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  • 18.01.2026 – TV-Apothekentests als Bühne, Beratung unter Zeitdruck, Vertrauen wird verkürzt gemessen.
    18.01.2026 – TV-Apothekentests als Bühne, Beratung unter Zeitdruck, Vertrauen wird verkürzt gemessen.
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | TV-Apothekentests arbeiten mit knapper Dramaturgie und unsichtbaren Bedingungen, doch Beratung bleibt nur glaubwürdig, wenn Risiko, BegrÃ...

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ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

TV-Apothekentests als Bühne, Beratung unter Zeitdruck, Vertrauen wird verkürzt gemessen.

 

Ein Fernsehbeitrag über Halsschmerzmittel zeigt, wie fehlende Transparenz Urteile produziert, und warum Apotheken Beratung als Logik erklären müssen.

Stand: Sonntag, 18. Januar 2026, um 16:01 Uhr

Apotheken-News: Bericht von heute

Man sieht sieben Minuten Fernsehen und bekommt ein Urteil, als hätte jemand eine Branche vermessen. Genau darin liegt die Spannung: Apothekentests sind ein Format, das nach Klarheit verlangt, aber oft mit Unklarheit arbeitet, weil Setting und Ablauf nicht offengelegt werden. Für Apotheken ist das keine Nebensache, sondern eine Frage von Wahrnehmung, Vertrauen und letztlich wirtschaftlicher Statik, weil ein pauschaler Vorwurf im Publikum länger wirkt als jede fachliche Einordnung im HV-Alltag.

 

Die Idee solcher Beiträge ist schnell erzählt: Ein Reporter geht in Apotheken, fragt nach Hilfe bei Halsschmerzen, notiert Empfehlungen und bewertet die Beratung. Im Januar 2026 wurde dieses Muster wieder gesendet, mit einem Fokus auf Lutschtabletten und Sprays, und der Beitrag behauptete eine Stichprobe von zehn Apotheken. Die Zahl klingt nach Methode, doch Methode beginnt nicht bei der Anzahl, sondern bei den Bedingungen. Schon eine banale Information wie Auftreten, Formulierungen, Zeitdruck oder die Frage, ob der Tester Zusatzsymptome nannte, entscheidet darüber, ob eine Beratung auf Selbstmedikation zielt oder auf Abklärung. Wenn diese Informationen fehlen, bleibt dem Zuschauer nur das Produktbild, und aus Beratung wird Verkauf, weil man die Zwischenschritte nicht sieht.

Das Problem ist nicht, dass Apotheken beurteilt werden, sondern dass der Beurteilungsrahmen unsichtbar bleibt. Beratung besteht aus Kontextarbeit: Dauer der Beschwerden, Schmerzintensität, Schluckbeschwerden, Fieber, Risikofaktoren, Kinder, Schwangerschaft, Vorerkrankungen, Dauermedikation, Allergien, Erwartungen an schnelle Linderung. In der Offizin sind das Sekundenentscheidungen, aber sie sind die eigentliche Leistung, weil sie Risiko sortieren. Wer diese Logik im Beitrag nicht abbildet, vergleicht am Ende nicht Beratungen, sondern Einkaufserlebnisse. Dann wirkt eine Empfehlung von mehreren Präparaten wie „teuer“, auch wenn sie in Wahrheit eine Antwort auf eine vom Kunden beschriebene Symptomkombination sein könnte, oder auf den Wunsch nach schneller Wirkung, oder auf den Hinweis, dass schon zwei Mittel ohne Effekt ausprobiert wurden.

Besonders sichtbar wird die Verkürzung dort, wo der Preis als moralischer Marker gesetzt wird. Der Beitrag arbeitete mit dem Kontrast „über vierzig Euro“ gegen „Tasse Tee“, als wäre das ein sauberer Vergleich. Im Alltag ist es keiner. Tee ist ein Hausmittel, das bei leichten Verläufen helfen kann, aber Apotheken werden nicht dafür bezahlt, dem Publikum ein Haushaltsrezept zu geben, sondern dafür, Arzneimitteltherapie sicherer zu machen und Warnsignale zu erkennen. Gerade bei Halsschmerzen liegt die fachliche Verantwortung nicht im ersten Produkt, sondern im Ausschluss der roten Flaggen, weil aus einem scheinbar banalen Symptom eine bakterielle Komplikation, eine Dehydrierung, eine Verschlechterung bei chronischen Erkrankungen oder eine falsche Selbstmedikation werden kann. Wenn ein TV-Format diese Ebene ausspart, entsteht beim Zuschauer das Gefühl, die Apotheke verkaufe „zu viel“, obwohl die eigentliche Frage gewesen wäre, ob sie „richtig geprüft“ hat.

Trotzdem wäre es ein Fehler, diese Tests nur als Ärgernis abzuschreiben. Sie kommen wieder, weil sie dramaturgisch funktionieren, und weil Verbraucherformate ein einfaches Versprechen geben: Du bekommst eine Orientierung, ohne selbst recherchieren zu müssen. Apotheken können dieses Bedürfnis nicht verbieten, aber sie können es adressieren, indem sie die eigene Beratungslogik so stabil machen, dass sie auch unter vereinfachender Beobachtung sichtbar bleibt. Das heißt nicht, für Tests zu spielen oder sich anzubiedern, sondern die entscheidenden Schritte konsequent zu zeigen: kurze Abklärung, klare Begründung, klare Abgrenzung, klare Erwartungssteuerung. Eine Beratung, die in zwei Sätzen erklärt, warum ein Mittel passt, wann man ärztlich abklären sollte und was man erwarten darf, wirkt im Publikum anders als eine Beratung, die still drei Packungen über den Tisch schiebt. Der Unterschied ist keine Frage der Freundlichkeit, sondern der Nachvollziehbarkeit.

In der zweiten Schleife zeigt sich, warum diese Nachvollziehbarkeit eine Systemfrage ist und nicht nur eine Imagefrage. Der wirtschaftliche Druck in Apotheken ist real, und genau deshalb ist die Versuchung groß, Beratung über „Produktpakete“ zu standardisieren, weil es schnell geht und den Umsatz stabilisiert. Gleichzeitig wächst der öffentliche Argwohn, sobald Medien diesen Mechanismus als pauschale Erklärung anbieten. Das Ergebnis ist eine gefährliche Rückkopplung: Je stärker Apotheken unter Druck geraten, desto eher werden Beratungen verkürzt, und je stärker Beratungen verkürzt wirken, desto eher rechtfertigen Außenstehende Kürzungen oder Misstrauen. Ein Fernsehbeitrag ist dann nicht der Auslöser, sondern ein Verstärker, der die Richtung der Debatte verschiebt. Wer das versteht, erkennt den Kern: Es geht nicht um „Test gewinnen“, sondern um die Stabilität eines Beratungsstandards, der auch unter Stress nicht kippt.

Für Apotheken bedeutet das zugleich: Man kann die Existenz solcher Tests als Gelegenheit lesen, aber nicht als kostenlose Werbung im klassischen Sinn. Werbung setzt voraus, dass das Medium wohlwollend ist oder zumindest transparent. Hier ist das Medium eher ein Spiegel, der verzerrt sein kann. Die Chance liegt darin, dass Verzerrung weniger Schaden anrichtet, wenn der Betrieb konsequent eine Struktur zeigt, die sich nicht als Verkauf interpretieren lässt. Die Struktur ist simpel und hart: Erst Risiko sortieren, dann Nutzen erklären, dann Grenzen nennen. Wer in diesem Dreischritt arbeitet, wird nicht automatisch geliebt, aber er wird schwerer angreifbar, weil die Leistung sichtbar wird, selbst wenn die Kamera nur Ausschnitte zeigt. Und genau diese Sichtbarkeit ist in einer Zeit, in der Apotheken um Legitimation kämpfen, ein stiller Schutz.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

In der Fernsehwelt wird aus zehn Besuchen eine Aussage über Beratung „in der Breite“, obwohl die Breite nie gezeigt wird. In der Apothekenwelt wird aus zehn Begegnungen ein Tag, an dem neben Beratung auch Retaxrisiken, Engpässe, Personalplanung und Haftungsfragen laufen. Zwischen beiden Welten klafft eine Erzähl-Lücke, und diese Lücke ist das Feld, in dem Vertrauen verloren geht. Wenn Apotheken sich nur verteidigen, bleiben sie im Opfermodus. Wenn sie dagegen die eigene Logik so präzise machen, dass sie auch ohne Wohlwollen verständlich bleibt, entsteht etwas, das in Medienlogik selten vorkommt: Respekt vor Professionalität, selbst bei Kritik.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Apothekentests im Fernsehen werden bleiben, weil sie einfache Geschichten liefern, und Apotheken werden bleiben müssen, weil Versorgung nicht durch Tee ersetzt wird. Entscheidend ist, ob Beratung als prüfbare, nachvollziehbare Leistung sichtbar wird, oder ob sie als Warenabgabe erscheint, die man moralisch bewerten kann. Wer den Dreischritt aus Risiko, Begründung und Grenze im Alltag durchhält, reduziert nicht nur Medienangriffsfläche, sondern stabilisiert auch intern die Qualität, die in Zeiten von Druck am schnellsten erodiert. Und genau dort, in dieser stillen Stabilität, liegt der eigentliche Gewinn, der über einzelne Sendungen hinaus trägt.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Der Text betrachtet den Test nicht als Skandal, sondern als Belastungsprobe für sichtbare Beratungslogik im Betrieb.

 

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