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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Freitag, 21. November 2025, um 18:55 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Die aktuelle Lage im Gesundheitssektor wirkt wie ein Spannungsbogen zwischen belasteten Vor-Ort-Apotheken und einer zugleich wachsenden Pharmaindustrie: während inhabergeführte Betriebe in der Fläche mit Fixhonorar, steigenden Personal- und Sachkosten, Lieferengpässen und Fachkräftemangel kämpfen, investieren forschende Unternehmen in Hightech-Medikamente, neue Standorte und zusätzliche Arbeitsplätze. Sichtbar wird der Gegensatz im beschleunigten Apothekensterben, in dem jede Schließung die Wege für Patientinnen und Patienten verlängert und die Last für verbleibende Betriebe erhöht, während Milliarden in neue Therapien, Produktionslinien und internationale Märkte fließen. Zugleich verschärft ein von Kammern und Verbänden als Reformgift kritisierter Gesetzentwurf die Sorgen, dass zentrale Strukturen der wohnortnahen Versorgung weiter unter Druck geraten könnten, wenn Honorierung, Aufgabenprofile und Sicherungsmechanismen nicht konsequent aufeinander abgestimmt werden.
Die aktuelle Lage im Gesundheitssektor wirkt wie ein Spannungsversuch im gleichen System: Während öffentliche Debatten vom beschleunigten Apothekensterben, von Reformkritik und von Engpässen in den Regalen geprägt sind, melden große Teile der Pharmaindustrie Wachstum, zusätzliche Investitionen und neue Arbeitsplätze. Auf der einen Seite ringen inhabergeführte Betriebe mit Fixhonorar, steigenden Kosten, Bürokratielasten, Lieferstörungen und einem Arbeitsmarkt, der qualifiziertes Personal nur noch in kleinen Tröpfchen freigibt. Auf der anderen Seite treibt der Boom bei Hightech-Medikamenten, etwa in der Onkologie oder bei neuen Stoffklassen zur Gewichtsreduktion, ganze Unternehmensbereiche voran und macht den Standort für forschende Konzerne weiterhin attraktiv. Dazwischen steht die Politik mit einem Reformvorschlag, der von vielen Kammern und Verbänden als Reformgift für die Fläche wahrgenommen wird, weil er zentrale Strukturen eher lockert als gezielt stärkt. Gleichgewicht wird so zur Leitfrage: zwischen Gewinn und Versorgung, zwischen globalen Strategien und lokaler Präsenz, zwischen Forschungsdynamik und Alltag am Tresen.
Die Diskrepanz beginnt bei den Zahlen der Betriebsstätten: Die Apothekenzahl ist auf dem niedrigsten Stand seit den späten siebziger Jahren gefallen, und allein im laufenden Jahr haben sich mehrere hundert Türen für immer geschlossen. Viele dieser Schließungen sind keine spektakulären Einzelfälle, sondern das Ergebnis von über Jahre aufgestauten Belastungen. Fixierte Honorare treffen auf höhere Tarifabschlüsse, steigende Mieten, Energiepreise und Investitionsanforderungen, etwa für digitalisierte Prozesse oder sichere Kühlketten. Lieferengpässe verlängern Beratungswege, erzeugen Rücksprachen mit Praxen, führen zu Dokumentationsaufwand und lassen gleichzeitig Retaxrisiken steigen, wenn von Vertragspräparaten abgewichen werden muss. Hinzu kommt der Fachkräftemangel: Neue Aufgaben wie Impfen, erweiterte Medikationsanalysen oder strukturierte Präventionsberatung setzen gut ausgebildete Teams voraus, die vielerorts schlicht nicht mehr im bisherigen Umfang zu finden sind. Das Ergebnis ist ein Alltag, in dem Mehrarbeit und Mehraufgaben nicht in gleichem Tempo vergütet werden.
Parallel dazu verläuft die Kurve der Pharmaindustrie deutlich anders. Trotz Konjunkturschwäche melden viele Unternehmen weiterhin zweistellige Investitionsvolumina, bauen Standorte aus und rekrutieren zusätzliche Fachkräfte in Produktion, Entwicklung und Qualitätssicherung. Hightech-Medikamente, etwa in der Präzisionsonkologie oder bei Stoffwechselerkrankungen, bilden einen wachsenden Anteil an Umsatz und Forschungsbudgets. Deutschland profitiert von einer dichten Forschungslandschaft, vernetzten Universitätskliniken und einer leistungsfähigen Logistik, die sowohl Rohstoffe als auch Fertigarzneimittel in komplexen Ketten bewegt. Zugleich zeigen einzelne Konzerne, dass Wachstum kein Selbstläufer ist: Hohe Abschreibungen, gescheiterte Entwicklungsprojekte oder Rechtsrisiken können Milliardenlöcher reißen, wie die Debatten um große Traditionsunternehmen deutlich machen. Dennoch bleibt der Grundtrend bestehen, dass Kapital in innovative Therapieformen gelenkt wird, während im Versorgungsvorfeld die Spielräume schrumpfen.
Dieses Nebeneinander von wachsender Industrie und schrumpfender Vor-Ort-Struktur wirkt sich unmittelbar auf die Versorgungssicherheit aus. Apotheken sind der sichtbare Knotenpunkt, an dem sich Lieferketten, ärztliche Verordnungen und die Lebensrealität der Patientinnen und Patienten treffen. Wenn vor Ort Betriebe wegfallen, werden Wege länger, Schließtage häufiger und Notdienste dichter belastet; gleichzeitig verstärkt sich der Anspruch an die Betriebe, die bleiben. Sie sollen Engpässe abfedern, Therapien in Abstimmung mit Praxen umstellen, Medikationspläne prüfen und neue Angebote wie Impfungen oder Telepharmazie in ihren Alltag integrieren. Ohne ausreichende personelle und wirtschaftliche Basis droht aus dieser Anforderung aber keine Weiterentwicklung, sondern ein schleichender Substanzverlust. Lieferkettenprobleme in der Industrie treffen dann auf weniger Anlaufstellen, die Alternativen beschaffen, erklären und begleiten können. Die Frage nach Gleichgewicht stellt sich damit nicht nur zwischen Branchen, sondern innerhalb der Versorgungsarchitektur.
Politisch verdichtet sich diese Spannung im Streit um den Reformvorschlag, den viele Akteure als Reformgift für die Apothekenlandschaft bezeichnen. Kritisiert wird weniger, dass Strukturen verändert werden sollen, sondern vor allem die Richtung dieser Veränderungen. Wenn Filialmodelle erweitert, Vertretungsregelungen aufgeweicht und neue Betriebsformen ermöglicht werden, ohne dass ein tragfähiges Honorar- und Sicherungskonzept für die Fläche hinterlegt ist, wachsen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Versorgungsziele. Gleichzeitig mahnt die Industrie verlässliche Rahmenbedingungen an, etwa schnellere Genehmigungsverfahren, planbare Erstattungslogiken und eine innovationsfreundliche Preisbildung für neue Therapien. Hier prallen unterschiedliche Verständnisse von Attraktivität aufeinander: Für international agierende Unternehmen geht es um Standort- und Planungssicherheit, für lokale Apotheken um das Überleben im Alltag, das nicht beliebig rationalisiert werden kann. Eine Reform, die diese Ebenen nicht konsequent zusammendenkt, riskiert, an beiden Seiten vorbeizugehen.
In der öffentlichen Wahrnehmung erzeugt dieses Bild eine verwirrende Gemengelage. Einerseits berichten Medien über Rekordinvestitionen, über neue Abnehmspritzen, die internationale Märkte bewegen, und über Krebsmedikamente, die Therapieoptionen erweitern. Andererseits werden Geschichten über geschlossene Apotheken, reduzierte Öffnungszeiten und Notdienste voller Lücken immer häufiger. Patientinnen und Patienten erleben diese Widersprüche unmittelbar, wenn sie einerseits von medizinischen Durchbrüchen lesen und andererseits Schwierigkeiten haben, ein benötigtes Präparat rechtzeitig zu erhalten. Aus versorgungsökonomischer Sicht steht dahinter die Frage, wie Wertschöpfung und Basisinfrastruktur besser verzahnt werden können: Welche Anteile der in der Wertschöpfungskette entstehenden Erträge werden in die Sicherung der letzten Meter investiert, und welche Mechanismen sorgen dafür, dass diese Mittel tatsächlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden? Ohne eine belastbare Antwort bleibt die Diskrepanz zwischen Industrieglanz und Alltagsdruck bestehen.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Gleichgewicht im Gesundheitswesen entsteht nicht allein durch starke Industriezahlen oder durch die Rettung einzelner Betriebe, sondern durch einen kohärenten Rahmen, der globales Investitionsinteresse und lokale Versorgungssicherheit miteinander verbindet. Wenn Reformen Apotheken in der Fläche verlässlich stabilisieren, Honorare planbar machen und zusätzliche Aufgaben realistisch hinterlegen, können sie die Rolle der Betriebe als Nahversorger, Berater und Sicherheitsinstanz stärken. Wenn zugleich die Pharmaindustrie in Lieferkettenresilienz investiert, Transparenz bei Engpässen erhöht und Partnerschaften mit der Versorgungspraxis sucht, wird aus Wachstum mehr als eine Bilanzkennziffer. Gleichgewicht wird dann zu einem geteilten Projekt, in dem Forschung, Produktion, Politik und Apothekenteams unterschiedliche Rollen spielen, aber auf dasselbe Ziel hinarbeiten: Therapien nicht nur zu entwickeln und zu finanzieren, sondern sie für Menschen im Alltag verlässlich erreichbar zu machen.
Journalistischer Kurzhinweis: Inhaltliche Auswahl, Gewichtung und Formulierungen folgen festgelegten redaktionellen Kriterien; wirtschaftliche Interessen bleiben von der Berichterstattung getrennt.
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