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Apotheken-Lageprüfung | Prüfbericht des Tages
Stand: Sonntag, 18. Januar 2026, um 19:41 Uhr
Apotheken-Lageprüfung: Prüfbericht des Tages
Der Nachrichten-Tag verdichtet sich an vier Stellen: Im Bundesrat wird das ApoVWG in ein enges Verfahren gezogen, während die Fixumfrage weiter offen bleibt. Parallel liegen harte Strukturzahlen auf dem Tisch, die das Wort „Fläche“ wieder zu einer messbaren Größe machen. Dazu kommt eine Kassenlinie, die diese Zahlen kommunikativ umdeutet, als seien Schließungen eher eine Standortlaune als ein Rechenergebnis. Und über allem hängt die Versandfrage, weil sie längst nicht mehr nur ein Marktkanal ist, sondern eine Frage, ob Regeln für alle gleich schwer gelten.
Das alles wirkt zunächst wie ein Nebeneinander aus Politik, Statistik und Schlagabtausch. In der Praxis greift es ineinander, weil jede offene Stelle die nächste auflädt: Wenn Honorar ungebunden bleibt, wird Struktur zum Risiko; wenn Struktur kippt, wird Versand zur Ausweichlogik; wenn Versand als Ausgleich verkauft wird, wird die Frage nach Kontrollen zur Ordnungsfrage. Dieser Tag ist deshalb weniger ein „Update“, sondern ein Blick darauf, wie schnell sich Verantwortungen verschieben, wenn man sie nicht festnagelt.
Im Bundesrat ist das Tempo auffällig. Ein Paket mit 39 Empfehlungen zum ApoVWG liegt vor, und der 30. Januar steht als Plenumstermin im Raum, also ein Datum, an dem aus Papier Druck werden kann. Dass Länder schon über eine Erhöhung des Packungsfixums auf 9,50 Euro sprechen, bevor eine Änderungsverordnung überhaupt sauber im Verfahren verankert ist, erzählt mehr über die Lage als über das Ritual: Hier wird nicht am letzten Komma gefeilt, hier soll eine Statik gehalten werden. Zugleich bleibt die PTA-Vertretungsbefugnis als Reizpunkt im Entwurf, also genau dort, wo Leitung, Haftung und Alltag zusammenstoßen.
Diese Statik kippt nicht in großen Sätzen, sie kippt in kleinen Entscheidungen. Wenn die Honorarfrage offen bleibt, wird jede Debatte über „Flexibilität“ automatisch doppeldeutig: Flexibel wird dann nicht das System, sondern der Betrieb, der es ausgleichen muss. Genau deshalb sind die Länder-Alternativen, die jetzt auftauchen, so interessant und so riskant zugleich. Ein Versorgungszuschlag, jährlich zu vereinbaren, kann Luft geben, aber er macht Stabilität politisch wiederkehrend. Ein Grundkostenzuschlag, der etwa die ersten 20.000 Rx-Abgaben pro Jahr anders gewichtet und über den Nacht- und Notdienstfonds mitgedacht wird, kann Fläche adressieren, aber er bringt neue Kriterien, neue Abgrenzungen, neue Reibung, also auch neue Wege, sich wieder zu verhaken.
Dann kommen die Zahlen, die sich nicht wegerklären lassen. 2025 schließen 502 Apotheken, 62 werden neu eröffnet, am Ende steht ein Minus von 440 und eine Gesamtzahl von 16.601 Betriebsstätten. Das ist keine Stimmungskurve, das ist eine Strukturbewegung, und sie wird in jeder Region spürbar anders aussehen. Der Vergleich zur letzten Fixhonorar-Anpassung 2013, als es noch 20.662 Apotheken gab, ist deshalb kein Nostalgiesatz, sondern ein Maßstab: Zwischen damals und heute liegt nicht nur Zeit, sondern eine Verschiebung der Grundkosten und eine Kostensteigerung, die im Raum mit 65 Prozent beschrieben wird.
In diese Wirklichkeit platzt die Kassenkommunikation, die das Bild umdreht und sinngemäß sagt, es gehe den Inhabern „insgesamt ziemlich gut“. Das ist nicht nur ein Tonproblem, es ist ein Mechanikproblem. Wer Umsatzwerte als Wohlstandsbeweis benutzt, ignoriert, wie stark Hochpreiser die Kurve bewegen können, ohne dass damit die Betriebskosten leichter werden. Und wer Standortkonzentration als freie Entscheidung beschreibt, übergeht, dass „frei“ in der Realität oft bedeutet: Es reicht nur noch für das, was sich gerade noch tragen lässt.
Genau hier wird Versand zum dritten Hebel. Wenn Versorgungslücken mit dem Hinweis auf Versand „mitgedacht“ werden, braucht es plötzlich eine klare Antwort darauf, welche Pflichten an Beratung, Dokumentation, Interaktionscheck und Missbrauchs- sowie Fälschungsschutz gebunden sind. Ein Schlussantrag im EuGH-Kontext, der ein nationales Rx-Versandverbot als möglich erscheinen lässt, ist dabei kein fertiges Ergebnis, aber er wird als Signal gelesen. Dass ein Verband daraus einen verbindlichen Gesetzgebungsfahrplan fordert und gleichzeitig ein robustes OTC-Regelpaket verlangt, ist die konsequente Folge: Wenn man den Kanal nicht schließen will, muss man ihn binden, und wenn man ihn binden will, muss man Kontrolle definieren.
Das Gegenargument ist nicht albern und gehört ernst genommen: Gerade in dünnen Regionen, in Schichtsystemen, bei Mobilitätsproblemen kann Versand einen realen Nutzen haben, und wer ihn zu hart beschneidet, kann Versorgung an anderer Stelle verschlechtern. Nur ist dieser Nutzen kein Freifahrtschein für Regelasymmetrie. Wenn „Versand rettet die Fläche“ als Erzählung eingesetzt wird, ohne die Pflichtseite gleich schwer zu machen, entsteht ein System, in dem die Lasten wieder dort landen, wo sie nicht ausweichen können: beim Vor-Ort-Betrieb, der Beratung, Haftung und Erreichbarkeit trägt.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Vier Signale, ein Muster: Verfahrenstempo ersetzt noch keine Entscheidung, Zahlen ersetzen noch kein Handeln, Kommunikation ersetzt noch keine Strukturpolitik. Sobald Honorar, Leitung und Versand in der Schwebe bleiben, wird aus Reform eine Verschiebung, und aus Verschiebung eine dauerhafte Betriebslast. Der Tag zeigt, wie eng diese Ebenen zusammenliegen, auch wenn sie offiziell getrennt verhandelt werden.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wer Fixum und Strukturfrage offen lässt, zwingt den Alltag zum Ausgleich, bis Ausgleich zur Norm wird. Wer Versand als Ausgleich duldet, ohne Pflichten und Kontrollen gleich schwer zu machen, macht aus Wettbewerb eine Ordnungsfrage. Am Ende entscheidet nicht der schönste Entwurf, sondern ob Verantwortung dort bleibt, wo sie hingehört: in Regeln, die tragen.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. In der aktuellen Lage verdichten sich Gesetzgebungstempo, Länderpositionen und Versandlogik so, dass Verantwortungsverschiebungen im Versorgungssystem unmittelbar sichtbar werden.
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