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  • 19.01.2026 – Apothekenreform, Vergütung pharmazeutischer Leistungen, Leitung bleibt Kern der Versorgungsstatik.
    19.01.2026 – Apothekenreform, Vergütung pharmazeutischer Leistungen, Leitung bleibt Kern der Versorgungsstatik.
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Reform, Rückrufe und Kostendebatte greifen ineinander: Ohne klare Verantwortungswege und Finanzierung wächst Reibung statt Versorgung....

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ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apothekenreform, Vergütung pharmazeutischer Leistungen, Leitung bleibt Kern der Versorgungsstatik.

 

Die Reform wirkt wie ein Lob auf Profession und Leistung, doch ohne belastbare Finanzierung kippt sie in neue Reibung im Alltag.

Stand: Montag, 19. Januar 2026, um 15:30 Uhr

Apotheken-News: Bericht von heute

Der Regierungsentwurf zur Apothekenreform wird von der Bundesapothekerkammer als Signal der Wertschätzung gelesen – und zugleich als Test, ob Politik bereit ist, Leistung nicht nur zu fordern, sondern dauerhaft zu tragen. Dr. Armin Hoffmann verbindet den angekündigten Paradigmenwechsel mit einer klaren Bedingung: Beratung, Medikationsanalysen und die Betreuung chronisch Erkrankter dürfen nicht zu neuen Formularpfaden werden, sondern müssen auskömmlich, bürokratiearm und stabil vergütet sein. Gleichzeitig markiert er eine rote Linie bei der Leitungsverantwortung: Die persönliche und fachliche Führung könne nicht probeweise ausgelagert werden, weil genau dort die Arzneimitteltherapiesicherheit und die Statik des Systems hängen.

 

Wenn ein Gesetz mehr Leistung will, ist das zunächst eine Anerkennung – aber Anerkennung ist kein Zahlungsstrom. Genau deshalb wirkt Hoffmanns Wort „Paradigmenwechsel“ weniger wie ein Aufbruchsslogan, sondern wie eine Abrechnung mit einem blinden Fleck: Der Staat definiert Aufgaben, das System liefert, und irgendwo dazwischen wird still vorausgesetzt, dass zusätzliche Zeit, zusätzliche Dokumentation und zusätzliche Schnittstellen „schon gehen werden“. In der Praxis ist das die Stelle, an der die Versorgungsstatik knirscht: Nicht weil die Leistung fachlich unmöglich wäre, sondern weil sie organisatorisch in ein Raster gedrückt wird, das schon jetzt auf Verschleiß läuft. Bürokratieabbau ist in dieser Logik kein Wohlfühlwort, sondern die Frage, ob neue Leistungen tatsächlich Versorgung verbessern oder nur Nachweispflichten vermehren.

Hoffmann schiebt noch eine zweite Wahrheit nach, die politisch gern getrennt diskutiert wird: Leitung ist nicht bloß Personalrecht, sondern Sicherheitsarchitektur. Wenn die persönliche und fachliche Führung als „Pilot“ relativiert wird, entsteht ein Signal, dass Verantwortung teilbar und vertretbar sei, auch dort, wo sie die letzte Instanz ist. Das ist nicht nur ein berufsständischer Reflex. Es berührt die harte Mechanik von Medikationsplan, Polymedikation und Übergängen zwischen ambulant und stationär: Je mehr Versorgung über Schnittstellen läuft, desto wichtiger wird eine Instanz, die nicht nur abarbeitet, sondern haftbar bündelt, abwägt und notfalls stoppt. Genau an dieser Stelle liegt die Sorge, dass eine scheinbar kleine Regel – wer darf in Abwesenheit „führen“ – mittelbar Strukturen öffnet, die später nicht mehr eingefangen werden.

Diese Statik wird besonders sichtbar, wenn ein Ereignis eigentlich „nur“ auf der Handelsebene stattfindet, aber innerhalb von Stunden in die Patientenkommunikation hineinsticht: der Ramipril-Rückruf bei 089Pharm wegen Beanstandungen zur Bruchfestigkeit. Formal betrifft das Großhandel und Lager, faktisch landet es am Tresen als Verunsicherung, Rückgabe, Nachfrage nach Risiko und die Forderung nach einem klaren Satz, der sich schriftlich zeigen lässt. Das Unangenehme an solchen Fällen ist, dass die Kommunikation zwischen Ebenen nicht synchron ist: Ein Rückruf ohne Patientenbezug wirkt in der Rechtslogik entlastend, in der Alltagslogik aber wie ein Widerspruch. Wer betroffen ist, spürt nur: „Mein Medikament ist Thema.“ Ausgerechnet diese Lücke erzeugt Zusatzarbeit, die im Entwurf so oft „mitgedacht“ wird, dass sie am Ende nirgends bezahlt ist.

Hier kippt eine zweite Ebene hinein: Prozessrecht und Erstattungslogik. Im Rohmaterial steht § 31 Abs. 3 Satz 7 SGB V als Regel zur Ersatzverordnung bei Rückruf oder Einschränkung der Verwendbarkeit, zugleich der Hinweis, dass der aktuelle Rückruf nicht auf Patientenebene erfolge. Für die Praxis heißt das: Es gibt Situationen, in denen Versicherte zuzahlungsfrei neu verordnet bekommen, und Situationen, in denen das nicht greift – während die Erwartungshaltung in der Öffentlichkeit oft identisch ist. Genau dort entsteht Konflikt, nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Systemdifferenz. Wenn zudem unklar bleibt, wie mit angebrochenen Packungen verfahren wird oder welche schriftliche Risikobewertung der Hersteller liefert, wandert die Verantwortung in den Betrieb zurück, inklusive der Gefahr, dass Ärztinnen und Ärzte „zur Sicherheit“ Ersatzverordnungen ausstellen, obwohl die formale Grundlage nicht sauber ist.

Parallel dazu läuft die große Kostendebatte im Hintergrund – und sie wird in der Regel so geführt, als ließe sich Steuerung durch neue Zuzahlungen erzwingen. Der GKV-Spitzenverband warnt genau davor und verweist auf Strukturreformen, die bei den Ausgaben ansetzen sollen. Die Zahlen, die im Rohmaterial stehen, sind als Marker gesetzt: 370 Milliarden Euro Ausgaben im Jahr, erwartete Steigerungsraten, und der Verweis auf eine Verdoppelung der Arzneimittelausgaben binnen zwölf Jahren. Die Forderung, die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent zu senken, ist in dieser Perspektive kein „Geschenk“, sondern ein fiskalischer Hebel, der kurzfristig Kosten senkt. Für das Versorgungssystem ist dabei die entscheidende Frage nicht, ob ein Instrument politisch gefällig ist, sondern ob es an der richtigen Stelle wirkt: Entlastet es dort, wo Versorgung getragen wird – oder verschiebt es Lasten nur von einer Kasse auf die nächste?

In der Alltagswahrnehmung wirkt solche Makroökonomie oft weit weg, bis sie als konkrete Vorgabe ankommt: mehr Dokumentation, mehr Nachweise, mehr Steuerung, mehr Sparvorgaben – bei gleichzeitig gleichbleibender Personaldecke. Deshalb ist Hoffmanns Verbindung von „auskömmlich“ und „bürokratiearm“ so zentral: Sie markiert, dass Geld und Verwaltungsaufwand keine getrennten Baustellen sind, sondern sich gegenseitig verstärken. Wird Leistung erweitert, ohne Prozess zu entlasten, entstehen nicht nur Mehrkosten, sondern Reibungsverluste, die am Ende Versorgung verschlechtern. In dieser Logik ist die Reform nicht nur ein Gesetzestext, sondern ein Stresstest für die Frage, ob Politik die Nebenfolgen ihrer eigenen Steuerungsinstrumente ernst nimmt.

Auch die technische Infrastruktur gehört in dieselbe Statik, selbst wenn sie in einem anderen Tonfall verhandelt wird. Der Vorstandswechsel bei Noventi – Lars Polap geht, Mark Böhm übernimmt die Bereiche – ist im Rohmaterial als Übergang „aus persönlichen Gründen“ beschrieben, mit Dankesworten und dem Hinweis auf einen geregelten Übergang im Dezember. Für die Versorgung ist an solchen Meldungen weniger die Personalie entscheidend als die Funktionskette dahinter: IT-Entwicklung, IT-Services, Produktmanagement sind nicht austauschbare Wörter, sondern die drei Stellen, an denen Stabilität oder Störung entstehen. Wer Systeme betreibt, weiß: Ein Wechsel im Verantwortungsdreieck ist dann riskant, wenn Roadmaps, Servicequalität und Schnittstellenmanagement gleichzeitig umgebaut werden. Es ist kein Alarmismus, das zu benennen. Es ist die nüchterne Erinnerung daran, dass Digitalisierung in der Versorgung nur so gut ist wie die Governance, die sie stabil hält.

Noch deutlicher wird die Abhängigkeit von Governance, wenn nicht Technik oder Gesetz, sondern ein Nachlassfall eine Versorgungseinheit plötzlich führungslos macht. Die Übernahme der Central-Apotheke in Schwäbisch Gmünd nach Todesfällen, Übergangslösungen, Sondergenehmigung und Insolvenzpfaden zeigt eine harte Realität: Es braucht manchmal nur einen einzigen Ausfall in der Leitungsfunktion, und ein Standort wird innerhalb weniger Wochen zur organisatorischen Problemzone. Dass eine approbierte Kollegin einspringt, ein Team „gewillt ist, einigermaßen selbstständig zu arbeiten“, und am Ende ein erfahrener Erwerber gefunden wird, wirkt im Rückblick wie ein Erfolg. In der Statik betrachtet ist es aber ein Hinweis, wie dünn die Sicherungsketten in der Fläche sein können – und wie viel stiller Aufwand entsteht, bevor „eine Zukunftslösung“ in trockenen Tüchern ist.

Diese Linie – Statik statt Anekdote – lässt sich bis in die scheinbar kleineren Beratungsthemen hinein verfolgen. Rhinitis medicamentosa durch den übermäßigen Gebrauch abschwellender Nasensprays ist im Rohmaterial als Teufelskreis beschrieben: Rebound-Effekt, Gewöhnung, steigende Anwendung, Schleimhautschäden, Folgeprobleme bis hin zu Schlafstörungen und Angstzuständen. Solche Themen wirken auf den ersten Blick „klassisch“ und unpolitisch, aber sie sind ein Beispiel dafür, wie Versorgung im Alltag funktioniert: Nicht über große Reformworte, sondern über verständliche Mechanik, klare Dauergrenzen und Alternativen, die den Ausstieg ermöglichen. Dass die Vorschläge im Rohmaterial als Schritte stehen, macht zugleich sichtbar, wie schnell Beratung in eine Mischung aus Medizin, Psychologie und Prozessführung hineinragt – und wie leicht aus einem kleinen Produkt eine dauerhafte Belastung wird.

Ähnlich ist es bei lockeren Zähnen: Gingivitis, Parodontitis, Knochenabbau, Knirschen, Lastverteilung durch Zahnlücken oder schlecht sitzenden Zahnersatz. Das sind medizinische Mechaniken, die Patienten oft erst dann ernst nehmen, wenn die Funktion schon eingeschränkt ist. Im Versorgungssystem zählen solche Themen nicht wegen Schlagzeilenwert, sondern weil sie zeigen, wie präventive Logik gegen Spätfolgen steht – und wie abhängig Erfolg davon ist, dass Menschen frühe Warnzeichen verstehen und handeln. In diesem Sinn sind Beratungsthemen kein Beiwerk. Sie sind die stillen Reparaturstellen eines Systems, das sonst nur über Kostenkurven spricht.

Aus der Reihe fällt dagegen das Kfz-Thema: Verivox-Modellrechnungen über Zusatzleistungen in Policen, Aufschläge, Rabattschutz, Direktregulierung. Es ist fachfremd, aber es illustriert eine Mechanik, die man aus Versorgung kennt: Zusatznutzen wird verkauft, Bedingungen und Ausschlüsse werden später sichtbar, und der Preis steigt schneller als der reale Mehrwert. Das ist kein Vergleich, der Systeme gleichsetzt, sondern eine Erinnerung daran, wie schnell Menschen „Sicherheit“ kaufen, ohne zu wissen, welche Sicherheit sie tatsächlich bekommen. Dort, wo Versorgungsstatik von Vertrauen lebt, ist diese Lektion nicht irrelevant, auch wenn das konkrete Feld ein anderes ist.

Wenn man die acht Themen zusammensetzt, entsteht ein Bild, das sich weniger über Empörung trägt als über eine einfache Frage: Wo sitzt Verantwortung, und wie wird sie bezahlt, dokumentiert und technisch abgesichert? Hoffmanns Forderung nach auskömmlicher, bürokratiearmer Vergütung ist dann keine Standespolitik, sondern ein Versuch, diese Verantwortung nicht in Nebenkosten zu ertränken. Rückrufe wie bei Ramipril zeigen, wie schnell Verantwortung in den Betrieb zurückspringt, wenn Kommunikation und Ebenen nicht synchron sind. GKV-Debatten zeigen, wie stark politischer Druck dazu neigt, Steuerung beim Versicherten zu suchen, statt am Systemdesign. Und Technik- wie Nachlassfälle zeigen, wie wenig „Statik“ man hat, wenn Führung, Prozesse und Infrastruktur nur formal vorhanden sind.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Es gibt Reformtexte, die wie ein Aufbruch wirken, und es gibt Alltagssituationen, die zeigen, ob dieser Aufbruch trägt. Zwischen „Paradigmenwechsel“ und „Bruchfestigkeit“ liegt weniger Abstand, als es scheint: Beides ist die Frage, ob ein System seine Lasten kennt. Wenn Leitung, Vergütung, Kommunikation und Infrastruktur nicht als zusammenhängendes Gefüge behandelt werden, entsteht an vielen kleinen Stellen derselbe Riss. Dann wird aus Anerkennung schnell Überforderung, und aus Steuerung wird Improvisation.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Ein Versorgungssystem ist nicht stabil, weil es viele Regeln hat, sondern weil Regeln dort enden, wo Verantwortung beginnt. Reformen, Rückrufe, Kassenargumente und Technikwechsel sind keine getrennten Nachrichten, sondern unterschiedliche Blickwinkel auf denselben Kern: Wer hält die Statik, wenn es unübersichtlich wird? Der bequemste Weg ist oft, Lasten zu verschieben, in Formulare, in Eigenanteile, in „Übergangslösungen“. Der schwierigere Weg ist, Statik zu bauen: auskömmlich, verständlich, führungsfähig, technisch verlässlich.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Maßgeblich ist, ob Vergütung, Rückrufkommunikation und Systemsteuerung als zusammenhängende Versorgungsstatik behandelt werden.

 

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