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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Dienstag, 06. Januar 2026, um 20:12 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Stromausfälle sind für Apotheken keine abstrakte Krisenfolie, sondern der Augenblick, in dem Versorgungspflicht, Kühlkette und digitale Prozesskette gleichzeitig unter Druck geraten; und in dem sich entscheidet, ob Notstrom und Zusatzkühlschrank nur Zeit kaufen oder ob die finanzielle Seite ungebremst über Fortführung, Liquidität und Streitfähigkeit im Schadenfall bestimmt.
Der Versorgungsauftrag bleibt bestehen, auch wenn das Licht ausgeht, und genau diese Härte macht den Stromausfall in Apotheken so unversöhnlich: Während Kliniken in der Regel mit definierter Notstromlogik planen, bewegen sich Apotheken oft in einem Feld aus Machbarkeit, Eigeninitiative und lokalen Lösungen, die im Filialverbund erstaunlich robust sein können, in der Einzelapotheke aber schnell an Grenzen stoßen. Das Berliner Beispiel zeigt dabei vor allem eines: Es ist selten der eine Ausfall, der alles beendet, sondern die Kette aus Einschränkungen, die aus einem lokalen Problem binnen Stunden einen betriebswirtschaftlichen Flächenbrand machen kann.
Die erste Ebene ist banal und teuer zugleich: Kühlpflichtige Arzneimittel sind nicht einfach Ware, sondern ein gebundener Wert mit klarer Temperaturlogik. Fällt die Kühlung aus, kippt nicht nur die Qualität, sondern die Verkehrsfähigkeit, und damit wird aus Bestand innerhalb kurzer Zeit potenziell ein Verlustposten. Genau deshalb wirkt der Zusatzkühlschrank in einer Partnerfiliale so stark, weil er nicht “Komfort” schafft, sondern Zeit kauft und den größten, schnellsten Schadenpfad entschärft. Wer im Verbund umlagern kann, verschiebt die Krise von “Verderb” zu “Organisation” und bleibt handlungsfähig.
Die zweite Ebene ist weniger sichtbar, aber oft der eigentliche Blocker: Rezeptverarbeitung, Kasse, Warenwirtschaft, Kartenleser, Konnektor, Arbeitsplatzrechner. Die Gematik verweist in solchen Situationen auf analoge Ersatzverfahren, etwa Muster 16, weil zentrale Komponenten der Telematikinfrastruktur ohne Strom nicht funktionieren. Das ist richtig, aber es ist auch eine Zumutung für den Ablauf: Ein Ersatzverfahren ist kein Normalbetrieb, sondern ein Modus mit Mehrarbeit, Nachdokumentation, Fehleranfälligkeit und zeitverzögerter Abrechnung. Und genau dort entstehen Folgeschäden, die in der Inhaberrealität nicht wie “Sachschaden” aussehen, aber wie ein Schaden wirken: Stillstand am HV, längere Wartezeiten, Rückfragen, Botendienst-Umwege, zusätzliche Personalkosten, nachlaufende Korrekturen, im ungünstigen Fall Konflikte um Nachweise.
Die dritte Ebene entscheidet darüber, ob Prävention am Ende reicht: die Absicherung. Notstromanschluss, Batterie, Umlagerungsplan, Zusatzkühlschrank sind Prävention, also Schadensminderung; sie sind unverzichtbar, aber sie sind nicht automatisch ein finanzielles Netz. Denn selbst gute Prävention lässt Restschäden übrig: Ware, die trotz Maßnahmen ausfällt, Technik, die beim Wiederanlauf durch Spannungsspitzen leidet, Umsatz, der wegbricht, weil der Betrieb nicht oder nur eingeschränkt laufen kann. Wer diese Restschäden nicht bewusst versicherungslogisch abbildet, trägt sie im Zweifel allein.
Versicherungstechnisch sind dabei drei Fragen trennscharf, weil sie in Policen häufig unterschiedlichen Bedingungen folgen. Erstens: Ist Verderb an Kühlware durch Stromausfall als Inhaltsverlust gedeckt, oder braucht es eine spezifische Kühlgut- beziehungsweise Verderbklausel, die Temperaturänderungen als versichertes Ereignis anerkennt. Zweitens: Ist der Ertragsausfall bei eingeschränktem Betrieb abgesichert, oder hängt eine Betriebsunterbrechung strikt an einem versicherten Sachschaden, sodass wirtschaftlicher Stillstand ohne klaren Sachschaden ins Leere laufen kann. Drittens: Wie ist die technische Ebene gefasst, also Elektronik, Kühlgeräte, USV, servernahe Komponenten, insbesondere wenn Schadenbilder nicht im Ausfall, sondern im Wiederhochfahren entstehen.
Der Spagat, den der Alltag verlangt, ist deshalb kein rhetorischer, sondern ein praktischer: Die Apotheke muss einerseits so planen, dass sie überhaupt handlungsfähig bleibt, und andererseits so dokumentieren, dass ein Anspruch im Schadenfall beweisbar ist. Bei Kühlware ist Dokumentation keine Bürokratie, sondern die Brücke zwischen “vermuteter Unbrauchbarkeit” und “anerkennungsfähigem Schaden”: Temperaturverläufe, Alarmprotokolle, Zeitpunkt der Störung, getroffene Maßnahmen, Entscheidung zur Aussonderung nach Herstellervorgaben oder Stabilitätslogik. Ohne diese Spur wird aus Verlust schnell ein Diskussionsfall, und Diskussionen sind in Krisen das Teuerste, was man sich leisten kann.
Hier liegt auch die stille Verbindung zu den TI-Anforderungen an Notfallkonzepte: Ein Konzept ist nur dann mehr als Papier, wenn es in Rollen, Wegen und Nachweisen steht. Wer Umlagerung und Notstrom technisch vorbereitet, sollte dieselbe Konsequenz bei den Nachweisen und der Versicherungsabdeckung haben, damit Prävention und Absicherung nicht nebeneinander, sondern ineinander greifen. Dann wird aus dem Stromausfall nicht der Moment, in dem alles gleichzeitig bricht, sondern der Moment, in dem sichtbar wird, ob Betrieb, Bestand und Schutzlogik als System gedacht wurden.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Ein Blackout ist selten das dramatische Ereignis, das man im Kopfkino erwartet, sondern eine Kette kleiner Ausfälle, die sich in der Offizin zu einer großen Entscheidung verdichten: Kühlware retten, Abgabewege stabil halten, digitale Abhängigkeiten in analoge Routinen übersetzen. Zusatzkühlschrank, Notstromanschluss und Ersatzverfahren sind dabei keine Technik-Spielerei, sondern die Frage, ob aus Pflicht eine Funktion bleibt. Und dort, wo Prävention nicht mehr verhindert, muss Absicherung tragen, damit Versorgung nicht an einem Warenwert zerbricht, der über Nacht unbeherrschbar wird.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wer Versorgung in der Fläche trägt, merkt im Stromausfall, wie eng Pflicht und Risiko ineinander greifen: Nicht die große Katastrophe ist das Problem, sondern die Minuten, in denen Kühlkette, TI und Ablauf gleichzeitig wackeln. Wenn Zusatzkühlung und Notstrom vorbereitet sind, entsteht Handlungsraum, aber erst eine passende Absicherung entscheidet, ob der unvermeidbare Restschaden zum Streitfall oder zum kalkulierbaren Ereignis wird. Am Ende ist die robusteste Apotheke nicht die mit der spektakulärsten Lösung, sondern die, deren Technik, Organisation und Schutzlogik im Ernstfall dieselbe Sprache sprechen.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Ein Stromausfall zeigt in der Apotheke gleichzeitig die Grenzen der digitalen Prozesskette und die Bedeutung von Kühlgut-Schutz, Nachweisführung und passender Absicherung.
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