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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
In der deutschen Pharmaindustrie herrscht wachsende Sorge um die Arzneimittelversorgung. Neue US-Zölle auf europäische Importe bedrohen nicht nur die Verfügbarkeit von Vorprodukten für Medikamente, sondern gefährden auch die Produktion und Arbeitsplätze. In einer anderen rechtlichen Auseinandersetzung hat das Landgericht München II einer markanten Äußerung eines Apothekers gegenüber Online-Versandapotheken stattgegeben, was die Bedeutung des Wettbewerbsrechts betont. Gleichzeitig warnen Aufsichtsbehörden vor den Risiken KI-gestützter Finanzberatungen für Apotheker, die in ihre Betriebe investieren. In der digitalen Welt stehen Apotheken zudem vor der Herausforderung, sich gegen Cyberangriffe zu schützen, die zunehmend Bedrohungen darstellen. Derweil hat Monika Sattler, ehemalige Rennradfahrerin, sich als Führungskräftetrainerin etabliert und teilt ihre Erfahrungen im Umgang mit beruflichen Rückschlägen. Im Gesundheitswesen treibt die steigende Nutzung Digitaler Gesundheitsanwendungen die Kosten in die Höhe, besonders bei psychischen und physischen Leiden. Und auf internationaler Ebene stärkt Deutschland die WHO mit zusätzlichen finanziellen Mitteln, um auf internationale Rückzüge und den Reformdruck zu reagieren, während die Statistik der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland eine demografische Verschiebung zeigt.
Zölle als Risiko: Sorge um Engpässe bei Arzneimitteln wächst
Die Ankündigung neuer US-Zölle auf Importe aus der Europäischen Union sorgt in der deutschen Pharmabranche für wachsende Besorgnis. Zwar sind Arzneimittel selbst bislang nicht von den geplanten Strafzöllen betroffen, wohl aber zahlreiche Vorprodukte, die für die Herstellung unabdingbar sind. Dazu zählen etwa sterile Schläuche, Grundstoffe und chemische Komponenten, die häufig aus den Vereinigten Staaten bezogen werden. Branchenvertreter warnen vor erheblichen Auswirkungen auf Produktion, Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze.
Deutschland exportierte im Jahr 2024 pharmazeutische Produkte im Wert von rund 27 Milliarden Euro in die USA, was fast einem Viertel der gesamten Pharmaexporte entspricht. Gleichzeitig kamen etwa 17 Prozent der importierten Arzneimittel aus den Vereinigten Staaten, ebenso wie rund zwölf Prozent der eingesetzten Vorprodukte. In einem von komplexen internationalen Lieferketten geprägten Produktionsumfeld könnten neue Handelsbarrieren erhebliche Störungen verursachen. Bereits heute fehlen laut Apothekerverbänden regelmäßig mehrere hundert Medikamente.
Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Thomas Preis, sieht in der Entwicklung eine konkrete Gefahr für die Arzneimittelversorgung in Deutschland. Sollte sich der Zugang zu Vorprodukten verteuern oder verlangsamen, sei die wirtschaftliche Grundlage der inländischen Produktion gefährdet. Die Folgen könnten Produktionsrückgänge, Lieferschwierigkeiten und Engpässe in den Apotheken sein. Preis erinnerte daran, dass die Versorgungslage bereits seit Jahren angespannt sei – zusätzliche Belastungen durch internationale Handelskonflikte könnten diese Situation verschärfen.
Auch der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) beobachtet die Lage mit Sorge, wenngleich die Branche aktuell noch nicht direkt von den neuen Zöllen betroffen sei. VFA-Chefvolkswirt Claus Michelsen schließt jedoch nicht aus, dass Pharmazeutika in einer weiteren Eskalationsstufe in den Fokus geraten könnten. Bereits jetzt sei der Preisdruck im globalen Wettbewerb hoch – zusätzliche Zölle auf wichtige Komponenten würden die Kostenlage weiter verschärfen und könnten mittelfristig die Standortattraktivität Deutschlands für internationale Pharmaunternehmen beeinträchtigen.
Sollte es zu einem umfassenden Handelskonflikt zwischen der EU und den USA kommen, wären nicht nur wirtschaftliche Interessen betroffen. Auch die Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Arzneimitteln könnte auf dem Spiel stehen. Die Situation macht deutlich, wie abhängig die pharmazeutische Produktion von funktionierenden globalen Handelsbeziehungen ist – und wie fragil diese Strukturen in Zeiten geopolitischer Spannungen sein können.
Die Warnungen der Apotheker und Industrievertreter kommen nicht überraschend – zu lange schon ist die Lage auf dem Arzneimittelmarkt angespannt. Ein möglicher Handelskonflikt mit den USA wirkt wie ein Brandbeschleuniger in einem ohnehin sensiblen System. Während die Politik auf europäischer Ebene noch über Reaktionen nachdenkt, geraten Hersteller, Apotheken und letztlich Patienten immer mehr unter Druck. Die Versorgungssicherheit sollte nicht zu einem Spielball internationaler Zollpolitik werden. Gerade in einem hochregulierten und sicherheitsrelevanten Bereich wie der Arzneimittelversorgung sind stabile Handelswege und verlässliche Rahmenbedingungen essenziell. Es wäre ein schwerer Fehler, diesen Bereich den Kräften eines eskalierenden Zollstreits zu überlassen. Die Politik ist gefordert, vorausschauend zu handeln – bevor das nächste Arzneimittelregal leer bleibt.
Wettbewerbsrechtliche Absicherung in der Apothekenbranche: Ein notwendiges Übel?
In der jüngsten Entscheidung des Landgerichts München II, die es einem Apotheker erlaubt, Online-Versandapotheken als "Schmarotzer" zu bezeichnen, manifestieren sich die komplexen Herausforderungen, mit denen Apothekenbetreiber in Deutschland konfrontiert sind. Diese richtungsweisende Entscheidung unterstreicht die Bedeutung der Meinungsfreiheit und des Wettbewerbsrechts, wirft jedoch auch ein Schlaglicht auf die notwendige rechtliche Vorsorge, die Apothekenbetreiber treffen müssen.
Apotheken stehen nicht nur im direkten Wettbewerb mit lokalen Konkurrenten, sondern auch mit internationalen Online-Plattformen, die oft durch günstigere regulatorische Bedingungen in ihren Heimatländern Vorteile haben. Dies betrifft insbesondere die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze und Abgaben wie die Gewerbesteuer, die in einigen Ländern, wie den Niederlanden, nicht erhoben wird. Derartige Unterschiede können zu einer verzerrten Wettbewerbslage führen, die lokale Apotheken benachteiligt.
Vor diesem Hintergrund ist es für Apothekenbetreiber essenziell, sich durch eine branchenspezifische Rechtsschutzversicherung abzusichern, die auch das Wettbewerbsrecht umfasst. Eine solche Versicherung bietet Schutz vor rechtlichen Auseinandersetzungen, die aus Wettbewerbsstreitigkeiten entstehen können. Dabei geht es nicht nur um die Kosten einer möglichen Verteidigung, sondern auch um die Beratung durch spezialisierte Anwälte, die im komplexen Feld des Wettbewerbsrechts navigieren können.
Die Priorität einer solchen Versicherung sollte hoch sein, da die finanziellen und operativen Risiken, die mit Wettbewerbsklagen verbunden sind, erheblich sein können. Die Kosten für rechtliche Auseinandersetzungen sind oft hoch, und ohne adäquaten Schutz könnten diese Kosten eine ernsthafte Bedrohung für die finanzielle Stabilität einer Apotheke darstellen.
Die Entscheidung des Landgerichts München II ist mehr als nur ein rechtlicher Sieg für einen Apotheker; sie ist ein Weckruf für die gesamte Branche. In einer Zeit, in der der Wettbewerb durch Globalisierung und Digitalisierung zunehmend härter wird, müssen Apothekenbetreiber proaktiv Maßnahmen ergreifen, um sich und ihre Unternehmen zu schützen. Die Investition in eine umfassende Rechtsschutzversicherung, die speziell auf die Bedürfnisse der Apothekenbranche zugeschnitten ist, sollte als unverzichtbare Säule der betrieblichen Risikomanagementstrategie angesehen werden. In einem Markt, der von stetigen Veränderungen und rechtlichen Herausforderungen geprägt ist, kann dies den Unterschied zwischen Bestehen und Scheitern ausmachen.
Vorsicht geboten: KI-Einsatz in der Finanzberatung von Apotheken
Die jüngste Warnung der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) über die Risiken KI-gestützter Anlageberatungen wirft ein Schlaglicht auf die Bedeutung dieser Technologie für Apotheker, die in ihre Betriebe investieren möchten. Apotheker, die oft erhebliche Summen in die Entwicklung und Erweiterung ihrer Geschäfte investieren, könnten versucht sein, KI-basierte Finanztools zur Optimierung ihrer Investitionsentscheidungen zu nutzen. Die ESMA mahnt jedoch zur Vorsicht, da die Automatisierung zu Fehlentscheidungen führen kann, die schwerwiegende finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen.
Für Apotheker ist es daher ratsam, KI-Tools nur als einen Aspekt ihrer gesamten Finanzstrategie zu betrachten. Experten empfehlen, dass sie sich zusätzlich auf traditionelle Methoden der Finanzanalyse und Beratung durch qualifizierte Finanzberater stützen. Diese Fachkräfte können spezifische Branchenkenntnisse einbringen, die KI-Systeme oft fehlen. Zudem ist es wichtig, dass Apotheker die Herkunft und die Methodik der KI-Tools kritisch hinterfragen, um die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit der empfohlenen Strategien zu überprüfen.
Die Regulierungsbehörden arbeiten derweil an Richtlinien, um den Einsatz von KI in der Finanzberatung besser zu überwachen und Standards zu setzen, die den Anlegerschutz in den Vordergrund stellen. Apotheker sollten diese Entwicklungen genau verfolgen und sich regelmäßig über neue Vorschriften und Empfehlungen informieren, um ihre Investitionen und ihr Geschäft langfristig abzusichern.
Die Integration von KI in die Finanzberatung bietet für Apotheker sowohl Chancen als auch Risiken. Einerseits kann die Technologie dabei helfen, komplexe Datenmengen zu analysieren und zeitnahe Entscheidungen zu treffen. Andererseits sind die potenziellen Gefahren durch fehlerhafte oder irreführende Empfehlungen nicht zu unterschätzen. Die ESMA-Warnung sollte als Weckruf dienen, nicht blindlings auf die Versprechungen der Technologie zu vertrauen, sondern einen ausgewogenen, gut informierten Ansatz zur Finanzverwaltung zu wählen. In der Pharmabranche, wo die Margen oft eng und die finanziellen Spielräume begrenzt sind, ist es besonders wichtig, dass Apotheker eine solide Due Diligence durchführen und eine kritische Haltung gegenüber automatisierten Investitionsberatungen einnehmen.
Apotheken im digitalen Zeitalter: Gefährdung durch Cyberangriffe und die Notwendigkeit einer soliden Absicherung
Apotheken, die seit jeher für ihre Rolle als vertrauenswürdige Gesundheitsdienstleister bekannt sind, sehen sich in den letzten Jahren einer wachsenden Bedrohung aus dem digitalen Raum gegenüber. Die Digitalisierung hat zwar viele Vorteile mit sich gebracht, aber auch neue Risiken – insbesondere durch Cyberkriminalität. Besonders gefährdet sind Apotheken durch sogenannte Business E-Mail Compromise (BEC)-Angriffe, bei denen Cyberkriminelle gezielt Rechnungen abfangen und manipulieren. Der Ablauf dieser Angriffe ist oft subtil und bleibt in vielen Fällen unbemerkt, bis es zu spät ist.
Die Vorgehensweise der Täter ist dabei hochprofessionell und raffiniert. Sie verschaffen sich Zugang zu den E-Mail-Konten von Apotheken oder deren Lieferanten und ändern die Bankverbindung auf Rechnungen. In der Regel werden alle anderen Rechnungsdaten – wie Betrag, Absender und Leistungsbeschreibung – unverändert gelassen. Das bedeutet, dass die manipulierte Rechnung täuschend echt aussieht und ohne Verdacht bearbeitet wird. In der Folge werden Zahlungen auf ein Konto überwiesen, das in der Regel im Ausland geführt wird und nach der Transaktion rasch leergeräumt wird. Der Schaden ist dann in der Regel nicht mehr rückgängig zu machen.
Für Apothekenbetreiber stellt sich nicht nur die Frage, wie sie solchen Angriffen vorbeugen können, sondern auch, wie sie sich im Falle eines erfolgreichen Angriffs finanziell absichern können. Die finanziellen Auswirkungen eines BEC-Angriffs können katastrophal sein, da die Beträge, die durch Apotheken für Arzneimittel oder Dienstleistungen bezahlt werden, oft hoch sind und mehrere Tausend bis Hunderttausend Euro erreichen können. Doch die Folgen sind nicht nur finanzieller Natur – auch der Ruf der Apotheke ist in Gefahr. Kunden und Geschäftspartner können das Vertrauen verlieren, wenn sie von einem Sicherheitsvorfall erfahren, was langfristige Auswirkungen auf die Geschäftsbeziehungen und die Wettbewerbsfähigkeit der Apotheke haben kann.
Die Gefahr durch digitale Angriffe zeigt sich nicht nur in den großen Betrügereien wie den oben beschriebenen, sondern auch in alltäglicheren Problemen wie Phishing-E-Mails, die darauf abzielen, vertrauliche Daten wie Login-Informationen zu stehlen. Der Schutz vor diesen Bedrohungen ist daher nicht nur eine Frage der technischen Absicherung, sondern auch der organisatorischen Vorsorge. Die Bedeutung von umfassenden Sicherheitsstrategien, die sowohl präventive als auch reaktive Maßnahmen umfassen, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Apothekenbetreiber sollten sich der Notwendigkeit bewusst werden, ihre internen Prozesse kontinuierlich auf digitale Sicherheitsrisiken zu überprüfen und zu verbessern. Dazu gehört die Implementierung von Schutzmaßnahmen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung für E-Mail-Konten, die Verschlüsselung von E-Mails und regelmäßige Software-Updates. Aber auch organisatorische Änderungen sind erforderlich, etwa die Einführung eines mehrstufigen Prüfprozesses bei Zahlungen, bei dem Veränderungen an Bankverbindungen durch eine zweite Person überprüft werden. So kann die Gefahr minimiert werden, dass manipulierte Rechnungen ohne entsprechende Kontrolle durch das System schlüpfen.
Doch selbst mit allen präventiven Maßnahmen bleibt das Risiko eines erfolgreichen Angriffs bestehen. In diesem Fall wird eine Cyber-Versicherung von zentraler Bedeutung. Sie deckt Schäden ab, die durch Cyberangriffe entstehen, sei es durch Ransomware, Hacking oder Datenverlust. Apotheken, die ihre digitalen Prozesse und Daten absichern wollen, sollten daher unbedingt eine solche Versicherung in Erwägung ziehen, um sich vor den finanziellen Folgen eines Angriffs zu schützen. Cyber-Versicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für die Wiederherstellung von Systemen, den Ersatz verlorener Daten und die Behebung von Betriebsunterbrechungen.
Ein weiteres wichtiges Element der Absicherung ist die Vertrauensschadenversicherung, die speziell auf finanzielle Verluste durch betrügerische Handlungen ausgerichtet ist. Diese Versicherung ist besonders relevant, wenn es um die Folgen von BEC-Angriffen geht. Im Falle einer manipulierten Rechnung schützt die Vertrauensschadenversicherung Apotheken vor den finanziellen Schäden, die durch die unrechtmäßige Umleitung von Zahlungen entstehen. Sie bietet somit einen wichtigen Rückhalt, wenn Apotheken Opfer von Betrug werden.
Es ist jedoch entscheidend, dass Apothekenbetreiber nicht nur auf den Abschluss von Versicherungen setzen, sondern auch sicherstellen, dass sie alle Anforderungen der Versicherer erfüllen. Viele Versicherer verlangen beispielsweise, dass grundlegende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, bevor sie im Schadensfall leisten. Dazu gehört die regelmäßige Schulung des Personals im sicheren Umgang mit digitalen Kommunikationsmitteln, das Einführen von mehrstufigen Prüfprozessen bei Zahlungen und die Implementierung von IT-Sicherheitslösungen. Fehlen diese Sicherheitsmaßnahmen, kann es sein, dass die Versicherung im Schadensfall keine Deckung bietet.
Die wachsende Bedrohung durch digitale Angriffe stellt Apotheken vor eine große Herausforderung. Doch während die Gefahren aus dem digitalen Raum nicht zu leugnen sind, wird das eigentliche Problem durch die unzureichende Vorbereitung vieler Apothekenbetreiber verschärft. In einer Branche, die von traditionellem Vertrauen und langfristigen Geschäftsbeziehungen lebt, scheinen digitale Sicherheitsvorkehrungen oft nebensächlich zu sein. Doch die Realität hat sich längst verändert: Cyberkriminalität ist nicht mehr nur ein Problem großer Unternehmen, sondern betrifft auch die kleinen und mittleren Betriebe, die auf scheinbar sichere Prozesse vertrauen.
Die Täter hinter BEC-Angriffen sind keineswegs zufällig oder dilettantisch. Sie nutzen gezielt die Gewohnheiten von Apotheken und deren oft unzureichend abgesicherte Kommunikationswege aus. Ein unaufmerksamer Moment oder eine veränderte Bankverbindung auf einer ansonsten vertrauten Rechnung können zu einem finanziellen Desaster führen. Die einfache Tatsache, dass Rechnungen und Zahlungen häufig ohne tiefgehende Kontrolle freigegeben werden, bietet den Tätern eine Einladung, ihre Angriffe durchzuführen. Die Routine, die als sicher gilt, wird zur Schwachstelle.
Apothekenbetreiber müssen begreifen, dass sich die Bedrohungslage gewandelt hat. Die Gefahr durch digitale Kriminalität ist real und wächst. Wer weiterhin glaubt, dass Cyberangriffe nur eine theoretische Gefahr sind, wird schnell feststellen, dass das Vertrauen in gewohnte Abläufe und alte Sicherheitsstrukturen in der digitalen Welt nicht ausreicht. Das Bewusstsein für die Risiken muss gestärkt werden, und es müssen umfassende Maßnahmen zur Absicherung getroffen werden.
Doch präventive Maßnahmen allein reichen nicht aus, um sich vor den finanziellen Konsequenzen eines erfolgreichen Angriffs zu schützen. Cyber- und Vertrauensschadenversicherungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Sicherheitsstrategie jeder Apotheke. Diese bieten nicht nur eine finanzielle Absicherung, sondern geben auch die notwendige Sicherheit, dass im Falle eines Angriffs zumindest ein Teil des Schadens ersetzt wird. Für Apothekenbetreiber ist es entscheidend, die eigene Verantwortung für den Schutz ihres Unternehmens ernst zu nehmen und alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen – sowohl in Bezug auf Sicherheitsmaßnahmen als auch auf die Absicherung durch Versicherungen.
Die digitale Welt ist kein sicherer Ort mehr, sondern ein Raum, der ständig von neuen Bedrohungen durchzogen wird. Wer sich diesem Wandel nicht stellt und weiterhin auf alte Sicherheitsstrukturen vertraut, läuft Gefahr, eines der nächsten Opfer dieser wachsenden Bedrohung zu werden. Sicherheit im digitalen Zeitalter erfordert eine aktive Auseinandersetzung mit den Risiken und die Bereitschaft, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Nur so kann die Zukunft der Apotheke in einer zunehmend digitalen Welt gesichert werden.
Aufstieg aus der Asche: Wie Monika Sattler Misserfolge in Erfolge verwandelt
Monika Sattler, eine ehemalige professionelle Rennradfahrerin und anerkannte Führungskräftetrainerin, hat sich einen Ruf dafür erarbeitet, wie man Rückschläge in Erfolg ummünzt. Ihre Karriere begann in einer gänzlich anderen Sphäre – sie arbeitete beim Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington D.C., bevor sie sich voll und ganz dem Radsport zuwandte. Dieser radikale Karrierewechsel hat sie nicht nur zu neuen professionellen Ufern geführt, sondern auch zu persönlicher Erfüllung.
Ihre sportlichen Erfolge sind beeindruckend: Sie war die erste Frau, die die Spanienradrundfahrt absolvierte und stellte einen Weltrekord auf, indem sie innerhalb von 26 Tagen alle 124 Pässe in den Schweizer Alpen überquerte. Nachdem sie sich im Sport etabliert hatte, nutzte Sattler ihre Erfahrungen, um andere in Sachen Motivation und Zielsetzung zu coachen.
Sattlers Ansatz zur Zielrealisierung ist durch ein sechsstufiges Modell gekennzeichnet, das darauf abzielt, Individuen zu helfen, ihre Ziele sowohl im beruflichen als auch im persönlichen Bereich zu definieren und zu erreichen. Die sechs Schlüsselaspekte ihres Modells umfassen: Zweck, Potenzial, Macht, Perspektive, Menschen und Weg. Jeder dieser Aspekte spielt eine kritische Rolle in der Entwicklung einer Strategie, um Ambitionen systematisch nachzugehen.
In ihrer Rolle als Motivationstrainerin betont Sattler die Bedeutung der Eigenverantwortung und die Notwendigkeit, proaktiv Entscheidungen zu treffen. Sie lehrt, dass Erfolg oft das Ergebnis des Durchhaltens durch Misserfolge ist und dass jeder Rückschlag eine Lerngelegenheit darstellt. Dieses Konzept des ständigen Wachstums und Lernens ist zentral in ihrer Philosophie.
Die Geschichte von Monika Sattler illustriert eine fundamentale Wahrheit über persönliches und berufliches Wachstum: Wahre Veränderung und signifikanter Erfolg erfordern oft das Verlassen der Komfortzone. Ihre Lebensgeschichte ist ein Testimonium dafür, dass die größten Erfolge häufig auf den Trümmern früherer Misserfolge erbaut werden.
Sattlers Werdegang ist nicht nur ein Beispiel für individuelle Resilienz, sondern auch ein Modell für jene, die nach einem sinnvolleren und erfüllteren Leben streben. Ihr Fokus auf Selbstverantwortung und ihre Methodik, konkrete Ziele zu setzen und diese zielgerichtet zu verfolgen, bieten wertvolle Lektionen für jeden, der in seinem Leben feststeckt oder nach neuer Richtung sucht.
In einer Ära, in der viele Menschen nach schnellen Fixes und sofortigen Lösungen suchen, erinnert uns Sattler daran, dass die nachhaltigsten Erfolge jene sind, die durch Ausdauer, Selbstreflexion und einen unerschütterlichen Glauben an das eigene Potenzial erreicht werden. Ihre Karriere und Lehren bieten eine kraftvolle Erinnerung daran, dass man trotz der unvermeidlichen Herausforderungen des Lebens immer das Potential hat, seine Träume zu verwirklichen.
Digitale Gesundheitsanwendungen unter Druck: Krankenkassen stellen Nutzen infrage
Die Nutzung Digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Deutschland nimmt weiter zu. Mehr als eine Million DiGA wurden bis Ende 2024 entweder ärztlich verordnet oder von den gesetzlichen Krankenkassen genehmigt. Damit verbunden waren Leistungsausgaben in Höhe von insgesamt 234 Millionen Euro. Der jüngste Bericht des GKV-Spitzenverbandes dokumentiert ein deutliches Wachstum im Vergleich zum Vorjahr – mit einer Inanspruchnahme, die um rund 85 Prozent gestiegen ist. Besonders häufig kamen DiGA bei psychischen Erkrankungen zum Einsatz, gefolgt von Anwendungen bei Stoffwechselstörungen und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.
Trotz der zunehmenden Verbreitung und der Integration in den Versorgungsalltag äußert der GKV-Spitzenverband erneut deutliche Kritik. Zwar erkennt der Verband an, dass digitale Innovationen das Potenzial haben, Versorgungslücken zu schließen, doch mangele es vielen DiGA an einem belastbaren Nachweis ihres tatsächlichen Nutzens. Nach Angaben des Verbandes konnten lediglich 12 der bislang 68 in das DiGA-Verzeichnis aufgenommenen Anwendungen von Beginn an wissenschaftlich fundierte Wirksamkeitsnachweise erbringen. Damit verbleibt ein Großteil der Anwendungen in einem Erprobungsstatus – mit vollem Leistungsanspruch gegenüber der GKV.
Der Verband betont, dass auch DiGA die gesetzlich verankerten Kriterien der Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und medizinischen Notwendigkeit erfüllen müssen. Die aktuelle Praxis lasse jedoch Zweifel aufkommen, ob diese Anforderungen in ausreichendem Maße berücksichtigt würden. Kritisiert wird insbesondere, dass für DiGA niedrigere Evidenzanforderungen gelten als für andere Gesundheitsprodukte. Dies führe dazu, dass viele Anwendungen ohne belastbare Daten zur Wirkung auf die Smartphones der Patientinnen und Patienten gelangten. Der GKV-Spitzenverband warnt vor einem Akzeptanzverlust bei Ärztinnen und Ärzten sowie bei Versicherten selbst.
Die Kritik bleibt nicht unwidersprochen. Aus politischen Kreisen wird die Bedeutung von DiGA für eine moderne, digital gestützte Gesundheitsversorgung hervorgehoben. Auch Branchenverbände wie der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV) und der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) üben scharfe Kritik an den Aussagen des GKV-Spitzenverbandes. Sie werfen dem Verband eine unsachliche Darstellung und eine einseitige Fokussierung auf mögliche Schwächen vor. Stattdessen fordern sie mehr Vertrauen in digitale Innovationen und warnen vor regulatorischer Übersteuerung, die junge Anbieter und Start-ups ausbremsen könne.
Der Streit um die DiGA zeigt ein Spannungsfeld auf, das in der Gesundheitsversorgung der kommenden Jahre weiter an Bedeutung gewinnen dürfte. Während die einen auf kontrollierte Erprobung und Innovationsoffenheit setzen, verlangen andere mehr Evidenz und strengere Zugangsbedingungen zum Leistungskatalog. Die Debatte verdeutlicht den Bedarf nach klaren Leitlinien, wie digitale Gesundheitsangebote langfristig sinnvoll und evidenzbasiert in die Regelversorgung integriert werden können.
Die Kritik des GKV-Spitzenverbandes an der aktuellen Praxis rund um Digitale Gesundheitsanwendungen ist nicht unbegründet. Der Anspruch, mit Beitragsgeldern nur Leistungen zu finanzieren, deren Nutzen wissenschaftlich belegt ist, entspricht dem Grundsatz einer solidarisch finanzierten Gesundheitsversorgung. Doch die Realität digitaler Innovationen verlangt auch ein gewisses Maß an Flexibilität und Mut zum Fortschritt.
Die DiGA-Regelungen in Deutschland gelten international als Vorbild, gerade weil sie einen Rahmen bieten, in dem neue Versorgungskonzepte in die Praxis eingeführt und evaluiert werden können. Die zentrale Herausforderung bleibt, das Gleichgewicht zu halten: zwischen Innovationsförderung und Versorgungssicherheit, zwischen Experiment und evidenzbasierter Medizin.
Was bislang fehlt, ist eine kontinuierliche, transparente Evaluationspraxis mit klar definierten Schwellen für den dauerhaften Verbleib im System. Nur so kann Vertrauen aufgebaut werden – bei den Ärztinnen und Ärzten, bei den Versicherten und nicht zuletzt bei den Kassen selbst. Innovation braucht Spielraum, aber auch Regeln.
US-Zölle setzen deutsche Pharmaindustrie unter Druck – Sorge um Arzneimittelversorgung wächst
Die von Ex-US-Präsident Donald Trump angekündigten neuen Strafzölle auf EU-Produkte haben in Deutschland und Europa Besorgnis ausgelöst – auch wenn Arzneimittel bisher nicht direkt betroffen sind. Branchenexperten warnen jedoch, dass sich dies in einer möglichen nächsten Eskalationsstufe ändern könnte. Bereits jetzt spüren Pharmaunternehmen die indirekten Folgen durch Verteuerungen wichtiger Vorprodukte, die aus den USA importiert werden.
Insbesondere Komponenten wie sterile Schläuche, Verpackungsmaterialien oder spezielle Chemikalien, die für die Arzneimittelproduktion unerlässlich sind, unterliegen künftig erhöhten Zollsätzen. Die deutsche Arzneimittelherstellung könnte dadurch spürbar belastet werden. Claus Michelsen vom Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) warnte bereits im Vorfeld vor Engpässen, sollte sich die Handelssituation verschärfen. Eine gestörte Versorgung mit Vorprodukten könnte nicht nur die Produktionsprozesse verzögern, sondern die Versorgungssicherheit von Patientinnen und Patienten gefährden.
Die Geschäftsführerin des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) Hessen, Sula Lockl, verweist auf drohende Investitionshemmnisse. Planungsunsicherheit durch handelspolitische Entscheidungen aus Washington könne Innovationen und Produkteinführungen ausbremsen. Die europäische Pharmaindustrie sei auf verlässliche Handelsbeziehungen angewiesen, um neue Arzneimittel auf den Markt zu bringen und bestehende Lieferverpflichtungen zu erfüllen.
Auch vonseiten der Apothekerschaft kommen kritische Töne. ABDA-Präsident Thomas Preis betont die wirtschaftliche Bedeutung des US-Marktes für die deutsche Pharmabranche. Allein im Jahr 2024 exportierten Unternehmen pharmazeutische Produkte im Wert von 27 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten. Gleichzeitig stammen rund 17 Prozent der Arzneiimporte in Deutschland aus den USA. Eine nachhaltige Störung dieses Handelsverhältnisses könnte empfindliche Auswirkungen auf das gesamte Versorgungssystem haben, so Preis.
Die Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, Dorothee Brakmann, fordert ein grundlegendes Umdenken in der europäischen Gesundheitspolitik. Die Abhängigkeit von geopolitisch instabilen Partnern müsse reduziert, die Produktion wichtiger Medikamente wieder stärker in Europa verankert werden. Nur so könne sich Europa gegen eine zunehmend unberechenbare Handelspolitik der USA wappnen.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck plädiert in diesem Zusammenhang für eine tiefgreifende Reform des EU-Binnenmarkts. Ziel sei es, die strukturelle Unabhängigkeit Europas zu stärken und neue Allianzen mit handelspolitisch stabileren Partnern wie Kanada oder Mexiko auszubauen. Gleichzeitig bereitet die EU-Kommission Gegenmaßnahmen vor, will aber an ihrer Gesprächsbereitschaft festhalten.
Auch pharmazeutische Großkonzerne wie der Schweizer Hersteller Novartis bewerten die neuen Entwicklungen mit Sorge. Eine konstruktive Zusammenarbeit mit der US-Regierung bleibe notwendig, um die Entwicklung und Verfügbarkeit neuer Arzneimittel nicht zu gefährden. Die aktuelle Debatte unterstreicht die Fragilität globaler Lieferketten und die Dringlichkeit, die europäische Arzneimittelversorgung resilienter aufzustellen.
Die angekündigten US-Zölle sind ein Weckruf für Europa – auch und gerade mit Blick auf die Arzneimittelversorgung. Während viele in der Vergangenheit vor allem auf Kosteneffizienz und internationale Arbeitsteilung gesetzt haben, offenbart sich nun die Kehrseite dieser Abhängigkeit. Der pharmazeutische Sektor ist längst ein geopolitisches Spielfeld geworden, auf dem wirtschaftliche Interessen und politische Strategien untrennbar miteinander verwoben sind.
Es ist nicht mehr nur eine Frage ökonomischer Zweckmäßigkeit, sondern eine der öffentlichen Daseinsvorsorge, die Lieferketten von lebenswichtigen Medikamenten zu sichern. Europa muss begreifen, dass eine resiliente Arzneimittelversorgung kein Luxus ist, sondern ein sicherheitspolitisches Anliegen. Statt auf schnelle Reaktionen zu setzen, braucht es langfristige Strategien – vom Aufbau eigener Produktionskapazitäten über die Diversifizierung von Bezugsquellen bis hin zu verbindlichen politischen Zielvorgaben.
Die jüngsten Ankündigungen aus den USA zeigen, wie instabil internationale Handelsbeziehungen sein können. Wer jetzt nicht handelt, riskiert in der nächsten Krise die Gesundheit der Bevölkerung.
Deutschland stärkt WHO mit zusätzlichen Millionen – Reaktion auf internationale Rückzüge und Reformdruck
Deutschland erhöht seinen finanziellen Beitrag zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) um zwei Millionen Euro. Die Bundesregierung reagiert damit auf den angekündigten Rückzug der Vereinigten Staaten aus der WHO sowie auf Kürzungen internationaler Gesundheitsprogramme. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kündigte die zusätzlichen Mittel auf einer Veranstaltung zur internationalen Gesundheitspolitik in Berlin an. Ziel sei es, die Handlungsfähigkeit der WHO in einer Zeit globaler Umbrüche zu sichern.
Laut Lauterbach gefährde der US-Rückzug nicht nur die finanzielle Stabilität der WHO, sondern auch die multilaterale Zusammenarbeit in der globalen Gesundheitsarchitektur. Die Organisation sei unverzichtbar für die weltweite Gesundheitsüberwachung, die Prävention von Pandemien und den Zugang zu medizinischer Versorgung. Deutschland wolle deshalb Verantwortung übernehmen und die WHO in dieser kritischen Phase unterstützen. Die Organisation selbst wolle sich künftig stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren – auch hierfür seien zusätzliche Mittel erforderlich.
Mit den neu zugesagten Geldern erhöht sich der deutsche Gesamtbeitrag zur WHO im Zeitraum 2024/2025 auf rund 317 Millionen US-Dollar. Diese Summe setzt sich aus verpflichtenden und freiwilligen Beiträgen zusammen und macht Deutschland weiterhin zu einem der wichtigsten Geberländer. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus lobte das deutsche Engagement und betonte, dass die Partnerschaft Leben rette, Gesundheitssysteme stärke und den Schutz vor Krankheitsausbrüchen verbessere.
Parallel zur finanziellen Unterstützung setzt sich Deutschland für strukturelle Reformen innerhalb der WHO ein. Ziel sei es, Entscheidungsprozesse effizienter zu gestalten und die Koordination bei internationalen Gesundheitskrisen zu verbessern. Hintergrund sind unter anderem Kritik an bürokratischen Abläufen sowie Forderungen nach klareren Zuständigkeiten innerhalb der Organisation.
Ein zentrales Reformprojekt ist das geplante Pandemieabkommen, das derzeit zwischen den 194 WHO-Mitgliedstaaten verhandelt wird. Es soll völkerrechtlich verbindliche Regeln schaffen, um auf zukünftige globale Gesundheitskrisen schneller und koordiniert reagieren zu können. Der Abschluss der Verhandlungen ist spätestens für Mai 2025 vorgesehen. Die Bundesregierung sieht in dem Abkommen eine historische Chance, regionale, nationale und globale Strukturen für Gesundheitsvorsorge und -reaktion langfristig zu stärken.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung bewertet das Abkommen als Schlüssel zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität und der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland. Ein multilateraler Ansatz sei unerlässlich, um globale Lieferketten zu stabilisieren, Forschungsanreize zu schaffen und politische Risiken zu begrenzen. Deutschland stehe deshalb an einem entscheidenden Punkt, um sich aktiv in die Verhandlungen einzubringen und zu einer tragfähigen Lösung beizutragen.
Die Entscheidung Deutschlands, seinen Beitrag zur WHO zu erhöhen, ist ein diplomatisches Signal mit politischem Gewicht. In einer Zeit, in der zentrale Akteure wie die USA sich aus internationalen Gesundheitsstrukturen zurückziehen, übernimmt Deutschland Verantwortung. Es geht dabei nicht nur um Geld, sondern um das Bekenntnis zu einem multilateralen Prinzip, das im Bereich der globalen Gesundheit lange als selbstverständlich galt, nun aber zunehmend unter Druck gerät.
Die WHO steht nicht nur organisatorisch vor einem Scheideweg, sondern auch inhaltlich. Die anstehenden Reformen und das geplante Pandemieabkommen verlangen klare Positionen und verlässliche Partner. Deutschland zeigt mit der aktuellen Entscheidung, dass es bereit ist, diese Rolle einzunehmen. Ob das genügt, um das Vertrauen in die internationale Zusammenarbeit zu erhalten, wird sich nicht allein an Beiträgen, sondern an politischen Taten und konsequenter Mitgestaltung messen lassen.
Schwangerschaftsabbrüche: Altersverschiebung setzt sich fort
Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist im Jahr 2024 nahezu konstant geblieben. Mit insgesamt rund 106.000 gemeldeten Fällen verzeichnete das Bundesgebiet lediglich eine minimale Zunahme um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Während diese kurzfristige Entwicklung wenig auffällig erscheint, offenbart der Vergleich mit dem Jahr 2014 jedoch eine tiefgreifende demografische Verschiebung: Immer mehr Frauen, die sich für einen Abbruch entscheiden, sind heute älter als noch vor zehn Jahren.
Der Anteil junger Frauen unter 25 Jahren an den Abbrüchen ist deutlich zurückgegangen. Besonders stark war der Rückgang in der Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen mit einem Minus von 14 Prozent. Auch bei den 20- bis 24-Jährigen ging die Zahl der Abbrüche um 8 Prozent zurück. Gleichzeitig stiegen die Zahlen bei älteren Frauen teils erheblich. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Frauen zwischen 30 und 34 Jahren nahm um 13 Prozent zu, bei den 35- bis 39-Jährigen sogar um 31 Prozent. In der Altersgruppe der 40- bis 44-Jährigen lag der Anstieg bei 23 Prozent.
Im Jahr 2024 waren 70 Prozent der betroffenen Frauen zwischen 18 und 34 Jahre alt. Weitere 20 Prozent entfielen auf die Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen, während 9 Prozent der Abbrüche Frauen ab 40 Jahren betrafen. Nur 3 Prozent der Betroffenen waren jünger als 18 Jahre. Damit zeigt sich ein klarer Trend: Schwangerschaftsabbrüche verschieben sich zunehmend in spätere Lebensphasen.
Als mögliche Ursache für diese Entwicklung nennen Statistiker demografische Veränderungen. In der Bevölkerung sind heute anteilig mehr Frauen über 30 als noch vor einem Jahrzehnt. Weitere Ursachen, etwa persönliche oder sozioökonomische Hintergründe für die Entscheidung zum Abbruch, sind aus den Erhebungen nicht ersichtlich. Insbesondere liegen keine statistischen Erkenntnisse über die individuellen Entscheidungsgründe im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Beratung vor.
Die rechtliche Grundlage blieb stabil: 96 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche erfolgten nach der sogenannten Beratungsregelung. Dabei wird nach einem verpflichtenden Beratungsgespräch eine dreitägige Wartefrist eingehalten. Nur 4 Prozent der Eingriffe wurden aus medizinischen Gründen oder nach einem Sexualdelikt vorgenommen.
Auch bei den Methoden blieb die Verteilung weitgehend konstant. Knapp die Hälfte der Abbrüche wurde mittels Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt. In 41 Prozent der Fälle kam der medikamentöse Abbruch mit dem Präparat Mifegyne zum Einsatz. Beide Verfahren gelten als medizinisch anerkannt und werden abhängig vom individuellen Fall eingesetzt.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland weniger mit jugendlichem Leichtsinn, sondern immer häufiger mit komplexen Lebenssituationen im späteren Erwachsenenalter verbunden sind. Der langfristige Wandel im Altersprofil der betroffenen Frauen legt nahe, dass Familienplanung und Schwangerschaft heute unter anderen Voraussetzungen und mit veränderten Rahmenbedingungen stattfinden als noch vor zehn Jahren.
Der Blick auf die aktuelle Statistik macht deutlich, dass Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland zunehmend Frauen betreffen, die mitten im Leben stehen. Der langjährige Rückgang bei jungen Frauen kann dabei als gesellschaftlicher Fortschritt gewertet werden, etwa durch bessere Aufklärung und Verhütung. Gleichzeitig rücken mit älteren Frauen neue Fragestellungen in den Vordergrund: wirtschaftliche Unsicherheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder bereits bestehende familiäre Verpflichtungen.
Dass persönliche Entscheidungsgründe statistisch nicht erfasst werden, erschwert eine tiefergehende Analyse. Umso wichtiger ist es, die öffentliche Debatte zu versachlichen. Der Abbruch einer Schwangerschaft ist in der Regel keine spontane Entscheidung, sondern ein komplexer Abwägungsprozess – insbesondere im späteren Lebensalter. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der gesellschaftliche Kontext von Schwangerschaften hat sich gewandelt. Es ist Aufgabe von Politik und Gesellschaft, diesen Wandel ernst zu nehmen – ohne zu moralisieren.
Von Engin Günder, Fachjournalist
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