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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
In Deutschland nehmen Rezeptfälschungen besorgniserregend zu, insbesondere in Bayern, was das Vertrauen in das Gesundheitssystem stark belastet. Die Zahl der Apotheken sinkt, was laut der ABDA zu Versorgungsengpässen führen könnte. Gleichzeitig sorgt ein wegweisendes EuGH-Urteil zur Quellensteuerpolitik für mehr Klarheit im europäischen Kapitalverkehr. Steuererleichterungen durch Sonderausgaben bieten den Bürgern 2024 finanzielle Vorteile. Der Trend „Sleepmaxxing“ zur Schlafoptimierung wird von Experten aufgrund möglicher gesundheitlicher Risiken kritisch betrachtet, während Drohnen erstmals im Regelbetrieb medizinische Proben effizient zwischen Kliniken transportieren. Gesundheitsministerin Gerlach fordert eine beschleunigte Umsetzung des EU-Pharmapakets und setzt sich für eine stärkere Digitalisierung im Gesundheitswesen ein. In der ambulanten Pflege gewinnt die Verblisterung von Medikamenten zunehmend an Bedeutung, um die sichere Medikamentengabe zu garantieren. Währenddessen erfahren Psychedelika eine Renaissance als potenzielle Therapieoption in der Psychiatrie, was einen Paradigmenwechsel in der Behandlung psychischer Erkrankungen markiert.
Alarmierende Zunahme von Rezeptfälschungen in Deutschland – eine drängende Gefahr für das Gesundheitssystem
Die steigende Flut von Rezeptfälschungen in Deutschland hat seit Anfang des Jahres 2024 bedenkliche Ausmaße angenommen. Insbesondere in Bundesländern wie Bayern verzeichnen die Behörden einen markanten Anstieg solcher Vorfälle, die das Fundament unseres Gesundheitssystems zu untergraben drohen. Organisierte kriminelle Gruppen, oft mit Verbindungen nach Osteuropa, sind aktiv in das Geschäft involviert, gefälschte Rezepte zu nutzen, um teure Medikamente zu erlangen, die später auf dem Schwarzmarkt einen hohen Gewinn versprechen.
Das Spektrum der betroffenen Medikamente ist weitreichend und beinhaltet neben Schmerzmitteln und Präparaten zur Gewichtsreduktion zunehmend auch essentielle Medikamente für die Behandlung von chronischen Krankheiten wie Diabetes. Besonders alarmierend ist der Missbrauch neuerer Medikamente wie Mounjaro, das nach Ozempic und Trulicity nun ebenfalls ins Visier der Fälscher gerückt ist. Die AOK Niedersachsen meldete einen Schaden von etwa 880.000 Euro, der durch etwa 2800 gefälschte Rezepte allein im ersten Halbjahr 2024 verursacht wurde.
Apotheken erhalten von der Polizei regelmäßig aktualisierte Merkmale zur Identifikation gefälschter Rezepte. Diese umfassen unter anderem Rezepte mit fiktiven Namen, oft mit russischen oder anderen osteuropäischen Namenszusätzen, abweichende Versicherungsnummern, fehlerhafte Arztstempel und falsche Adressangaben. Zudem wird empfohlen, im Zweifelsfall Rezepte vorab per E-Mail oder Fax anzufordern, um direkten Kontakt zu vermeiden, den die Täter in der Regel scheuen.
Angesichts des exponentiellen Anstiegs von Rezeptfälschungen ist ein dringender Handlungsbedarf offensichtlich. Diese Entwicklung weist auf erhebliche Schwachstellen im deutschen Gesundheitssystem hin, die dringend behoben werden müssen. Eine intensivierte Zusammenarbeit zwischen Apotheken, Polizei, Gesundheitsbehörden und Versicherungsgesellschaften ist von zentraler Bedeutung, um diese kriminellen Aktivitäten effektiv einzudämmen.
Neben der Implementierung fortschrittlicher Überprüfungstechnologien und der intensiven Schulung des Apothekenpersonals hinsichtlich der Erkennung von Fälschungen, ist auch eine verstärkte Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit notwendig. Darüber hinaus müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen überprüft und den neuen Herausforderungen angepasst werden, um die Sicherheit und Integrität der Medikamentenversorgung zu gewährleisten.
In diesem Zusammenhang kommt den Versicherungen eine Schlüsselrolle zu. Die wachsende Bedrohung durch Rezeptfälschungen macht die Investition in spezielle Versicherungen, die gegen die finanziellen Folgen dieser kriminellen Aktivitäten absichern, zunehmend notwendig. Versicherungen gegen Rezeptfälschungen und Retax-Versicherungen bieten finanziellen Schutz gegen die Rückforderungen von Krankenkassen im Falle der Abrechnung gefälschter Rezepte. Diese Policen sind nicht nur eine finanzielle Absicherung, sondern auch ein wichtiges Instrument, um das Risiko für Apotheken zu minimieren und letztlich auch das Vertrauen der Patienten in die Integrität der pharmazeutischen Versorgung zu stärken.
Die Eindämmung der Rezeptfälschungskrise erfordert ein umfassendes, koordiniertes Vorgehen aller Beteiligten, und Versicherungen spielen dabei eine entscheidende Rolle, um die finanzielle Stabilität der Apotheken zu sichern und das Gesundheitssystem vor weiteren Schäden zu schützen.
Tiefgreifender Vertrauensbruch: Gerichtsverfahren nach Einbruch in Regenstaufer Apotheke offenbart Sicherheitslücken
In der sonst so ruhigen Kleinstadt Regenstauf hat ein Einbruch in die lokal geschätzte Stern Apotheke nicht nur finanziellen Schaden verursacht, sondern auch das Vertrauen in die Integrität von Ausbildungsprogrammen tief erschüttert. Die Apothekeninhaberin, Elisabeth Meierhofer, ist bekannt für ihr Engagement in der Ausbildung junger Pharmazeuten und hat ihr Leben der Förderung von Nachwuchstalenten gewidmet. Diese Vertrauensstellung wurde ausgenutzt, als ein ehemaliger Praktikant, der durch ihre Hände gegangen war, zusammen mit einem früheren PKA-Auszubildenden, wichtige Medikamente und Bargeld stahl.
Das Gericht in Regensburg verhandelt nun diesen Fall, der vor einem Jahr stattfand und weitreichende Folgen für alle Beteiligten hat. Die Ermittlungen offenbarten, dass der Haupttäter gezielt sein Wissen über interne Abläufe und Sicherheitsvorkehrungen der Apotheke nutzte, um nachts unbemerkt einzudringen. Es stellte sich heraus, dass der PKA-Auszubildende vorab Informationen über den Standort wertvoller Medikamente lieferte, was die Planung des Einbruchs erleichterte.
Die Gemeinde steht fest hinter Elisabeth Meierhofer, die trotz des schweren Verrats ihre Ausbildungsbemühungen fortsetzt. Sie nutzt diesen Vorfall als Lehrstück, um die Bedeutung ethischer Schulung in der beruflichen Ausbildung zu betonen und hofft, dass ihre Geschichte andere Apothekeninhaber sensibilisiert und motiviert, sowohl die fachliche als auch die charakterliche Bildung ihrer Schützlinge ernster zu nehmen.
Der Einbruch in die Stern Apotheke in Regenstauf ist ein drastisches Beispiel für das Risiko, das Apothekeninhaber eingehen, wenn sie in die Ausbildung investieren. Dieser Vorfall verdeutlicht schmerzhaft, wie schnell das in junge Menschen gesetzte Vertrauen missbraucht werden kann und welche langfristigen Schäden daraus für das persönliche und berufliche Umfeld entstehen können. Für Apothekeninhaber wie Frau Meierhofer wirft dieser Vorfall wichtige Fragen auf: Wie kann man einerseits junge Menschen effektiv fördern und andererseits das eigene Geschäft vor solchen Risiken schützen?
Die Erweiterung von Ausbildungsprogrammen um ethische Komponenten scheint dringend geboten. Ebenso wichtig ist es, in präventive Sicherheitsmaßnahmen zu investieren, die sowohl physische als auch digitale Schutzmechanismen umfassen sollten. Die Investition in eine branchenspezifische Vertrauensschadenversicherung kann hierbei eine Schlüsselrolle spielen. Diese Art der Versicherung bietet finanziellen Schutz gegen die Folgen von Vertrauensmissbrauch und sollte als integraler Bestandteil des Risikomanagements jeder Apotheke betrachtet werden.
Darüber hinaus sollte dieser Vorfall eine Diskussion innerhalb der Branche anregen, um die Standards für die Auswahl und Überwachung von Auszubildenden zu überprüfen und gegebenenfalls zu verschärfen. Apothekeninhaber müssen ein Gleichgewicht finden zwischen der Offenheit für neue Talente und der Notwendigkeit, ihre Betriebe vor solchen internen Bedrohungen zu schützen. Der Fall der Stern Apotheke lehrt uns, dass die Förderung junger Menschen eine große Verantwortung mit sich bringt, die über die Vermittlung von Fachwissen hinausgeht und eine umfassende Charakterbildung erfordert.
Apothekenzahl rutscht unter 17.000 – Preis warnt vor Versorgungslücken
Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist zum Jahresbeginn 2025 auf unter 17.000 gesunken. Das geht aus Einschätzungen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hervor. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 wurden bundesweit noch 17.041 Apotheken gezählt. Da Schließungen zum Jahreswechsel in dieser Statistik noch nicht enthalten sind, geht ABDA-Präsident Thomas Preis davon aus, dass die tatsächliche Zahl inzwischen deutlich niedriger liegt.
Im ersten Quartal 2024 sank die Apothekenanzahl bereits um 132 Betriebe. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte die Zahl der geöffneten Apotheken bis Ende März auf etwa 16.900 gefallen sein. Der Rückgang ist seit Jahren spürbar: Innerhalb der letzten zehn Jahre ist laut ABDA rund jede fünfte Apotheke vom Markt verschwunden.
Die Ursachen für diesen Rückgang sind vielschichtig. Neben dem anhaltenden Fachkräftemangel nennt Preis vor allem die strukturelle Unterfinanzierung des Apothekenwesens. Das gesetzlich festgelegte Apothekenhonorar, das die Vergütung für die Abgabe und Beratung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln regelt, wurde zuletzt im Jahr 2013 angepasst. Seitdem haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erheblich verändert.
Nach Angaben der ABDA sind die allgemeinen Betriebskosten in den vergangenen Jahren um rund 60 Prozent gestiegen. Die Inflation wird mit knapp 30 Prozent beziffert, während die Personalkosten um etwa 80 Prozent zugenommen haben. Viele Apotheken sehen sich deshalb finanziell unter Druck gesetzt – mit der Folge, dass insbesondere kleinere Betriebe keine wirtschaftliche Perspektive mehr sehen.
Betroffen sind nicht nur ländliche Regionen. Auch in Städten wie Berlin zeigt sich der Rückgang deutlich: Dort liegt die Apothekendichte aktuell bei nur noch rund 18 Apotheken pro 100.000 Einwohner – weit unter dem EU-Durchschnitt von etwa 32.
ABDA-Präsident Preis sieht die Versorgung derzeit noch flächendeckend gesichert, warnt jedoch vor zunehmenden Engpässen, sollte die Politik nicht rasch reagieren. Die neue Bundesregierung sei in der Pflicht, zügig Maßnahmen zu ergreifen, um die wohnortnahe Arzneimittelversorgung langfristig sicherzustellen. Dazu hat die ABDA konkrete Forderungen vorgelegt, darunter eine regelmäßige Anpassung der Vergütung an die wirtschaftliche Entwicklung sowie kurzfristige Hilfen für betroffene Betriebe.
Der Rückgang der Apothekenzahl ist kein isoliertes Phänomen, sondern Ausdruck eines tiefgreifenden strukturellen Problems. Seit Jahren stemmen sich die Apotheken gegen steigende Kosten und bürokratische Belastungen, ohne dass sich die finanzielle Grundlage entscheidend verbessert hätte. Die letzte Erhöhung des Fixhonorars liegt mehr als ein Jahrzehnt zurück – in einem Zeitraum, in dem Löhne, Energiepreise und Mieten teils drastisch gestiegen sind.
Statt die wohnortnahe Arzneimittelversorgung als systemrelevant zu stärken, wurden Reformvorhaben verschleppt oder auf Nebenschauplätze verlagert. Doch die Realität ist klar: Wer heute eine Apotheke schließt, verliert einen niedrigschwelligen Gesundheitszugang – und mit ihm Beratung, Notdienst, Arzneimittelsicherheit.
Die Politik ist nun gefordert, aus der Schockstarre zu erwachen. Es braucht eine ehrliche Debatte über die Zukunft der flächendeckenden Versorgung und konkrete Schritte, um weitere Schließungen zu verhindern. Ein funktionierendes Gesundheitswesen beginnt nicht erst im Krankenhaus – es beginnt an der Apothekentür.
Bedeutende Wende in der Quellensteuerpolitik: Neues EuGH-Urteil stärkt Kapitalverkehrsfreiheit
In einem wegweisenden Urteil hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am 19. Dezember 2024 entschieden, dass die spanische Steuerverwaltung die auf Dividenden einbehaltene Kapitalertragsteuer (KESt) an die Credit Suisse Europe Ltd., eine im Vereinigten Königreich ansässige Gesellschaft, erstatten muss. Dieses Urteil, bekannt unter der Rechtssache C-601/23, markiert einen signifikanten Moment für die Kapitalverkehrsfreiheit innerhalb der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes.
Die Entscheidung des EuGH basiert auf der Klage von Credit Suisse Securities (Europe) gegen die spanische Steuerverwaltung, die die Kapitalertragsteuer auf Dividenden trotz einer Verlustsituation des Unternehmens einbehielt. Der Gerichtshof stellte fest, dass eine solche Praxis der spanischen Behörden im Widerspruch zur europäischen Kapitalverkehrsfreiheit steht, die eine steuerliche Gleichbehandlung von EU- und EWR-Staaten fordert.
Dieses Urteil setzt eine Fortsetzung der Rechtsprechung des EuGH seit 2006 fort, die darauf abzielt, diskriminierende Steuerpraktiken gegenüber ausländischen Dividendenempfängern zu verhindern. Es verdeutlicht, dass Steuergesetze, die grenzüberschreitende Dividenden anders behandeln als inländische, nicht mit den Grundsätzen des freien Kapitalverkehrs vereinbar sind.
Für Privatanleger ergibt sich daraus die Möglichkeit, bei Verlustsituationen und unter bestimmten Bedingungen eine Erstattung der Quellensteuer zu fordern. Diese Bedingungen umfassen das Fehlen einer Anrechnung der Kapitalertragsteuer im Anlegerstaat und eine hypothetische Erstattungsfähigkeit im Quellenstaat. Investoren, die in ähnlichen Situationen steuerlich benachteiligt wurden, können nun gezielt Erstattungsansprüche geltend machen, vorausgesetzt, die Anträge werden rechtzeitig und entsprechend den Verfahrensregeln des Quellenstaats eingereicht.
Das jüngste Urteil des EuGH stellt einen entscheidenden Schritt zur Sicherung der steuerlichen Gerechtigkeit innerhalb der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes dar. Durch die Bekräftigung des Inländergleichbehandlungsgebots und der Kapitalverkehrsfreiheit sendet der Gerichtshof ein klares Signal an die Mitgliedstaaten, ihre Steuergesetze im Einklang mit den grundlegenden Freiheiten der EU zu gestalten.
Diese Entscheidung hat nicht nur unmittelbare finanzielle Auswirkungen für betroffene Unternehmen und Anleger, sondern sie stärkt auch das Vertrauen in den europäischen Binnenmarkt. Indem sie Ungleichheiten adressiert und eine gleichmäßigere Anwendung der Gesetze fördert, trägt die Rechtsprechung des EuGH zur Schaffung eines gerechteren und integrativeren Wirtschaftsraums bei. In einer Zeit, in der grenzüberschreitende Investitionen eine Schlüsselrolle spielen, bekräftigt dieses Urteil die Bedeutung von Rechtssicherheit und fairem Wettbewerb.
Steuerentlastung durch Sonderausgaben: Ein Überblick für das Jahr 2024
Mit dem Jahreswechsel rückt auch die Steuererklärung 2024 in den Fokus vieler Bürgerinnen und Bürger. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Sonderausgaben, die erhebliche Steuerersparnisse ermöglichen können. Sonderausgaben umfassen verschiedene Kosten, die das zu versteuernde Einkommen mindern. Dazu zählen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Ausgaben für die Altersvorsorge und auch Kosten für Kinderbetreuung oder Unterstützung bedürftiger Personen.
Im Detail erweisen sich Krankenversicherungsbeiträge als einer der größten Posten bei den Sonderausgaben. Sie sind in voller Höhe absetzbar, sofern sie die Basisabsicherung betreffen. Ähnlich verhält es sich mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu Basis-Rentenpolicen, die ebenfalls einen erheblichen Teil zur Steuerreduktion beitragen können.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Kinderbetreuungskosten. Für berufstätige oder in Ausbildung befindliche Eltern sind diese Kosten bis zu einem gewissen Höchstsatz abzugsfähig. Dies gilt für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren bzw. bei Kindern mit Behinderung ohne Altersbeschränkung.
Auch Spenden und Mitgliedsbeiträge an gemeinnützige Organisationen können steuermindernd geltend gemacht werden. Der Gesetzgeber ermöglicht hierbei nicht nur die Absetzbarkeit monetärer Zuwendungen, sondern auch von Sachspenden. Wichtig ist dabei, die formellen Anforderungen wie das Vorliegen einer Spendenbescheinigung zu beachten.
Für die optimale Nutzung der Sonderausgaben ist es empfehlenswert, alle Belege und Nachweise sorgfältig zu sammeln. Denn gerade in der detaillierten Aufstellung und dem korrekten Nachweis der Ausgaben liegt das Potenzial, die persönliche Steuerlast effektiv zu senken.
Die Möglichkeit, durch Sonderausgaben die Steuerlast zu mindern, bleibt ein wesentlicher Aspekt des deutschen Steuersystems. Sie fördert nicht nur die individuelle Vorsorge, sondern unterstützt auch gesellschaftlich wertvolle Beiträge wie Spenden an gemeinnützige Organisationen. Doch während die praktische Umsetzung für einige Bürgerinnen und Bürger durchaus komplex sein kann, verdeutlicht sie auch die Notwendigkeit einer umfassenden und rechtzeitigen Planung. Wer sich frühzeitig informiert und beraten lässt, kann nicht nur finanzielle Vorteile genießen, sondern auch sicherstellen, dass alle verfügbaren Möglichkeiten zur Steuerreduktion genutzt werden.
Schlaftrend Sleepmaxxing: Zwischen Selbstoptimierung und Gesundheitsrisiko
Ein neuer Trend in sozialen Netzwerken sorgt für Aufmerksamkeit: Unter dem Schlagwort „Sleepmaxxing“ verbreiten sich derzeit zahlreiche Tipps, mit denen Nutzerinnen und Nutzer ihren Schlaf optimieren wollen. Während bewährte Maßnahmen wie geregelte Schlafzeiten, reduzierte Bildschirmnutzung und Entspannungstechniken durchaus wissenschaftlich gestützt sind, häufen sich zugleich Empfehlungen, die Fachleute als potenziell gesundheitsschädlich einstufen.
Der Begriff „Sleepmaxxing“ steht für das Bestreben, jede einzelne Nacht zur maximalen Regeneration zu nutzen – mit Hilfe von Routinen, Nahrungsergänzungsmitteln und ungewöhnlichen Schlafhilfen. In Videoplattformen wie TikTok kursieren derzeit zahlreiche Anleitungen, die von der Einnahme hoher Magnesiumdosen über spezielle Atemtechniken bis hin zur Verwendung von Gewichtsdecken reichen. Auch das Tragen von Augenmasken, das Aufstellen von Rotlichtlampen oder der Verzehr von Kiwis vor dem Zubettgehen gehören zum Repertoire.
Besonders kritisch sehen Fachleute jedoch die Empfehlung, sich zum Schlafen den Mund mit Klebeband zu verschließen – das sogenannte Mouthtaping. Diese Maßnahme soll eine reine Nasenatmung fördern und gegen Schnarchen helfen. Doch Mediziner warnen vor ernsten Risiken: Bei unentdeckten Atemwegserkrankungen, Allergien oder gar einer Schlafapnoe kann die Mundverklebung zu gefährlichen Situationen führen. Auch Lippenreizungen, Atemnot oder nächtliches Erwachen sind keine Seltenheit.
Nicht minder problematisch ist der Aufruf, täglich mindestens 500 Milligramm Magnesium zuzuführen – deutlich mehr als die von Fachgesellschaften empfohlene Höchstmenge. Überdosierungen können zu Magen-Darm-Beschwerden und Kreislaufproblemen führen. Ebenso wird die Nutzung von Geräten zur Erzeugung von weißem Rauschen kritisch gesehen, da bei zu hoher Lautstärke eine Schädigung des Gehörs drohen kann. Bei Kindern kann sich ein Gewöhnungseffekt einstellen, der zu Schlafstörungen führt, wenn das Geräusch einmal ausbleibt.
Neben diesen konkreten Gesundheitsrisiken rufen Fachleute auch zur Vorsicht vor dem übermäßigen Drang zur Selbstoptimierung auf. Das konsequente Streben nach einem „perfekten“ Schlaf kann das Gegenteil bewirken: Schlaf wird zur Belastung, Einschlafprobleme werden durch ständige Selbstbeobachtung verstärkt. In der Fachliteratur ist in diesem Zusammenhang von „Orthosomnie“ die Rede – einer Form von Zwangsstörung, bei der sich alles um die Kontrolle des Schlafverhaltens dreht.
Der Trend zeigt damit eine doppelte Dynamik: Einerseits rückt er die Bedeutung von Schlaf stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, andererseits führt er bei vielen zu überzogenen Erwartungen und potenziell gesundheitsschädlichem Verhalten. Mediziner raten dazu, bei Schlafproblemen auf bewährte Strategien zu setzen – und neue Trends mit gesundem Menschenverstand zu hinterfragen.
Sleepmaxxing verdeutlicht, wie stark das Bedürfnis nach Kontrolle in einer überreizten Gesellschaft geworden ist. Was als harmloser Trend beginnt, kann schnell zur gesundheitlichen Gefahr werden, wenn TikTok-Challenges plötzlich den Alltag dominieren. Dabei wird vergessen, dass Schlaf ein biologischer Prozess ist, der nicht beliebig optimiert werden kann. Die Suche nach Ruhe darf nicht zum Leistungssport werden – sonst geht genau das verloren, was nächtliche Erholung eigentlich leisten soll: Entspannung. Ein gesunder Umgang mit dem eigenen Körper beginnt nicht mit Tape über dem Mund, sondern mit einem kritischen Blick auf die Quellen, aus denen man seine Ratschläge bezieht.
Drohnen transportieren erstmals Laborproben im Regelbetrieb zwischen Kliniken
Erstmals in Deutschland hat ein Regelbetrieb für medizinische Drohnenflüge begonnen. Zwischen der Asklepios Klinik in Bad Oldesloe und der Privatklinik Blomenburg in Selent werden seit Kurzem Laborproben per Drohne transportiert. Ziel ist es, die Diagnostik zu beschleunigen und die medizinische Versorgung auch in ländlichen Regionen effizienter zu gestalten.
Die Flugstrecke beträgt rund 60 Kilometer. Die unbemannten Fluggeräte benötigen für die Strecke etwa 30 Minuten und fliegen in über 100 Metern Höhe. Laut Angaben der Betreiber erfolgt der Flug ausschließlich über unbebautem Gelände. Die eingesetzten Drohnen können bis zu vier Kilogramm medizinisches Material befördern, im Wesentlichen handelt es sich derzeit um Blutproben.
Der Regelbetrieb wurde nach einer erfolgreichen Testphase und der Genehmigung durch das Luftfahrt-Bundesamt aufgenommen. Die erste Drohne startete am Morgen in Selent und landete planmäßig in Bad Oldesloe. Noch erfolgt die Landung auf dem Boden, perspektivisch sollen die Drohnen an Halterungen über den Fenstern der Klinikgebäude andocken. Dadurch könnten die Mitarbeiter die Proben ohne zusätzlichen Aufwand entgegennehmen.
Das Projekt ist ein gemeinsames Vorhaben der Asklepios Kliniken und des Schweizer Start-ups Jedsy, das für die technische Umsetzung verantwortlich ist. Die Drohnenflüge finden zunächst einmal täglich statt. Langfristig wird eine Ausweitung auf weitere Einsatzbereiche wie den Transport von Blutkonserven oder Medikamenten geprüft.
Die Klinikleitung sieht in der neuen Transportmethode vor allem Vorteile für Einrichtungen ohne eigenes Labor. Durch die regelmäßigen Drohnenverbindungen könne eine zeitnahe Analyse der Proben sichergestellt werden – ein entscheidender Faktor in der Notfallversorgung. Auch strukturschwache Regionen sollen so besser an zentrale Laborkapazitäten angebunden werden.
Mit dem Start des ersten regulären Drohnentransports medizinischer Proben beginnt ein neues Kapitel der klinischen Logistik. Was bislang nur in Testphasen möglich war, wird nun Realität. Dabei zeigt sich, dass technologische Innovation nicht zwingend Spektakel bedeuten muss – sondern pragmatische Lösungen für echte Probleme bietet. Gerade in Zeiten personeller und struktureller Engpässe im Gesundheitswesen stellt der gezielte Einsatz von Drohnentechnik eine sinnvolle Ergänzung dar.
Allerdings dürfen Fragen der Sicherheit, der Datenverarbeitung und des Luftraumschutzes nicht hinter dem Fortschrittsgedanken zurückstehen. Der Regelbetrieb wird zeigen müssen, ob die angekündigte Effizienz auch unter realen Bedingungen standhält. Dass nun auch kleinere Kliniken Zugang zu zeitkritischer Labordiagnostik erhalten, ist ein Fortschritt – vorausgesetzt, Technik und Verantwortung bleiben im Gleichgewicht.
EU-Pharmapaket: Gerlach drängt auf mehr Tempo bei Arzneimittelsicherheit und Digitalisierung
Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach fordert eine schnellere Umsetzung des EU-Pharmapakets und warnt vor einer fortgesetzten Abhängigkeit Europas von außereuropäischen Herstellern bei der Arzneimittelversorgung. Angesichts anhaltender Lieferengpässe und zunehmender geopolitischer Spannungen sei es unerlässlich, die europäische Produktion von Arzneimitteln massiv zu stärken und gleichzeitig die Digitalisierung des Gesundheitswesens konsequent voranzutreiben, so die Ministerin.
Gerlach betont, dass die Reformen nicht nur gesundheitspolitisch, sondern auch sicherheitspolitisch von zentraler Bedeutung seien. „Europa muss künftig in der Lage sein, sich selbst mit lebenswichtigen Arzneimitteln zu versorgen“, erklärte sie mit Blick auf die derzeitige Weltlage. Der Vorschlag der EU-Kommission für einen „Critical Medicines Act“ sei ein richtiger Schritt, um Lieferketten zu diversifizieren und strategische Abhängigkeiten abzubauen.
Nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestehen derzeit Engpässe bei über 500 Medikamenten. Diese Situation verdeutlicht aus Sicht der Ministerin die Dringlichkeit des Handelns. Eine zukunftsfähige Arzneimittelversorgung könne nur durch den gezielten Ausbau des Forschungs- und Produktionsstandorts Europa gelingen. Dafür seien jedoch verlässliche Rahmenbedingungen und ein abgestimmtes Vorgehen auf europäischer Ebene notwendig.
Auch aus der Industrie kommen warnende Stimmen. Andreas Burkhardt, Vorsitzender von Pro Generika, sieht in der einseitigen Abhängigkeit von Drittstaaten ein zunehmendes Risiko für die Versorgungssicherheit. Die Arzneimittelversorgung sei damit längst ein Thema der nationalen und europäischen Sicherheit geworden. In einem gemeinsamen Schreiben hatten sich kürzlich elf EU-Gesundheitsminister – darunter auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach – auf die Verwundbarkeit der europäischen Lieferketten als sicherheitspolitische Achillesferse hingewiesen.
Neben der Stärkung der Produktionskapazitäten fordert Gerlach eine konsequente Digitalisierung des Gesundheitswesens. Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) könnten laut der Ministerin maßgeblich zur Effizienzsteigerung und Verbesserung der Patientenversorgung beitragen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Gesundheitsdaten sei dabei von zentraler Bedeutung. Für das Frühjahr ist ein Förderaufruf für Projekte im Bereich der digitalen Pflege geplant, ein weiterer zu robotischen Assistenzsystemen soll 2026 folgen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Cybersicherheit im Gesundheitswesen. Gerlach begrüßte den kürzlich von der EU-Kommission vorgestellten Aktionsplan, der unter anderem die Einrichtung eines Unterstützungszentrums für Cybersicherheit vorsieht. Krankenhäuser und andere Gesundheitsdienstleister müssten besser vor digitalen Angriffen geschützt werden, um ihre Funktionsfähigkeit in Krisenzeiten sicherzustellen.
Die Ministerin appelliert an die EU-Kommission und die derzeitige Ratspräsidentschaft, die Abstimmungen zum Pharmapaket zügig abzuschließen. Europa müsse jetzt handeln, um seine Gesundheitsversorgung widerstandsfähiger, unabhängiger und zukunftsfähig zu machen.
Die Forderungen aus Bayern kommen zur rechten Zeit. Der Reformdruck ist hoch, die Verwundbarkeit der Arzneimittelversorgung liegt offen zutage. Die Zahlen des BfArM sprechen eine deutliche Sprache: Lieferengpässe sind längst kein Einzelfall mehr, sondern ein strukturelles Problem. Was bislang als Problem des Marktes abgetan wurde, hat sicherheitspolitische Relevanz gewonnen.
Es ist richtig, dass die EU nun entschlossener handelt. Aber Symbolpolitik genügt nicht. Entscheidend ist, dass die geplanten Maßnahmen nicht in Brüsseler Abstimmungen versanden. Forschung, Produktion, Digitalisierung und Cybersicherheit müssen als gemeinsame europäische Aufgabe verstanden und finanziell getragen werden.
Die Vernachlässigung digitaler Infrastruktur und Sicherheitskonzepte im Gesundheitswesen hat bereits Spuren hinterlassen. Krankenhäuser und Apotheken brauchen klare Leitlinien und Unterstützung, nicht zusätzliche Bürokratie. Gerlachs Mahnungen sind ein Warnruf, den die EU nicht ignorieren sollte. Europas Fähigkeit zur Selbstversorgung ist mehr als eine industriepolitische Debatte – sie ist eine Frage der Resilienz.
Verblisterung in der ambulanten Pflege: Ein zukunftsträchtiger Schritt zur sicheren Medikamentengabe
In Deutschland ist die Zahl der Menschen, die zu Hause gepflegt werden, in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Trend zur häuslichen Pflege hat sich seit den frühen 2000er Jahren stabilisiert, wobei laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2023 etwa 70 Prozent der Pflegebedürftigen in der ambulanten Pflege versorgt wurden, während lediglich rund 30 Prozent in stationären Einrichtungen untergebracht sind. Dies stellt eine klare Entwicklung in der Pflegepolitik dar, die den Bedarf an professionellen Dienstleistungen im ambulanten Sektor unterstreicht. Die steigende Zahl der pflegebedürftigen Menschen, gekoppelt mit der zunehmenden Komplexität ihrer Medikation, stellt sowohl die Pflegekräfte als auch die Angehörigen vor große Herausforderungen.
Ein entscheidendes Thema, das dabei häufig vernachlässigt wird, ist die Medikamentengabe im ambulanten Bereich. Hier kommt die Verblisterung ins Spiel – das individuelle Abpacken von Medikamenten in Blisterpackungen, die für eine bestimmte Zeitspanne und Dosis bestimmt sind. Die Vorteile dieser Methode sind unbestreitbar, insbesondere in Bezug auf die Sicherheit der Medikation und die Unterstützung der Pflegekräfte.
Verblisterte Medikamente bieten einen klaren Vorteil: Sie erleichtern die tägliche Medikation der Patienten, indem sie Dosierungsfehler minimieren und die richtige Einnahme sicherstellen. Gerade im ambulanten Bereich, wo viele Patienten mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, ist der Überblick über die Medikation von großer Bedeutung. In vielen Fällen führt eine fehlerhafte Medikamenteneinnahme zu gesundheitlichen Komplikationen, die nicht nur die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigen, sondern auch zu vermehrten Krankenhausaufenthalten führen können.
Ein weiteres Problem ist die Vielfalt der Medikamente, die viele Patienten benötigen, und die Herausforderung, diese regelmäßig und korrekt einzunehmen. Gerade bei älteren Patienten, die möglicherweise unter Gedächtnisproblemen leiden, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Medikation systematisch und einfach gestaltet wird. Hier kann die Verblisterung helfen, indem sie sicherstellt, dass die Patienten die richtige Dosis zur richtigen Zeit erhalten.
Trotz dieser klaren Vorteile ist die Verblisterung im ambulanten Bereich in Deutschland noch nicht weit verbreitet. Ein Grund dafür sind die höheren Kosten, die mit der individuellen Herstellung von Blisterpackungen verbunden sind. Im stationären Bereich, wo Medikamente meist in größeren Mengen und standardisierten Formaten abgegeben werden, sind die Kosten pro Packung deutlich niedriger. Für die ambulante Pflege hingegen müssen die Packungen auf die spezifischen Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten zugeschnitten werden, was einen höheren Aufwand und zusätzliche Materialkosten bedeutet.
Zudem stellt die Logistik eine große Herausforderung dar. Die regelmäßige Lieferung von verblisterten Medikamenten an Patienten, die über das ganze Land verteilt sind, erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Apotheken und ambulanten Pflegediensten. Für Apotheken bedeutet dies, dass sie nicht nur die Medikamente verpacken müssen, sondern auch dafür sorgen müssen, dass diese pünktlich und in der richtigen Form beim Patienten ankommen. Dies erfordert eine gut organisierte und zuverlässige Infrastruktur.
Die ambulanter Pflegekräfte sind häufig mit der Handhabung von Blisterpackungen noch nicht vertraut. Dies liegt zum Teil an einer mangelnden Schulung und einem geringen Bewusstsein für die Vorteile der Verblisterung. Viele Pflegekräfte befürchten, dass die Handhabung von Blisterpackungen mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist oder dass sie mehr Zeit für die Vorbereitung der Medikamente benötigen. Die Apotheken können jedoch als Experten für Arzneimittelversorgung in diesem Bereich eine wichtige Rolle spielen, indem sie Schulungen anbieten und den Pflegediensten erklären, wie einfach und effizient das Verblistern in der Praxis sein kann.
Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch positive Entwicklungen. Einige Apotheken und Pflegedienste haben bereits mit der Verblisterung von Medikamenten für ihre Patienten experimentiert, und es gibt Hinweise darauf, dass dies einen positiven Einfluss auf die Qualität der Versorgung und die Arbeitsbelastung der Pflegekräfte hat. Auch politische Initiativen und gesellschaftliche Diskussionen über die Verbesserung der ambulanten Pflege könnten dazu beitragen, das Verblistern weiter zu fördern. Die Einführung von Modellen, bei denen das Verblistern als Standard für die Medikamentenversorgung in der ambulanten Pflege etabliert wird, könnte ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der Patientensicherheit und der Effizienz der Pflege sein.
Für Apotheken bietet die Verblisterung eine Chance, sich als Partner im Gesundheitswesen zu positionieren und von der steigenden Nachfrage nach individuellen Pflegeleistungen zu profitieren. Die Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten könnte Apotheken nicht nur als Experten für Arzneimittelversorgung etablieren, sondern ihnen auch ermöglichen, zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Die Idee, Medikamente für die ambulante Pflege zu verblistern, ist eine der innovativen Ansätze, die in der aktuellen Diskussion um die Verbesserung der häuslichen Pflege eine Schlüsselrolle spielen könnten. Der ambulante Pflegebereich steht in Deutschland vor enormen Herausforderungen, und das Verblistern von Medikamenten könnte einen wesentlichen Beitrag zur Lösung dieser Probleme leisten. Es stellt eine Möglichkeit dar, die Medikation für Patienten transparenter und sicherer zu gestalten, wodurch die Gefahr von Fehlmedikationen und damit verbundenen gesundheitlichen Komplikationen verringert wird.
Die Vorteile für die Patienten sind offensichtlich: Sie erhalten ihre Medikamente in genau der richtigen Dosierung und zur richtigen Zeit. Diese Form der Medikation kann besonders älteren Menschen zugutekommen, die aufgrund von Gedächtnisproblemen oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen Schwierigkeiten haben könnten, ihre Medikation korrekt einzunehmen. Das Verblistern bietet eine einfache Lösung, die sowohl den Patienten als auch den Pflegekräften zugutekommt.
Allerdings sind die Herausforderungen nicht zu unterschätzen. Die höheren Kosten, die mit der individuellen Verblisterung von Medikamenten verbunden sind, stellen eine Hürde dar. Apotheken müssen in der Lage sein, diese Kosten durch effiziente Prozesse und logistische Lösungen zu kompensieren. Zudem erfordert die regelmäßige Lieferung von verblisterten Medikamenten an die Patienten eine enge Zusammenarbeit zwischen Apotheken und Pflegediensten, was zusätzliche organisatorische Anstrengungen erfordert.
Ein weiterer Aspekt, der in der Diskussion oft zu kurz kommt, ist die Schulung der Pflegekräfte. Um die Vorteile der Verblisterung voll auszuschöpfen, müssen die Pflegekräfte über die Handhabung und die Bedeutung der verpackten Medikamente informiert werden. Hier können Apotheken als Experten für Arzneimittelversorgung einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie nicht nur die Medikamente bereitstellen, sondern auch Schulungen und Unterstützung anbieten.
Die Verblisterung für die ambulante Pflege ist nicht nur eine Chance für die Patienten und die Pflegekräfte, sondern auch für die Apotheken. Sie können sich als Partner im Gesundheitswesen etablieren und von der zunehmenden Bedeutung der ambulanten Pflege profitieren. Um diese Chance erfolgreich zu nutzen, müssen jedoch alle Beteiligten – Apotheken, Pflegedienste, politische Entscheidungsträger und die Gesellschaft – zusammenarbeiten, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Die zukünftige Entwicklung der ambulanten Pflege könnte durch das Verblistern von Medikamenten nachhaltig verbessert werden. Es liegt an den Akteuren im Gesundheitswesen, diese Chance zu ergreifen und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Pflege der Patienten sicherer und effizienter zu gestalten. Gerade in einer Zeit, in der der ambulante Sektor immer mehr an Bedeutung gewinnt, könnte das Verblistern ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung sein.
Psychedelika im Wandel – Von der Gegenkultur zur potenziellen Therapie in der modernen Psychiatrie
Substanzen wie LSD, Psilocybin, Meskalin und Ketamin galten jahrzehntelang als gefährliche Drogen, Symbol einer außer Kontrolle geratenen Gegenkultur der 1960er-Jahre. Heute erleben diese bewusstseinsverändernden Wirkstoffe eine wissenschaftliche Wiederentdeckung – nicht als Freizeitdrogen, sondern als potenzielle Medikamente im Rahmen innovativer Therapiekonzepte bei psychischen Erkrankungen. Was einst kriminalisiert und aus der Forschung verbannt wurde, kehrt nun unter streng regulierten Bedingungen in die Kliniken und Universitäten zurück.
Der Weg in die Labore war lang und widersprüchlich. Erste Experimente mit LSD fanden bereits in den 1940er-Jahren statt, nachdem der Schweizer Chemiker Albert Hofmann den Stoff zufällig synthetisiert und seine psychoaktiven Effekte entdeckt hatte. In den 1950er-Jahren begann man, LSD gezielt in der Psychiatrie einzusetzen – etwa zur Behandlung von Alkoholismus oder zur Erforschung des Bewusstseins. Auch Psilocybin, das aus bestimmten Pilzarten gewonnen wird, wurde in akademischen Kontexten untersucht. Doch das wachsende Interesse außerhalb der Wissenschaft, etwa durch Persönlichkeiten wie Timothy Leary, sowie die Ausbreitung der Substanzen in der Hippie-Bewegung führten zu einer politischen Gegenbewegung.
Mit dem "War on Drugs" in den USA und der weltweiten Einstufung psychedelischer Substanzen als verbotene Stoffe kam die Forschung in den 1970er-Jahren fast vollständig zum Erliegen. Über Jahrzehnte blieb das wissenschaftliche Potenzial dieser Wirkstoffe ungenutzt – trotz zahlreicher Erfahrungsberichte über deren tiefgreifende psychologische Wirkung. Erst seit den 2000er-Jahren lässt sich eine vorsichtige Renaissance beobachten.
Heute arbeiten renommierte Einrichtungen wie die Johns Hopkins University, das Imperial College London oder die Charité in Berlin an einer wissenschaftlich fundierten Neubewertung. Im Mittelpunkt stehen kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Psychedelika bei therapieresistenten Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), Angststörungen und substanzbezogenen Abhängigkeitserkrankungen. Dabei wird der therapeutische Prozess engmaschig begleitet – häufig in Kombination mit psychotherapeutischen Verfahren.
Ein Beispiel für die klinische Anwendung ist Ketamin, das in niedriger Dosierung bereits als schnell wirkendes Antidepressivum zugelassen wurde. Anders als klassische Antidepressiva setzt die Wirkung nicht erst nach Wochen, sondern oft nach Stunden ein – was insbesondere bei akuter Suizidalität neue Optionen eröffnet. Psilocybin-basierte Therapien befinden sich ebenfalls in der klinischen Erprobung: Patienten berichten nach den Sitzungen häufig von einer nachhaltigen Verbesserung ihres emotionalen Erlebens, einer erhöhten Selbstakzeptanz und einer tieferen Verarbeitung belastender Erfahrungen.
Doch so vielversprechend die bisherigen Ergebnisse erscheinen, so groß sind auch die Herausforderungen. Die Substanzen wirken nicht wie klassische Medikamente, sondern entfalten ihre Effekte in Kombination mit der persönlichen Lebensgeschichte, der therapeutischen Umgebung und der inneren Haltung des Patienten. Dies erfordert ein ganzheitliches Therapiekonzept, in dem Set (innere Verfassung) und Setting (äußere Umgebung) eine zentrale Rolle spielen.
Zudem werfen die neuen Entwicklungen zahlreiche ethische, juristische und gesundheitspolitische Fragen auf: Wie lassen sich Risiken wie Flashbacks, psychotische Episoden oder eine mögliche Wiederverbreitung im Freizeitbereich minimieren? Wie definiert man eine klare medizinische Indikation, und wer darf solche Therapien überhaupt durchführen? Die medizinische Psychedelika-Forschung steht noch am Anfang – sie verlangt wissenschaftliche Strenge, interdisziplinäre Zusammenarbeit und gesellschaftliche Wachsamkeit.
Die Wiederentdeckung psychedelischer Substanzen für medizinische Zwecke markiert einen Paradigmenwechsel in der Psychiatrie – einen Wandel, der längst überfällig erscheint. Jahrzehntelang dominierte in der Behandlung psychischer Erkrankungen ein biologisch-reduktionistisches Modell, das vor allem auf Pharmakologie und Neurotransmitter fokussierte. Viele Patienten – insbesondere mit chronischen oder therapieresistenten Verläufen – blieben damit unterversorgt.
Psychedelika eröffnen hier einen neuen, komplementären Ansatz. Sie wirken nicht in erster Linie durch biochemische Reize, sondern ermöglichen – unter professioneller Anleitung – intensive Selbsterfahrungsprozesse, emotionale Durchbrüche und Perspektivwechsel. In einer Zeit, in der psychische Belastungen durch gesellschaftliche Krisen, Isolation und Stress zunehmen, braucht es alternative Wege, um das seelische Gleichgewicht wiederherzustellen.
Doch diese Entwicklung darf nicht naiv romantisiert werden. Psychedelika sind keine Wundermittel und auch keine Abkürzung zu psychischer Gesundheit. Ihre Wirkung ist hochgradig kontextabhängig, ihr Einsatz erfordert umfassende Vorbereitung, Nachsorge und therapeutische Kompetenz. Der Reiz des „anderen Bewusstseins“ darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um tiefgreifende Eingriffe in die Psyche handelt – mit allen damit verbundenen Risiken.
Besonders sensibel ist der gesellschaftliche Umgang mit diesen Stoffen. Ein unkontrollierter Boom oder eine Verharmlosung im Freizeitbereich könnte das fragile Vertrauen, das sich zwischen Forschung, Gesellschaft und Gesundheitspolitik gerade erst neu entwickelt, rasch wieder zerstören. Es ist daher unerlässlich, zwischen medizinisch-therapeutischem Einsatz und kultureller Aneignung klar zu trennen – nicht zuletzt zum Schutz der Patienten.
Langfristig zeigt die Psychedelika-Forschung aber eines sehr deutlich: Psychische Erkrankungen lassen sich nicht rein symptomatisch behandeln. Es braucht Zugänge, die Biografie, Bewusstsein und Beziehung in den Mittelpunkt stellen. Psychedelika können ein Türöffner sein – vorausgesetzt, sie werden mit Demut, wissenschaftlicher Integrität und gesellschaftlicher Verantwortung eingesetzt.
Von Engin Günder, Fachjournalist
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