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  • 12.01.2026 – Apobank ruft nach Entscheidungen, Apotheken verlangen Zieltreue, Politik muss Ordnung liefern
    12.01.2026 – Apobank ruft nach Entscheidungen, Apotheken verlangen Zieltreue, Politik muss Ordnung liefern
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Zwischen Mut-Rhetorik und Bank-Wachstum entsteht eine Leerstelle, die Apotheken nur schließt, wenn Entscheidungen an messbaren Paramete...

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ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apobank ruft nach Entscheidungen, Apotheken verlangen Zieltreue, Politik muss Ordnung liefern

 

Warum Schellenbergs Handlungsformel nur trägt, wenn sie Kriterien benennt, Prioritäten aushält und Apotheken wirtschaftlich so absichert, dass Versorgung nicht gegen Marktlogik verliert.

Stand: Montag, 12. Januar 2026, um 19:02 Uhr

Apotheken-News: Bericht von heute

Matthias Schellenberg stellt zum Jahresauftakt der Gesundheitspolitik zwei Sätze in den Raum, die wie ein Befreiungsschlag klingen sollen: Entscheiden statt verharren, gemeinsam statt gegeneinander. Gleichzeitig rügt er, dass gute Vorsätze der Bundesregierung nach vorgezogenen Neuwahlen nach acht Monaten in Teilen verpufft seien, und er verbindet die politische Mahnung mit einer bankseitigen Wachstumsagenda unter dem Programmtitel „Primus 28“. Aus Apothekensicht steckt darin eine Reibung, die nicht mit Stimmung aufzulösen ist: Handeln um des Handelns willen kann zur Ausrede werden, wenn die Richtung fehlt, und Zusammenarbeit bleibt eine weiche Vokabel, wenn die Parameter der Versorgung nicht sauber geordnet sind. Wer Apotheken wirtschaftliche Tragfähigkeit abverlangt, muss sagen, welche Entscheidungen konkret die Balance zwischen Staatsauftrag, Wettbewerb und Ertrag wiederherstellen.

Schellenbergs Satz „Es ist besser zu entscheiden, als nichts zu tun“ wirkt auf der Bühne wie ein Gegenmittel gegen Stillstand, und genau darin liegt seine Stärke. In einer Politik, die Konflikte gern vertagt, ist die Erinnerung an Entscheidungspflicht kein Nebensatz, sondern ein Druckpunkt. Trotzdem ist der Satz auch gefährlich, weil er als rhetorische Abkürzung missverstanden werden kann: Entscheidung wird dann zum Selbstzweck, und Geschwindigkeit ersetzt Maßstab. Apotheken kennen dieses Muster aus eigener Erfahrung, weil sie in den letzten Jahren nicht an fehlenden Maßnahmen gescheitert sind, sondern an Maßnahmen, die an der Wirklichkeit vorbeigingen, die Kosten verlagerten oder die Verantwortung an den Betrieb delegierten, ohne die Regeln zu schärfen. Wer nur fordert, dass entschieden wird, sagt noch nichts darüber, ob die Entscheidung die Versorgung ordnet oder lediglich Bewegung simuliert.

Die zweite Selbstverpflichtung, gemeinschaftlich zu handeln, klingt ebenso plausibel und ebenso unvollständig. In der Versorgung prallen Interessen nicht zufällig aufeinander, sie sind Teil der Statik: Kostenträger wollen begrenzen, Leistungserbringer brauchen Spielraum, Politik sucht Ruhe, Patienten erwarten Zugang. „Gemeinsam“ wird zur leeren Formel, wenn es die Verteilungsfrage nicht berührt, und genau dort liegt der Apothekenkonflikt: Versorgung vor Ort trägt Lasten, die sich in keiner Sonntagsrede in Luft auflösen, während Marktmechaniken gleichzeitig an Umsatz, Personal und Öffnungszeiten ziehen. Wenn Drogeriemärkte an Gesundheitsprodukten drehen, wenn Versandstrukturen die Umsatzverteilung verschieben, wenn Preis- und Vergütungsregeln nicht mehr zu Fixkosten und Personalmarkt passen, dann ist Zusammenarbeit keine Haltung, sondern ein Vertragswerk aus Regeln, Kontrollen und verlässlicher Finanzierung. Ohne diese harte Ordnung bleibt „gemeinsam“ ein Wunsch, der im Alltag als Zusatzarbeit landet.

Schellenbergs Rede bekommt eine zweite Ebene, sobald er die Bankperspektive einzieht. Die Apobank verpflichtet sich zum Wachstum, spricht von gesteigerter Kundenzufriedenheit um einundzwanzig Prozentpunkte, von fast verdoppelten betreuten Vermögenswerten in drei Jahren, von „Primus 28“, von Marktführerschaft für Heilberufler, von einem Zielkorridor bis zum Ende des Jahrzehnts mit zwanzig Milliarden Euro Depotvolumen gegenüber einem Stand von sechzehn Milliarden, und von zehntausend neuen Kunden pro Jahr am Ende der nächsten Strategiephase. Diese Zahlen sind nicht anstößig, sie sind ehrliches Bankvokabular, aber sie verändern den Klang der politischen Mahnung. Denn Wachstum ist ein Eigeninteresse, und Eigeninteressen können mit Brancheninteressen zusammengehen oder aneinander vorbeilaufen. Apotheken hören deshalb nicht nur „entscheidet endlich“, sie hören auch „wir wachsen“, und daraus entsteht die Frage, ob der Appell an Mut in Wahrheit eine Einladung ist, Entscheidungen so zu treffen, dass sie Marktfähigkeit erzeugen, nicht zwingend Versorgungsgerechtigkeit.

Für Apotheken ist der Prüfstein deshalb nicht, ob jemand Entscheidungen fordert, sondern welche Art Entscheidung gemeint ist. Eine brauchbare Entscheidung ist nicht die, die am schnellsten getroffen wird, sondern die, die Kriterien offenlegt und Nebenwirkungen aushält. Es reicht nicht, zu sagen, dass es keine optimale Lösung gebe; man muss benennen, was in diesem Konflikt als unverhandelbar gilt. Wenn Apotheken Versorgung im Staatsauftrag sichern sollen, dann braucht es einen Rahmen, der wirtschaftlich auskommt, nicht nur moralisch überzeugt. Das beginnt bei Vergütung, die reale Personal- und Betriebskosten abbildet, und endet bei Regeln, die Wettbewerbsverschiebungen nicht als Naturereignis behandeln, sondern als ordnungspolitische Entscheidung. Ohne diesen Rahmen kann jede mutige Entscheidung sogar schaden, weil sie den Druck beschleunigt, ohne die Richtung zu korrigieren.

Der Kern deiner Botschaft lässt sich deshalb scharf und fair drehen: Nicht „irgendwas tun, Hauptsache tun“, sondern „gezielt entscheiden, Hauptsache wirksam“. Wirksam heißt hier, dass Apotheken nicht permanent zu Kompensationsbetrieben gemacht werden, die Systemlücken durch unbezahlte Zeit, Personalknappheit und Selbstausbeutung schließen. Wirksam heißt auch, dass Marktlogik dort begrenzt wird, wo sie Versorgung frisst, und dass dort, wo Wettbewerb politisch gewollt ist, die Verantwortung für die Folgen nicht in den Betrieben verdunstet. Das ist keine Romantik, sondern eine nüchterne Forderung nach Ordnung: Wer Versorgung bestellt, muss sie so bezahlen und so regeln, dass sie nicht als Restgröße übrig bleibt.

Schellenbergs Satz kann man also abnehmen, wenn man ihn als Startsignal liest, nicht als fertige Lösung. Er ist ein brauchbarer Hebel, um die Politik an die Entscheidungspflicht zu erinnern, aber er ist kein Maßstab für gute Entscheidungen. Der Maßstab muss aus der Versorgung kommen: Stabilität der Vor-Ort-Strukturen, klare Zuständigkeiten, faire Wettbewerbsordnung, Finanzierung, die die Realität anerkennt. Wenn das fehlt, wird der Satz zum Trostpflaster für alle, die handeln wollen, ohne zu sagen, worauf sie hinauswollen. Und genau dann entsteht in Apotheken der Zynismus, den du benennst: Es wird etwas gemacht, aber nicht das, was hilft.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Entscheiden ist kein Wert an sich, es ist nur der Moment, in dem ein Maßstab sichtbar wird. Wenn Politik sich hinter dem Wort Mut versteckt, wird Mut zur Abkürzung, und die Rechnung landet im Betrieb. Apotheken brauchen keine neue Rhetorik, sondern eine Ordnung, die sagt, was Vorrang hat, wer weiß, was es kostet, und wer dafür einsteht. Erst dann wird aus dem Satz eine Richtung und aus Richtung wieder Planbarkeit.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Der Appell, lieber zu entscheiden als nichts zu tun, klingt vernünftig, aber er wird erst dann wahr, wenn er sich an Kriterien binden lässt. Wo Versorgung Staatsauftrag ist, darf Entscheidung nicht Bewegung ersetzen, sondern muss Regeln schaffen, die den Betrieb tragen, nicht auszehren. Apotheken hören nicht auf Schlagworte, sie hören auf Parameter, die am Monatsende stimmen. Wenn Politik das anerkennt, wird Mut nicht als Pose gebraucht, sondern als Verantwortung.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Entscheidend ist, ob politische Entscheidungssätze in überprüfbare Regeln münden, die Vor-Ort-Versorgung wirtschaftlich tragfähig halten.

 

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