Für Sie gelesen
Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:
APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Samstag, 10. Januar 2026, um 11:30 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Die Dezemberdaten eines Apothekenpanels ergeben für 2025 ein Doppelbild, das mehr ist als Statistik: Beim Rx-Absatz steht am Jahresende ein Mini-Plus von 0,2 Prozent gegenüber 2024, während OTC in eine Rezession rutscht mit minus 3,8 Prozent Absatz und minus 0,8 Prozent Umsatz. Gleichzeitig wächst der Rx-Umsatz kumuliert um 6,8 Prozent, was die Entkopplung von Packungslogik und Wertdynamik sichtbar macht. Für Apotheken ist das keine Entwarnung, sondern eine Verschiebung der Statik: Die honorarrelevante Basis stagniert, der frei finanzierte Ausgleich schrumpft, und die Preis- und Bequemlichkeitsachsen der Konkurrenz ziehen vor allem Standardkäufe ab. Der Kern der Zukunftsfrage liegt damit nicht in der Wiederholung des Ist-Standes, sondern in der Ordnung, die Politik und Betrieb gemeinsam herstellen müssen, damit Versorgung als Systemleistung finanzierbar bleibt und OTC nicht zum stillen Abflusskanal wird.
Das Jahr 2025 zeigt in einem Satz, wie eng die Luft geworden ist: Rx trägt, aber nur gerade so, und OTC trägt weniger. Das wirkt zunächst wie zwei getrennte Geschichten. Es ist eine einzige.
Die „schwarze Null“ beim Rx-Absatz ist betriebswirtschaftlich kein Neutralzustand, weil der Betrieb nicht im Nullmodus arbeitet. Kosten laufen weiter. Energie, Personal, Miete, IT, Dienstleister, Sicherheit. Ein Mini-Plus von 0,2 Prozent ist eine Zahl, aber keine Entlastung.
Gleichzeitig ist das Rx-Bild doppeldeutig. Der Umsatz steigt kumuliert um 6,8 Prozent, und der Abstand zur Absatzentwicklung ist so groß, dass er nicht aus dem Alltags-Rx erklärbar wirkt, sondern aus einer zunehmenden Bedeutung von teuren Verordnungen und Wertkonzentration. Das verschiebt die Diskussion weg vom „Mehr Packungen“ hin zur Frage, wo die Ausgabendynamik tatsächlich entsteht und wie die Honorarbasis davon abgekoppelt bleibt. Das ist ein Systemproblem. Nicht nur ein Apothekenproblem.
OTC ist der zweite Teil der Klemme, und hier ist 2025 nicht „schwächer“, sondern strukturell schärfer. Ein Absatzrückgang von 3,8 Prozent bei einem Umsatzrückgang von 0,8 Prozent bedeutet, dass Preiseffekte und Mixverschiebungen zwar gegenhalten, aber nicht mehr ausreichen, um das Volumenloch zu schließen. Das hat eine stille Konsequenz: OTC verliert nicht nur relativ zu Rx, sondern droht auch absolut an Bedeutung als betrieblicher Puffer zu verlieren. Genau dort liegt die Gefahr, weil der OTC-Teil in vielen Betrieben die Flexzone ist, aus der Investitionen, Zusatzpersonalstunden oder Modernisierung mitgetragen wurden.
Wettbewerb wirkt in OTC anders als in Rx. Er wirkt nicht über die Frage, ob eine Leistung gesetzlich vorgesehen ist, sondern über die Frage, wo der Standardkauf landet, wenn Preis, Sortiment und Bequemlichkeit skaliert werden können. Drogerien und Versand sind in dieser Logik keine Randphänomene, sondern Strukturen, die genau die Käufe einsammeln, die früher die Breite stabilisiert haben. Das ist keine Moral, sondern Markttechnik.
Die Folge ist eine doppelte Verschiebung: Die Versorgungsverantwortung bleibt lokal, die Wertschöpfung wird flüchtiger. In dieser Konstellation werden Apotheken zu Orten, an denen die komplexen Fälle und die haftungsrelevanten Prozesse konzentrierter ankommen, während einfache OTC-Umsätze eher abwandern. Das ist eine Schieflage, weil Komplexität Zeit frisst, und Zeit ist der teuerste Rohstoff im Betrieb. Dieser Effekt wird in der Zahlenzeile nicht sichtbar, aber er wirkt im Alltag.
Die Zukunftsthese muss deshalb zwei Ebenen zusammenhalten, ohne sich in Wunschbilder zu retten. Politik ist nicht der Ersatzerzähler für Betriebsführung, und Betrieb ist nicht der Ersatzfinanzierer für eine öffentliche Aufgabe. Wenn Versorgung als Staatsaufgabe ernst genommen wird, braucht sie eine Finanzierung, die nicht davon abhängt, ob Packungen zufällig stagnieren oder wachsen. Und wenn Betriebe im OTC-Feld bestehen sollen, braucht es eine klare, eigenständige Bindungslogik, die nicht am Regal endet, sondern an Vertrauen, Zugänglichkeit, schneller Lösung und sauberer Prozesskette.
Das ist der Punkt, an dem Vision im Fachlichen bleibt: Ein stabiler Apothekenmarkt entsteht nicht durch das Zählen von Wochenzuwächsen, sondern durch die Entscheidung, ob das System Versorgung als Leistung vergütet oder als Nebenprodukt eines Handelsmodells behandelt. 2025 liefert dafür ein Signal, das man nicht übersehen muss, um es zu spüren. Es zeigt sich bereits.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
2025 wirkt wie ein Jahr, das an der Oberfläche stehen bleibt, aber darunter eine Statik verschiebt: Rx hält die Linie mit einem Mini-Plus, OTC verliert Volumen, und damit verliert der Betrieb seinen Puffer genau dort, wo Wettbewerb am schnellsten skaliert. Wenn Packungen nicht wachsen, wird jede Kostensteigerung zur Prüfung, und wenn OTC abwandert, wird jede Prüfung häufiger. In dieser Spannung entscheidet sich, ob Versorgung als robuste Ordnung organisiert bleibt oder ob sie sich still in zwei Welten trennt, in denen Verantwortung vor Ort liegt und Wertschöpfung woanders entsteht.
Dies ist kein Schluss, sondern eine Wirkung, die bleibt. Die Zahlen aus 2025 zeigen nicht einfach ein „schlechtes OTC-Jahr“ neben einem „gerade noch stabilen Rx-Jahr“, sondern die Gleichzeitigkeit zweier Kräfte: Stagnation an der honorarrelevanten Basis und Verdrängung im frei finanzierbaren Teil. Die Frage, die daraus entsteht, ist keine Frage nach Stimmung, sondern nach Zuständigkeit: Ob Politik den Rahmen so setzt, dass Versorgung als Systemleistung finanzierbar bleibt, und ob Betriebe ihr OTC-Profil so schärfen, dass Standardkäufe nicht automatisch in skalierende Kanäle abfließen. Wo diese Ordnung nicht entsteht, wandert nicht nur Umsatz, sondern auch Steuerungsfähigkeit. Und genau das verändert die Zukunft.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Entscheidend ist, ob Verantwortung in der Systemordnung bleibt oder im Betrieb als nicht vergütete Komplexitätslast landet.
Sie haben einen Beruf gewählt, der weit mehr als reine Erwerbstätigkeit ist. Sie verfolgen im Dienste der Bevölkerung hohe ethische Ziele mit Energie, fachlicher Kompetenz und einem hohen Maß an Verantwortung. Um sich voll auf Ihre Aufgabe konzentrieren zu können, erwarten Sie die optimale Absicherung für die Risiken Ihrer Berufsgruppe.
Sie suchen nach Möglichkeiten, Ihre hohen Investitionen zu schützen und streben für sich und Ihre Angehörigen nach einem angemessenen Lebensstandard, auch für die Zukunft.
Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800. 919 0000 oder Sie faxen uns unter 0800. 919 6666, besonders dann, wenn Sie weitere Informationen zu alternativen Versicherern wünschen.
Mit der ApoRisk® FirmenGruppe steht Ihnen ein Partner zur Seite, der bereits viele Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland zu seinen Kunden zählen darf. Vergleichen Sie unser Angebot und Sie werden sehen, es lohnt sich, Ihr Vertrauen dem Versicherungsspezialisten für Ihren Berufsstand zu schenken.