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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Dienstag, 06. Januar 2026, um 18:12 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Die Branche wirkt müde, doch die Zahlen erzählen ein paradoxes Bild: Der Arzneimittelmarkt wächst deutlich, Innovation treibt die Ausgaben, gleichzeitig schrumpft die Apothekenzahl weiter – und genau in dieser Spannung liegt die Frage, ob Reform und Strategie 2026 tatsächlich Reserve schaffen oder nur eine weitere Runde im Gewöhnungsmodus drehen.
Es ist ein seltsamer Moment, in dem Apotheken zugleich Rückenwind und Gegenwind spüren. Rückenwind, weil der Arzneimittelmarkt weiter wächst, die Ausgaben im GKV-System erneut deutlich steigen und der Innovationsanteil den Takt vorgibt. Gegenwind, weil diese Makrodynamik nicht automatisch bei den Betrieben als Stabilität ankommt. Wachstum im System ist nicht gleich Wachstum in der Fläche. Im Gegenteil: Es kann sogar verdecken, wie sehr Strukturen ausdünnen, während die Erwartungen an Versorgung, Beratung und Verfügbarkeit weiter steigen.
Die Prognose wirkt deshalb wie eine doppelte Erzählung. Auf der einen Seite steht ein GKV-Markt, der in bekannten Bahnen bleibt, mit Umsatzanstiegen, die sich eher aus Innovation und Struktur der Verordnungen speisen als aus reiner Preisbewegung. Auf der anderen Seite steht eine Apothekenlandschaft, deren Zahl weiter sinkt, näherungsweise mit der bekannten Rate, und deren Ergebnisse sich nicht aus eigener Kraft verbessern, sondern häufig aus einem statistischen Effekt: Schließungen verändern die Verteilung. Das kann kurzfristig die Mittelwerte retten, aber es kann keine Sicherheit für den einzelnen Betrieb versprechen. Wer die Statistik liest, darf nicht übersehen, dass sie ein Flächenverlustprotokoll sein kann.
Die große Unbekannte bleibt der Versandhandel im Rx-Bereich. Schon kleine Verschiebungen beim Marktanteil reichen aus, um vor Ort spürbar zu werden, weil sie nicht gleichmäßig verteilt sind, sondern selektiv wirken: urbane Räume, digital affine Kundengruppen, chronische Versorgung, bequeme Wiederholungsrezepte. Ein Prozentpunkt auf dem Papier ist im Betrieb kein Prozentpunkt, sondern eine Handvoll Tage pro Monat, an denen die Frequenz nicht mehr stimmt und Fixkosten trotzdem laufen. In einem System mit knappen Reserven wird aus einem scheinbar kleinen Verlust ein struktureller Druck.
Noch härter ist die Gemengelage im OTC-Geschäft. Stagnation oder nur leichtes Wachstum im Non-Rx-Markt, eine konjunkturell gedämpfte Kauflaune und zugleich ein Versand, der weiter Marktanteile zieht, verschieben die Mechanik. Vor Ort bleibt der Preisdruck, online wächst die Skalierung. Das ist kein Moralthema, sondern ein Rechenproblem: Wenn die Marge im Sortiment schrumpft und die Fixkosten steigen, frisst die Summe aus vielen kleinen Nachteilen die Handlungsspielräume auf. Dann ist nicht die große Krise das Problem, sondern die alltägliche Engstelle.
Auf der Kostenseite dominiert die Lohnentwicklung. Der tarifliche Anstieg ist vereinbart, der Mindestlohn wirkt bereits im unteren Bereich, und kurzfristig ist kein zwingender Anpassungsschock beschrieben. Gleichzeitig verändert sich die Arbeitsmarktstimmung: Wegfallende Industriearbeitsplätze, Kurzarbeit, Unsicherheit in anderen Branchen – das kann die Perspektive drehen. Mehr Bewerbungen, mehr Wunsch nach Stabilität, mehr Bereitschaft zur Stundenaufstockung. Das ist ein Lichtblick, der nicht romantisch ist, aber real sein kann: Personal wird nicht billig, doch es wird möglicherweise wieder verfügbarer, und Verfügbarkeit ist in vielen Betrieben der Engpass, der über Öffnungszeiten, Leistungen und Belastbarkeit entscheidet.
Damit verschiebt sich der Blick auf das, was 2026 tatsächlich entscheiden könnte. Skonto-Regeln und Notdienstvergütung sind nicht die große Erzählung, aber sie können Luft geben. Luft ist in dieser Phase keine Kleinigkeit, sondern Reserve: Zeit, um Prozesse zu stabilisieren, Investitionen zu planen, Personal zu halten, ohne ständig am Rand der roten Null zu balancieren. Wenn solche Bausteine tatsächlich greifen, ist das nicht der Sieg, aber ein Unterschied zwischen Überleben und Gestalten.
Und Gestalten rückt ohnehin stärker in den Vordergrund, weil der Weg zur reinen Rx-Honorarerhöhung steinig bleibt. Neue Märkte sind deshalb nicht bloß ein Modewort, sondern eine Notwendigkeit. Die Cannabis-Debatte zeigt dabei, wie Chancen entstehen und gleichzeitig verpasst werden können. Wer einen potenziell großen Markt zu lange als Randthema behandelt, überlässt ihn Plattformlogiken und Zwischenwelten, bis er sich im regulierten Raum neu sortiert. Dort können sich Chancen auftun, aber sie sind ungleich verteilt und verlangen Kompetenz, Prozesse, Dokumentationssicherheit und die Fähigkeit, Risiken sauber zu führen.
Ein weiterer möglicher Lichtblick liegt ausgerechnet in einer juristisch-politischen Verschiebung: Wenn Preiswerbe- und Rabattlogiken im apothekenpflichtigen Segment neu bewertet werden, entsteht ein Raum, in dem Regeln wieder als Schutz der Versorgungsordnung gedacht werden können, nicht nur als Marktschmuck. Daraus folgt die strategische Frage, die viele ausweichen lässt, aber 2026 an Schärfe gewinnt: Welche Produkte müssen aus Risikogründen aus dem Versand herausgehalten werden, und welche Gegenleistung wäre politisch und finanziell denkbar, wenn man Marktabsicherung und Vergütung miteinander verrechnet. Das ist keine einfache Linie, aber es ist eine, die zumindest wieder nach Zukunft riecht, weil sie das System als Ganzes denkt.
So kippt die Stimmung, wenn man sie nicht als Gefühl, sondern als Lage liest. Frustration ist das Ergebnis einer Schere: Markt wächst, Struktur schrumpft. Lichtblicke entstehen dort, wo Reserve entsteht: beim Personal, bei entlastenden Reformbausteinen, bei regulatorischen Korrekturen und bei Märkten, die nicht Zufall, sondern Strategie verlangen. 2026 wird dadurch nicht automatisch gut. Aber es kann ein Jahr sein, in dem die Branche wieder lernt, dass Zukunft nicht aus Hoffnung entsteht, sondern aus klarer Ordnung, aus Reserve und aus der Bereitschaft, die eigenen Hebel nicht länger stiefmütterlich zu behandeln.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Wachstum klingt nach Gewinn, Schrumpfung nach Verlust, doch in der Apotheke können beide zugleich wahr sein. Der Markt wird größer, aber die Fläche wird dünner, und genau in dieser Spannung entscheidet sich, ob Reformen nur Statistik verbessern oder echte Reserve schaffen. Lichtblicke sind nicht die großen Versprechen, sondern die Kräfte, die Handlungsspielraum zurückgeben: Personal, Entlastung, klare Regeln, neue Märkte mit professioneller Führung. Wer das erkennt, sieht im Jahr nicht nur Müdigkeit, sondern eine Chance zur Neuordnung.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn Markt und Struktur auseinanderlaufen, gewinnt niemand automatisch, selbst wenn Ausgaben steigen. Entscheidend ist, ob aus Reform und Strategie Reserve wird: Reserve, die Betriebe stabilisiert, Entscheidungen ermöglicht und Versorgung in der Breite wieder planbar macht. Wo diese Reserve entsteht, wird aus Frustration wieder Gestaltbarkeit; wo sie ausbleibt, bleibt nur die Statistik der Schließungen.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Die Prognose für 2026 zeigt die Spannung aus Wachstumsmarkt, Versandrisiko, Kostenentwicklung und den Hebeln, die Reserve in der Fläche schaffen können.
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