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APOTHEKE | Systemblick - Kommentar von heute
Stand: Mittwoch, 14. Januar 2026, um 20:07 Uhr
Apotheken-News: Kommentar von heute
Kommentar von Seyfettin Günder zu den aktuellen Apotheken-Nachrichten über Cyberrisiko, E-Rezept, künstliche Intelligenz
Es gibt Risiken, die sich lange wie Hintergrundrauschen anfühlen. Cyber gehört dazu, bis der Moment kommt, in dem nicht mehr ein Programm zickt, sondern der Betrieb stillsteht. Dann wird sichtbar, was vorher nur als Technikthema verharmlost wurde: Abhängigkeit ist eine betriebliche Größe, keine digitale Laune.
Das E-Rezept hat diesen Mechanismus verschärft, ohne dass es im Alltag ständig auffällt. Der Prozess ist schneller geworden, ja. Er ist auch ordentlicher geworden. Gleichzeitig ist er enger an Verfügbarkeit gebunden, und Verfügbarkeit ist nicht nur eine Frage guter Absichten, sondern eine Frage von Ketten, die reißen können. Wenn eine Kette reißt, kippt der Tag nicht in Unbequemlichkeit, sondern in Stillstand. Und Stillstand ist in der Versorgung kein normales Risiko, sondern eine Zumutung, die sofort Folgekosten erzeugt.
Genau hier beginnt die eigentliche Schieflage: Über Jahre wurden digitale Projekte mit dem Versprechen verkauft, alles werde einfacher, sicherer, moderner. Der Preis, den Betriebe dafür zahlen, wird selten mit derselben Lautstärke ausgesprochen. Der Preis heißt Nachweislast. Der Preis heißt Kommunikationsdruck. Der Preis heißt Entscheidung unter Verdacht, weil nicht nur die Funktion zählt, sondern die Integrität. Wer in solchen Stunden Entscheidungen trifft, entscheidet nicht nur über Tempo, sondern über Haftung, Vertrauen und die Frage, ob der nächste Tag wieder normal wird.
Künstliche Intelligenz wirkt in diesem Bild nicht als Ursache, sondern als Beschleuniger. Täuschungen werden glaubwürdiger. Varianten werden zahlreicher. Angriffswellen werden schneller. Die Eintrittsschwelle sinkt, während die Schäden in ihrer Wirkung wachsen, weil die Folgen nicht bei der Wiederherstellung enden, sondern im Aufräumen beginnen. Das ist die unangenehme Wahrheit: Der teure Teil liegt oft nicht im technischen Schlag, sondern in dem, was danach tagelang bindet.
Und dann gibt es noch die zweite Illusion, die sich gerade ausbreitet: das Versprechen von Schutz durch Schlagworte. Wer Funktionen anpreist, die im Ernstfall nicht tragen, schafft keine Sicherheit, sondern Erwartungsdruck. In Streitlagen zählt nicht, wie modern etwas klang, sondern ob Zuständigkeit, Zugriff und Reaktionsfähigkeit wirklich da waren. Eine glänzende Behauptung ist kein Schutz, sie ist im Zweifel nur eine zusätzliche Sollbruchstelle.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob Cyber in Risikobarometern oben steht. Die entscheidende Frage ist, ob das System die Verantwortung dort hält, wo die Wirkung entsteht. Wenn digitale Ketten zur Norm gemacht werden, muss Stabilität mehr sein als ein Projektziel. Stabilität muss eine Zusage sein, die sich im Alltag bewährt, und eine Struktur, die im Störfall trägt. Sonst bleibt die Rechnung bei denen hängen, die keine Ausweichroute haben: bei den Betrieben, die Versorgung nicht delegieren können.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Ein digitaler Alltag wirkt ruhig, solange nichts passiert. Doch die eigentliche Entscheidung fällt im Störfall: ob Verantwortlichkeiten klar sind, ob Fortführung möglich ist, ob Vertrauen nicht erst versprochen, sondern praktisch gehalten wird. Wer Versorgung digital bindet, bindet auch Risiko, und Risiko lässt sich nicht mit Sprache wegmoderieren.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn E-Rezept und vernetzte Prozesse den Takt bestimmen, dann ist Cyber nicht Randthema, sondern Betriebsgefahr mit unmittelbarer Wirkung. Künstliche Intelligenz erhöht dabei Tempo und Glaubwürdigkeit von Täuschungen, ohne dass dadurch die Pflicht zur sauberen Fortführung kleiner wird. Am Ende zählt nicht Technikglanz, sondern die Frage, ob Verantwortungsketten tragen, wenn der Betrieb im Ernstfall auf eine einzige Fähigkeit reduziert wird: wieder verlässlich arbeitsfähig zu sein.
SG
Prokurist | Publizist | Verantwortungsträger im Versorgungsdiskurs
Kontakt: sg@aporisk.de
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Wer das für Formalie hält, unterschätzt die Verantwortung, die Sprache heute tragen muss.
Ein Kommentar ist keine Meinung. Er ist Verpflichtung zur Deutung – dort, wo Systeme entgleiten und Strukturen entkoppeln.
Ich schreibe nicht, um zu erklären, was gesagt wurde. Ich schreibe, weil gesagt werden muss, was sonst nur wirkt, wenn es zu spät ist.
Denn wenn das Recht nur noch erlaubt, aber nicht mehr schützt, darf der Text nicht schweigen.
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