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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Das Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz (GVSG) bringt bedeutende Änderungen für Hausärzte: Die vollständige Entbudgetierung verspricht bessere Vergütung und Arbeitsbedingungen. Doch während die Ärzteschaft profitiert, stehen die Apotheken erneut ohne spürbare Entlastung da. Weder eine Anpassung des Honorars noch strukturelle Verbesserungen finden sich im Gesetzesentwurf. Die Rücknahme des erhöhten Kassenabschlags sorgt nur für minimale Entspannung. Kritiker warnen: Ohne gezielte Investitionen in das Apothekensystem droht eine nachhaltige Gefährdung der flächendeckenden Gesundheitsversorgung.
Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode will die Ampelregierung das Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz (GVSG) auf den Weg bringen. Das Gesetz, das von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vorangetrieben wird, sieht eine entscheidende Änderung für die hausärztliche Versorgung vor: die vollständige Entbudgetierung. Künftig sollen alle von Hausärztinnen und Hausärzten erbrachten Leistungen vollständig vergütet werden, ohne dass diese durch Budgetvorgaben begrenzt sind. Diese Maßnahme wird von der Ärzteschaft als längst überfälliger Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zur Sicherung der flächendeckenden medizinischen Versorgung begrüßt. Besonders in ländlichen Gebieten, wo der Ärztemangel besonders gravierend ist, erhofft man sich durch die neue Regelung eine Stabilisierung.
Für Apotheken hingegen enthält das GVSG keine vergleichbaren Maßnahmen, die ihre wirtschaftliche Lage verbessern oder strukturelle Entlastungen schaffen könnten. Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt fordern Apothekenverbände eine Anpassung des Apothekenhonorars, das seit 2004 unverändert geblieben ist. Diese Forderung wird im neuen Gesetz jedoch erneut nicht berücksichtigt. Auch die ursprünglich geplante Übertragung der Zuständigkeit für die Arzneimittelpreisverordnung vom Bundeswirtschaftsministerium auf das Bundesgesundheitsministerium, die als eine Stärkung der politischen Position der Apotheken gewertet worden wäre, ist im finalen Entwurf nicht enthalten.
Die Apothekerschaft zeigt sich zunehmend frustriert über die politische Ignoranz gegenüber ihren Problemen. Berend Groeneveld, Vorsitzender des Landesapothekerverbands Niedersachsen, kritisierte das GVSG scharf und wies darauf hin, dass die Entbudgetierung zwar ein notwendiger Schritt für die Ärzteschaft sei, die Versorgung jedoch ohne ein stabiles Apothekennetz nicht gesichert werden könne. „Die Politik muss endlich die Bedeutung der Apotheken für die Gesundheitsversorgung anerkennen und investieren, bevor das Netz weiter ausdünnt“, erklärte Groeneveld. Seine Sorge ist berechtigt: Die Zahl der Apotheken in Deutschland nimmt seit Jahren kontinuierlich ab, besonders in ländlichen Regionen. Steigende Betriebskosten, stagnierende Honorare und zusätzliche bürokratische Belastungen machen es vielen Apotheken schwer, wirtschaftlich zu überleben.
Eine geringfügige finanzielle Entlastung für Apotheken ist zwar vorgesehen, doch deren Wirkung bleibt begrenzt. Der Kassenabschlag, der vor zwei Jahren auf zwei Euro pro verschreibungspflichtigem Medikament erhöht wurde, wird ab dem 1. Februar 2025 wieder auf den ursprünglichen Betrag von 1,77 Euro gesenkt. Diese Maßnahme führt zu einer Entlastung von rund 106 Millionen Euro jährlich für die Apotheken insgesamt, was pro Apotheke durchschnittlich etwa 6800 Euro brutto im Jahr bedeutet. Branchenvertreter bewerten diese Rücknahme jedoch eher als symbolisch, da sie lediglich eine Sonderbelastung beendet, ohne die strukturellen Probleme zu adressieren. Für viele Apotheken, die durch steigende Energiepreise, Personalengpässe und höhere Anforderungen im Bereich der Digitalisierung stark unter Druck stehen, ist dieser Betrag kaum spürbar.
Die Apothekerschaft kritisiert auch die fehlende langfristige Perspektive in der Gesundheitspolitik. Obwohl Apotheken immer wieder als unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitssystems bezeichnet werden, bleiben sie bei Reformen wie dem GVSG regelmäßig außen vor. Ohne gezielte politische Maßnahmen, die die wirtschaftliche Grundlage der Apotheken sichern und ihre Rolle in der Gesundheitsversorgung stärken, drohen langfristig gravierende Folgen für die Versorgungssicherheit, besonders in strukturschwachen Gebieten. Die Forderung nach einer grundlegenden Honoraranpassung und einer Reduktion der bürokratischen Belastung bleibt daher zentral.
Das Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz (GVSG) setzt einen klaren Fokus auf die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung – ein richtiger und wichtiger Schritt angesichts des zunehmenden Ärztemangels. Die Entbudgetierung ist ein Signal an die Ärzteschaft, dass ihre Arbeit politisch wertgeschätzt wird und bessere Rahmenbedingungen verdient. Doch so berechtigt und notwendig diese Maßnahme auch ist, sie zeigt einmal mehr die einseitige Prioritätensetzung in der Gesundheitspolitik. Während die Ärzte Unterstützung erfahren, bleibt die Apothekerschaft erneut außen vor.
Die Reduktion des Kassenabschlags ist bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Maßnahme korrigiert lediglich eine Sonderbelastung, ohne die grundlegenden Herausforderungen der Apotheken zu adressieren. Apotheken kämpfen seit Jahren mit steigenden Betriebskosten, Fachkräftemangel und zusätzlichen Anforderungen durch Digitalisierung und Bürokratie. Das seit fast zwei Jahrzehnten unveränderte Apothekenhonorar deckt längst nicht mehr die tatsächlichen Kosten, und viele Apotheken stehen vor dem wirtschaftlichen Aus. Die durchschnittliche Entlastung von 6800 Euro brutto pro Jahr pro Apotheke wird daran nichts ändern – sie ist angesichts der wirtschaftlichen Realität vieler Apotheken nahezu irrelevant.
Besonders alarmierend ist die fehlende politische Anerkennung der Apotheken als integraler Bestandteil des Gesundheitssystems. Während die Bedeutung der Apotheken in politischen Reden immer wieder betont wird, fehlen konkrete Maßnahmen, um ihre Zukunft zu sichern. Apotheken sind nicht nur Lieferanten von Medikamenten, sondern auch niedrigschwellige Anlaufstellen für Patientinnen und Patienten, die Beratung, Prävention und Gesundheitsdienstleistungen bieten. Ohne ein funktionierendes Apothekennetz wird die Entbudgetierung der ärztlichen Versorgung kaum die gewünschten Effekte erzielen können, da die Gesundheitsversorgung als Gesamtsystem verstanden werden muss.
Die Apothekerschaft braucht dringend mehr politische Aufmerksamkeit und Unterstützung. Neben einer längst überfälligen Honoraranpassung sind gezielte Maßnahmen erforderlich, um die wirtschaftliche Basis der Apotheken zu stärken und ihre bürokratischen Belastungen zu reduzieren. Die fehlende Berücksichtigung der Apotheken im GVSG ist nicht nur eine verpasste Gelegenheit, sondern auch ein gefährliches Signal an eine Branche, die bereits am Limit arbeitet. Wenn die Politik weiterhin nur selektiv agiert und zentrale Akteure wie die Apotheken ignoriert, droht langfristig eine Erosion des gesamten Gesundheitssystems – mit schwerwiegenden Folgen für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung.
Von Engin Günder, Fachjournalist
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