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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
In deutschen Apotheken wächst der Druck durch Retaxationen, während die Einführung medizinischen Cannabis neue Fragen zur Regulierung und Evidenz aufwirft. Zudem sorgen technische Herausforderungen wie die Handhabung von E-Rezepten und rechtliche Unsicherheiten für zusätzliche Belastungen. Parallel dazu offenbaren Betrügereien gegen Diabetiker die Notwendigkeit stärkerer Schutzmechanismen. Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung für Apotheker steht im Fokus, da die Leistungsprüfung oft zu Auseinandersetzungen führt. Diese Themen beleuchten die tiefgreifenden Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen, die ein Umdenken und entschiedenes politisches Handeln erfordern.
In deutschen Apotheken nehmen die finanziellen Korrekturen durch Retaxationen, die von Krankenkassen durchgeführt werden, einen immer größeren Stellenwert ein. Diese Korrekturen, die aufgrund formaler oder inhaltlicher Fehler bei der Abrechnung von Rezepten und Medizinprodukten entstehen, führen oft zu erheblichen finanziellen Einbußen für die Apotheken. Ein häufiger Grund für diese Retaxationen sind unvollständige Patientendaten, fehlerhafte Dosierungsangaben oder die Nichtbeachtung spezifischer Vorgaben der Krankenkassen. Diese Vorgaben sind oft komplex und nicht einheitlich, was die korrekte Abrechnung zusätzlich erschwert und die Forderung nach Reformen in diesem Bereich laut werden lässt.
Parallel dazu ist das Thema medizinisches Cannabis weiterhin präsent. Cannabis kann als zusätzliche Therapieoption verschrieben werden, obwohl die Evidenzlage nach wie vor dünn ist und eine potenzielle Zweckentfremdung nicht immer ausgeschlossen werden kann. Der Hersteller Vertanical plant, nach einer überraschend kurzen Entwicklungszeit, noch dieses Jahr einen Cannabis-Extrakt als Fertigarzneimittel auf den Markt zu bringen, was die Diskussion über die medizinische Verwendung von Cannabis erneut anfacht.
Ein weiteres Problemfeld ist der Umgang mit E-Rezepten. Ein Apothekeninhaber erlebte kürzlich, wie ein Kunde ihm drei E-Rezepte und einen QR-Code-Ausdruck von DocMorris vorlegte, der anzeigte, dass das benötigte Medikament nicht lieferbar sei. Der Ausdruck enthielt den Hinweis, der Patient solle sich anderweitig umsehen, obwohl das Rezept laut Gematik bereits eingelöst war, jedoch ohne tatsächliche Medikamentenabgabe.
Zudem gibt es rechtliche Klarstellungen, wie jene des Bundessozialgerichts, welches entschied, dass Apotheken, die nicht an einem Open-house-Vertrag teilnehmen, keinen Anspruch auf Vergütung haben. Dies verstärkt die Unsicherheit und die finanziellen Herausforderungen für Apotheken, die bereits mit zahlreichen regulatorischen Unsicherheiten kämpfen.
Darüber hinaus sind Menschen mit Diabetes zunehmend Ziel von Betrügern, die versuchen, Nahrungsergänzungsmittel als Ersatz für das Arzneimittel Metformin zu verkaufen. Dieses Phänomen zeigt die Verwundbarkeit von Patienten auf, die auf lebenswichtige Medikamente angewiesen sind und unterstreicht die Notwendigkeit einer besseren Aufklärung und Schutzmechanismen.
Schließlich wirft die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) für Apotheker spezifische Fragen auf. Da der Beruf der Apotheker vielseitige Aufgaben umfasst, die sowohl pharmazeutische als auch betriebswirtschaftliche Tätigkeiten beinhalten können, führt die Leistungsprüfung häufig zu Unklarheiten. Für die Bewertung der Berufsunfähigkeit ist nicht die Berufsbezeichnung, sondern die konkret ausgeübte Tätigkeit vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung maßgeblich. Dies führt oft zu Auseinandersetzungen mit den Versicherern, da eine eindeutige Festlegung der beruflichen Haupttätigkeit schwierig sein kann.
Diese Themen verdeutlichen die Vielschichtigkeit der Herausforderungen, mit denen Apotheken in Deutschland konfrontiert sind, von finanziellen und rechtlichen Unsicherheiten bis hin zu ethischen und gesundheitspolitischen Fragen.
Die aktuellen Herausforderungen, mit denen Apotheken in Deutschland konfrontiert sind, offenbaren eine tiefgreifende Problematik im Gesundheitswesen, die weit über die unmittelbaren finanziellen Einbußen einzelner Apotheken hinausgeht. Die Retaxationen, die durch die Krankenkassen durchgeführt werden, symbolisieren nicht nur ein bürokratisches Ungetüm, das sich durch Komplexität und Inkonsistenz auszeichnet, sondern auch eine systemische Schwäche, die die Grundversorgung der Patienten untergräbt.
Dazu kommt die Einführung neuer Therapieformen wie medizinisches Cannabis, deren schnelle Markteinführung Fragen hinsichtlich der medizinischen Evidenz und Regulierung aufwirft. Während die pharmazeutische Industrie nach Innovation strebt, bleibt die kritische Auseinandersetzung mit der Zweckmäßigkeit und Sicherheit dieser Produkte oft im Hintergrund.
Die Problematik mit E-Rezepten und die jüngsten rechtlichen Entscheidungen verdeutlichen zusätzlich, wie digitale Lösungen, die eigentlich zur Effizienzsteigerung beitragen sollten, neue Probleme schaffen können, wenn sie nicht durchdacht und patientenorientiert implementiert werden. Hier zeigt sich, dass Technologie allein keine Zauberformel ist, sondern begleitet sein muss von klaren Richtlinien und einer starken Patientenorientierung.
Die Auseinandersetzungen um die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Apothekern werfen ein weiteres Licht auf die Notwendigkeit, Berufsrisiken individuell und fair zu bewerten, anstatt sie unter generische Regelungen zu subsumieren, die den Alltag und die spezifischen Belastungen der Berufsgruppe nicht adäquat widerspiegeln.
Insgesamt steht das Gesundheitswesen am Scheideweg: Es muss entscheiden, ob es weiterhin einem Pfad der Kommerzialisierung und Bürokratisierung folgt, oder ob es einen Schritt zurücktritt, um eine Struktur zu schaffen, die tatsächlich auf die Bedürfnisse der Patienten und die Fairness gegenüber den Leistungserbringern ausgerichtet ist. Hier ist politisches Handeln gefragt, das weit über kurzfristige Lösungen und finanzielle Überlegungen hinausgeht und das Wohl der Gesellschaft ins Zentrum stellt.
Von Engin Günder, Fachjournalist
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