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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Ein gefälschtes Rezept für das Krebsmedikament Lenvima in Berlin wirft ein grelles Licht auf Sicherheitslücken in der Arzneimittelversorgung – und offenbart die Risiken, denen Patienten im Alltag ausgesetzt sind. Gleichzeitig fordert der Berufsverband Managed Care ein radikales Umdenken in der Zusammenarbeit der Heilberufe: Weg von starren Hierarchien, hin zu echter Teamarbeit auf Augenhöhe. In den USA sorgt die Rückkehr von Donald Trump ins Präsidentenamt für internationale Verunsicherung – auch mit Blick auf globale Gesundheitsfragen. Währenddessen steigt in deutschen Krankenhäusern die Zahl der angestellten Apotheker deutlich, ein Zeichen für den wachsenden Bedarf an pharmazeutischer Expertise. Mit der Initiative HeatMed reagiert die Forschung auf die Auswirkungen von Hitzewellen auf Medikamente, während Unternehmen in der Diagnostikbranche unter der starren EU-Verordnung IVDR leiden. Hoffnung, aber auch Vorsicht signalisiert eine neue Studie zum Einsatz von Vitamin D in frühen Stadien der Multiplen Sklerose – ein weiteres Beispiel dafür, wie eng Fortschritt, Verantwortung und Kommunikation in der Medizin verknüpft sind.
Ein aktueller Fall aus Berlin hat die anhaltenden Sicherheitslücken innerhalb der pharmazeutischen Versorgungskette offengelegt. Ein gefälschtes Rezept für das Krebsmedikament Lenvima, das in einer Apotheke eingelöst wurde, verursachte einen Schaden von etwa 1.500 Euro. Weitaus schwerwiegender als der finanzielle Verlust sind jedoch die potenziellen Gefahren für die Patientensicherheit. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf strukturelle Schwächen im System der Arzneimittelverordnung und -abgabe. Es zeigt sich einmal mehr, dass digitale Lösungen zwar eingeführt wurden, aber offenbar noch immer nicht ausreichend gegen Fälschungen und Missbrauch schützen. Sicherheitslücken bei der Rezeptprüfung, unzureichende technische Schutzmaßnahmen und mangelnde Verifizierungssysteme tragen dazu bei, dass einzelne Vorfälle symptomatisch für ein breiteres Problem stehen – ein System, das an entscheidenden Punkten verwundbar bleibt.
Parallel dazu rückt auch die Frage nach einer besseren Zusammenarbeit im Gesundheitswesen erneut in den Fokus. Der Berufsverband Managed Care (BMC) fordert in einem aktuellen Impulspapier eine grundlegende Veränderung in der Kooperationskultur zwischen den Gesundheitsberufen. Statt starrer Hierarchien und traditioneller Zuständigkeiten sollen künftig interprofessionelle Teams ohne Rangordnung die Versorgung der Patienten gestalten. Der BMC argumentiert, dass die wachsende Komplexität im Gesundheitswesen nur durch eine enge, gleichberechtigte Zusammenarbeit von Ärzten, Apothekern, Pflegekräften und anderen Heilberufen bewältigt werden kann. Starre Berufsgrenzen, so die Analyse, stünden einem modernen, patientenorientierten Versorgungsansatz entgegen. Ein solches Modell könnte nicht nur die Behandlungsqualität verbessern, sondern auch Effizienzreserven heben und Versorgungslücken schließen.
Auch international zeigt sich, wie tiefgreifend politische Entwicklungen die Gesundheitssysteme und gesellschaftlichen Strukturen beeinflussen können. Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus nach der US-Präsidentschaftswahl 2025 markiert einen tiefen Einschnitt in der politischen Landschaft der Vereinigten Staaten. Trumps erneute Wahl wird von Unterstützern als Korrektur eines als schwach empfundenen Intermezzos gesehen, von Kritikern hingegen als Gefahr für demokratische Institutionen und internationale Stabilität. Seine Politik verspricht eine Fortsetzung protektionistischer, national ausgerichteter Maßnahmen, die bereits in seiner ersten Amtszeit für Spannungen auf globaler Ebene gesorgt hatten. Vor allem der Gesundheitssektor, der bereits in Trumps erster Amtszeit stark umstrukturiert wurde, könnte erneut unter Reformdruck geraten. Internationale Beobachter blicken mit Sorge auf mögliche Rückschritte in Bereichen wie Pandemievorsorge, Klimaschutz und Gesundheitsversorgung.
Während auf internationaler Bühne politische Weichen gestellt werden, verändern sich auch im Inland die Strukturen im Gesundheitswesen – insbesondere in den Kliniken. Die Zahl der in Krankenhäusern tätigen Apotheker hat in den letzten fünf Jahren deutlich zugenommen. Zwischen 2018 und 2023 stieg ihre Zahl um 21 Prozent auf nunmehr 2.775 pharmazeutische Fachkräfte. Dieser Zuwachs spiegelt den wachsenden Bedarf an pharmazeutischer Expertise im stationären Bereich wider. Die Krankenhäuser erkennen zunehmend den Wert von Apothekern für die Arzneimitteltherapiesicherheit, klinische Beratung und das Management komplexer Medikationspläne. Der Ausbau der pharmazeutischen Fachkompetenz ist Teil eines umfassenderen Trends zur multiprofessionellen Versorgung und zur Qualitätssicherung im Klinikalltag.
Gleichzeitig beschäftigen sich Forschungseinrichtungen mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit. An der Universität Erfurt wird in einem neuen Projekt untersucht, wie sich Hitzewellen auf die Wirksamkeit und Lagerung von Medikamenten auswirken. Die Initiative "HeatMed", eine Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit, hat sich zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung und medizinisches Personal für die Risiken von Hitzeeinwirkungen auf Arzneimittel zu sensibilisieren. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, welche Medikamente besonders hitzeempfindlich sind, wie sie korrekt gelagert werden müssen und welche systemischen Anpassungen im Umgang mit Arzneimitteln erforderlich sind. Angesichts immer häufiger auftretender Extremwetterlagen erhält das Thema eine neue Dringlichkeit.
Auch regulatorische Rahmenbedingungen stehen zunehmend auf dem Prüfstand. In der Europäischen Union wächst der Druck, die In-vitro-Diagnostika-Verordnung (IVDR) zu reformieren. Die 2022 vollständig in Kraft getretene Verordnung sollte eigentlich für mehr Sicherheit und Transparenz bei diagnostischen Tests sorgen, hat jedoch in der Praxis zu erheblichen Problemen geführt – vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen der Diagnostikindustrie. Die aufwendigen und kostenintensiven Zulassungsverfahren verzögern Innovationen, hemmen den Marktzugang neuer Testverfahren und gefährden letztlich die Versorgung mit essenziellen Diagnostika. Fachverbände fordern deshalb eine praxistaugliche Überarbeitung der Verordnung, die die Balance zwischen Sicherheit und Innovation neu justiert.
Derweil liefert die Forschung auch neue Erkenntnisse zur Behandlung neurologischer Erkrankungen. Eine Studie zur Gabe von hochdosiertem Vitamin D bei Patienten mit einem klinisch isolierten Syndrom (KIS) – einer möglichen Frühform der Multiplen Sklerose (MS) – zeigt Hinweise darauf, dass der Krankheitsverlauf verzögert werden könnte. Konkret wurde eine zweimal monatliche Verabreichung von 100.000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol untersucht. Die Ergebnisse deuten auf eine potenziell protektive Wirkung hin, sind aber mit Vorsicht zu interpretieren. Fachleute mahnen, voreilige Schlüsse zu vermeiden. Vitamin D sei kein Ersatz für eine etablierte Immuntherapie, sondern könne allenfalls ergänzend wirken. Die Studie zeigt jedoch, wie groß der Forschungsbedarf in der Frühphase neurodegenerativer Erkrankungen ist – und wie sensibel mediale Berichterstattung mit ersten Ergebnissen umgehen sollte.
Insgesamt zeigen diese aktuellen Entwicklungen, wie komplex und vielschichtig die Herausforderungen im Gesundheitswesen sind – von gefälschten Rezepten über interprofessionelle Zusammenarbeit und politische Weichenstellungen bis hin zu klimabedingten Medikamentenrisiken und regulatorischen Engpässen. Es bedarf einer systemübergreifenden Aufmerksamkeit, damit Gesundheitsversorgung auch in Zukunft sicher, wirksam und innovationsfähig bleibt.
Der Berliner Fall des gefälschten Lenvima-Rezepts ist mehr als nur ein Einzelfall – er ist ein mahnendes Symptom eines Systems, das vielerorts brüchig geworden ist. Wenn ein einziges gefälschtes Rezept genügt, um eine Apotheke finanziell zu belasten und Patientensicherheit zu gefährden, dann braucht es nicht nur schärfere Kontrollen, sondern einen ganzheitlichen Blick auf die Prozesse der Arzneimittelversorgung. Die Einführung des E-Rezepts war ein Schritt in die richtige Richtung, aber der Fall zeigt: Digitalisierung ohne echte Sicherheitsarchitektur bleibt eine halbe Lösung.
Gleichzeitig zeigt das Impulspapier des BMC, wie dringend unser Gesundheitssystem eine neue Kultur der Zusammenarbeit braucht. Hierarchien, wie sie in vielen Kliniken und Praxen noch gelebt werden, passen nicht mehr in eine Zeit, in der multimorbide Patienten, komplexe Therapien und Fachkräftemangel eine koordinierte, gleichberechtigte Versorgung verlangen. Wenn Ärzte, Apotheker und Pflegekräfte nicht auf Augenhöhe agieren, bleibt der Patient oft auf der Strecke.
Auch international stehen wir an einem Kipppunkt. Die Rückkehr Donald Trumps ins Amt mag viele in Europa beunruhigen, doch sie ist vor allem ein Signal für wachsende gesellschaftliche Spaltung – auch in Fragen der öffentlichen Gesundheit. Politischer Kurswechsel in den USA bedeutet immer auch Unsicherheit für globale Gesundheitsinitiativen, sei es beim Klimaschutz, in der Pandemieprävention oder in der Medikamentenforschung.
Währenddessen lohnt sich ein genauerer Blick auf die positiven Entwicklungen im Inland: Die wachsende Zahl an Klinikapothekern ist ein starkes Signal dafür, dass die Rolle der Pharmazie in der stationären Versorgung endlich die nötige Anerkennung findet. Dasselbe gilt für Forschungsinitiativen wie HeatMed – sie sind ein Beispiel dafür, wie akademische Expertise und gesundheitspolitische Relevanz klug verbunden werden können.
Doch damit diese Fortschritte nicht im regulatorischen Dickicht stecken bleiben, braucht es Mut zur Reform. Die IVDR sollte kein Innovationshemmnis sein, sondern eine verlässliche Leitplanke. Und auch bei neuen Behandlungsansätzen, wie dem Einsatz von Vitamin D in frühen MS-Stadien, braucht es klare Kommunikation: Hoffnung ja, aber keine falschen Versprechen.
All diese Themen eint ein Befund: Unser Gesundheitssystem steht unter Druck – von innen wie von außen. Wer jetzt nur an einzelnen Stellschrauben dreht, wird der Lage nicht gerecht. Es braucht systemische Antworten, die Sicherheit, Zusammenarbeit, Innovation und Resilienz nicht gegeneinander ausspielen, sondern miteinander denken. Nur so bleibt die Versorgung zukunftsfest.
Von Engin Günder, Fachjournalist
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