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  • 28.08.2025 – Apotheken Nachrichten im Spannungsfeld, Kliniken im Protest, Forschung am Wendepunkt
    28.08.2025 – Apotheken Nachrichten im Spannungsfeld, Kliniken im Protest, Forschung am Wendepunkt
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Apotheken Nachrichten bündeln: Plattformwachstum, Klinikprotest gegen Aktenlast und Forschung zu Resistenzen – Herausforderungen für...

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ApoRisk® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken Nachrichten im Spannungsfeld, Kliniken im Protest, Forschung am Wendepunkt

 

Wie digitale Plattformen Marktanteile gewinnen, Krankenhausgesellschaft Bürokratie anprangert und Studien neue Risiken bei Medikamenten zeigen
 

Apotheken-News: Bericht von heute

Digitale Apothekenplattformen wachsen, klassische Vor-Ort-Betriebe spüren den Druck und müssen ihr Profil schärfen, zugleich richtet sich der Blick auf die Krankenhausgesellschaft, die mit symbolischen Protestaktionen gegen die ausufernde Bürokratie kämpft und aufzeigt, wie drei Stunden täglich im Klinikalltag verloren gehen, während Forschungsergebnisse zu Cannabis bei über 55-Jährigen die Versorgung älterer Patientinnen neu akzentuieren und ein weiteres Forschungsteam in Australien erstmals aufzeigt, wie Paracetamol und Ibuprofen die Resistenzentwicklung von Bakterien bei gleichzeitiger Antibiotikagabe befeuern können, sodass sich drei Entwicklungen überschneiden: die ökonomische Verschiebung im Apothekenmarkt, die systemische Überlastung durch Aktenberge in Kliniken und die gesundheitliche Risikolage durch Medikationsmuster, die in Kombination unerwartete Folgen zeitigen, was sowohl politische Regulierung als auch praktische Beratung in Apotheken neu herausfordert.

 

 

Die Straßenverkehrsordnung ist eindeutig: Rechts vor Links gilt, wer abbiegt, muss die Regeln der Fahrbahn beachten. Doch die Realität im Verkehr zeichnet oft kompliziertere Bilder. Vor allem, wenn beide Seiten Fehler machen, stellt sich die Frage: Wer trägt wie viel Verantwortung? Das Landgericht Stralsund hat mit Urteil vom 26. Juni 2025 (2 O 261/24) ein anschauliches Beispiel geliefert, das für Juristen, Versicherer und Verkehrsteilnehmer gleichermaßen von Bedeutung ist. Es entschied, dass eine „geschnittene“ Kurve durch eine Linksabbiegerin nicht automatisch zu ihrer Alleinhaftung führt – und dass bei wechselseitigen Verstößen eine hälftige Schadensteilung möglich ist.

Der Fall zeigt, wie komplex Schuldzuweisungen bei Unfällen sein können. Der Kläger, ein Autofahrer, näherte sich einer Kreuzung von einer untergeordneten Straße. Eigentlich hätte er warten müssen, denn von rechts kam eine Frau, die links abbiegen wollte. Er rollte jedoch bereits in den Kreuzungsbereich hinein, ohne dass seine Spur ganz frei war. Die Beklagte wiederum bog nicht, wie vorgeschrieben, „möglichst weit rechts“ ab, sondern schnitt die Kurve deutlich – ein Verstoß gegen § 2 Abs. 2 StVO. Es kam zum Zusammenstoß, die Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt.

Zuspitzend betrachtet zeigt sich: Beide Fahrer verstießen gegen klare Regeln. Der Kläger missachtete das Vorfahrtsrecht gemäß § 8 StVO, die Beklagte verletzte die Pflicht zum Fahren am rechten Fahrbahnrand. Der Sachverständige stellte heraus, dass der Unfall nicht „unabwendbar“ gewesen wäre. Ein Idealfahrer auf beiden Seiten hätte den Zusammenstoß vermeiden können. Damit war nach § 17 StVG die sogenannte Betriebsgefahr beider Fahrzeuge in die Quotenbildung einzubeziehen. Das Gericht entschied schließlich auf eine Haftungsverteilung von 50:50 – ein Ergebnis, das verdeutlicht, dass sich Verkehrsverstöße in bestimmten Konstellationen gegenseitig neutralisieren können.

Man könnte festhalten, dass das Urteil eine pragmatische Linie zieht. Anstatt nach einem Hauptschuldigen zu suchen, der die volle Last trägt, anerkennt das Gericht die Komplexität der Situation. „Schnippeln“ ist gefährlich und normalerweise ein starkes Indiz für die Alleinhaftung des Abbiegenden. Doch wenn gleichzeitig der andere Fahrer Vorfahrt missachtet, entsteht eine Pattsituation. Dieses Verständnis schützt beide Seiten vor einseitiger Überlastung – und zwingt zugleich dazu, die Sorgfaltspflichten auf beiden Seiten ernst zu nehmen.

Für Apotheken ist die Parallele klar: Auch hier entstehen Risiken nicht selten durch wechselseitige Fehler – sei es zwischen Personal und Technik, zwischen Inhaber und Aufsichtsbehörden oder zwischen Apotheke und Lieferanten. Operativ heißt das, dass Risiko- und Versicherungsschutz so gestaltet sein sollten, dass nicht nur grobe Verstöße einzelner im Fokus stehen, sondern auch Kombinationen von Ursachen. Versicherer prüfen zunehmend genau, ob „gegenseitige Verstöße“ vorliegen, bevor sie Leistungen voll gewähren. Das Urteil aus Stralsund erinnert daher auch Apothekenbetreiber daran, dass Prävention und sorgfältige Dokumentation entscheidend sind, um im Schadensfall nicht auf einem Großteil der Kosten sitzen zu bleiben.

Im Ergebnis zeigt sich deutlich: Das Landgericht Stralsund hat eine klare Botschaft gesendet. Wer Kurven schneidet, riskiert Haftung. Wer Vorfahrt missachtet, ebenso. Treffen beide Fehler zusammen, kann das Ergebnis eine hälftige Haftung sein – auch wenn jeder Einzelverstoß für sich genommen zu einer Alleinhaftung geführt hätte. Diese „wechselseitige Neutralisierung“ der Verstöße ist ein Lehrbeispiel für die differenzierte Anwendung von Verkehrsrecht und Versicherungslogik.

Apotheken sind längst mehr als Orte, an denen Arzneimittel ausgegeben werden. Sie verstehen sich zunehmend auch als Schnittstellen der Gesundheitskommunikation – und dieser Wandel spiegelt sich nicht nur am HV-Tisch, sondern auch auf Social Media wider. Während laut Bitkom acht von zehn Unternehmen in Deutschland mindestens ein Profil in einem sozialen Netzwerk betreiben, zieht auch die Apothekenwelt nach. Ob Instagram, Facebook oder TikTok: Immer mehr Betriebe nutzen diese Plattformen, um Gesundheitsinformationen zu verbreiten, Kundinnen und Kunden zu binden und gleichzeitig Nachwuchs für die Offizin zu gewinnen.

Ein Beispiel ist die »Apotheke Stahnsdorf« in Brandenburg. Inhaberin Susanne Schleyer erreicht auf Instagram mehr als viertausend Followerinnen und Follower. Für sie ist das mehr als nur digitale Präsenz: Sie sieht darin ein niedrigschwelliges Angebot, das an die Erwartungen jüngerer Zielgruppen anschließt. Ihre Apotheke tritt nicht nur als Versorgerin auf, sondern auch als Erklärerin von Gesundheitsthemen, mit einem Mix aus Präventionstipps, kurzen Videos und Einblicken in den Arbeitsalltag. Die Botschaft: Wer in diese Apotheke kommt, findet ein modernes, dynamisches Team vor, das auch für Berufseinsteiger attraktiv ist.

Man könnte festhalten, dass diese Entwicklung nicht nur der Kundenbindung dient, sondern auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel ist. Denn Social Media wird zunehmend zu einem Rekrutierungsinstrument. Laut Bitkom nutzen 62 Prozent der befragten Unternehmen ihre Online-Profile, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Junge Menschen informieren sich vor einer Bewerbung nicht nur über klassische Stellenanzeigen, sondern auch über die digitale Ausstrahlung eines Unternehmens. Das gilt besonders für Apotheken, die ein authentisches Bild ihrer Atmosphäre vermitteln müssen, um Nachwuchs zu überzeugen.

Ein weiterer Vorreiter ist die »Paradies Apotheke« in Köln. Inhaber Dirk Vongehr setzt seit mehr als 14 Jahren auf Facebook-Marketing. Mit über 12.000 Followern gelingt es ihm, Präventionstipps, Notdienstinformationen und einen Blick hinter die Kulissen seiner Apotheke zu teilen. Sein Ansatz: nicht Produkte, sondern Menschen in den Vordergrund stellen. Das Ergebnis: Vertrauen, Sympathie und auch konkrete Stellenanfragen von jungen Bewerbern, die über Social Media auf den Betrieb aufmerksam wurden. Vongehr macht damit vor, wie eine lokale Apotheke sich durch kontinuierliche Kommunikation ein klares digitales Profil schaffen kann.

Zuspitzend betrachtet zeigt sich: Social Media ist kein „Kann“, sondern ein „Muss“. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder bezeichnet die digitale Präsenz als zwingend – allerdings nur dann, wenn Profile gepflegt werden. Verwaiste Accounts schaden mehr, als sie nützen. Dies gilt auch für Apotheken: Wer in sozialen Netzwerken mit Gesundheitsthemen präsent ist, muss regelmäßig Inhalte posten und mit den Followern interagieren. Dazu gehört auch, die richtige Balance zu finden zwischen seriöser Information und unterhaltsamem Content. Gerade TikTok mit seinen 20,9 Millionen aktiven Nutzerinnen und Nutzern in Deutschland erfordert andere Formate als Facebook oder Instagram.

Für Apotheken bedeutet das konkret: Ein Social-Media-Auftritt darf nicht halbherzig begonnen werden. In der Offizin stellt sich jetzt die Frage, ob Ressourcen und Kompetenzen vorhanden sind, um eine nachhaltige Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Gina Hardebeck von der »Bahnhof Apotheke Kempten« warnt vor Unterschätzung des Aufwands. Ihr Unternehmen mit 350 Mitarbeitenden betreibt erfolgreiche Kanäle mit zehntausenden Followern – und weiß, dass Social Media Teil des Tagesgeschäfts sein muss. Sie rät Apotheken, zuerst zu klären, welche Zielgruppen sie ansprechen wollen und welche Botschaften sie vermitteln möchten.

Andererseits gibt es Stimmen wie die von Susanne Schleyer, die zum „Einfach Loslegen“ rät. Authentizität sei wichtiger als Perfektion. Fehlerhafte Videos oder spontane Posts können sogar Sympathie erzeugen, solange sie ehrlich wirken. Auch Vongehr betont, dass Social Media Spaß machen müsse, sonst wirke es gekünstelt. Authentizität ist die Währung, mit der Apotheken in sozialen Netzwerken punkten können.

Im Ergebnis zeigt sich deutlich: Apotheken, die Social Media aktiv und strategisch einsetzen, gewinnen nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch Vertrauen und Nachwuchs. Präventionsthemen lassen sich dort niederschwellig transportieren, gleichzeitig bietet die Plattform die Chance, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Wer die Herausforderung annimmt, muss allerdings den Aufwand realistisch einschätzen – und sich darüber klar werden, dass Social Media kein Zusatz, sondern ein fester Bestandteil der modernen Apothekenkommunikation geworden ist.

Die Drogeriekette dm setzt seit einiger Zeit auf ein erweitertes Gesundheitsangebot: Augenscreenings, Hautanalysen und Bluttests direkt im Markt – häufig begleitet von einer KI-gestützten Auswertung. Was für Konsumentinnen und Konsumenten nach einem niederschwelligen Vorsorgeangebot aussieht, stößt bei Ärztinnen und Ärzten auf massive Kritik. Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) warnt, dass diese Form der „Pseudo-Diagnostik“ Patienten nicht schützt, sondern in die Irre führt. Vor allem werde eine ärztliche Untersuchung suggeriert, wo tatsächlich nur ein standardisiertes Verfahren ohne persönliche Anamnese stattfindet.

Im Zentrum der Kritik steht die fehlende fachliche Verantwortung. Medizinische Diagnostik, so SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dirk Heinrich, sei kein Konsumprodukt zwischen Drogerieartikeln. Sie verlange ärztliche Kompetenz, Verantwortung und die Einbettung in den individuellen Gesundheitskontext. Tests aus dem Drogeriemarkt könnten diese Anforderungen nicht erfüllen, da ihre Verfahren und Standards nicht einheitlich geregelt und fachärztlich überprüfbar seien. Das Risiko sei erheblich: Falsch-positive Befunde könnten Patienten unnötig verunsichern und Arztpraxen belasten, falsch-negative Befunde hingegen eine rechtzeitige Behandlung verzögern – mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen.

Pointiert formuliert bedeutet das: Statt Entlastung droht Belastung. Denn jeder auffällige Befund muss fachärztlich validiert werden, wodurch zusätzliche Kosten und Wartezeiten entstehen. Gleichzeitig erhalten Patientinnen und Patienten durch die Tests eine trügerische Sicherheit, die sie entweder in falscher Gelassenheit wiegt oder in unnötige Panik versetzt. So wird das Gesundheitswesen nicht gestärkt, sondern geschwächt. Ärzteverbände sehen darin primär ein Marketinginstrument, das weniger die Versorgung verbessert als vielmehr den Verkauf ergänzender Produkte und Dienstleistungen ankurbelt.

Für Apotheken ist die Entwicklung doppelt relevant. Zum einen geraten sie in unmittelbare Konkurrenz: Drogeriemärkte betreten Felder, die bislang zur Kernkompetenz der Apotheken gehörten – niederschwellige Gesundheitsberatung, einfache Tests, Vorsorgeangebote. Zum anderen stellen sich Haftungs- und Qualitätsfragen. Für Betreiberinnen und Betreiber folgt daraus, dass sie ihre Rolle klar definieren müssen: Die Offizin ist keine Drogerie, sondern ein Teil des Gesundheitssystems. Dort sind Beratungen und Tests in pharmazeutischer und ärztlicher Verantwortung eingebettet, mit klaren Standards und rechtlicher Absicherung. Wer diesen Unterschied sichtbar macht, kann Vertrauen sichern.

Das politische Echo ist ebenfalls spürbar. Der SpiFa fordert eine eindeutige gesetzliche Regulierung: Diagnostik und Vorsorgeuntersuchungen müssen in ärztlicher Verantwortung bleiben, kommerzielle Anbieter ohne medizinische Zulassung dürfen keine Gesundheitsleistungen vertreiben. Auch Fachverbände einzelner Disziplinen – etwa der Augen- und Hautärzte – äußern Skepsis bis hin zu offenem Entsetzen. In der Politik wächst die Besorgnis, dass durch solche Angebote die Grenzen zwischen seriöser Versorgung und Konsummarketing verwischen. Damit ist die Diskussion längst über das Einzelfallthema hinaus zu einer Grundsatzfrage geworden: Wer darf Gesundheit anbieten, und unter welchen Regeln?

Im Ergebnis zeigt sich deutlich: Der Vorstoß von dm rüttelt am Fundament des Vertrauens in medizinische Diagnostik. Fachärzte sehen darin eine Gefährdung der Patientensicherheit und eine unnötige Belastung des Systems. Für Apotheken eröffnet sich die Chance, ihre Position als qualitätsgesicherte Schnittstelle im Gesundheitssystem klar herauszustellen – und dadurch die Differenz zu kommerziellen, nicht regulierten Angeboten zu verdeutlichen.

Das Humane Papillomavirus (HPV) gilt als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs und wird darüber hinaus mit einer Vielzahl weiterer Tumorerkrankungen in Verbindung gebracht. Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Immunisierung für Mädchen, seit 2018 auch für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren, versäumte Impfungen sollen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Dennoch bleibt die Impfquote in Deutschland weit hinter den Erwartungen zurück. Eine aktuelle Auswertung der Barmer, gestützt auf die Sinus-Jugendstudie 2024/2025, zeigt: Nur knapp jeder zweite Teenager zwischen 14 und 17 Jahren ist geimpft – trotz einer seit Jahren etablierten Empfehlung und intensiver Aufklärungskampagnen.

Die Zahlen im Detail sind ernüchternd. 48 Prozent der Jugendlichen haben mindestens eine HPV-Impfung erhalten, darunter 55 Prozent der Mädchen und 42 Prozent der Jungen. 9 Prozent der Befragten planen eine Nachholimpfung, was zumindest ein gewisses Potenzial signalisiert. Gleichzeitig gaben mehr als ein Drittel der Jugendlichen an, überhaupt noch nicht von der HPV-Impfung gehört zu haben. Dieses Informationsdefizit wiegt schwer, da HPV nicht nur zu Gebärmutterhalskrebs führen kann, sondern für etwa die Hälfte aller virusbedingten malignen Tumoren verantwortlich gemacht wird.

Wer es kritisch zuspitzt, erkennt, dass das Problem weniger Angst vor Nebenwirkungen ist, sondern vor allem mangelnde Information. Während 32 Prozent der Ungeimpften angaben, sich noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben, äußerten lediglich 15 Prozent Sorgen vor möglichen Nebenwirkungen. Besonders bemerkenswert ist, dass die Unwissenheit bildungsabhängig verteilt ist: 32 Prozent der formal höher Gebildeten und 44 Prozent der formal niedriger Gebildeten gaben an, noch nie von der Impfung gehört zu haben. Aufklärung erreicht also auch in besser gebildeten Milieus nicht alle.

Für Apotheken bedeutet das eine klare Chance und zugleich Verantwortung. In der Beratungspraxis zeigt sich, dass niederschwellige Informationsangebote oft mehr Wirkung entfalten als breit angelegte Kampagnen. Kundinnen und Kunden suchen die Apotheke als erste Anlaufstelle für Gesundheitsfragen auf, gerade wenn es um Impfungen geht. Hier können PTA und Apothekerinnen direkt über Nutzen, Nebenwirkungen und empfohlene Zeitfenster informieren. Zudem können Apotheken durch Erinnerungssysteme oder Kooperationen mit Schulen und Jugendeinrichtungen Aufklärung konkret in den Alltag tragen. Das Impfen selbst gehört inzwischen zum Leistungskatalog vieler Apotheken – die HPV-Impfung könnte damit stärker in den Fokus rücken.

Die Ergebnisse der Studie werfen aber auch ein Schlaglicht auf die familiäre Dimension. 76 Prozent der geimpften Jugendlichen gaben an, dass die Eltern den Ausschlag für die Impfung gegeben hätten, 47 Prozent nannten die Ärztin oder den Arzt, nur 16 Prozent die eigene Angst vor Krebs. Das zeigt, dass Entscheidungen in diesem Alter stark durch das Umfeld geprägt sind. Für die Praxis heißt das: Aufklärung muss nicht nur die Jugendlichen selbst adressieren, sondern ebenso Eltern, Ärztinnen, Lehrer und Multiplikatoren.

Im Ergebnis zeigt sich deutlich: Deutschland verfehlt bislang das Ziel, HPV-Impfungen flächendeckend durchzusetzen. Die Folgen sind absehbar – vermeidbare Tumorerkrankungen und Todesfälle. Die Barmer fordert deshalb zusätzliche Aufklärung und niederschwellige Angebote. Apotheken können dabei eine Schlüsselrolle spielen, indem sie Information, Beratung und Durchführung enger verzahnen. So ließe sich die Impfquote nachhaltig steigern und die Prävention gegen eine der häufigsten Krebsursachen entscheidend verbessern.

Die vier Themen dieser Etappe verdichten sich zu einem klaren Muster: Während Apothekenmärkte durch digitales Wachstum auseinanderdriften, kämpfen Kliniken mit lähmender Bürokratie, die Ärztinnen und Pflegekräfte von Patientinnen fernhält. Parallel rücken Versorgungstrends wie die starke Zunahme von Cannabistherapien bei älteren Patientinnen in den Vordergrund, die neue Chancen eröffnen, aber auch eine präzise Beratung in den Apotheken verlangen. Schließlich warnt die Forschung, dass selbst gängige Schmerzmittel in Kombination mit Antibiotika das Resistenzproblem verschärfen können. Zusammengenommen zeigt sich ein Spannungsfeld aus ökonomischem Druck, organisatorischer Überlastung und medizinischem Risiko – und damit ein Auftrag, Versorgung stärker zu steuern und die Rolle der Apotheken klar zu profilieren.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt.
Digitale Märkte verschieben die Balance zwischen Apotheken, Kliniken ringen um Freiräume und Forschung deckt neue Risiken im Medikationsalltag auf. Wer Versorgung gestalten will, muss diese Ebenen zusammendenken und den Anspruch erneuern, Sicherheit, Vertrauen und Klarheit im Gesundheitssystem zu verankern.

 

Tagesthemenüberblick: https://aporisk.de/aktuell

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