ApoRisk® auf Facebook ApoRisk® auf X
  • 16.01.2026 – Apotheken-Nachrichten von heute sind Preishebel im Arzneimittelmarkt, Reformkanten im ApoVWG, ePA-Digitalpflicht als Stabilitätstest.
    16.01.2026 – Apotheken-Nachrichten von heute sind Preishebel im Arzneimittelmarkt, Reformkanten im ApoVWG, ePA-Digitalpflicht als Stabilitätstest.
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Bewertet wird die Anschlussfähigkeit an Versorgung, Recht und Betriebsrealität ohne Spekulationen.

Für Sie gelesen

Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:

ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-Nachrichten von heute sind Preishebel im Arzneimittelmarkt, Reformkanten im ApoVWG, ePA-Digitalpflicht als Stabilitätstest.

 

Zwischen Sparvorschlägen der Kassen, Länderforderungen zur Apothekenreform und ePA-Pflichten im Alltag verdichtet sich der Druck, Verlässlichkeit wird zur Systemfrage.

Stand: Freitag, 16. Januar 2026, um 13:20 Uhr

Apotheken-News: Bericht von heute

Die Debatte um Arzneimittelausgaben hat einen neuen Ton: Die TK setzt auf internationale Preisvergleiche und grobe Sparhebel, während zugleich klar wird, wie stark wenige Patentarzneien die GKV-Statik treiben. Im politischen Raum wird das nicht mehr als Randfrage geführt, sondern als Bedingung für weitere Reformen: Beiträge, Reserven, mögliche Zuzahlungen, Steuerung über Primärversorgung. Parallel läuft die ePA als Pflichtsystem bei Leistungserbringern, sichtbar genutzt über Medikationslisten, aber auf Versichertenseite noch zögerlich im Alltag verankert. Und mitten in diese Gemengelage schieben die Länder beim ApoVWG ihre Leitplanken: Fixum, PTA-Vertretung, Präsenzverantwortung, Filialabstände. Wer die großen Hebel bewegt, trifft am Ende die Routine in Praxis und Apotheke, dort entscheidet die Einordnung.

 

Digitalisierung frisst Zeit, Wirtschaftssorge wächst, die Versorgungskette verliert Ruhe.

Im vierten Quartal 2025 hellt sich die Stimmung bei den niedergelassenen Ärzten zwar auf, aber der Hauptgrund für Frust ist nicht mehr nur Papierkram oder Politik, sondern die digitale Schicht selbst. Fast sieben von zehn Niedergelassenen nennen Digitalisierung als wesentlichen Störfaktor, knapp dahinter folgen Entscheidungen und Vorgaben von Politik und Selbstverwaltung. Das ist keine Laune, sondern ein Arbeitsgefühl: Der Tag wird nicht leichter, wenn mehr Systeme parallel laufen, mehr Klickwege entstehen und Ausnahmen häufiger manuell repariert werden müssen.

Auffällig ist dabei die Gleichzeitigkeit von Aufhellung und Verdüsterung. Hausärzte verzeichnen die stärkste Stimmungsverbesserung, trotzdem bleibt die wirtschaftliche Bewertung gedämpft: Nur ein kleiner Teil bezeichnet die aktuelle Lage als gut, viele ordnen sie als „befriedigend“ ein, und ein relevanter Anteil sieht sie als schlecht. Noch wichtiger ist der Blick nach vorn: Ein großer Teil rechnet in den kommenden sechs Monaten mit einer Verschlechterung, nur wenige erwarten eine Verbesserung. In einem solchen Erwartungsklima wird jede zusätzliche Pflicht nicht als Modernisierung wahrgenommen, sondern als weiterer Druck auf Zeit, Personal und Verantwortung.

Dass Digitalisierung nun vor der nicht-digitalen Praxisadministration rangiert, zeigt, wie sehr sie in alle Routinen eingreift: Anmeldung, Kommunikation, Verordnung, Nachweis, Abrechnung. Wenn Schnittstellen nicht sauber greifen, wird jede Abweichung zur Störung, und jede Störung kostet Minuten, die im Kalender nicht existieren. Die Folge ist eine Art Daueranspannung: Nicht, weil Technik grundsätzlich abgelehnt wird, sondern weil sie im Alltag zu oft als Arbeit am System statt Arbeit am Patienten erlebt wird.

Für Apotheken hat dieser Befund unmittelbare Anschlussfähigkeit. Wenn Praxen unter Digitaldruck stehen, verändern sich Übergaben in der Versorgungskette: Rückfragen werden knapper, Dokumentationsanforderungen härter, und Fehler werden häufiger nach hinten durchgereicht. Am Ende landet die Korrekturarbeit oft dort, wo Patienten tatsächlich erscheinen und Erklärbarkeit erwartet wird. In dieser Lage wird Digitalisierung nicht nur ein Modernisierungsprojekt, sondern ein Stabilitätsthema für die Versorgung vor Ort.

Der Kern ist damit eine Statikfrage: Digitalisierung wird zum Spitzenreiter unter den Frustfaktoren, wenn sie nicht als Entlastung ankommt, sondern als Pflicht ohne spürbaren Gewinn im Ablauf. Solange wirtschaftliche Sorgen gleichzeitig zunehmen, sinkt die Bereitschaft, weitere Umstellungen „einfach mitzutragen“. Dann kippt ein Technikthema in ein Versorgungsthema – leise, aber mit Folgen.

 

Apotheken im ApoVWG-Takt, Länder ziehen Leitplanken, die Reform bekommt Reibung.

Der Termin wirkt unscheinbar, ist aber ein Signal: Am dreißigsten Januar soll das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz erstmals im Bundestag beraten werden, und gleichzeitig steht es auf der vorläufigen Tagesordnung des Bundesrates. Wenn beide Ebenen denselben Tag markieren, ist das mehr als Kalenderlogik. Es zeigt, dass die Länder das Vorhaben nicht als späteren Mitzeichnungsakt behandeln, sondern als Eingriff in eine Versorgungsarchitektur, die vor Ort schon unter Druck steht.

Der Widerspruch ist seit Monaten sichtbar und wird jetzt formeller. Im Herbst hatten mehrere Gesundheitsminister der Länder den Referentenentwurf skeptisch kommentiert, besonders dort, wo er die Erwartungen an die Reform berührt, ohne den zentralen Finanzanker zu setzen. Die ausgebliebene Fixumserhöhung steht dabei nicht nur als Wunsch der Branche im Raum, sondern als Frage, ob zusätzliche Aufgaben, mehr Verantwortung und neue Steuerungsinstrumente überhaupt tragfähig in den Alltag integriert werden können. Das Fixum ist in dieser Debatte weniger Symbol als Statik.

Die zweite Reibungsfläche ist die PTA-Vertretung. Schon die Diskussion darüber reicht, um zwei Lager zu bilden: Die einen suchen ein Ventil für Versorgungslücken, die anderen sehen eine Grenzverschiebung, die Verantwortung verwässert. Für Apotheken ist das keine theoretische Rollenfrage, sondern eine Praxisfrage. Wer steht wann und wie verbindlich für Beratung, Arzneimittelsicherheit und Entscheidung am HV-Tisch ein, und wie wird diese Verbindlichkeit rechtlich und finanziell unterfüttert. Wenn Regeln hier unklar bleiben, wandert das Risiko in den Betrieb, nicht in die Entwurfsbegründung.

Dass der Gesundheitsausschuss des Bundesrates bereits vorberaten hat, passt in dieses Bild. Vorberatung heißt: Die Länder sortieren nicht nur politische Positionen, sondern prüfen, wo ein Entwurf an der Realität hängen bleibt. Das wird besonders dort relevant, wo ländliche Versorgung, Personalengpässe und wirtschaftliche Stabilität gleichzeitig verhandelt werden. Jede Änderung am Gesetzestext ist dann auch eine Entscheidung darüber, ob Apotheken im System als verlässliche Struktur behandelt werden oder als variable Größe, die sich schon irgendwie anpasst.

Der weitere Prozess wird deshalb weniger an Schlagworten hängen als an der Frage, ob die Reform die Spannungen, die sie adressiert, tatsächlich entlastet oder nur verlagert. Wenn die Finanzierungsseite offen bleibt und zugleich neue Vertretungsmodelle eingeführt werden, entsteht eine Mischung aus Erwartungsaufwuchs und Statikverlust. Der dreißigste Januar ist damit nicht der Start einer Debatte, sondern ein Knotenpunkt, an dem sich zeigt, wie hart die Länder die Leitplanken setzen wollen und wie belastbar die Apothekenreform in ihrer jetzigen Form ist.

 

Apotheken im Notdienst, Vertrauen im Streit, Service wird zum Risiko.

Es beginnt wie eine Alltagsszene, die jeder Offizin vertraut ist: Ein Kind braucht ein Antibiotikum, es ist Notdienst, der Vater steht an der Klappe, die Situation hat Druck. Der Inhaber der Rats-Apotheke in Arnum-Hemmingen bietet an, den Trockensaft direkt in der Apotheke anzurühren, damit die erste Dosis ohne Zeitverlust gegeben werden kann. Genau diese Geste ist eigentlich Versorgung in Reinform: pragmatisch, patientenorientiert, handwerklich sicher. Und genau hier kippt die Lage.

Als der Apotheker mit der fertigen Suspension zurückkommt, fragt der Vater nicht nach Dosierung oder Lagerung, sondern nach der Marke des stillen Wassers. „Welches Wasser?“ wird zur Sollbruchstelle. Die Antwort „stilles Wasser aus dem Lidl“ löst keine Nachfrage, sondern eine Ablehnung aus: Es dürfe nur stilles Wasser von Penny sein. Der Konflikt wird grotesk, weil er nicht um die medizinische Sache kreist, sondern um eine symbolische Kontrolle. Noch grotesker wirkt es, weil der Vater parallel dem Kind Chips gibt. In diesem Moment prallen zwei Wirklichkeiten aufeinander: die pharmazeutische Logik, die an Genauigkeit und Wirksamkeit hängt, und eine Konsumentenlogik, die Sicherheit über Markenassoziationen definiert.

Die Szene ist nicht nur eine Anekdote, sie zeigt eine Verschiebung im Verhältnis zwischen Versorgung und Erwartung. Der Vater verlangt das Rezept zurück, der Saft soll vernichtet werden. Der Apotheker gibt nach, auch um die Eskalation nicht weiterzutreiben. Er ruft keine Polizei, er vernichtet die Zubereitung, er lässt den Patienten gehen. Das ist im Kern eine Niederlage für die Versorgung: Zeit, Material, Fachlichkeit und Bereitschaft werden geopfert, weil Vertrauen nicht mehr über Kompetenz hergestellt wird, sondern über die Illusion, die richtige Marke sei der entscheidende Sicherheitsfaktor. Für den Notdienst ist das mehr als Ärger. Es ist ein Warnsignal, wie schnell aus einer Hilfsleistung eine Konfliktlage wird, in der die Apotheke am Ende haftet, diskutiert, verliert.

Hinzu kommt die zweite Ebene, die viele Außenstehende nicht sehen: Das Anmischen des Trockensaftes ist eine Dienstleistung der Apotheke, aber keine, die sich über eine Sonder-PZN abrechnen ließe. Es ist auch keine Rezeptur im engeren Sinn, obwohl praktisch eine Suspension hergestellt wird. Es ist Versorgungshandwerk, das in der Logik der Arzneimittelpreisverordnung mitlaufen soll, also „mitbezahlt“ ist, ohne als eigenständige Leistung sichtbar zu werden. Genau hier entsteht die Schieflage: Die Apotheke trägt Aufwand und Verantwortung, der Patient kann die Leistung als Gefallen oder Selbstverständlichkeit behandeln, und im Konflikt bleibt der Betrieb allein mit den Folgen.

Dass bei der Rekonstitution echte Fehlerquellen lauern, macht die Sache noch ernster. Wasser kann zu warm sein, es kann zu viel oder zu wenig eingefüllt werden, das Pulver kann vor der Zugabe nicht aufgelockert werden, nach dem Mischen kann zu wenig geschüttelt werden, Schaum kann die Ablesung der Markierung verzerren. Selbst der Blickwinkel an der Linie ist eine technische Kleinigkeit mit Wirkung: Wer von oben oder unten schaut, täuscht sich leicht. Dazu kommt die Dosierung, bei der Dosierlöffel ungenau sind und Dosierspritzen oft die bessere Wahl darstellen. Und schließlich die Lagerung, die je nach Wirkstoffgruppe unterschiedliche Anforderungen hat, vom Kühlschrank bis zur Raumtemperatur. Das alles ist kein Drama, wenn Vertrauen da ist und Beratung angenommen wird. Es wird zum Drama, wenn die Diskussion sich an falschen Kriterien entzündet und die fachliche Achse nicht mehr durchdringt.

Für Apotheken ist das deshalb ein Lehrstück über Versorgungspsychologie und Risiko zugleich. Notdienst bedeutet Zeitdruck, geringe Fehlertoleranz und eine Kundensituation, in der Emotionen schneller eskalieren. Wenn dann eine Serviceleistung angeboten wird, die den Alltag entlastet, entsteht eigentlich Bindung. In diesem Fall entsteht Misstrauen, und Misstrauen kippt in Forderung. Der Betrieb reagiert mit Schadensbegrenzung, nicht weil er fachlich unsicher wäre, sondern weil er die Situation nicht weiter entgleisen lassen will. Die Versorgung wird damit nicht schlechter, weil die Apotheke etwas falsch macht, sondern weil Vertrauen als Infrastruktur brüchig wird.

Am Ende bleibt eine nüchterne Folgerung: Wo Versorgung auf Handwerk, Beratung und spontane Hilfe angewiesen ist, kann ein kleiner Trigger reichen, um das System in Streit zu zwingen. Wenn Service weder sichtbar honoriert noch gesellschaftlich als Kompetenz anerkannt wird, wächst das Risiko, dass Apotheken im entscheidenden Moment nicht als Instanz akzeptiert werden, sondern als diskutierbarer Anbieter. Der Notdienst liefert dann nicht nur Arzneimittel, sondern trägt Konflikte, die mit Medizin wenig zu tun haben. Und genau das ist eine stille, aber reale Belastung für die Versorgungsstatik.

 

Apotheken und PTA unter Rollenwandel, Tariflogik wird zum Prüfstein, das ApoVWG bekommt Druck.

PTA stehen seit Monaten im politischen Scheinwerferlicht, und die Debatte hat ihren Charakter verändert. Es geht nicht mehr nur um Anerkennung im Alltag, sondern um die Frage, wie eine Apotheke in Zukunft organisiert werden soll, wenn Personal knapper wird, Aufgaben zunehmen und digitale Prozesse den Betrieb verdichten. Gesundheitsministerin Nina Warken nennt PTA eine „wichtige Berufsgruppe in der Apotheke“ und denkt über Vertretungsmodelle nach, allerdings in abgespeckter Form, beschränkt auf ländliche Räume, als Erprobung und ohne verpflichtende Weiterbildung. Genau diese Kombination ist es, an der die Adexa ansetzt: mehr Verantwortung in der Praxis, aber keine tragfähige Qualifikations- und Finanzarchitektur.

Für die Gewerkschaft ist die Lage klarer, als es der politische Ton vermuten lässt. PTA tragen bereits heute einen großen Teil der pharmazeutischen Aufgaben, oft im direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten, und sie halten den Betrieb in vielen Teams zusammen, wenn es hektisch wird. Gleichzeitig schiebt sich eine Reformlogik nach vorn, die PTA als Lösung für Lücken interpretiert, ohne die Konsequenzen auszubuchstabieren: Wer übernimmt welche Verantwortung, wie werden Kompetenzgrenzen definiert, wer haftet, und wie wird die zusätzliche Last bezahlt. Wenn diese Fragen offen bleiben, entsteht kein modernes Berufsbild, sondern ein Graubereich, in dem Erwartungen wachsen und Sicherheit schrumpft.

Adexa schlägt deshalb einen Weg vor, der nicht als Schnellreparatur gedacht ist, sondern als Strukturentscheidung: ein praxisorientiertes Aufbaustudium für PTA, orientiert an Modellen wie dem Physician Assistant. Der Gedanke dahinter ist weniger akademisch als betrieblich. Wenn PTA gezielt auf anspruchsvollere Tätigkeiten vorbereitet werden, etwa in pharmazeutischen Dienstleistungen, Impfberatung oder digitalen Versorgungsprozessen, kann Entlastung dort entstehen, wo Approbierte heute durch Routinearbeit gebunden werden, obwohl ihre Kernkompetenz anderswo gebraucht wird. Damit das nicht zum Streit um Zuständigkeiten führt, fordert Adexa definierte Verantwortungsbereiche, ein abgestimmtes Curriculum und klare rechtliche Rahmenbedingungen. Ein Rollenwandel ohne klare Linie macht Teams nicht stärker, sondern nervös.

Noch schärfer wird die Debatte beim Geld. Adexa verknüpft Kompetenzaufwuchs ausdrücklich mit Vergütung, und zwar nicht als moralische Forderung, sondern als Logik. Wer Aufgaben schafft, schafft Kosten. Wer Verantwortung verschiebt, verschiebt Haftung und Risikoprämien. Deshalb warnt die Gewerkschaft davor, neue Aufgabenbereiche zu etablieren, ohne zugleich verbindliche tarifliche und gesetzliche Grundlagen aufzubauen. Eine neue Tarifstufe für höher qualifizierte PTA wird als notwendige Konsequenz genannt, aber sie steht und fällt mit einer auskömmlichen Finanzierung der Vor-Ort-Apotheken. Hier trifft die Berufsdebatte direkt auf die Reformstatik des ApoVWG: Wenn das Honorar nicht steigt, bleibt jede Aufwertung ein Versprechen ohne Tragfähigkeit.

Dass im Entwurf erneut eine Honorarerhöhung verschoben wird, verschärft diese Spannung. Für Apotheken ist das nicht nur eine betriebswirtschaftliche Frage, sondern eine Personalfrage. Wer Karrierewege anbieten will, braucht Spielräume. Wer Qualifizierung fordert, braucht Zeit und Ressourcen. Und wer im ländlichen Raum Versorgungslücken schließen soll, braucht ein Modell, das nicht über Selbstaufopferung funktioniert. Wenn Politik Vertretungsmodelle ins Spiel bringt, aber die Finanzierung nicht synchronisiert, entsteht ein Ungleichgewicht: mehr Erwartung, mehr Verantwortung, aber keine Stabilisierung.

Im Kern geht es deshalb weniger um einen einzelnen Paragraphen als um die Glaubwürdigkeit der Reform. Eine PTA-Vertretungsregel kann in der Fläche helfen, wenn sie klar begrenzt, qualifikationsgestützt und haftungsrechtlich sauber ist. Sie kann aber auch als Ersatzlösung gelesen werden, wenn sie ohne Weiterbildung, ohne klare Zuständigkeit und ohne Honoraranker eingeführt wird. Adexa positioniert sich deshalb nicht gegen Kompetenzentwicklung, sondern gegen Symbolpolitik. Das ApoVWG wird an dieser Stelle zur Bühne, auf der sich entscheidet, ob Rollenwandel als geordneter Aufbau gedacht ist oder als kurzfristige Schließung von Lücken. Für die Apotheken vor Ort ist das keine Debatte am Rand, sondern eine Frage, ob Teams stabil bleiben oder in Dauerprovisorien arbeiten müssen.

 

Apotheken impfen mit Italien-Packung, Engpass wird überbrückt, Aufklärung wird Pflicht.

Wenn ein Grippeimpfstoff mitten in der Saison knapp wird, merkt man schnell, wie wenig Puffer ein Versorgungssystem oft hat. In einzelnen Impfapotheken waren die vorbestellten Dosen schon vor dem Jahreswechsel verimpft, und die Nachfrage bleibt hoch, weil die Fallzahlen in dieser Saison besonders auffällig sind. Beim Hochdosis-Impfstoff Efluelda kommt nun Nachschub, aber nicht in der vertrauten Form: Ware in italienischer Aufmachung ist eingetroffen und steht ab sofort zur Verimpfung bereit. Das ist nicht einfach eine logistische Notiz, sondern eine operative Umstellung, die in der Apotheke an der Kundentheke konkret werden muss.

Die regulatorische Grundlage macht aus der Ausnahme eine geordnete Ausnahme. Das Paul-Ehrlich-Institut hat klargestellt, dass die für die laufende Saison vorgesehenen trivalenten Efluelda-Impfstoffe als abverkauft gemeldet sind. Um die Nachfrage dennoch zu decken, wurde dem Hersteller gestattet, bis Ende April italienische Packungen in Verkehr zu bringen. Pharmazeutisch sind sie identisch zum deutschen Produkt, der Unterschied liegt in den Packmitteln: Spritzenetikett, Gebrauchsinformation und Faltschachtel sind italienisch. Für den Alltag in der Apotheke heißt das: Die Wirksamkeit ist nicht das Thema, die Verständlichkeit schon.

Damit verschiebt sich ein Teil der Verantwortung spürbar in die Beratung. Wer impft oder Impfstoffe abgibt, muss erklären können, warum die Packung anders aussieht, was gleich geblieben ist und wie die deutschsprachige Information verfügbar ist. Das PEI stellt die deutsche Gebrauchsinformation online bereit, und ein QR-Code auf der Faltschachtel führt zur entsprechenden Seite. Das klingt simpel, ist aber im Betrieb ein zusätzlicher Prozess: Nachfragen, Verunsicherung, Dokumentation, gegebenenfalls Ausdruck oder digitaler Hinweis. Gerade bei älteren Menschen, für die Efluelda als Hochdosisimpfstoff gedacht ist, ist eine fremdsprachige Packung schnell ein Trigger. Hier entscheidet die Souveränität der Apotheke darüber, ob das Vertrauen stabil bleibt oder ob aus einer pragmatischen Lösung ein Akzeptanzproblem wird.

Efluelda selbst ist ein trivalenter Hochdosis-Spaltimpfstoff für Erwachsene ab sechzig Jahren. Dass nun italienische Einser- und Zehnerpackungen in den Markt kommen, zeigt auch, wie stark sich die Versorgung inzwischen über europäische Umverteilung abfedert, wenn die nationale Planung an die Nachfrage stößt. Der Impfstoff ist damit ein Beispiel für eine moderne Engpasslogik: Nicht alles lässt sich kurzfristig nachproduzieren, aber Märkte lassen sich verschieben. Der Preis dafür ist, dass die Schnittstelle zum Patienten mehr erklären muss, während das System im Hintergrund versucht, Stabilität zurückzugewinnen.

Sanofi verbindet die Verfügbarkeit mit einem klaren Hinweis auf die Bedeutung der Impfung, auch jetzt noch, weil die Saison bis ins Frühjahr andauern kann. Gleichzeitig wird der Blick bereits auf die nächste Saison gelenkt: Impfstoffe für 2026/27 sollen frühzeitig und in hohen Mengen vorbestellt werden, um eine kontinuierliche und nachfragegerechte Versorgung sicherzustellen. Das ist ein Appell, aber dahinter steckt eine nüchterne Erkenntnis. Wenn Engpässe entstehen, reagieren alle zu spät: Hersteller, Großhandel, Praxen, Apotheken und Patienten. Vorbestellung ist dann nicht nur Einkaufsroutine, sondern eine Art Frühwarnsystem, das Risiken verteilt, bevor sie in der Hochphase eskalieren.

Für Apotheken ist die italienische Aufmachung deshalb mehr als ein Etikettenproblem. Sie ist ein Test, ob Impfversorgung unter Stressbedingungen noch ruhig wirkt. Wer den Prozess sauber erklärt, senkt die Reibung. Wer ihn nicht erklärt, erbt Misstrauen. Das ist die stille Logik hinter dieser Ausnahme: Die Ware ist da, aber die Stabilität entsteht erst, wenn die Übersetzung in den Alltag gelingt.

 

Apotheken und Kliniken unter Blutdruck, Spenden brechen weg, Telemedizin soll Luecken schliessen.

Die Lage ist nicht abstrakt, sie ist zaehlbar. Das Deutsche Rote Kreuz kann den Kliniken derzeit weniger Blut liefern, seit Beginn des Jahres ist die Situation angespannt. Normalerweise sollen die Blutreserven so reichen, dass die Versorgung im Notfall vier Tage lang aufrechterhalten werden kann. Im Moment reicht sie bei einzelnen Blutgruppen nur noch fuer rund eineinhalb Tage. Das ist kein Szenario fuer Schlagzeilen, sondern ein Engpass, der im Klinikbetrieb sofort Entscheidungen erzwingt, weil Blutprodukte weder kuenstlich herstellbar noch lange haltbar sind.

Die Gruende wirken banal und sind gerade deshalb gefaehrlich, weil sie sich addieren. Erst die Feiertage, dann eine Krankheitswelle, dazu Winterwetter mit Schnee, Eis und Kaelte. Wer krank ist, soll nicht spenden, und nach akuten Atemwegsinfektionen gilt je nach Empfehlung eine Sperrzeit von ein bis vier Wochen. Das trifft auf eine Phase, in der viele Menschen ohnehin weniger mobil sind. Die Folge ist ein abrupter Rueckgang der Termine, und der Rueckgang kippt in eine Schieflage, die sich nicht in Tagen beheben laesst, weil Blutspenden nicht wie Ware auf Vorrat nachgeschoben werden koennen.

Genau hier setzt die Forderung von Janosch Dahmen an. Der Gesundheitsexperte der Gruenen argumentiert, die Lage zeige, dass Versorgungsstrukturen auch in Belastungsphasen resilienter werden muessen. Nach einer Gesetzesaenderung seien telemedizinische Verfahren moeglich, so dass die Anwesenheit eines Arztes oder einer Aerztin vor Ort in Spendestellen nicht mehr in jedem Fall zwingend waere, sie koennten auch digital zugeschaltet werden. Dahmen sieht darin einen Hebel, um mehr Termine anzubieten, Ausfaelle besser abzufedern und Spendeangebote flexibler zu machen, gerade dort, wo Personal knapp ist. Das Problem: Es fehlt eine Verordnung des Gesundheitsministeriums, um Telemedizin in diesem Bereich sicher, rechtssicher und flaechendeckend einzusetzen.

Die Debatte ist ein Beispiel dafuer, wie ein Engpass sofort an die Schnittstelle von Recht, Organisation und Vertrauen stoesst. Telemedizin kann Prozesse stabilisieren, aber sie muss so geregelt sein, dass Aufsicht, Verantwortung und Dokumentation nicht in neue Unsicherheit laufen. Gerade bei Blutspenden ist der Anspruch hoch, weil es um Sicherheit, Freigabe und die unmittelbare Nutzbarkeit fuer Operationen, Notfaelle und Krebstherapien geht. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Lage, dass starre Modelle unter Druck brechen, wenn Personal fehlt und Nachfrage nicht gleichmaessig ueber das Jahr verteilt ist.

Fuer Apotheken ist das nicht fern, sondern anschlussfaehig. Wenn Kliniken unter Druck geraten, verschiebt sich Versorgungslogik: Termine werden umgeplant, Eingriffe verzoegert, Patienten fragen nach, und jedes Signal von Knappheit erhoeht die Anspannung im System. Apotheken erleben diese Anspannung oft indirekt, ueber Nachfrage nach Beratung, ueber Erklaerbedarf, ueber das Gefuehl, dass sich Versorgung nicht mehr selbstverstaendlich anfuellt. Blutversorgung ist dabei ein besonders klares Beispiel, weil sie nicht digital ersetzbar ist und weil sie nur ueber Routine stabil bleibt.

Der Pressesprecher des DRK nennt genau diesen Punkt: Kontinuitaet. Es brauche so etwas wie eine Blutspende Routine, dann entstehe keine Schieflage wie jetzt. Das ist die stille Wahrheit hinter jedem Engpass: Nicht der einzelne Aufruf rettet das System, sondern die Gewohnheit, die vorher da war. Wenn Telemedizin helfen soll, dann als Baustein, um diese Routine wieder moeglich zu machen, nicht als Ersatz fuer sie. Und wenn die Politik hier zu langsam ist, wird aus einem organisatorischen Problem ein Risiko, das Kliniken und Patienten sofort spueren.

 

Apotheken und Kliniken im Vitamin-D-Schatten, Schichtarbeit senkt Spiegel, Folgekosten drohen leise.

Vitamin D ist in Deutschland kein Randthema, sondern ein verbreitetes Defizit, das oft erst sichtbar wird, wenn Folgen auftreten. Eine Erhebung aus einem Universitaetsklinikum in Norddeutschland legt nahe, dass Beschaeftigte im Krankenhaus unter bestimmten Arbeitsbedingungen einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind. Verglichen wurde der 25 Hydroxy Vitamin D Status von medizinischem Personal mit einer Gruppe von im Freien arbeitenden Beschaeftigten, konkret Muellwerkern. Der Vergleich ist unbequem, weil er eine Annahme angreift, die im Alltag leicht entsteht: Wer medizinisches Wissen hat, muesse automatisch auch besser versorgt sein.

Die Daten zeigen vor allem eines: Saison und Arbeitsrealitaet schlagen Wissen. Messwerte lagen fuer Februar und September vor. Im Februar lag der mittlere 25 Hydroxy Vitamin D Spiegel bei etwa vierzig Nanomol pro Liter, im September stieg er deutlich auf rund achtundsechzig. Im Sommer hatten mehr als drei Viertel der Krankenhausbeschaeftigten ausreichende Werte, waehrend die Outdoor Gruppe im Sommer im Mittel noch hoeher lag. Im Winter kehrt sich das Bild um: Nur ein Viertel aller Studienteilnehmenden hatte normale Werte. Das ist nicht nur eine statistische Kurve, sondern ein Hinweis darauf, wie stark Innenarbeit und Schichtplaene die endogene Synthese begrenzen koennen, weil sie bis zu neunzig Prozent des Spiegels ausmacht und von UVB und Jahreszeit abhaengt.

Besonders markant wird es, wenn man in die Taetigkeitsfelder schaut. Das Personal im Operationssaal hatte die niedrigsten Werte, im Schnitt etwa vierunddreissig Komma sechs Nanomol pro Liter, und jeder zweite in dieser Gruppe litt unter schwerem Mangel. Auch Verwaltungsbeschaeftigte lagen sehr niedrig, waehrend Intensivpflege etwas bessere Werte zeigte. Die Outdoor Gruppe wies im Winter ebenfalls Defizite auf, aber sie hatte im Sommer durchgaengig ausreichende Versorgung. Diese Muster sprechen weniger fuer ein individuelles Versaeumnis als fuer eine strukturelle Konstellation: Wer tagsueber kaum Tageslicht sieht und in wechselnden Rhythmen arbeitet, baut ein Risiko auf, das sich nicht wie ein akuter Fehler anfuehlt, sondern wie ein schleichender Abfall.

Die Studie verknuepft diesen Befund mit einem zweiten Punkt, der in der Versorgungssystematik immer wichtiger wird: Lebensqualitaet und Kosten. Unbehandelter Vitamin D Mangel kann mit verminderter Lebensqualitaet und erhoehten Ausgaben einhergehen, etwa weil Gebrechlichkeit, Immunprobleme oder autoimmunologische Muster beguenstigt werden koennen. Gleichzeitig bleibt die Evidenz zu kurzfristigen Verbesserungen der Lebensqualitaet durch Supplementierung differenziert, besonders in kranken Bevoelkerungsgruppen. Genau hier liegt die praktische Herausforderung: Zwischen dem Wissen um ein Risiko und der Frage, welche Intervention wann angemessen ist, klafft im Betrieb oft eine Luecke.

Fuer Apotheken ist das anschlussfaehig, weil sie im Alltag die Schnittstelle zwischen Gesundheitswissen und Gewohnheit sind. Wenn Krankenhauspersonal, das tagtaeglich Gesundheit organisiert, selbst in eine Unterversorgung rutscht, ist das ein Hinweis darauf, wie stark Arbeitsbedingungen Versorgung mitformen. In der Offizin taucht das Thema oft indirekt auf, ueber Nachfrage nach Laborwerten, ueber Fragen zu Ernaehrung und Sonnenexposition, ueber Unsicherheiten bei Supplementen und Dosierungen. Entscheidend ist dabei weniger der einzelne Wert, sondern die Klarheit, dass Innenarbeit und Schichtsysteme ein eigenes Risikoprofil erzeugen, das in Wintermonaten besonders hart zuschlaegt.

Der Befund laesst sich deshalb als Versorgungslektion lesen: Praevention ist nicht nur Aufklaerung, sondern auch Organisation. Wenn Betriebe gesunde Sonnenexposition, ausgewogene Ernaehrung und gegebenenfalls koordinierte Aufklaerungsmassnahmen durch den Betriebsarzt in den Blick nehmen, ist das kein Wohlfühlprogramm, sondern Risikomanagement. Gerade im Gesundheitswesen, das auf Personalstabilitaet angewiesen ist, koennen solche stillen Defizite zu stillen Ausfaellen fuehren. Und Ausfaelle sind am Ende immer auch Folgekosten, die nicht im Laborwert stehen, sondern im Dienstplan.

 

Schlaf am Tag wird zum Signal, Muster schlagen Minuten, Risiko zeigt sich im Takt.

Ein Mittagsschlaf gilt vielen als kleine Reparatur des Tages, eine kurze Pause, die Konzentration und Stimmung hebt. Eine groß angelegte Auswertung mit Daten aus Großbritannien legt jedoch nahe, dass nicht der Tagschlaf an sich entscheidend ist, sondern sein Muster. Auf dem Fachkongress Sleep 2025 wurden Ergebnisse vorgestellt, die zeigen, dass längere, unregelmäßige und zeitlich verschobene Nickerchen bei Menschen mittleren bis höheren Alters mit einer höheren Sterblichkeit assoziiert sein könnten. Das ist keine Warnung vor jedem Nickerchen, sondern ein Hinweis darauf, dass der Tagesschlaf etwas über die Gesundheit und den 24 Stunden Rhythmus verraten kann.

Die Grundlage der Analyse ist ungewöhnlich robust, weil sie nicht allein auf Selbstauskünften beruht. Ausgewertet wurden Daten der UK Biobank von 86.565 Erwachsenen, die keine Schichtarbeit leisteten. Die Teilnehmenden waren im Durchschnitt 63 Jahre alt, mehr als die Hälfte waren Frauen. Die Schlafmuster wurden über eine Woche mit Aktivitätssensoren am Handgelenk erfasst, wodurch Ruhezeiten und Bewegungsintensität objektiv abgebildet werden konnten. Definiert wurde Tagschlaf als jede Schlafphase zwischen neun Uhr morgens und neunzehn Uhr abends. Im Durchschnitt kamen die Teilnehmenden auf rund vierundzwanzig Minuten Nickerchen pro Tag, verteilt über verschiedene Zeitfenster, mit auffälligen Häufungen am Vormittag und im späteren Nachmittag.

Über elf Jahre wurden die Teilnehmenden nachbeobachtet, in dieser Zeit starben 5.189 Personen. Aus den Daten ergibt sich ein Muster, das weniger spektakulär klingt, aber gerade deshalb ernst genommen wird. Mit zunehmendem Alter wurden Nickerchen länger, unregelmäßiger und verlagerten sich stärker in die Nachmittagsstunden. Längere Nickerchen waren mit einem um etwa zwanzig Prozent erhöhten Sterberisiko assoziiert, starke Schwankungen in der Dauer mit einem Plus von etwa vierzehn Prozent. Auch bestimmte Zeitfenster, insbesondere zwischen elf und dreizehn Uhr sowie zwischen dreizehn und fünfzehn Uhr, waren mit höherer Mortalität verbunden. Der entscheidende Punkt ist dabei das Wort Assoziation. Die Ergebnisse deuten auf Zusammenhänge hin, sie beweisen nicht, dass der Tagschlaf selbst die Ursache ist.

Die plausibelste Deutung ist deshalb nicht moralisch, sondern klinisch. Die Forschenden vermuten, dass längere oder unregelmäßige Nickerchen eher ein Hinweis auf bestehenden schlechten Nachtschlaf, eine gestörte innere Uhr oder zugrunde liegende Erkrankungen sein könnten, etwa Herz Kreislauf Leiden, Stoffwechselstörungen, Depressionen oder frühe neurodegenerative Veränderungen. Tagschlaf würde dann nicht das Risiko erzeugen, sondern es sichtbar machen. Das macht die Beobachtung so interessant, weil sie einen Alltagspunkt berührt, der in der Medizin häufig unter dem Radar bleibt. Viele Fragen drehen sich um den Nachtschlaf, weniger um das, was am Tag passiert.

Fuer Apotheken ist das anschlussfaehig, weil Schlafmuster im Alltag oft über Medikamente, Nebenwirkungen und Routinen gesteuert oder gestört werden. Sedierende Arzneimittel, Wechselwirkungen, unruhiger Nachtschlaf, Schmerzen, Atemwegserkrankungen oder depressive Symptomatik können die Tagesmuedigkeit erhöhen. Gleichzeitig greifen Menschen zur Selbstmedikation, zu Koffein, zu Beruhigungsmitteln, zu pflanzlichen Präparaten oder zu Supplementen, ohne den Tagschlaf als möglichen Hinweis ernst zu nehmen. Wenn ein Muster auffällt, etwa Nickerchen werden deutlich länger, wandern in den Nachmittag oder werden unregelmäßig, ist das weniger ein Lifestyle Thema als ein möglicher Marker, der eine ärztliche Abklärung nahelegt, vor allem im Kontext anderer Symptome.

Der Wert dieser Daten liegt daher in einer Verschiebung der Aufmerksamkeit. Nickerchen sind nicht automatisch schlecht, sie können sogar sinnvoll sein, wenn sie kurz und regelmaessig bleiben. Problematisch wird es, wenn sie zu lang werden, wenn sie im Tagesverlauf auffällig liegen oder wenn sie stark schwanken. Dann kann der Tagschlaf ein Symptom sein, das eine tieferliegende Störung spiegelt. Das ist eine stille Form der Frühwarnung, die nicht dramatisch wirkt, aber in der Summe relevant sein kann. Die Forschungslinie ist damit klar: Es geht nicht um das Verbot der Pause, sondern um das Lesen des Rhythmus.

 

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Auf den ersten Blick stehen drei Stichworte nebeneinander: Sparen, Reform, Digitalisierung. In der Tiefe hängen sie aneinander. Wenn Ausgaben über Preisregeln gedrückt werden sollen, rutschen Anreize und Verteilungskämpfe in die Versorgungskette; wenn Reformen Aufgaben verschieben, wird Finanzierung zur Frage der Haftung im Alltag; wenn digitale Pflichtsysteme laufen, aber nicht selbstverständlich genutzt werden, entsteht zusätzliche Arbeit ohne spürbaren Gewinn. Apotheken stehen dabei an einer empfindlichen Naht: Sie übernehmen Alltagstauglichkeit, wenn Politik und Kassen an Stellschrauben drehen, und genau dort zeigt sich, ob Stabilität wirklich gebaut wird oder nur behauptet.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Ein System kann Milliarden bewegen und dennoch im Kleinen scheitern, wenn Abläufe nicht mehr zusammenpassen. Ein Gesetz kann Versorgung schützen und zugleich Verantwortung ausdünnen, wenn es Präsenz und Qualifikation als variable Größe behandelt. Und eine digitale Pflicht kann Nutzen versprechen, aber Last erzeugen, wenn der Alltag sie nicht als Hilfe erlebt. Tragfähigkeit entsteht dort, wo Preislogik, Reformlogik und Digitalpraxis nicht gegeneinander arbeiten, sondern die tägliche Machbarkeit sichern.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Heute entscheidet sich an der Schnittstelle von ApoVWG, ePA und GKV-Sparhebeln, ob Entlastung in der Offizin ankommt oder nur neue Reibung erzeugt.

 

Zurück zur Übersicht

  • Pharmarisk® OMNI: Die Allrisk-Police zu Fixprämien
    Pharmarisk® OMNI: Die Allrisk-Police zu Fixprämien
    Allgefahrenschutz online berechnen und beantragen

Wir kennen Ihr Geschäft, und das garantiert Ihnen eine individuelle und kompetente Beratung.

Sie haben einen Beruf gewählt, der weit mehr als reine Erwerbstätigkeit ist. Sie verfolgen im Dienste der Bevölkerung hohe ethische Ziele mit Energie, fachlicher Kompetenz und einem hohen Maß an Verantwortung. Um sich voll auf Ihre Aufgabe konzentrieren zu können, erwarten Sie die optimale Absicherung für die Risiken Ihrer Berufsgruppe.

Sie suchen nach Möglichkeiten, Ihre hohen Investitionen zu schützen und streben für sich und Ihre Angehörigen nach einem angemessenen Lebensstandard, auch für die Zukunft.

  • Die PharmaRisk® FLEX
    Die PharmaRisk® FLEX
    Eine flexible Versicherung für alle betrieblichen Gefahren
Nutzen Sie unsere Erfahrung und rufen Sie uns an

Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800. 919 0000 oder Sie faxen uns unter 0800. 919 6666, besonders dann, wenn Sie weitere Informationen zu alternativen Versicherern wünschen.

Mit der ApoRisk® FirmenGruppe steht Ihnen ein Partner zur Seite, der bereits viele Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland zu seinen Kunden zählen darf. Vergleichen Sie unser Angebot und Sie werden sehen, es lohnt sich, Ihr Vertrauen dem Versicherungsspezialisten für Ihren Berufsstand zu schenken.

  • Die PharmaRisk® CYBER
    Die PharmaRisk® CYBER
    Eine einzige Versicherung für alle Internetrisiken