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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Dienstag, 06. Januar 2026, um 20:12 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Der Jahreswechsel legt eine Frage frei, die sich nicht mehr mit kleinen Korrekturen beruhigen lässt: Wenn das Ringen um das Rx-Fixum scheitert, braucht es ein Vergütungsmodell, das Leistungen sichtbar macht, Abhängigkeiten reduziert und dennoch der politischen Rechenlogik standhält.
Die Diskussion wirkt auf den ersten Blick vertraut, fast schon ritualisiert: wieder ein Jahresbeginn, wieder die Sehnsucht nach einer „echten“ Reform, wieder der Reflex, dass am Ende doch alles am Fixum hängt. Genau diese Wiederholung ist die stille Gefahr. Denn während Reformrunden sich im Ton erneuern, verschiebt sich im Alltag etwas Grundsätzliches: Der Betrieb wird komplexer, die Anforderungen steigen, die Reserve schrumpft. Wer hier weiter nur an einem einzigen Hebel zieht, zieht nicht an der Lösung, sondern am eigenen Geduldsfaden.
Das dreigliedrige Vergütungsmodell, das Marcus Krause skizziert, setzt deshalb an einer Stelle an, die in der Debatte gern übergangen wird: Es trennt Infrastruktur, Leistung und Abgabe wieder auseinander. Ein eigenständiger Leistungskatalog für gesetzliche Abrechnung, eine Gebührenordnung für private und selbstzahlende Leistungen und ein reduziertes Fixum als Sockel für die Basis sind nicht bloß drei Bausteine, sondern eine klare Botschaft: Arbeit soll nicht mehr im Schatten der Packung verschwinden. Was heute täglich erbracht wird, ist real, haftungsnah, verantwortungsvoll und oft entscheidend für Therapie und Sicherheit, bleibt aber wirtschaftlich zu häufig eine unsichtbare Nebenpflicht.
Der Kerngewinn eines solchen Ansatzes liegt nicht in einem versprochenen Mehr, sondern in einer veränderten Logik. Wenn Leistungen sauber benannt und bepreist werden, verliert die Abgabe ihre Monopolstellung als einzige Einnahmequelle. Das entlastet nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch kulturell: Es verschiebt die Anerkennung weg vom reinen Durchsatz hin zur professionellen Entscheidung. Genau dort sitzt die Hoffnung vieler Betriebe, weil sie spüren, dass die Abgabe unter Druck gerät, während Beratung, Koordination und Problemlösung wachsen.
Die Gegenhärte ist jedoch ebenso klar: Wer ein neues Modell denkt, landet sofort im Rechenraum von Ministerium und Kassen. Kostenneutralität ist keine Randnotiz, sondern der erwartbare Prüfstein. Damit wird die Reform nicht zu einer Frage schöner Architektur, sondern zu einer Frage von Verteilung, Priorität und politischem Mut. Ein Leistungskatalog kann Leistungen sichtbar machen, aber Sichtbarkeit allein ersetzt keine Entscheidung darüber, was diese Sichtbarkeit wert sein darf.
Genau hier liegt der eigentliche Casus: Eine Vergütungsreform ist kein technisches Projekt, das man „durchziehen“ kann, wenn nur die Fachleute sauber schreiben. Sie braucht eine Vision, die mehr ist als ein Slogan, und eine Standes- und Politikfähigkeit, die Konflikte nicht nur beschreibt, sondern durchsteht. Wenn diese Eigenschaften fehlen, bleibt ein bekanntes Muster: heilberufliche Ambitionen werden hoch gehalten, die finanzielle Realität bleibt am Logistikprinzip hängen, und jeder Betrieb muss den Widerspruch vor Ort ausgleichen.
Überfälligkeit ist in dieser Lage kein dramatisches Wort, sondern eine Zustandsbeschreibung mit Kosten. Je länger eine echte Neuordnung vertagt wird, desto öfter werden Existenzen nicht durch einen großen Knall zerstört, sondern durch die Summe kleiner Unvereinbarkeiten: zu viel Pflicht, zu wenig Planbarkeit, zu viel Verantwortung, zu wenig tragfähige Basis. Eine Reform, die diesen Knoten nicht löst, ist nicht wirkungslos, aber sie ist zu klein für das, was längst passiert.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Ein neues Modell wirkt zunächst wie ein Gedankenspiel, doch es trifft einen Nerv: Es benennt Arbeit, die längst geleistet wird, und fordert eine Ordnung, die nicht mehr so tut, als entstehe Wert nur an der Kasse. Gerade weil Kostenneutralität als harte Grenze im Raum steht, entscheidet sich alles an Mut und Klarheit: an der Bereitschaft, Leistung wirklich zu definieren, statt sie rhetorisch zu loben. Wer diese Entscheidung weiter vertagt, verschiebt nicht nur Paragrafen, sondern verschleißt die Reserve der Fläche.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn Vergütung die Wirklichkeit nicht mehr abbildet, wird jeder weitere Aufschub zur stillen Kürzung der Zukunft. Ein dreigliedriges Modell kann das Problem nicht magisch lösen, aber es macht sichtbar, wo der Knoten sitzt: zwischen Infrastruktur, Leistung und Abgabe. Wer dort nicht entscheidet, lässt Existenzen im Zwischenraum arbeiten, bis sie ihn nicht mehr tragen können.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Das dreigliedrige Vergütungsmodell zeigt, wie Leistung aus der Abgabe herausgelöst werden kann, während Kostenneutralität und fehlender Mut die entscheidenden Hürden bleiben.
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