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  • 31.03.2025 – Apotheken-News: Versandhandel und Milliardenpaket treiben Apotheken an, während Reformstau und Versorgungskrise belasten
    31.03.2025 – Apotheken-News: Versandhandel und Milliardenpaket treiben Apotheken an, während Reformstau und Versorgungskrise belasten
    APOTHEKE | Medienspiegel & Presse | Der Apothekenmarkt befindet sich im Wandel: Immer mehr Betriebe setzen auf Versandhandel, um der wachsenden Nachfrage nach digitalen Angeb...

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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-News: Versandhandel und Milliardenpaket treiben Apotheken an, während Reformstau und Versorgungskrise belasten

 

Während Großbritannien Apothekenschließungen mit Milliarden stoppt, ringen deutsche Apotheken mit Reformunsicherheit – Hoffnung kommt aus der Forschung

Der Apothekenmarkt befindet sich im Wandel: Immer mehr Betriebe setzen auf Versandhandel, um der wachsenden Nachfrage nach digitalen Angeboten gerecht zu werden. Gleichzeitig gerät das klassische Modell der Vor-Ort-Apotheke unter Druck – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strukturell. In Großbritannien konnte ein drohender Kollaps des Versorgungssystems nur durch ein milliardenschweres Finanzpaket abgewendet werden. Auch in Deutschland diskutiert die Politik über Reformpläne, doch die ABDA warnt vor zu viel Optimismus. Währenddessen macht die medizinische Forschung Hoffnung: Ein neuer Antikörper gegen Tumorkachexie zeigt erste Erfolge, und beim Thema Long Covid zieht das Bundesgesundheitsministerium eine positive Zwischenbilanz seiner Maßnahmen. Die Entwicklungen zeigen: Zwischen digitalen Chancen, politischem Reformbedarf und medizinischem Fortschritt braucht es jetzt klare Entscheidungen für die Zukunft der Gesundheitsversorgung.


Die Digitalisierung verändert die Landschaft vieler Branchen grundlegend, und auch Apotheken stehen zunehmend vor der Herausforderung, ihre traditionellen Geschäftsmodelle neu zu denken. Der Versandhandel gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Apotheken nutzen die Chance, ihre Reichweite über lokale Grenzen hinaus auszudehnen und ihren Kunden durch Online-Bestellungen eine zeitgemäße Versorgung zu ermöglichen. Doch der digitale Vertrieb von Arzneimitteln bringt auch Risiken mit sich – von haftungsrechtlichen Fragen bei Lieferverzögerungen über logistische Herausforderungen bis hin zu Datenschutz- und IT-Sicherheitsanforderungen. Eine durchdachte Strategie ist für Apotheken unabdingbar, um die Potenziale des Versandhandels auszuschöpfen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren. Während manche Apotheken dabei auf eigene Lösungen setzen, kooperieren andere mit etablierten Plattformen oder Dienstleistern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Gleichzeitig gerät der Apothekenmarkt in Europa unter Druck. In Großbritannien drohten zuletzt zahlreiche Apothekenschließungen, weil die staatlichen Zuschüsse nicht ausreichten, um die steigenden Betriebskosten zu decken. In letzter Minute hat sich die britische Regierung daher mit den Apotheken des Landes auf ein Milliardenpaket verständigt. Der neue Finanzierungsdeal sieht eine Aufstockung der Mittel für das Community Pharmacy Contractual Framework vor. Für die Jahre 2024 und 2025 wird der Zuschuss rückwirkend um 4,1 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Pfund erhöht. Im Haushaltsjahr 2025/2026 ist eine weitere Anhebung um knapp 14 Prozent geplant. Damit überschreitet die staatliche Gesamtförderung erstmals die Marke von 3 Milliarden Pfund jährlich. Beobachter werten diese Einigung als entscheidenden Schritt zur Stabilisierung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung, wenngleich die strukturellen Probleme des britischen Apothekensystems damit nicht vollständig gelöst seien.

Auch in Deutschland laufen Reformprozesse, deren Ziel eine nachhaltige Stärkung der Apothekenlandschaft sein soll. Doch die ersten Skizzen aus den laufenden Koalitionsverhandlungen stoßen bei der Standesvertretung auf Skepsis. Die ABDA verweist zwar auf einige hoffnungsvolle Ansätze im Ergebnispapier der Arbeitsgruppe Gesundheit, warnt aber zugleich vor voreiligen Erwartungen. Claudia Korf, Geschäftsführerin Ökonomie der ABDA, machte beim Westfälisch-lippischen Apothekertag deutlich, dass viele zentrale Fragen unbeantwortet bleiben. Ohne konkrete Maßnahmen, die rasch greifen, seien weitere Apothekenschließungen kaum zu verhindern. Die Lage bleibt angespannt, zumal viele Apotheken unter Personalmangel, Bürokratie und einem wachsenden wirtschaftlichen Druck leiden. Die Reformpläne müssten daher nicht nur die finanzielle Lage verbessern, sondern auch die Rolle der Apotheken als niedrigschwellige Versorgungseinrichtung stärken.

Während wirtschaftliche Fragen dominieren, schreitet die medizinische Forschung in anderen Bereichen voran. Einen vielversprechenden Ansatz gegen Tumorkachexie, eine häufige und schwerwiegende Begleiterscheinung fortgeschrittener Krebserkrankungen, bietet ein neuer Antikörper-Wirkstoff mit dem Namen Ponsegromab. Tumorkachexie führt zu einem massiven Gewichtsverlust, Muskelabbau und Appetitlosigkeit, wodurch sich die Prognose der Betroffenen erheblich verschlechtert. Der neue Therapieansatz richtet sich gegen den Wachstumsdifferenzierungsfaktor GDF-15, der bei der Entstehung der Kachexie eine zentrale Rolle spielt. Erste Studien zeigen eine signifikante Wirkung: Der Antikörper hemmt GDF-15 und kann so den körperlichen Abbau verlangsamen und die Lebensqualität der Patienten verbessern. Forscher hoffen, dass Ponsegromab mittelfristig Teil eines neuen Behandlungsstandards werden könnte.

Auch Long Covid bleibt ein zentrales Thema der Gesundheitspolitik. Das Bundesgesundheitsministerium zog bei einem weiteren Runden Tisch zu diesem Krankheitsbild eine positive Zwischenbilanz. Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte, dass die bisherigen Maßnahmen zur Versorgung der Betroffenen erste Früchte tragen. In Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Praxis sei es gelungen, Versorgungsstrukturen auszubauen und die Erforschung der Langzeitfolgen von Covid-19 deutlich zu intensivieren. Zahlreiche Projekte seien mittlerweile auf dem Weg oder bereits angelaufen. Ziel sei es, den betroffenen Menschen durch koordinierte Versorgung, spezifische Therapieangebote und umfassende Forschungsperspektiven eine langfristige Verbesserung zu ermöglichen. Lauterbach betonte zudem, dass Long Covid ein gesellschaftlich relevantes Thema bleibe und nachhaltige Aufmerksamkeit erfordere – nicht nur in der Medizin, sondern auch im Bereich der sozialen Absicherung.

Damit zeigt sich insgesamt ein vielschichtiges Bild des Apotheken- und Gesundheitswesens in Europa: Es ist geprägt von wirtschaftlichen Unsicherheiten, politischen Reformansätzen, aber auch medizinischem Fortschritt. Während die Digitalisierung neue Chancen eröffnet, bleibt die politische Unterstützung entscheidend, um Apotheken in ihrer Funktion als Gesundheitsdienstleister langfristig zu sichern.


Kommentar:

Der Versandhandel eröffnet Apotheken neue Möglichkeiten, doch er verändert auch das Selbstverständnis einer Branche, die bisher vor allem durch persönliche Beratung vor Ort geprägt war. Wer diesen Wandel aktiv gestaltet, kann seine Position im Markt stärken – vorausgesetzt, es gelingt, Qualität und Sicherheit auch digital zu garantieren. Gleichzeitig zeigt der Blick nach Großbritannien, wie schnell ein gesamtes Versorgungssystem ins Wanken geraten kann, wenn die politische Unterstützung fehlt. Die Einigung auf ein milliardenschweres Hilfspaket mag dort vorerst Schlimmeres verhindern, ist aber letztlich nur ein Notpflaster für strukturelle Defizite. In Deutschland darf sich die Politik nicht auf Absichtserklärungen beschränken: Die Apotheken brauchen keine Symbolpolitik, sondern verlässliche Perspektiven.

Dass die ABDA den aktuellen Reformskizzen mit Zurückhaltung begegnet, ist verständlich. Zu oft wurden Apotheken mit Versprechungen hingehalten, während die Realität vor Ort von Überlastung, Bürokratie und wirtschaftlichem Druck geprägt ist. Es reicht nicht, den Apotheken neue Aufgaben zuzuschieben, ohne gleichzeitig die Rahmenbedingungen zu verbessern. Wer die Apotheken als wohnortnahe Gesundheitsanker erhalten will, muss dafür auch konkret etwas tun – nicht irgendwann, sondern jetzt.

Gleichzeitig ist es ermutigend, dass die medizinische Forschung, etwa mit dem Antikörper Ponsegromab gegen Tumorkachexie, neue Wege eröffnet, um selbst schwerste Krankheitsbilder wirksam zu behandeln. Auch die Fortschritte im Umgang mit Long Covid zeigen: Wo Wille, Ressourcen und wissenschaftlicher Austausch zusammenkommen, entstehen Lösungen. Genau diese Haltung braucht es auch für die Apothekenpolitik – entschlossen, fundiert und langfristig gedacht. Sonst bleibt der Reformwille ein Lippenbekenntnis.

Von Engin Günder, Fachjournalist

 

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