
Für Sie gelesen
Sehr geehrte Apothekerin, sehr geehrter Apotheker,
hier ist der vollständige Text für Sie:
APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Apotheken-News: Bericht von heute
Die Länderliste verstaubt seit über einem Jahrzehnt, während internationale Versandapotheken in diesem regulatorischen Niemandsland Marktanteile ausbauen, Boni verteilen und rechtliche Grauzonen zum Geschäftsmodell machen. Gleichzeitig verschieben Fusionspläne wie der neue Mitteldeutsche Apothekerverband die Kräfteverhältnisse innerhalb der Standesvertretung – ein Signal, dass Strukturen in Bewegung geraten, wenn Belastung und Mitgliederschwund den Status quo nicht mehr tragen. Und während die Politik weder klare Kontrollen durchsetzt noch die Preisbindung lückenlos schützt, bleibt auch die Digitalagenda stecken: Das E-Rezept stottert, die ePA verharrt im Nutzungsstillstand. Für Apothekenbetreiber bedeutet diese Gemengelage, auf allen Ebenen vorbereitet zu sein – rechtlich wachsam, verbandspolitisch handlungsfähig und organisatorisch resilient. Denn dies ist kein Schluss, der gelesen werden will, sondern eine Wirkung, die bleibt, wenn andere längst aufgeben.
Die politischen Instrumente, die eigentlich für Wettbewerbsgerechtigkeit zwischen Vor-Ort-Apotheken und internationalen Versandhändlern sorgen sollten, wirken wie Relikte aus einer anderen Zeit. Die Länderliste des Bundesgesundheitsministeriums, 2005 als Sicherheitsfilter eingeführt, um nur solche ausländischen Apotheken zuzulassen, die deutschen Standards entsprechen, wurde seit 2011 nicht mehr aktualisiert. Seither operieren Unternehmen – allen voran aus den Niederlanden – weitgehend unbehelligt von Kontrollen. Weder die dortigen Behörden, die sich für nicht zuständig erklären, noch deutsche Stellen, die den Ball ebenfalls weiterreichen, überprüfen regelmäßig, ob die formalen Vorgaben erfüllt werden. Selbst zentrale Anforderungen wie das Vorhandensein einer Präsenzapotheke bleiben oft im Dunkeln. In dieser Untätigkeit spiegelt sich eine Grundhaltung, die nicht nur Regelwerke verstauben lässt, sondern strukturell Wettbewerbsnachteile für deutsche Betriebe zementiert.
Parallel dazu bleibt die Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel eine juristische Soll-Bestimmung ohne konsequente Umsetzung. Sie ist zwar in Gesetz und Heilmittelwerberecht fest verankert, doch internationale Versender umschiffen sie mit Bonus- und Gutscheinsystemen, die im Inland längst untersagt sind. Das Vollzugsdefizit ist eklatant: Landesbehörden verweisen auf rechtliche Zuständigkeiten, die in der Praxis nie greifen. Der Deutsche Apothekerverband und der GKV-Spitzenverband besitzen zwar die Möglichkeit, dagegen vorzugehen – doch spürbare Initiativen bleiben aus. Das erzeugt nicht nur wirtschaftliche Schieflagen, sondern untergräbt das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Marktes.
Während diese zentralen Konflikte ungelöst bleiben, bewegt sich in der Selbstverwaltung etwas. Die Apothekerverbände Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt fusionieren zum Mitteldeutschen Apothekerverband. Offiziell geht es um Serviceoptimierung und Stärkung der Interessenvertretung. Inoffiziell ist es eine Reaktion auf Mitgliederschwund und wachsende Arbeitslast, die in kleineren Strukturen kaum noch tragbar sind. Branchenintern wird spekuliert, dass weitere Zusammenschlüsse folgen könnten – mit potenziellen Folgen für die Machtbalance innerhalb der ABDA und die Schlagkraft der Landesvertretungen.
Auch die Digitalagenda sorgt eher für Stirnrunzeln als für Fortschritt. Das E-Rezept, als Effizienztreiber gefeiert, leidet weiter unter instabiler Telematikinfrastruktur. Wiederkehrende Störungen blockieren nicht nur die Abläufe, sondern verursachen messbare Umsatzeinbußen. Die elektronische Patientenakte, seit Jahren auf dem Papier präsent, dümpelt bei der Nutzung im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Komplizierte Registrierungswege, technische Hürden und mangelnde Kommunikationsstrategien verhindern, dass die Anwendung ihren Zweck erfüllt.
Für Apothekenbetreiber bedeutet diese Gemengelage, dass sie auf drei Ebenen wachsam bleiben müssen: Erstens rechtlich – um Bonus- und Versandaktionen zu dokumentieren und gegebenenfalls juristisch zu beanstanden. Zweitens verbandspolitisch – um die eigene Stimme in einer sich wandelnden Verbandslandschaft zu sichern und Mitspracherechte nicht zu verlieren. Drittens organisatorisch – um digitale Risiken wie TI-Ausfälle durch Notfallprozesse abzufedern und Patientenerwartungen trotz Systemmängeln zu erfüllen. Gerade der letzte Punkt wird über Wettbewerbsfähigkeit und Kundenbindung entscheiden, wenn die großen Plattformen weiter auf Geschwindigkeit, Preisattraktivität und mediale Reichweite setzen.
Der Ton zwischen den Lagern wird schärfer. ABDA-Präsident Thomas Preis forderte jüngst ein vollständiges Verbot des Rx-Versandhandels, während DocMorris-CEO Walter Hess öffentlich die fehlende Begründung für ein solches Verbot betonte und sein Unternehmen als Qualitätsführer positionierte. Dass solche Aussagen nicht nur PR, sondern auch Provokation sind, zeigt sich in juristischen Auseinandersetzungen wie dem Fall Hummel, bei dem das OLG München die Grenzen zulässiger Kritik enger zog.
Am Ende entsteht ein Gesamtbild, in dem politische Untätigkeit, strukturelle Umbauten und digitale Dauerbaustellen ineinandergreifen. Für die Vor-Ort-Apotheke heißt das: Die eigentliche Herausforderung liegt nicht nur im Tagesgeschäft, sondern in der Fähigkeit, auf mehreren Spielfeldern gleichzeitig präsent zu sein – mit klarer Strategie, dokumentierter Regelkonformität und der Bereitschaft, Lücken zu nutzen, solange sie bestehen.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt, wenn das Verstehen längst vorbei ist. Was nicht gesagt wird, wirkt trotzdem. Nicht für alle. Nur für jene, die hören, was zwischen den Sätzen spricht. Ein System, das seine eigenen Regeln nicht schützt, verliert nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern auch Steuerungsfähigkeit – und genau darin liegt die stille Botschaft, die den Anfang dieses Berichts spiegelt: Ohne gelebte Regeln sind selbst die stärksten Werkzeuge nur Dekoration.
Sie haben einen Beruf gewählt, der weit mehr als reine Erwerbstätigkeit ist. Sie verfolgen im Dienste der Bevölkerung hohe ethische Ziele mit Energie, fachlicher Kompetenz und einem hohen Maß an Verantwortung. Um sich voll auf Ihre Aufgabe konzentrieren zu können, erwarten Sie die optimale Absicherung für die Risiken Ihrer Berufsgruppe.
Sie suchen nach Möglichkeiten, Ihre hohen Investitionen zu schützen und streben für sich und Ihre Angehörigen nach einem angemessenen Lebensstandard, auch für die Zukunft.
Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800. 919 0000 oder Sie faxen uns unter 0800. 919 6666, besonders dann, wenn Sie weitere Informationen zu alternativen Versicherern wünschen.
Mit der ApoRisk® FirmenGruppe steht Ihnen ein Partner zur Seite, der bereits viele Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland zu seinen Kunden zählen darf. Vergleichen Sie unser Angebot und Sie werden sehen, es lohnt sich, Ihr Vertrauen dem Versicherungsspezialisten für Ihren Berufsstand zu schenken.