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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
In Zeiten globaler Krisen, wirtschaftlicher Unsicherheiten und wachsender regulatorischer Anforderungen wird eine vorausschauende Notfallplanung für Apotheken zum Schlüssel langfristiger Stabilität. Parallel dazu prägen bedeutende Entwicklungen die Branche: Die EU bestätigt eine Millionenstrafe gegen Teva wegen wettbewerbswidriger Absprachen im Fall Modafinil, während Redcare mit einer Klage gegen einen offen kritischen Apotheker am Landgericht München II scheitert – ein starkes Zeichen für Meinungsfreiheit im Gesundheitswesen. In Innsbruck wird der illegale Verkauf von Paxlovid durch den Ehemann einer Apothekerin zum straf- und berufsrechtlichen Präzedenzfall. Ein tödlicher Gewaltexzess in einer Walgreens-Filiale in Kalifornien lenkt den Blick auf Sicherheitsrisiken im Apothekenalltag weltweit. Derweil sorgt die temporäre Ausklammerung von Medikamenten aus US-Strafzöllen für kurze Erleichterung, lässt jedoch wichtige Vorprodukte außen vor. Rheinland-Pfalz treibt mit dem Telenotarzt die digitale Notfallversorgung voran, während der LAV Niedersachsen ein deutlich höheres Fixhonorar für Apotheken fordert. Der Apothekenverbund Elac Elysée wächst zweistellig und setzt auf wirtschaftliche Stärke, und mit der Einführung eines verbindlichen Primärarztsystems sollen Hausärzte künftig eine zentrale Rolle in der Patientensteuerung übernehmen. Boehringer Ingelheim verzeichnet ein starkes Umsatzplus, insbesondere auf dem deutschen Markt, und Karo Pharma stärkt seine Markenstrategie durch die Umbenennung von Alfason zu Locobase.
Umfassende Notfallplanung: Der Schlüssel zur langfristigen Sicherheit für Apotheken
In einer Zeit, in der unvorhersehbare Ereignisse wie globale Pandemien, wirtschaftliche Schwankungen und technologische Störungen allgegenwärtig sind, gewinnt die strategische Notfallplanung in der Apothekenbranche zunehmend an Bedeutung. Dieser Ansatz stellt sicher, dass Apotheken auch in Krisenzeiten reibungslos funktionieren können, indem er nicht nur die aktuellen Betriebsabläufe, sondern auch die langfristige Überlebensfähigkeit der Apotheke sichert.
Die Notfallplanung beginnt mit einer gründlichen Analyse der betrieblichen Prozesse. Hierbei wird jeder Aspekt des Apothekenbetriebs, von der Lagerverwaltung über die Patientenberatung bis hin zu administrativen Aufgaben, detailliert dokumentiert. Diese Dokumentation ist entscheidend, um im Falle einer plötzlichen Abwesenheit des Apothekers oder anderer Schlüsselmitarbeiter den Fortbestand des Betriebs zu gewährleisten. Sie erleichtert zudem die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und die Vertretung durch andere Fachkräfte.
Ein weiterer zentraler Punkt der Notfallplanung ist die finanzielle Absicherung. Dies umfasst die Bewertung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung ausreichender Liquiditätsreserven und die Planung für unerwartete Ausgaben. Apotheken müssen dabei sowohl kurzfristige Verbindlichkeiten berücksichtigen als auch langfristige Investitionen planen, die den Betrieb auch in Zukunft wettbewerbsfähig halten.
Rechtliche Überlegungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Notfallplanung. Dies beinhaltet die Vorbereitung auf mögliche rechtliche Herausforderungen, die Erstellung von Testaments- und Erbplänen sowie die Regelung der Nachfolge. Darüber hinaus sind klare Regelungen für die Vollmachten im Krankheitsfall des Apothekeninhabers unerlässlich. Diese rechtlichen Maßnahmen stellen sicher, dass der Apothekenbetrieb auch bei persönlichen Ausfällen des Inhabers ohne rechtliche Hindernisse fortgeführt werden kann.
Die Integration von externen Beratern, wie Rechtsanwälten, Steuerberatern und Finanzexperten, bietet zusätzliche Sicherheit. Diese Spezialisten unterstützen nicht nur bei der Implementierung der Notfallpläne, sondern bieten auch strategische Beratung, um die Apotheke auf zukünftige Risiken bestmöglich vorzubereiten.
Die Bedeutung einer umfassenden Notfallplanung kann für Apotheken nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie dient nicht nur der Absicherung gegen aktuelle Risiken, sondern auch der Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen. In einer Branche, die direkt die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung beeinflusst, ist es entscheidend, dass Apotheken auch in Krisenzeiten funktionsfähig bleiben.
Die strategische Notfallplanung ermöglicht es Apothekern, proaktiv zu handeln, anstatt auf Ereignisse nur zu reagieren. Sie bietet die Grundlage für eine kontinuierliche Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Dienstleistungen, selbst wenn der normale Betriebsablauf unterbrochen ist. Dies schafft nicht nur Vertrauen bei den Kunden, sondern stärkt auch die Position der Apotheke im Gesundheitssystem.
Zusätzlich bietet eine gut durchdachte Notfallplanung eine solide Basis für die persönliche und berufliche Zukunft des Apothekers. Sie ermöglicht eine sorgfältige Planung des Ruhestands und sichert das Lebenswerk des Apothekeninhabers für kommende Generationen. Durch die Implementierung dieser Strategien zeigen Apothekenbetreiber nicht nur Verantwortung für ihre eigene Zukunft, sondern auch für die Gesundheit ihrer Gemeinschaft.
EU bestätigt Millionenstrafe gegen Teva im Fall Modafinil
Die Europäische Union hat in einem langwierigen Rechtsstreit eine Kartellstrafe in Höhe von 60,5 Millionen Euro gegen den Pharmaunternehmen Teva bestätigt. Es geht um wettbewerbswidriges Verhalten im Zusammenhang mit dem Medikament Modafinil, einem Psychostimulans, das zur Behandlung von Narkolepsie und anderen Schlafstörungen eingesetzt wird. Der Fall geht auf eine Vereinbarung zwischen Teva und dem amerikanischen Unternehmen Cephalon zurück, die die Markteinführung von Generika verzögerte und so den Wettbewerb unterdrückte.
Modafinil war in der Vergangenheit das umsatzstärkste Produkt im Portfolio von Cephalon. Der Patentschutz für den Wirkstoff war zwar 2003 ausgelaufen, Cephalon hielt jedoch noch mehrere Sekundärpatente, die bis 2015 gültig waren. Teva, ein Generikahersteller, beantragte bereits 2002 die Zulassung für ein eigenes Generikum und brachte es 2005 im Vereinigten Königreich auf den Markt. Cephalon klagte gegen Teva wegen Patentverletzung und eine Einigung wurde 2005 erzielt. Teva verpflichtete sich, das Generikum nicht auf den Markt zu bringen und das Patent nicht anzufechten, im Gegenzug sicherte Cephalon dem Konzern Zahlungen und einen Marktstart ab 2012 zu. Dieser Start kam jedoch nie zustande, da Teva Cephalon 2011 übernahm.
Im Jahr 2020 verhängte die EU-Kommission eine Strafe gegen Teva und Cephalon, da sie eine Vereinbarung getroffen hatten, die die Markteinführung von Modafinil-Generika um mehrere Jahre verzögerte. Diese Verzögerung führte dazu, dass die Preise für das Medikament hoch blieben, was insbesondere den Patienten und den Gesundheitssektor in der EU schadete. Die Kommission bewertete dies als Verstoß gegen das Kartellrecht und eine absichtliche Marktverzerrung, die den Wettbewerb unterdrückte.
Teva und Cephalon legten gegen den Beschluss Berufung ein und argumentierten, dass die Vereinbarung lediglich zur Beilegung eines Patentstreits diente und keine wettbewerbswidrige Absprache darstelle. Sie forderten die Aufhebung der Strafe, da die Vereinbarung ihrer Meinung nach keine wettbewerbsbeschränkenden Auswirkungen habe.
Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs, Athanasios Rantos, empfahl jedoch, die Klage abzuweisen und die Strafe zu bestätigen. Er betonte, dass die Vereinbarung nicht nur der Beilegung des Konflikts, sondern auch der Verhinderung des Markteintritts von Generika diente. Solche Vereinbarungen seien nach europäischem Wettbewerbsrecht grundsätzlich verboten, wenn sie den Wettbewerb auf dem Markt unzulässig einschränken.
Der Fall hat nicht nur Auswirkungen auf Teva und Cephalon, sondern auch auf die gesamte Pharmaindustrie. Die EU-Kommission zeigt mit dieser Entscheidung, dass sie Pay-for-Delay-Vereinbarungen, bei denen Generikahersteller für die Verzögerung der Markteinführung von Nachahmermedikamenten bezahlt werden, strikt verfolgt. Dies könnte zu einer strengeren Überprüfung solcher Vereinbarungen in der Zukunft führen und den Wettbewerb im Pharmasektor weiter stärken.
Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, die Millionenstrafe gegen Teva zu bestätigen, sendet eine klare Botschaft an die Pharmaindustrie: Wettbewerbsverzerrende Praktiken wie Pay-for-Delay-Vereinbarungen sind nicht akzeptabel. Diese Form der Marktmanipulation kann nicht nur den Wettbewerb behindern, sondern auch den Zugang der Patienten zu dringend benötigten Generika verhindern. Die Strafen gegen Teva und Cephalon sind ein wichtiger Schritt, um die Fairness auf den Medikamentenmärkten zu wahren und den Fokus wieder auf die Verbesserung der Patientenversorgung zu legen.
Die Praxis, bei der Generikahersteller für die Verzögerung ihrer Markteinführung bezahlt werden, hat immer wieder für Kontroversen gesorgt. Die Entscheidung des Generalanwalts des EuGH, solche Vereinbarungen als wettbewerbswidrig zu klassifizieren, stärkt das Vertrauen in die europäische Wettbewerbsaufsicht und setzt ein Zeichen für mehr Transparenz und Fairness im Arzneimittelmarkt. Es bleibt abzuwarten, wie diese Entscheidung die Geschäftspraktiken anderer Unternehmen beeinflussen wird, doch sie könnte langfristig zu einem besseren Marktzugang für Generika und damit zu einer Senkung der Medikamentenkosten führen.
Steuervorteile und Meinungsfreiheit im Fokus: Redcare scheitert mit Klage gegen kritischen Apotheker
Ein bemerkenswerter Rechtsfall am Landgericht München II hat kürzlich die pharmazeutische Branche in Deutschland aufgerüttelt. Im Zentrum der Auseinandersetzung stand ein Apotheker, der in einem Interview offen die Geschäftspraktiken von Online-Apotheken, insbesondere aus den Niederlanden, kritisiert hatte. Er sprach von "Rosinenpickerei" und mutmaßlichen Steuervorteilen, die diesen Unternehmen einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil verschaffen könnten. Die Online-Apotheke Redcare, die sich durch diese Aussagen diffamiert sah, entschloss sich zu einer Klage und forderte eine Unterlassungserklärung.
Die juristische Auseinandersetzung zog breite Aufmerksamkeit auf sich, da sie grundlegende Fragen zur Meinungsfreiheit und zur Transparenz im grenzüberschreitenden Apothekenhandel berührte. Der Apotheker verteidigte seine Position mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit einer offenen Diskussion über die Praktiken der Online-Versender, die seiner Ansicht nach den lokalen Apothekenmarkt unterminieren.
Das Gericht entschied jedoch gegen Redcare. Die Richter betonten in ihrem Urteil die Bedeutung der Meinungsfreiheit und wiesen darauf hin, dass kritische Meinungsäußerungen im Rahmen einer sachlichen Debatte zulässig sind, solange sie auf nachvollziehbaren Informationen beruhen. Der entscheidende Punkt in diesem Verfahren war, dass die Anwälte von Redcare nicht in der Lage waren, die Behauptungen über Steuervorteile zu entkräften, was die Glaubwürdigkeit ihrer Klage erheblich unterminierte.
Dieser Fall ist weit mehr als nur ein juristischer Sieg für einen einzelnen Apotheker; er ist ein Präzedenzfall für die Meinungsfreiheit in einer immer digitaler und grenzüberschreitender operierenden Branche. Die Entscheidung des Gerichts sendet ein starkes Signal aus, dass kritische Stimmen, die auf Missstände und potentielle Ungerechtigkeiten im Wettbewerb hinweisen, nicht einfach durch rechtliche Drohgebärden zum Schweigen gebracht werden dürfen.
Die Zurückhaltung von Redcare, die Vorwürfe rund um die Steuervorteile zu adressieren, wirft zudem ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit einer tiefergehenden Untersuchung dieser Praktiken. Es steht zu befürchten, dass solche Steuervorteile, falls sie existieren, nicht nur einen unfairen Wettbewerb fördern, sondern auch die Fundamente eines fairen Marktes erodieren.
Darüber hinaus fordert dieser Fall die gesamte pharmazeutische Branche heraus, ihre Geschäftsmodelle und Wettbewerbsstrategien kritisch zu überprüfen. Es ist essentiell, dass der Markt von Transparenz, Fairness und Gleichheit geprägt ist, um sowohl Verbraucherschutz als auch die Vitalität lokaler Unternehmen zu gewährleisten.
Die Implikationen dieses Falles sollten auch auf politischer Ebene nicht ignoriert werden. Es bietet sich eine Gelegenheit, Gesetzeslücken zu schließen und Regelungen einzuführen, die den grenzüberschreitenden Handel fairer und transparenter machen. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Marktteilnehmer, unabhängig von ihrer geografischen Lage, unter gleichen Voraussetzungen konkurrieren.
Kurzum, der Fall Redcare gegen den Apotheker ist ein Weckruf, die Bedingungen im europäischen Online-Apothekenmarkt gründlich zu hinterfragen und gegebenenfalls neu zu justieren. In einem Markt, der von Fairness und Transparenz geprägt sein sollte, ist es unerlässlich, dass alle Beteiligten – Unternehmen, Verbraucher und Regulierungsbehörden – zusammenarbeiten, um nachhaltige und gerechte Lösungen zu finden.
Fallstricke im Berufsstand: Der Paxlovid-Fall in Innsbruck und seine Folgen
In Innsbruck entwickelt sich ein juristisches Drama, das weitreichende Konsequenzen für die Apothekenbranche haben könnte. Im Zentrum steht die Inhaberin einer Apotheke, die nach einem Gerichtsurteil zur Zahlung einer Geldstrafe in Millionenhöhe verurteilt wurde, weil ihr Mann das COVID-19-Medikament Paxlovid illegal über die Apotheke verkauft hatte. Doch damit nicht genug: Auf die Apothekerin wartet nun auch ein berufsrechtliches Verfahren, das ihr im schlimmsten Fall ein Berufsverbot von bis zu drei Jahren einbringen könnte.
Die rechtliche Auseinandersetzung begann, als die lokalen Behörden auf den unautorisierten Verkauf von Paxlovid aufmerksam wurden. Untersuchungen ergaben, dass der Ehemann der Apothekerin das Medikament ohne die erforderlichen Genehmigungen über die Apotheke vertrieb. Dieser Verstoß gegen die strengen Medikamentenhandelsvorschriften führte nicht nur zu einer strafrechtlichen Verfolgung, sondern auch zu einem erheblichen Imageschaden für die betroffene Apotheke.
Das bevorstehende standesrechtliche Verfahren wird von einer berufsständischen Kammer geführt, die die Einhaltung der ethischen und beruflichen Standards innerhalb der Apothekerschaft überwacht. Der Fall wird dabei besonders genau betrachtet, da er potenziell richtungsweisend für den Umgang mit ähnlichen Vergehen in der Zukunft sein könnte.
Die betroffene Apothekerin steht vor einer ungewissen Zukunft. Sollte ein Berufsverbot ausgesprochen werden, würde dies nicht nur ihre berufliche Laufbahn erheblich beeinträchtigen, sondern auch ihre finanzielle Existenz bedrohen. Die Apothekengemeinschaft und die Öffentlichkeit verfolgen den Fall mit großer Aufmerksamkeit und Besorgnis, da das Urteil auch als Maßstab für zukünftige Fälle dienen könnte.
Der Fall in Innsbruck stellt eine ernste Warnung für die gesamte Apothekenbranche dar. Er beleuchtet die gravierenden rechtlichen Risiken, denen Apotheker ausgesetzt sind, und unterstreicht die Notwendigkeit einer lückenlosen Überwachung und Kontrolle des Medikamentenverkehrs. Die mögliche Verhängung eines mehrjährigen Berufsverbots wirft zudem wichtige Fragen zur Verhältnismäßigkeit und den langfristigen Auswirkungen solcher Maßnahmen auf.
Ein Berufsverbot könnte zwar als abschreckendes Beispiel dienen, es könnte aber auch als unverhältnismäßig hart empfunden werden, insbesondere wenn man die berufliche und persönliche Zerstörung betrachtet, die damit einhergeht. Es ist entscheidend, dass das berufsrechtliche Verfahren nicht nur die Tat an sich, sondern auch die Umstände und die bisherige Berufsausübung der Apothekerin berücksichtigt. Dieser Fall sollte eine Diskussion darüber anregen, wie Fehler und Vergehen innerhalb der Apothekenbranche gehandhabt werden sollten und wie man eine faire, gerechte und wirksame Rechtsprechung sicherstellen kann, die sowohl abschreckt als auch rehabilitiert.
Schreckenstat in Kalifornien: Walgreens-Mitarbeiter in Madera erschossen
In einem schockierenden Vorfall in Madera, Kalifornien, verlor ein Walgreens-Mitarbeiter sein Leben durch eine Gewalttat. Am späten Montagabend betrat der 30-jährige Narciso Gallardo Fernandez eine Filiale der bekannten Apothekenkette und begann, auf die anwesenden Mitarbeiter zu schießen. Laut Berichten der lokalen Polizei wurde der 34-jährige Erick Velasquez tödlich getroffen. Velasquez befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Apothekenbereich, da dieser bereits geschlossen war. Das Verbrechen ereignete sich in einem anderen Teil des Geschäfts.
Die Polizei konnte den Täter kurz nach der Tat in der Nähe festnehmen. Polizeichef Giachino Chiaramonte erklärte, dass Fernandez keine persönlichen Verbindungen zu Madera hatte, aber eine ausgeprägte Abneigung gegen Apotheken, insbesondere größere Ketten, gezeigt habe. Vor dem Betreten des Geschäfts hatte Fernandez einige Frauen angesprochen und betont, dass seine Aktion nicht gegen sie gerichtet sei. Die Tat wirft Fragen über seine Motive und die psychologischen Hintergründe auf, die zu solch einer extremen Handlung geführt haben könnten.
Der Verlust von Erick Velasquez ist nicht nur ein persönlicher Schlag für seine Familie, die nun ohne Ehemann und Vater auskommen muss, sondern auch ein schwerer Verlust für die Gemeinschaft. Walgreens hat seine Trauer über das tragische Ereignis ausgedrückt und zugesichert, eng mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten. Zudem hat das Unternehmen Maßnahmen angekündigt, um die Sicherheit in seinen Filialen weiter zu verstärken und den betroffenen Mitarbeitern psychologische Unterstützung anzubieten.
Die Tragödie in Madera wirft ein grelles Licht auf die drängenden Fragen der Sicherheit in öffentlichen Räumen und der psychischen Gesundheit. Wie konnte es zu einer derartigen Tat kommen? Die Gesellschaft muss Wege finden, um potenzielle Täter früher zu erkennen und effektivere Präventionsstrategien zu entwickeln. Dabei ist es auch wichtig, das Wohlbefinden der Mitarbeiter in den Vordergrund zu stellen und sicherzustellen, dass psychologische Hilfsangebote nicht nur als Reaktion auf Tragödien, sondern proaktiv bereitgestellt werden. Dieser Fall zeigt deutlich, wie entscheidend es ist, sowohl die physische als auch die psychische Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten und die Anliegen der Mitarbeiter ernst zu nehmen.
US-Zölle schrecken auf, Pharmaindustrie atmet auf
Die kürzlich von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle haben in der globalen Handelswelt für erhebliche Unruhe gesorgt, doch für die Pharmaindustrie gibt es vorerst Entwarnung. Nach Angaben von Dr. Claus Michelsen, dem Chefvolkswirt des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa), sind Medikamente von den pauschalen Importzöllen in Höhe von 20 Prozent auf EU-Produkte ausgenommen. Diese Zollbefreiung betrifft jedoch nicht die Vorprodukte wie sterile Schläuche, die in der Arzneiproduktion eine kritische Rolle spielen, und lässt Raum für mögliche zukünftige finanzielle Belastungen der Branche.
Die Entscheidung, Medikamente auszuklammern, stützt sich auf die bedeutende Rolle, die die USA als Hauptexportmarkt für deutsche pharmazeutische Produkte spielen. Im Jahr 2024 beliefen sich die Exporte auf 27 Milliarden Euro, was 23,6 Prozent der gesamten deutschen Pharmaexporte entspricht. Gleichzeitig importierte Deutschland Arzneimittel im Wert von 12,2 Milliarden Euro aus den Vereinigten Staaten.
Trotz der aktuellen Ausnahmeregelung bleibt die Sorge bestehen. Die deutschen und europäischen Pharmasektoren könnten langfristig unter einem Handelskrieg leiden, warnte Thomas Preis, der Präsident der Abda. Die Lieferketten in der Pharmaindustrie sind bereits seit Jahren angespannt, mit regelmäßigen Engpässen bei rund 500 Arzneimitteln. Ein weiteres Ansteigen der Zölle könnte diese Situation verschärfen und die Medikamentenversorgung in Deutschland ernsthaft gefährden.
Die Industrievertreter plädieren für eine strategische Neuausrichtung. Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, fordert eine stärkere Diversifizierung der Lieferketten und eine Verlagerung der Arzneimittelproduktion zurück nach Europa. Dies würde nicht nur die Abhängigkeit von einzelnen Märkten verringern, sondern auch die Resilienz der Arzneimittelversorgung stärken. Ein gesundheitspolitischer Konsens über die Notwendigkeit einer sicheren und nachhaltigen Arzneimittelversorgung ist aus ihrer Sicht unerlässlich.
Die momentane Ausnahme der Pharmaindustrie von den neuen US-Zöllen mag kurzfristig für Erleichterung sorgen, doch sie ist kein Freibrief für eine ungetrübte Zukunft. Langfristig müssen wir uns auf instabile politische Landschaften und deren potenzielle Auswirkungen auf die globale Wirtschaft einstellen. Die Pharmabranche steht hierbei besonders im Fokus, da sie essenziell für das Wohl der globalen Bevölkerung ist. Die strategische Neuausrichtung der Lieferketten und eine Rückverlagerung der Produktion nach Europa sind mehr als nur wirtschaftliche Maßnahmen; sie sind essenzielle Schritte zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in unsicheren Zeiten. Dieser Schritt verlangt nach weitreichenden Entscheidungen, die weit über die aktuellen politischen Turbulenzen hinausreichen.
Telenotarzt in Rheinland-Pfalz: Digitale Notfallversorgung soll flächendeckend starten
Rheinland-Pfalz plant, noch im Laufe dieses Jahres den Telenotarzt landesweit verfügbar zu machen. Mit breiter Zustimmung hat der Landtag eine Novelle des Rettungsdienstgesetzes beschlossen, die den rechtlichen Rahmen für die digitale ärztliche Unterstützung im Notfalleinsatz schafft. Zwei Telenotarztzentralen, die rund um die Uhr besetzt sind, sollen künftig in Ludwigshafen und Trier betrieben werden. Von dort aus sollen Notfallsanitäter landesweit digital unterstützt werden können.
Das Konzept sieht vor, dass Rettungswagen-Teams über Tablets mit den Telenotärzten verbunden werden, um medizinische Maßnahmen frühzeitig abzustimmen. Vitaldaten wie EKGs oder Sauerstoffsättigungen sollen in Echtzeit übermittelt werden. Der Telenotarzt kann auf diese Weise Entscheidungen treffen und auch Anweisungen für dringende Maßnahmen geben, bevor ein Notarzt in Präsenz am Einsatzort eintrifft. Das Innenministerium betonte, dass alle Rettungsmittel in Rheinland-Pfalz bereits mit der notwendigen Technik ausgestattet seien.
Gerade in ländlichen Regionen, in denen Notärzte nicht gleichzeitig mit dem Rettungswagen eintreffen können, wird die digitale Unterstützung als bedeutender Fortschritt gewertet. Der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis, sieht in dem System eine Entlastung des Notarztdienstes und eine Möglichkeit, medizinische Expertise effizienter einzusetzen. Auch die Möglichkeit, weitere Fachärzte bei Bedarf digital einzubinden, wird als Vorteil genannt.
Allerdings weist die Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Notärzte auf bestehende Grenzen des Systems hin. Telenotärzte könnten zwar sehen und hören, aber weder fühlen noch riechen. Auch das eingeschränkte Sichtfeld der Kamera und mögliche technische Störungen durch schlechte Internetverbindungen werden als Schwachpunkte genannt. Entsprechend betonen Fachleute die Bedeutung umfassender Schulungen für Notfallsanitäter und Telenotärzte.
Ein weiterer Bestandteil der Gesetzesnovelle ist die sogenannte barrierefreie Notrufkommunikation über die Notrufnummer 112. Künftig sollen Notrufe auch per Text oder Videoanruf möglich sein. Davon sollen insbesondere Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderungen profitieren. Für die technische Umsetzung bleibt Zeit bis zum 28. Juni 2027. Die sieben integrierten Leitstellen im Land müssen dafür entsprechend aufgerüstet werden.
Die konkreten Kosten der Umsetzung sind noch nicht abschließend bezifferbar. Laut Gesetzentwurf reichen die Schätzungen für Investitionen von rund einer Million Euro bis hin zu 4,2 Millionen Euro. Hinzu kommen laufende Betriebskosten von bis zu 840.000 Euro jährlich. Die Einführung des Telenotarzt-Systems selbst soll hingegen keine zusätzlichen Ausgaben verursachen, da es in die bestehenden Strukturen des Rettungsdienstes integriert wird.
Innenminister Michael Ebling (SPD) betonte im Landtag, es gehe nicht um den Ersatz des klassischen Notarztes, sondern um eine Weiterentwicklung der bestehenden Versorgung. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU, Christoph Gensch, warnte hingegen davor, dass der digitale Arzt nicht zur schleichenden Verdrängung des Präsenznotarztes führen dürfe. Zudem müsse die Hilfeleistungsfrist weiterhin eingehalten werden – auch in abgelegenen Regionen.
Mit der Novelle reagiert das Land auf strukturelle Herausforderungen im Rettungswesen. Die zunehmende Belastung des Systems durch Fachkräftemangel, demografischen Wandel und steigende Einsatzzahlen verlangt neue Lösungen. Ob die digitale Unterstützung langfristig zur Entlastung führt und die Versorgung verbessert, wird sich im flächendeckenden Betrieb zeigen.
Der Ausbau des Telenotarztsystems ist ein notwendiger Schritt, um die Notfallversorgung zukunftssicher zu gestalten. Die medizinische Realität in vielen Regionen erfordert neue Lösungen, wenn der klassische Notarzt nicht mehr in angemessener Zeit zur Verfügung steht. Dennoch darf die Digitalisierung kein Ersatz für bewährte Standards sein. Die Versorgung vor Ort muss weiterhin sichergestellt werden – mit echten Ärzten, greifbar und präsent. Der Telenotarzt kann unterstützen, aber nicht ersetzen. Entscheidend wird sein, wie gut die Technik funktioniert, wie konsequent sie genutzt wird und ob sie tatsächlich zu schnelleren und besseren Entscheidungen führt. Vertrauen entsteht nicht allein durch Tablets, sondern durch erlebte Sicherheit im Einsatz.
Groeneveld fordert mindestens 12 Euro Fixhonorar für Apotheken
Der Vorsitzende des Landesapothekerverbands Niedersachsen (LAV), Berend Groeneveld, hat die Vorschläge der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege zur Verbesserung der finanziellen Lage der Apotheken als ersten Schritt gewürdigt, zugleich aber deutlich gemacht, dass diese nicht ausreichen. Die von der Arbeitsgruppe geplante Erhöhung des Fixhonorars auf 9,50 Euro sowie ein Vergütungskorridor bis 11 Euro für Apotheken in strukturschwachen Regionen sei zwar ein Signal, reiche jedoch angesichts der aktuellen Kostenentwicklungen nicht aus, um die wirtschaftliche Grundlage der Betriebe langfristig zu sichern.
Groeneveld fordert stattdessen eine sofortige Anhebung des Fixums auf mindestens 12 Euro sowie eine verlässliche und gesetzlich verankerte Dynamisierung des Apothekenhonorars. Nur so könne verhindert werden, dass das Apothekennetz weiter ausgedünnt werde und die wohnortnahe Versorgung gefährdet sei. Die Apotheken litten seit über einem Jahrzehnt unter einer strukturellen Unterfinanzierung, die sich durch die aktuellen Preissteigerungen in nahezu allen Bereichen verschärfe.
Kritisch äußerte sich Groeneveld auch zu den bislang unberücksichtigten wirtschaftlichen Folgen des Skonto-Verbots. Die damit verbundenen Einbußen müssten durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen werden, um die Apotheken nicht zusätzlich zu belasten. Ohne ein tragfähiges Soforthilfepaket drohe insbesondere kleineren Betrieben das wirtschaftliche Aus. Die angedachten Präventionsaufgaben für Apotheken könnten ohne finanzielle Absicherung nicht verantwortungsvoll übernommen werden.
Der LAV fordert daher eine umfassendere Lösung, die sowohl kurzfristige Hilfe als auch eine langfristige Perspektive für die Apotheken beinhaltet. Die Vorschläge der Arbeitsgruppe könnten nur als Einstieg verstanden werden, nicht aber als endgültige Antwort auf die strukturellen Probleme des Apothekenwesens.
Die Vorschläge der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege markieren den Versuch, die wirtschaftliche Lage der Apotheken zur Sprache zu bringen – mehr jedoch nicht. Eine Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro klingt auf dem Papier nach einem Fortschritt, ist aber in der Realität kaum mehr als ein symbolischer Akt. Die wachsenden Betriebskosten, zunehmende regulatorische Lasten und das Skonto-Verbot haben die Apothekenfinanzen längst in eine Schieflage gebracht, die mit kleineren Anpassungen nicht behoben werden kann.
Dass Berend Groeneveld auf ein Honorar von mindestens 12 Euro pocht und eine Dynamisierung fordert, ist nicht nur nachvollziehbar, sondern notwendig. Es geht nicht um Luxusforderungen, sondern um die Aufrechterhaltung der flächendeckenden Versorgung. Wer Apotheken als Teil der kritischen Infrastruktur betrachtet, muss bereit sein, diese auch entsprechend zu finanzieren. Halbherzige Maßnahmen laufen Gefahr, den Rückzug aus der Fläche eher zu beschleunigen als aufzuhalten.
Exklusiver Verbund wächst weiter – Elac Elysée meldet zweistelliges Mitgliederplus
Die Apothekenkooperation Elac Elysée verzeichnet einen deutlichen Anstieg ihrer Mitgliedszahlen. Im vergangenen Jahr wuchs der Verbund um zwölf Prozent und zählt nun bundesweit rund 550 Apotheken. Voraussetzung für eine Aufnahme ist ein Mindestumsatz von 3,5 Millionen Euro jährlich – eine Schwelle, die bewusst hoch angesetzt wurde. Damit richtet sich die Kooperation gezielt an wirtschaftlich besonders starke Betriebe im Apothekenmarkt.
Die Mitglieder erzielen durchschnittlich 4,5 Millionen Euro Jahresumsatz und gehören laut Elac Elysée zu den jeweils führenden Apotheken an ihrem Standort. Für das laufende Jahr wird mit einem weiteren kontinuierlichen Zuwachs gerechnet. Der Verbund positioniert sich dabei nicht nur als Einkaufsplattform, sondern als strategisches Netzwerk mit dem Ziel, den Herausforderungen des Apothekenalltags in einer zunehmend angespannten Markt- und Vergütungslage kollektiv zu begegnen.
Versorgt werden die Mitgliedsapotheken durch mehrere Großhändler wie Phoenix, Alliance Healthcare Deutschland (Gehe) und AEP sowie über Direktbeziehungen zu Herstellern. Der Verbund betont seine Unabhängigkeit vom klassischen Großhandel. Aktuell laufen Verhandlungen mit rund 60 Industriepartnern, mit dem Ziel, bessere Einkaufskonditionen für die Mitgliedsapotheken zu sichern.
Neben dem Einkauf unterstützt Elac Elysée seine Mitglieder auch in betriebswirtschaftlichen Bereichen wie Controlling und Marketing. Zum Portfolio gehören zudem neun Eigenmarkenpräparate. Mit dem 2023 gegründeten Unternehmen Elacpharm verfolgt die Kooperation zudem das Ziel, eigene Produkte unter eigener Regie weiterzuentwickeln. Auch im Bereich digitaler Abrechnungssysteme ist Elac aktiv: Die Gesellschafter engagieren sich beim Direktabrechnungsdienst Scanacs.
Gegründet wurde die Kooperation im Jahr 2003 in Leipzig. Die strategische Ausrichtung hat sich seither kontinuierlich verändert – hin zu einem geschlossenen Kreis leistungsfähiger Betriebe, der sich bewusst vom übrigen Apothekenmarkt abgrenzt.
Die Entwicklung bei Elac Elysée zeigt einmal mehr, wie sich innerhalb des Apothekenmarkts neue Strukturen herausbilden. Während kleinere Betriebe zunehmend unter wirtschaftlichem Druck stehen, schließen sich umsatzstarke Apotheken zu leistungsorientierten Netzwerken zusammen. Die strenge Zugangsvoraussetzung – ein Jahresumsatz von mindestens 3,5 Millionen Euro – macht deutlich, dass es hier nicht um breite Solidarität im Berufsstand geht, sondern um gezielte Profilierung und Marktmacht.
Solche Bewegungen werfen Fragen auf: Welche Rolle spielen diese exklusiven Zusammenschlüsse in der ohnehin angespannten Versorgungslandschaft? Fördern sie die Stabilität – oder zementieren sie die Spaltung innerhalb der Branche? Klar ist: In Zeiten knapper Margen und politischer Unsicherheiten versprechen Kooperationen mit klarer strategischer Ausrichtung Sicherheit. Doch sie sind auch Ausdruck einer sich weiter öffnenden Schere zwischen starken und schwachen Betrieben.
Neue Koordinationsrolle für Hausärzte im Gesundheitssystem
In Deutschland zeichnet sich eine bedeutende Reform im Gesundheitssystem ab. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) unterstützt nachdrücklich die Pläne der schwarz-roten Koalition, ein verbindliches Primärarztsystem einzuführen, das Hausärzten eine zentrale Koordinationsrolle in der Patientenversorgung zuweist. Diese Initiative soll auf die Herausforderungen von überfüllten Praxen und schwer zugänglichen Arztterminen reagieren.
Stefanie Stoff-Ahnis, die stellvertretende Chefin des GKV, erläuterte in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass Deutschland zwar eine hohe Frequenz an Arzt-Patienten-Kontakten aufweist, jedoch viele Versicherte Schwierigkeiten haben, zeitnah einen Facharzttermin zu erhalten. Sie betonte, dass das aktuelle System oft nicht transparent genug sei, um den Patienten den richtigen Spezialisten für ihr spezifisches Anliegen zu vermitteln. Stoff-Ahnis kritisierte weiterhin, dass chronisch kranke Menschen für regelmäßige Rezepterneuerungen häufige Arztbesuche benötigen, was zusätzliche Belastungen für die Praxen und unnötige Kosten verursacht.
Im vorgeschlagenen System würden die Hausärzte als erste Anlaufstelle für alle medizinischen Anfragen dienen und Patienten nur bei Bedarf an entsprechende Fachärzte weiterleiten. Diese Maßnahme soll eine effizientere Nutzung der Ressourcen ermöglichen und die medizinische Versorgung optimieren. Neben der Einführung von Jahresrezepten plädiert Stoff-Ahnis auch für eine Abkehr von der quartalsweisen Vergütung, um eine kontinuierlichere und kosteneffizientere Behandlung chronischer Krankheiten zu fördern.
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, unterstützt diese Pläne und schlägt vor, dass Patienten, die außerhalb des vorgesehenen Pfades behandelt werden möchten, sich an den zusätzlichen Kosten beteiligen sollten. Diese Vorschläge wurden in den Koalitionsverhandlungen der CDU, CSU und SPD diskutiert und sind Teil des Bestrebens, das deutsche Gesundheitssystem an die aktuellen Bedürfnisse der Gesellschaft anzupassen.
Die Einführung eines verbindlichen Primärarztsystems könnte ein Wendepunkt in der deutschen Gesundheitspolitik sein. Durch die Zentralisierung der Patientenkoordination in den Händen der Hausärzte könnten viele der strukturellen Probleme des aktuellen Systems, wie die Überfüllung von Praxen und die ineffiziente Verteilung von Facharztterminen, effektiv angegangen werden. Die Reform verspricht nicht nur eine Verbesserung der direkten Patientenversorgung, sondern auch eine signifikante Kostenreduktion im Gesundheitswesen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich diese Pläne in der Praxis umsetzen lassen und welche langfristigen Auswirkungen sie auf das Verhältnis zwischen Patienten, Hausärzten und Fachärzten haben werden.
Boehringer Ingelheim treibt Innovationen voran: Umsatzwachstum und Herausforderungen
Im Geschäftsjahr 2024 konnte Boehringer Ingelheim ein beeindruckendes Umsatzwachstum verzeichnen, angetrieben durch die starke Performance seiner Schlüsselprodukte, insbesondere des Diabetes-Medikaments Jardiance. Der währungsbereinigte Gesamtumsatz des Unternehmens stieg um 6,1 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro. Besonders hervorzuheben ist der deutsche Markt, auf dem Boehringer Ingelheim 2,63 Milliarden Euro erwirtschaftete – ein Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Herzstück des Umsatzwachstums bildete Jardiance, das allein 8,4 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz beisteuerte, was einem Zuwachs von über 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieses Medikament wird primär zur Behandlung von Diabetes sowie Herzinsuffizienz und chronischen Nierenerkrankungen eingesetzt.
Parallel zu den erfreulichen Umsatzzahlen investierte das Unternehmen massiv in die Forschung und Entwicklung neuer pharmazeutischer Produkte. Insgesamt wurden 2024 6,2 Milliarden Euro in diesen Bereich investiert, von denen 5,7 Milliarden Euro auf den Sektor Humanpharma entfielen. Dies unterstreicht das Bestreben von Boehringer Ingelheim, durch Innovationen in der Pharmabranche weiterhin eine führende Rolle einzunehmen.
Neben den finanziellen Erfolgen stehen jedoch auch Herausforderungen an. Auf dem amerikanischen Markt könnte das Unternehmen ab 2026 mit erheblichen Rabatten für Jardiance konfrontiert werden, die durch den Inflation Reduction Act bedingt sind. Dies könnte langfristig die Profitabilität des Unternehmens beeinträchtigen.
Außerdem fokussiert sich das Unternehmen auf die Regionalisierung seiner Lieferketten, um auf globaler Ebene widerstandsfähiger zu sein. Diese strategische Entscheidung könnte sich als essenziell erweisen, besonders in Anbetracht möglicher neuer Zölle in den USA.
Das beeindruckende Umsatzwachstum von Boehringer Ingelheim im Jahr 2024 demonstriert die Stärke und Resilienz des Unternehmens in einem herausfordernden globalen Markt. Während die starken Verkaufszahlen von Jardiance einen klaren Erfolg darstellen, werfen die bevorstehenden Rabatte in den USA Fragen bezüglich der zukünftigen Umsatzdynamik auf. Die strategische Entscheidung, Lieferketten zu regionalisieren, könnte sich als kluger Schachzug erweisen, der das Unternehmen in einer unsicheren globalen Wirtschaftslage stabilisiert. Dennoch bleibt abzuwarten, wie Boehringer Ingelheim diese Herausforderungen meistern wird und ob es gelingt, die Innovationstätigkeit aufrechtzuerhalten, während gleichzeitig finanzielle Hürden navigiert werden müssen. Dies wird nicht nur die Weitsicht der Unternehmensführung testen, sondern auch deren Fähigkeit, sich schnell an veränderte Marktbedingungen anzupassen.
Karo Pharma stellt Umbenennung von Alfason auf Locobase vor
Die bekannte Hautpflege Alfason wird künftig unter dem Namen Locobase geführt. Der schwedische Hersteller Karo Pharma vollzieht damit eine Anpassung an den international etablierten Markennamen und passt diesen nun auch auf dem deutschen Markt an. Die Umbenennung betrifft sowohl die Produktlinie in Apotheken als auch die damit verbundenen Werbemaßnahmen.
Hinter der Entscheidung steht der Wunsch, die Marke weltweit konsistenter zu präsentieren. "Locobase" hat sich bereits in mehreren Ländern als etablierte Marke durchgesetzt und soll nun auch in Deutschland eine einheitliche Identität fördern. Die Umstellung wird als strategischer Schritt gesehen, um die internationale Marktposition zu stärken und den Wiedererkennungswert der Marke zu erhöhen.
Für Kunden und Apotheken bedeutet die Umbenennung keine wesentlichen Veränderungen in der Produktqualität. Alle bisherigen Produkte bleiben unverändert erhältlich, lediglich die Verpackung und der Markenname erfahren eine Anpassung. Für Karo Pharma ist dies ein weiterer Schritt, die Kommunikation mit den Konsumenten zu vereinheitlichen und die Markenwahrnehmung zu optimieren.
Die Entscheidung, Alfason in Locobase umzubenennen, stellt einen klugen Schritt in der globalen Markenstrategie von Karo Pharma dar. In einer zunehmend vernetzten Weltwirtschaft kann eine einheitliche Markenidentität die Wahrnehmung einer Marke maßgeblich beeinflussen. Besonders in der Pharmaziebranche, in der Vertrauen und Konsistenz entscheidend sind, könnte die Umstellung auf den internationalen Namen langfristig von Vorteil sein.
Dennoch ist es wichtig, dass Karo Pharma in der Übergangsphase transparent mit den Apotheken und Endverbrauchern kommuniziert, um Unsicherheiten zu vermeiden. Gerade bei pharmazeutischen Produkten, die oftmals einen hohen Stellenwert für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Nutzer haben, ist es entscheidend, dass die Qualität und die Anwendung unverändert bleiben. Ein klarer Hinweis auf die Markenanpassung könnte helfen, potenziellen Verwirrungen vorzubeugen.
Die Umstellung dürfte auch den Wettbewerb in der Hautpflegebranche beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, wie die Konkurrenz auf diese Veränderung reagiert und ob die Anpassung von Alfason auf Locobase langfristig zu einer stärkeren Marktstellung führt.
Von Engin Günder, Fachjournalist
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