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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Mittwoch, 14. Januar 2026, um 18:46 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Mit der Kampagne „Die große Nullnummer“ setzt die ABDA erneut auf öffentliche Gesprächsarbeit, während die Honorarfrage weiter offen ist. Zwischen Leitfäden, Leistungsargumenten und politischer Rückendeckung zeigt sich, wie stark die Versorgung davon abhängt, ob aus Ankündigungen endlich belastbare Entscheidungen werden.
Der Satz „Das Gesetz ist noch nicht entschieden“ steht am Anfang, weil er den Zustand beschreibt, in dem sich die Vor-Ort-Struktur seit Monaten bewegt: politisch offen, betrieblich längst festgelegt. Während Verfahren laufen, laufen auch Schichten, Notdienste, Lieferengpässe, Personalplanung und Haftungsfragen weiter. Genau auf diese Asymmetrie zielt die Fortsetzung der Protestlinie, die nun unter dem Motto „Die große Nullnummer“ wieder stärker in Richtung Gespräch mit Politik und Presse geschoben wird.
Die Kampagne knüpft an den Aktionstag „Blackout“ kurz vor Weihnachten an, setzt aber nicht auf einen einmaligen Impuls, sondern auf Wiederholung und Präsenz. „In diesem Monat startet die neue Kampagne …“, heißt es, verbunden mit der Erwartung, dass Teilnahme in vielen kleinen Formen stattfindet und nicht nur als großer Auftritt. Das Wort „Nullnummer“ ist dabei weniger Dekoration als eine Verdichtung: Es beschreibt die Erfahrung, dass viele Runden geführt wurden, ohne dass am Ende eine belastbare finanzielle Stärkung sichtbar wird.
Auffällig ist, wie stark die ABDA die Gesprächsmechanik selbst zum Gegenstand macht. Der Leitfaden reicht von einer wertschätzenden Grundhaltung „auch bei inhaltlicher Schärfe und politisch aufgeheizter Stimmung“ bis zu Tempo, Körperhaltung und aktivem Zuhören. Dazu kommt der Hinweis, das Null-Motiv in Formulierungen aufzunehmen, etwa über Begriffe wie „Null Versorgung“ oder „Null Verständnis“. Das ist nicht zufällig. Wer Gesprächsarbeit so detailliert steuert, signalisiert, dass nicht die Lautstärke das Problem ist, sondern das Durchdringen von Routinen, in denen politische Aufmerksamkeit schnell wieder abfließt.
Inhaltlich wird das Systemargument bewusst breit gesetzt, damit es nicht als Einzelinteresse gelesen werden kann. „Tägliche Hilfe für Millionen Menschen“ wird genannt, ebenso „Sicherheit bei über 100.000 Arzneimitteln“, individuelle Rezepturen und Versorgung rund um die Uhr. Dazu kommen Arbeitsplätze, Steuereinnahmen in Milliardenhöhe, Stabilisierung der Krankenkassen, aktiver Gesundheits- und Verbraucherschutz sowie Resilienz im Gesundheitssystem. Die Logik dahinter ist klar: Wenn ein Bereich diese Lasten trägt, kann er nicht dauerhaft auf Provisorien und Selbstausgleich verwiesen werden.
Der Konfliktpunkt wird im Schreiben an die Mitgliedschaft trotzdem eng geführt, weil es um die finanzielle Statik geht. „Es braucht endlich die Fixumserhöhung, die uns im Koalitionsvertrag schwarz auf weiß zugesagt wurde“, heißt es. Damit wird die Debatte von der Frage „ob“ zur Frage „wann“ verschoben, und genau dort entsteht die Härte. Eine Zusage ohne Umsetzung ist für Betriebe nicht nur ein fehlender Betrag, sondern ein Planungsloch, das mit jedem Monat größer wird: Investitionen, Personalbindung und Nachfolge werden nicht an Hoffnung gekoppelt, sondern an Verlässlichkeit.
Der Satz „Das Gesetz ist noch nicht entschieden“ bekommt so eine zweite Bedeutung. Er kann motivieren, sich „beharrlich einzumischen“, er markiert aber zugleich, dass Unsicherheit vollständig auf der Betriebsseite bleibt. In dieser Lücke wächst das Risiko, dass Qualität, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität gegeneinander ausgespielt werden, obwohl genau das ausdrücklich verhindert werden soll. Die angekündigten „roten Linien“ und das klare Nein zu Strukturaufweichungen sind deshalb auch als Schutzbehauptung zu lesen: Wer die Finanzfrage offen lässt, öffnet oft die Tür für Ersatzlösungen, die am Kern vorbeiführen.
Als Verstärker wird das Bekenntnis von Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) angeführt, der die finanzielle Stärkung „unnachgiebig und unmissverständlich“ fordere und die Erhöhung des Fixums als notwendig bezeichne. Solche Signale helfen, weil sie zeigen, dass das Argument nicht nur in der Berufsgruppe zirkuliert. Sie lösen aber den Kernkonflikt nicht, solange die Entscheidungsebene, die den finanziellen Rahmen setzt, weiter im Modus „noch nicht entschieden“ bleibt. Genau dort liegt die Beobachtungsmarke für die kommenden Wochen: ob Gesprächsarbeit am Ende eine verbindliche Regel nach sich zieht – oder ob erneut nur die Pflicht wächst, die eigene Lage immer wieder neu zu erklären.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Die Kampagne zeigt ein System im Schwebezustand. Sie macht sichtbar, wie viel Verantwortung Apotheken tragen und wie wenig davon bislang in verlässliche Regeln übersetzt ist. Gesprächsarbeit kann Zeit gewinnen, Vertrauen sichern und Argumente schärfen, doch sie ersetzt keine Entscheidung.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Ob aus der „großen Nullnummer“ ein Wendepunkt wird, entscheidet sich nicht im Leitfaden, sondern dort, wo politische Zusagen in feste Statik übergehen. Erst wenn aus Verschiebung Verbindlichkeit wird, verliert das Null-Motiv seine Schärfe.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. In diesem Fall steht die Frage im Zentrum, ob Gesprächsarbeit eine Entscheidung ersetzt oder zu ihr hinführt.
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