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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Sonntag, 11. Januar 2026, um 13:21 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Ohne Honorarplus läuft die Schließungswelle weiter, und die Kammermeldungen liefern dafür die harten Marker. Thüringen meldet das fünfzehnte Jahr in Folge mit sinkender Apothekenzahl, im vergangenen Jahr waren es dreizehn weniger, weitere Schließungen sind für März angekündigt. Westfalen-Lippe verzeichnet ein Minus von dreiundvierzig Betrieben, bei neunundvierzig Schließungen und sechs Neueröffnungen, und der Bestandsvergleich über zwanzig Jahre wirkt wie ein Strukturprotokoll. In beiden Regionen wird nicht nur gezählt, sondern gedeutet: Reformbausteine ohne Vergütungsfundament drehen die Richtung nicht. Das politische Signal, eine Honorarsteigerung komme nicht, verwandelt Erwartung in Rückzug.
Die Zahlen aus Thüringen wirken zunächst wie ein weiteres Kapitel eines langen Trends, doch das fünfzehnte Jahr in Folge setzt eine eigene Härte. Dreizehn Apotheken weniger in einem Jahr sind in der Fläche nicht nur Statistik, sondern der Verlust von Ankerpunkten für Versorgung, Nachtbereitschaft und Personalbindung. Wenn bereits Schließungen für März angekündigt sind, verschiebt sich die Debatte zusätzlich: Es geht nicht mehr um Prognosen, sondern um Kalendertermine. Ein Betrieb, der einen Monat benennt, hat intern längst entschieden.
In Thüringen wird die geplante Reform im Material als „aufgewärmt“ beschrieben, verbunden mit der Aussage, sie werde am Trend nichts ändern. Der entscheidende Mechanismus dahinter ist nüchtern: Wenn eine Reform an Leitung und Verantwortungslogik rührt, ohne die wirtschaftliche Basis zu verstärken, entsteht keine Entlastung, sondern eine neue Reibungsfläche. Das gilt besonders dort, wo Vertretungsmodelle als Ersatzhandlung erscheinen. Eine Leitungslösung, die als Provisorium gelesen wird, kann im Alltag wie eine Abwertung der Verantwortungsrolle wirken, statt wie eine Stabilisierung.
Die Wortwahl „Zweiklassenversorgung“ markiert dabei nicht bloß Empörung, sondern eine Risikodefinition. Gemeint ist die Vorstellung, dass Qualität und Verantwortung je nach Standort, Personal- und Zeitdruck auseinanderdriften könnten, wenn die strukturelle Unterlegung fehlt. Ein System, das Überlastung über formale Erlaubnisse kaschiert, statt sie zu finanzieren, schafft keine Reserve. Es schafft Unterschiede, die später als Versorgungsgefälle sichtbar werden.
Westfalen-Lippe liefert dazu das zweite, breiter unterlegte Bild. Dreiundvierzig Apotheken weniger gegenüber dem Vorjahr, dazu die Aufschlüsselung mit neunundvierzig Schließungen und sechs Neueröffnungen, zeigt: Das Minus entsteht nicht zufällig, es ist ein anhaltender Abfluss. Der Langvergleich ist noch schärfer: Vor zwanzig Jahren standen 2.245 Apotheken in der Versorgung, heute 1.613. Solche Sprünge lassen sich nicht mehr als konjunkturelles Tief erklären. Sie verweisen auf eine Statik, die dauerhaft nicht mehr trägt.
Auffällig ist im Material der Hinweis, dass zehn der im Jahr 2025 geschlossenen Apotheken ihre Schließung direkt in den Tagen nach dem Apothekertag der Kammer meldeten. Das ist kein Beweis für eine einzelne Ursache, aber ein plausibler Marker für Timing: Informationsereignisse verdichten Entscheidungen, weil sie Erwartungen endgültig sortieren. Wenn in dieser Phase eine Ankündigung kursiert, eine Honorarsteigerung werde nicht kommen, dann wird aus vager Unsicherheit ein fester Rahmen. Ein fester Rahmen ist für viele Betriebe der Moment, in dem sich Weiterführen nicht mehr rechnen lässt.
Angekündigte Reformteile wie die PTA-Vertretungsbefugnis werden im Material als Fehlhebel bewertet, nicht als Entlastung. Der entscheidende Punkt liegt dabei nicht in der Qualifikation einzelner Berufsgruppen, sondern in der Leitungsfunktion als Haftungs- und Eskalationskette. Wer führen soll, muss entscheiden, unterschreiben, verantworten und im Zweifel Fehler tragen. Wenn diese Kette als austauschbar erscheint, wird Führung zur Streitfrage, nicht zur Entlastung. Streit bindet Zeit, und Zeit ist in der Personalnot die knappste Ressource.
Damit wird das Honorarplus zur zentralen Scharnierfrage, weil es die einzige Stellschraube ist, die Pflichtpakete in Tragfähigkeit übersetzt. Skonti, Marktbedingungen oder punktuelle Erleichterungen können Luft verschaffen, aber sie sind ungleich verteilt und volatil. Ein stabiles Vergütungselement ist dagegen ein Kalkulationsanker, der Personalentscheidungen, Öffnungszeiten, Investitionen und Nachfolgen überhaupt erst planbar macht. Ohne diesen Anker wird jede Reform zur Zusatzlast, weil sie in den Betrieb hineinregelt, ohne ihn zu stabilisieren.
Die politische Dimension ist im Material als Vorwurf formuliert, die Politik lasse die flächendeckende Versorgung „den Bach runtergehen“. Der sachliche Kern dahinter bleibt auch ohne Zuspitzung erkennbar: Wenn Schließungen Jahr für Jahr weiterlaufen, verliert Versorgung nicht nur Standorte, sondern auch Resilienz. Resilienz entsteht aus Dichte, Redundanz und Erfahrung. Wenn diese Faktoren ausdünnen, werden Lieferprobleme, Personalengpässe und Ausnahmesituationen nicht leichter, sondern härter.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Zahlen aus Kammern sind keine Randmeldungen, sie sind Vorwarnsysteme für Versorgung. Thüringen und Westfalen-Lippe zeigen, wie aus einem langen Trend ein enger Takt wird, wenn Schließungen bereits auf Monatsdaten zulaufen und ein politisches Nein zur Honorarsteigerung Erwartungen endgültig sortiert. Reformbausteine, die Leitungslinien verschieben, aber die Vergütungsbasis nicht stärken, erzeugen keine Entlastung, sondern zusätzliche Reibung. Der Alltag rechnet das sofort nach, und die Rechnung endet immer öfter mit Aufgabe statt Weiterführung.
Dies ist kein Schluss, das ist der Punkt, an dem Verantwortung sichtbar bleibt. Ein Honorarplus ist in dieser Lage kein symbolischer Wunsch, sondern die Bedingung dafür, dass neue Pflichten nicht als unbezahlte Arbeit in den Betrieb kippen. Thüringen zeigt mit dem fünfzehnten Rückgangsjahr und angekündigten Schließungen für März, wie schnell aus Strukturtrend ein Termindruck wird, der nicht mehr verhandelbar wirkt. Westfalen-Lippe zeigt mit dem Minus von dreiundvierzig und dem Langverlust von 2.245 auf 1.613 Apotheken, dass der Abbau längst die Stufe erreicht hat, auf der regionale Resilienz verloren geht. Wenn Politik an dieser Stelle nur Verfahren anbietet, aber keine Statik, wird jede Reformkorrektur zur Zwischenmeldung, während die Versorgung weiter ausdünnt.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Maßgeblich ist, ob Vergütung und Verantwortungsordnung Schließungsdynamik bremsen statt sie zu begleiten.
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