ist keine neutrale Ergänzung, sondern eine Ordnungsentscheidung, weil Verantwortung nur dort zuverlässig bleibt, wo sie strukturell verankert ist.

 

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Dieser Beitrag ordnet die strukturellen Folgen von Schließungen ein und prüft die Zuständigkeitsfrage bei einer Verschiebung von OTC in neue Vertriebsräume.

Im Zentrum steht ein Apothekerehepaar aus Auerbach, das seine „Bärenapotheke“ nach 32 Jahren schließen musste. Nachfolger fanden sich nicht, die wirtschaftliche Perspektive trug nicht mehr. Das ist die konkrete Oberfläche. Darunter liegt ein Mechanismus, der sich nicht auf einen Standort reduzieren lässt: Wo Investitionen nicht mehr finanzierbar sind, wo der ärztliche Unterbau ausdünnt und Planungssicherheit verschwindet, kippt ein Betrieb in eine Spirale aus weniger Nachfrage, mehr Fixkostenlast und wachsender Unsicherheit.

Aus der persönlichen Schließung wird eine strukturelle Linie. Die Zahlen zeigen seit Jahren nach unten, und bis 2025 liegt der Rückgang bei mehr als 20 Prozent. Parallel stehen politische Stärkungszusagen im Raum, während ein Packungsfixum von 9,50 Euro im aktuellen Reformentwurf fehlt. Das ist keine Detailfrage. Es ist die Lücke zwischen Belastung und Gegenmittel, in der Folgelasten entstehen, die nicht verschwinden, sondern weiterwandern.

Genau dort beginnt die betriebliche Realität. Wenn die Basisfinanzierung stagniert, werden Notdienste, Personalbindung, Qualitätssicherung und Vorhaltung zu Risiken, die im Betrieb hängen bleiben. Das System nutzt die Leistungen, aber es verteilt die Kosten nicht sauber. Wer die Vorhaltung trägt, trägt am Ende auch den Druck, und dieser Druck entscheidet darüber, ob Standorte bleiben oder fallen.

Der europäische Vergleich schärft das Bild. Deutschland liegt bei rund 20 Apotheken je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner deutlich unter einem EU-Durchschnitt von 31. Das beschreibt Netzstärke, nicht Stimmung. Je dünner dieses Netz wird, desto länger werden Wege, desto knapper werden Zeitfenster, desto geringer werden Puffer für Ausfälle. Die Schwachstelle liegt dort, wo Alternativen ohnehin rar sind: im ländlichen Raum.

Wie schnell aus Strukturverlust Mehrlast wird, zeigt das zweite Beispiel: Ein Betreiber im Erzgebirge, der zwei Standorte führt, beschreibt nach einer Schließung in der Region eine Notdienstverdichtung. Er müsse an seinen beiden Standorten etwa jeden sechsten Tag Notdienst leisten, in Summe knapp 60 im Jahr. Das ist kein Effekt für Schlagzeilen, sondern ein Takt, der Personalplanung, Regeneration und wirtschaftliche Vernunft gleichzeitig unter Druck setzt.

Der Report berührt außerdem eine Leistung, die in Kanaldebatten fast immer untergeht: die Herstellung von Arzneimitteln im Labor als Reaktion auf Engpässe oder besondere Bedarfe. In Phasen anhaltender Lieferprobleme wird diese Vorhaltung zur Versorgungsfunktion. Sie ist nicht das schmückende Extra, sondern Teil eines Sicherheitsraums. Wer diesen Sicherheitsraum ausdünnt, kann ihn nicht durch Regalfläche ersetzen und auch nicht durch Versandlogistik nachbauen.

Vor diesem Hintergrund wirkt die „Zukunftsvision“ wie ein Kategorienwechsel. Wenn OTC stärker in Drogerien, Versand oder sogar Supermärkten verortet werden soll, wird OTC implizit zur normalen Konsumware erklärt. Genau darin steckt der Fehler. OTC ist häufig der erste medizinische Entscheidungspunkt im Alltag: Dosierung, Warnzeichen, Wechselwirkungen, Grenzfälle bei Kindern, Schwangerschaft oder Multimedikation. Wird dieser Entscheidungspunkt aus dem Raum gelöst, der auf Beratung und Risikoprüfung spezialisiert ist, verschiebt sich Verantwortung – nicht nach oben, sondern nach unten, in Richtung Individuum und Zufall.

In dieses Bild passt die neue Bewegung im Versand: Seit Dezember 2025 versendet dm OTC-Produkte aus Tschechien an deutsche Kundinnen und Kunden. Der Vertrieb wird breiter, die Vor-Ort-Struktur dünner. Damit entsteht eine paradoxe Lage: Der Druck wird mit „mehr Vertrieb“ beantwortet, während Zuständigkeit, Haftung und Sicherheitsstandards im Alltag unscharf bleiben. Zuständigkeit darf aber nicht verdunsten, wenn Versorgung stabil bleiben soll.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Die Erzählung beginnt mit einem Ende, das keines sein sollte: Eine Apotheke macht zu, weil Zukunft sich nicht mehr rechnen lässt. Der Satz über Ertrag und Investitionen klingt betriebswirtschaftlich, ist aber in Wahrheit ein Versorgungssatz. Denn wer kein Nachfolgemodell findet, verliert nicht nur einen Laden, sondern eine Stelle, an der medizinische Entscheidungen im Alltag sortiert werden.

Dann kommen die Zahlen, und sie wirken wie Kartenmaterial: seit 2005 mehr als 20 Prozent weniger Standorte bis 2025, 20 statt 31 Apotheken je 100.000, und ein Reformrahmen, in dem ein Packungsfixum von 9,50 Euro nicht auftaucht. Diese Daten sind keine Dekoration, sie sind Bewegungsrichtung. Und diese Richtung zeigt nach unten, während das politische Versprechen der Stärkung nach oben zeigt.

Als die Idee vom Supermarkt ins Spiel kommt, kippt die Logik. Es ist der Moment, in dem Versorgung in die Sprache von Regalfläche übersetzt wird. Genau dort entsteht der Bruch: Medizin wird zum Handelselement, Verantwortung zum unsichtbaren Rest. Nicht der Ort irritiert, sondern die Annahme, der Ort sei egal.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt.
Wenn OTC zur Regelware erklärt wird, verändert sich nicht nur der Einkauf, sondern die Ordnung dahinter. Beratung wird zur Option, Risikoprüfung zur Zufallsfrage, und die Folgelast verteilt sich nicht gerecht, sondern ungeordnet: Sie landet bei denen, die noch da sind, und bei denen, die es nicht besser wissen konnten. Der Kern ist schlicht: Ein System, das seine Sicherheitsstruktur ausdünnt, kann sich nicht damit trösten, dass es noch Regale gibt. Versorgung stabilisiert sich nicht durch Bequemlichkeit, sondern durch Zuständigkeit, die sichtbar bleibt und finanziell trägt.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Dieser Beitrag analysiert die strukturellen Folgen von Apothekenschließungen und die ordnungspolitischen Konsequenzen einer Verschiebung von OTC-Arzneimitteln in neue Vertriebsräume.

 

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